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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Nachähren (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis N
Drei N bilden schöne Tracht: neu und nett und schwarz – wie die Nacht.
It.: Il bel vestire sono tre N: Nero, Nuovo, Netto. (Bazar, 1876, Nr. 2.)
 
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Na
Na! sagen die kleinen Kinder, wenn sie sich beschissen haben.
 
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Nabe
Der Nabe nachgehen, wie die Huren ins Bad. Moscherosch, 356.
 
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Nabel
Deam will i de Nabel scho 'nein drucka.Birlinger, 936.
Den will ich demüthigen, kleinkriegen, züchtigen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Dem will ich auf den Nabel spucken. (Breslau.)
Als Drohung.
 
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Nabelleiden
A krîjt 's Noab'llaien. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 448.
Er ist in Verlegenheit.
 
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Nabelleiern
Ich ho 's Nobelleiern (Bauchweh).
 
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Nabern
Se gat nabern.Dähnert, 320a.
Besucht die Nachbarn.
 
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Nach
1. Nach und nach frisst die Ratte Welschkorn.
 
2. Nach und nach macht der Vogel sein Nest. Simrock, 11005; Körte, 6333; Braun, I, 4810.
Durch anhaltende Thätigkeit gelangt man endlich zum Zweck.
Frz.: Petit à petit l'oiseau fait son nid. (Bohn I, 45.)
Holl.: Langzamerhand volbouwt de vogel zijn nest. (Bohn I, 331.)
 
3. Nach und nach wird ein Ding auch fertig.
Lat.: Paullatim lento succedunt omnia motu.
 
4. Er ist sehr nach sich.Frischbier2, 2703.
 
5. Nach mir die Sintflut.
Frz.: Après moi le déluge. (Bohn I, 4.)
 
6. Nach mir mag es werden wie es will.
It.: Chi vien dietro, serri l'uscio.
 
7. Nach und nach.Eiselein, 482.
Um das allmähliche Vorgehen in einer Sache zu bezeichnen. Die Verbindung bestand schon, wie durch und durch, für und für, über und über, um und um, im Mittelhochdeutschen. (Vgl. Grimm, Grammatik, III, 262.)
 
8. Nach und nach, wie der Amtmann den Schmerbauch erhielt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
9. Nach und nach gehen die Bauern opfern.
Wenn sich etwas allmählich entwickelt und gestaltet.
 
10. Nach und nach gibt auch ein Stück. (Rheinpfalz.)
 
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Nachäffen
Einem nachäffen.
Zum Unterschiede von nachahmen, im Sinne des Goethe'schen Spruchs: »Und wie er sich räuspert und wie er spuckt, das hat er trefflich ihm abgeguckt.« Ein Klosterprediger schloss seine Predigt bei der Einkleidung einer Nonne, zu Gmünd im Jahre 1781, mit den Worten: »Nun, geistliche Braut, seien Sie ein junger Affe, der seiner Mutter, der würdigen Frau Oberin, alles nachäfft; äffen Sie nach dem alten Affen in allen seinen Tugenden. Affe nach, junger Affe, ihre Keuschheit und Demuth u.s.w.« (Klosterspiegel, 82, 2.)
Lat.: Alieno more. – Natu vel arbitratu vivere. (Faselius, 10; Wiegand, 179.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Er äfft alles nach.Frischbier, II, 30.
 
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Nachahmen
1. Wer nachahmt, macht sich zum Sklaven.
»Nachahmungsucht ist Sklavensinn.« (Hillmer, 435.)
Lat.: Imitatorum servum pecus.
 
2. Wer nicht nachahmt, wird nicht nachgeahmt.
 
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Nachähren
Es ist böss (ihm nicht gut) nachähren, wo er geschnitten hat.Franck, I, 112a; Eyering, II, 543; Sailer, 296; Eiselein, 482.