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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Labora (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis L
Auf L folgt M1 im A-b-c; das ist schon wahr, doch thut es weh.
1) D.i. auf die Lüge eine Maulschelle.
It.: Una mentita tira una guanciata come la calamita il ferro. (Pazzaglia, 217, 3.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. L L L L, Leibde, leirt, leidt, Leiden, das befynde ich zu dissen zeiden.Weinsberg, 58.
 
3. Vier L fressen die Lebenszeit: Last, Lust, List und Leid.Wirth, I, 324.
 
4. Vier L haben Toskana Unheil gebracht: Lottospiel, Luxus, Luderleben und Lothringer Macht.
It.: Lotto, lusso, lussuria e Lorenesi, quattro L ch' han rovinato i miei paesi. (Giani, 870.)
 
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La
Das ist lauter la la. (Kamnitz.)
 
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Labagienen
Labagienen ist eher zu riechen als zu sehen.
In dem Fischerdorfe Labagien (Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Labiau) befindet sich eine Fischguanound Knochenmehlfabrik, woraus sich der Sinn des Sprichworts erklärt.
 
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Laband
Er ist ein Laband. (S. Labommel.) – Frischbier2, 2265.
In Mecklenburg: Lâban = langer schlaffer Mensch. Olt Lâban! 'N grôten Laban. Auch in Pommern ist Laban (Lakeband) ein Spottname für einen trägen Menschen, wie auf einen Erwachsenen, der sich noch wie ein Kind beträgt. (Dähnert, 164a.)
 
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Labbasch
Er ist ein Labbasch. (Elbing.) – Frischbier2, 2265.
In derselben Bedeutung wie Labommel (s.d.).
 
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Labe
Hat as lung tu Lâb, sâit hjü Gus, an do luckad hjü in un Soath1. (Nordfries.) – Lappenkorb; Firmenich, III, 7, 99; für Amrum: Haupt, VIII, 356, 87; Hoefer, 385.
1) Bei Johansen heisst es: en lukkat iin uun Thuasch. – Es ist lang (weit) zur Labe, d.i. bis dahin, wo ich mich laben kann, sagte die Gans, und so blickte sie in den Brunnen hinein.
 
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Laberant
Er gehört zu den Laberanten.
Schwatzt einfältiges Zeug. Von labern, sinnloses Gewäsch zu Tage fördern. Wortspiel mit Laboranten, wie z.B. in Schlesien die in Krummhübel, einem am Fusse der Schneekoppe liegenden Dorfe, wohnenden Verfertiger gewisser Arzneimittel aus Kräutern genannt werden.
 
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Laberdan
Labberdoan! Wän en nödd wöll, dâ liesd e stoahn. (Trier.) – Laven, 185, 70.
 
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Labömann
Den Labömann schicken (oder: bekommen). (Oberösterreich.)
Der Labömann, auch Löbelmann, d.i. der laba = laue Mann, ist ein Popanz aus Stroh, zuweilen angekleidet und mit Tabackspfeife, Uhr u. dgl. ausgestattet. Der Bauer des Dorfs oder der Nachbarschaft, welcher mit dem Ausdreschen zuerst fertig wird, bringt den Labömann während der Morgen- oder Abenddämmerung zu einem seiner Nachbarn, der mit dieser Arbeit noch zu thun hat. Dieser thut, sobald er fertig ist, dasselbe; und so wandert die Strohpuppe oft durch die ganze Ortschaft. Der letzte behält sie bis zum nächsten Jahr und verfährt sodann auf gleiche Weise. Mitunter wird der Puppe auch ein Bogen Papier mitgegeben, worauf Witze und Stachelreime geschrieben werden. (Baumgarten.)
 
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Labommel
Er ist ein Labommel.Hennig, 140; Frischbier2, 2265.
Ein langer Mensch in zu weiten Kleidern und mit schlappendem Gange.
 
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Labora
Ich bin der Labora, sagte der Buchhalter, indem er auf den Fabrikherrn wies, als nach dem Herrn Ora gefragt wurde.
Ein Fabrikhaus hatte über der Thür zur Schreibstube (Comptoir) den Spruch: Ora et labora anbringen lassen. Eines Tages kam ein Weber vom Lande und fragte den Buchhalter: »Sind Sie vielleicht der Herr Ora?« »Nein, ich nicht«, entgegnete der Gefragte, indem er über die Schulter auf den Fabrikherrn wies; »der ist der Ora, ich bin der Labora.«