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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Gäbisch (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis G
1. Drei G bringen viel Weh in der Welt: Gunst, Gewalt und Geld.
 
2. Drei G sind die angenehmsten in der Welt: Glück, guter Name und Geld.Parömiakon, 2640.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Vier G dürfen einem Feldherrn nicht fehlen, wenn er Erfolg haben will: Geld, Geduld, Genie und Glück.
Angeblich soll Feldmarschall von Moltke 1877 dies Wort gebraucht haben, als er gefragt worden sei: ob die Russen oder die Türken siegen würden.
 
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Gaau
Hi as so gaau üüs an Föggel. (Amrum.) – Haupt, VIII, 357, 97.
Er ist so schnell wie ein Vogel.
 
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Gabbeck
Hä riess dä Gabbäck1 op, mer künnt imm met em Wagen Heu eren fahre. (Köln.) – Firmenich, I, 477, 282.
1) Maul, Gaffschnabel.
 
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Gabbitz
Sie muss Gabbitzen hüten. (Rheinbaiern.) – Zaupser, Idiot., Nachlese, 19.
Von einem heirathsfähigen Mädchen, um zu sagen, dass sie keinen Mann bekommen, dass ihr keiner, als der Gabbitz, d.i. ein Schnapphans, übrigbleiben werde, wenn sie selbst nicht übrigbleiben wolle. (S. Dastehen 13.) – In der altkölnischen Mundart bedeutet »gabben« soviel als gähnen oder den Mund weit aufsperren, und »Gabbek« nannte man jeden, der entweder aus individueller Einfalt den Mund immer offen stehen hat (dat Maul affen velhalten thut, s. Maulaffen), oder aus Gleichgültigkeit und Langeweile zu gähnen pflegt. Die Koblenzer sagen dafür »gabben«; und der Baier nennt noch jetzt eine dumme, nichtssagende Antwort eine »gabbische«. Der Gabbek, ein dem Schnapphans von Jena (s. Hans und Schnapphans) sehr ähnliches Wahrzeichenbild der Stadt Köln, ist ein mit einem Uhrwerk in Verbindung stehendes Brustbild eines bärtigen Mannes. (Vgl. über den Gabbek am Thurme des Rathhauses zu Köln den Artikel Städtewahrzeichen in der Illustrirten Zeitung, Leipzig 1858, Nr. 798, S. 254.) In mehrern Gegenden Süddeutschlands nannte man dergleichen Figuren von Uhrwerken, die früher sogar an Wanduhren sehr gewöhnlich waren, Gabbitz. (S. Glomsnickel.)
 
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Gabe
1. Alle gute Gabe kommt von oben.Jac. 1, 17; Schulze, 285; Simrock, 2973; Eiselein, 201.
 
2. Auss einer gab werden zwo, gibstus bald. Franck, II, 138b; Lehmann, II, 31, 62; Henisch, 1328.
It.: Chi da presto raddoppia il dono.
 
3. Behende und willige Gabe ist zweierlei Gabe. Heuseler, 416.
 
4. Besser um eine Gabe bitten als stehlen.
Frz.: Il vaut mieux tendre la main que le coû. (Kritzinger, 427.)
 
5. Bey den feinen Gaben will man hoch traben. Henisch, 1327.
 
6. Dat sünd Gaven, de kamt von baven (oben), de wegen wat.Schütze, I, 74; für Strelitz: Firmenich, III, 73, 93.
Rede der Neider, wenn sie die Geschicklichkeit anderer rühmen.
 
7. De Gave ist to grot, seggen se to Hôksiel. (Ostfries.)
 
8. Der legt seine Gaben übel an, der sie zugleich gibt zween Mann.
Frz.: Don à plusieurs conféré peu de grace et moins de gré. (Leroux, II, 215.)
 
9. Der sein gab wol anlegt, der nimpt, so er gibt.Franck, II, 117b; Henisch, 1329; Lehmann, II, 66, 172; Körte, 1729.
Lat.: In bono hospite atque amico, quaestus est, quod sumitur. (Plautus.)
 
10. Die gaben machet der will gut.Franck, I, 33b; Henisch, 1329; Lehmann, II, 70, 24; Simrock, 2979.
Ein hebräisches Sprichwort empfiehlt aber, beim Geben den Schein der Armseligkeit zu vermeiden. (Cahier, 2484.)
Lat.: Naturae dona non sunt culpanda. (Henisch, 1329.)
 
11. Die Gaben (Anlagen) sind verschieden.
Nicht alle sind mit denselben Talenten ausgestattet.
 
12. Ein heimliche gab stillet den zorn.Henisch, 1328.
Lat.: Donum in occulto restinguit iram. (Henisch, 1328.)
 
13. Ein vnwillige gabe ist eben als kein gabe. Henisch, 1328.
 
14. Erzwungene Gabe ist nicht lieb, freiwillig deine Gabe gib.
Lat.: Gratius est donum, quod venit ante preces. (Seybold, 205.)
Ung.: Ha adsz, adgy jó szívvel; ha kérsz, vedd jó kedvvel, hogy meg ne utáltassál. (Gaal, 572.)
 
15. Es halten nicht alle gaben die prob.Henisch, 1328; Lehmann, II, 127, 129.
 
16. Fröhlich gab behelt die prob.Franck, II, 173b; Gruter, I, 41; Henisch, 1328.
 
17. Fröhlich gab macht fröhlich muth, guter wil offt mehr dann dicke gab thut.Gruter, III, 40; Lehmann, II, 177, 47.
 
18. Fröhliche Gabe macht fröhlichen Muth.
Holl.: Men vindt nergens iemand, die door giften niet wordt getroost. (Harrebomée, I, 238.)
 
19. Fromme Gabe mehrt die Habe. (Böhm.)
 
20. Gab macht gunst.Henisch, 1781.
 
21. Gab macht taub, macht Glaub, den Richter blend, das Kind stille, das Weib willig (den Tagelöhner hurtig), den Narren frölich, den Weisen munder, die Pfaffen andechtig, den Feind zum Freund.Gruter, III, 41; Lehmann, 290, 51; Lehmann, II, 234, 2; Henisch, 1328.
Felsen kann man sogar damit brechen, wie die Franzosen sagen: Les dons rompent les rochers. (Kritzinger, 244.)
Frz.: Si don qu'on prent lient la gent. (Leroux, II, 248.)
Holl.: Giften en gaven breken zelfs de steen rotsen. (Harrebomée, I, 198.)
Lat.: Munera, crede mihi, placant hominesque, Deosque, placatur donis Jupiter ipse datis. (Gaal, 594.)
 
22. Gab verschmähet vnter tausent nit einer. Henisch, 1329.
 
23. Gab vmb gab ist nicht danckenswerth.Henisch, 1329.
 
24. Gab vnd verehrung bethören auch die Weisen.Henisch, 1329.
 
25. Gabe oder Kauf wandelt nicht das Gut, sondern die Herrschaft.Graf, 122, 311.
Ein zins- und zehentpflichtiges oder mit Reallasten behaftetes Gut kann seinen Besitzer wechseln, seine Lasten bleiben.
Mhd.: Die gabe oder kouff wandilt nicht dat gut, sunder is wandilt di herrschaft. (Daniels und Gruben, Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters, 268, 10.)
 
26. Gaben, die ein Armer einem Reichen gibt, ist Betteley.Lehmann, II, 224, 11.
»Dann er wirfft ein Bratwurst nach einer Seiten Speck.«
 
27. Gaben, die einmahl gegeben, soll man nicht widerumb fordern.Lehmann, II, 223, 10.
 
28. Gaben haben Sporn zur Arbeit und Treue. Sailer, 265.
 
29. Gaben machen kein Christen, sondern der glaub.Henisch, 1329.
 
30. Gaben machen taub und Glaub'.Körte, 1733.
 
31. Gaben macht der Wille gut.Simrock, 2979; Körte, 1723; Braun, I, 611.
Holl.: Al is de gift klein, ze komt uit een goed hart. (Harrebomée, I, 238.)
 
32. Gaben seynd wie der geber.Franck, I, 137b; Henisch, 1329; Lehmann, II, 223, 6; Simrock, 2972; Körte, 1722; Braun, I, 610.
 
33. Gaben soll man nicht allezeit aussschlagen. Lehmann, II, 223, 9.
 
34. Gaben soltu nicht allweg loben1.Henisch, 1329; Körte, 1724.
1) Franck (I, 137b) hat statt loben – glauben, was wol aber, wofür auch die mittelhochdeutsche Fassung spricht, Druckfehler ist.
Mhd.: Swie grôz denne sîn gâbe si, der milte ist niht lobes bi. (Zingerle, 44.)
 
35. Gaben verblenden weiser Leute Augen. Graf, 410, 79.
Von der Biegung des Rechts durch Geschenke an die, welche es pflegen sollen.
Holl.: Ghiften verblijnden der wyser lude oghen. (Holl. Sachsenspiegel, 97, 78.)
 
36. Gaben vnd Almosen machen kein reichen arm.Lehmann, II, 224, 12.
 
37. Gaben vom Feind sind selten gut gemeint.
Frz.: Don d'ennemy c'est mal encontre, chastoi d'ami c'est bonne encontre. (Leroux, II, 215.)
 
38. Gaben werden gegeben, dem der hat.Lehmann, II, 223, 8.
 
39. Gave de da blindt ist, macht krum, was recht ist.Graf, 410, 81; Normann, 294.
Beklagenswerthe Wirkung von Geschenken auf den Richter.
Mhd.: Der allir meist gibt in di hant, der machit von einem svanen ein raben. (Elmendorf.) (Zingerle, 195.)
 
40. Gleiche Gabe macht die besten Paare.
 
41. Gute Gabe kommt von oben, sagte der Junge, als ihm eine faule Birne ins Maul fiel.
 
42. Halbe gab, halb freundtschafft.Henisch, 1328.
 
43. Hohe Gaben, kurzes Leben.
Personen mit ausserordentlichen geistigen Anlagen, namentlich wenn sie sich sehr zeitig entwickeln, sterben in der Regel früh.
Dän.: Høje gaver, kort liv. – Stor dyd og langt levnet ere sielden sammen. (Prov. dan., 305.)
 
44. Jede Gabe ist gut, die man in den Bettelsack thut.
 
45. Jeder hat seine (eigene) Gabe von Gott.1 Kor. 7, 7; Schulze, 259.
Mhd.: Got gît sîn gabe swem er will. (Murner.) (Schulze, 259.)
Lat.: Unus quisque proprium donum habet ex deo. (Schulze, 259.)
 
46. Kleine Gabe, die man bricht, ist besser als grosse, die man verspricht.
Dän.: Liden vis gave er bedre end stor vis tilsagn. (Prov. dan., 218.)
 
47. Kleine Gaben können Arme laben.
Holl.: Kleine giften met groote gunst is boven al te prijzen. (Harrebomée, I, 238.)
 
48. Kleine Gaben nähren die Freundschaft.
 
49. Langsame Gabe verliert den Dank.Simrock, 2976; Körte, 1727.
Dän.: Langsom gave forlarer takken. (Prov. dan., 240.)
Lat.: Gratia ab officio, quod mora datur, abest.
 
50. Leichte Gabe, leichter Dank.
Lat.: Vile donum, vilis gratia. (Binder II, 3533; Weber, I, 78.)
 
51. Man soll nicht auf die Gabe sehen, sondern auf die Hand.
Dän.: Gaver ansees efter personer. (Prov. dan., 219.)
It.: Lo stolto mira al dono, il savio all animo. (Pazzaglia, 96, 9; Gaal, 813.)
 
52. Man soll nicht jede Gabe ausschlagen.
 
53. Milde Gabe mehrt die Habe.Sprichwörtergarten, 309.
Alles, was du gibst, sagen die Türken, wirst du mit dir nehmen. (Reinsberg II, 31.)
 
54. Mit Gaben fähet man die Götter.Simrock, 2980; Körte, 1732.
Geschenke (s.d.) nehmen hat sein Bedenkliches.
Frz.: On n'est pris qu'en prenant. – Qui prend, se vend.
 
55. Mit Gaben macht man die Kinder lachen.
 
56. Mit kleinen Gaben fängt man grosse.
Frz.: Petit don est le hain (hameçon) du plus grand don. (Leroux, II, 281.)
 
57. Neue Gabe, neuer Dank.
Dän.: Til ny gave, vil ny tak. (Prov. dan., 218.)
 
58. Nicht alle Gaben halten Probe.Körte, 1734.
Holl.: Naar zulk eene gift verlangt men niet. (Harrebomée, I, 238.)
 
59. Nicht die Gabe, sondern der Brauch der Gabe ist gut.Körte, 1731.
 
60. Niemand kann seine Gabe widerrufen.Graf, 229, 48.
Geschenkt ist geschenkt.
 
61. Schnell gab, schnell recht, langsam gab wirdt verschmeht.Henisch, 1328.
Je bereitwilliger die Gabe, um so höher, wer sie gibt, sagen die Polen. (Reinsberg II, 31.)
 
62. Schnelle gab ist got lieb.Franck, II, 74b; Henisch, 1328; Gruter, I, 64; Simrock, 2974; Körte, 1725; Braun, I, 612.
 
63. Stille (verborgene) Gabe, lauter (öffentlicher) Dank.
Dän.: Hemmelig gave faaer aabenbar løn. (Prov. dan., 288.)
 
64. Viel Gaben muss der Ehstand haben.Pistor., III, 67; Simrock, 1792.
 
65. Vnfreundliche Gab ist verdriesslich.Henisch, 1327.
Dän.: Uvillig gave, ingen gave. (Prov. dan., 218.)
Lat.: Invite data, non sunt grata. (Gaal, 572.)
 
66. Vnzeitige Gab ist nicht Dancks werth.Lehmann, II, 792, 121; Simrock, 2975; Körte, 1730.
 
67. Wer die erste Gabe beweisen kann, verweist alle andern.Graf, 281, 337.
Die erst erworbenen Rechte gehen vor, alle spätern müssen zurücktreten.
Mhd.: Der dy erste gabe gezugen mag vorweist alle gaben. (Daniels und Gruben, Rechtsdenkmäler, 383, 21.)
 
68. Wer gaben nimpt, der ist nicht frey.Henisch, 1329; Steiger, 251; Eiselein, 201.
Frz.: Qui prend, se rend. – Qui prend, s'engage. (Eiselein, 201.)
Lat.: Munera sumta ligant. (Eiselein, 201.)
 
69. Wer mit der Gabe zaudert, hat den Dank schon eingenommen.Simrock, 2977; Körte, 1728; Sailer, 286; Reinsberg II, 32.
 
70. Wer von milden Gaben lebt, steht in Gottes Sold.
»Er trägt darum auch Gottes Livrée, schlechte Kittel ohne Gold.«
 
71. Wie die Gabe, so der Geber.
Dän.: Hver er sin gave liig, baade fattig og riig. (Prov. dan., 218.)
 
72. Wie Gabe, so Freude.Sprichwörtergarten, 490.
 
73. Das ist eine Gabe Gottes.Schulze, 259.
 
74. Er hat grosse Gaben.
Holl.: Het is een man van groote gaven. (Harrebomée I, 198.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
75. Der begehrt Gabe, der sich vermisst, dass er viel zu geben habe.
 
76. Der gab begert ohn vnderlass, zu dem ein jeder treget hass.Loci comm., 138.
Lat.: Illum nullus amat, qui semper da mihi clamat. (Loci comm., 138.)
 
77. Die Gabe, die zurückgenommen, wird in Besitz des Teufels kommen.
It.: Chi dà e ritoglie, il diavolo lo raccoglie. (Giani, 1464.)
 
78. Die Gaben sind verschieden, sagte jener Professor, der täglich zehn Schoppen trank.
 
79. Durch gab vnd gschenk kompt manches weib zu schand an jhrem eignen leib.
Lat.: Munera lasciuas corrumpunt saepe puellas: quaeque preces nequeunt flectere, dona queunt. (Loci comm., 139.)
 
80. Eine Gabe, die kommt vor der Bitte, hat doppelten Werth.
 
81. Eine gabe, die man dir verehrt, die achte nicht nach jhrem wehrt.
Lat.: Si quis dat nummos, ne quaere in dentibus annos. (Loci comm., 139.)
 
82. Eine kleine Gabe hat grossen Werth, wenn freundliche Hand sie reicht.
 
83. Eine kleine Gabe ist auch willkommen.
 
84. Eine kleine Gabe kann das Leben retten.
 
85. Eine kleine Gabe macht ein grosses Gericht quitt.Merx, 193.
 
86. Gabe will Gegengabe.
 
87. Gaben und Geschenke behagen jedermann.
 
88. Ich nehme jede Gabe an, sagte Meister Daus, nur den Schlägen (Prügeln) weich' ich aus.
 
89. Jeder ist der Gabe gleich, so der Arme wie der Reich'.
 
90. Wer die erste Gabe nicht dankbar ehrt, ist nicht der zweiten werth.
 
91. Wer die Gabe in der Hand hat, hofft nicht vergebens.
 
92. Wer die Gabe verschmäht, verachtet den Geber.Bertram, 58.
 
93. Wer die kleine Gabe veracht't, dem wird die grosse nicht gebracht.
 
94. Wer für die Gabe dankt, dem wird sie doppelt gereicht.
Span.: Al que no quiere caldo, darle tres tazas. (Cahier, 3673.)
 
95. Wer Gaben nimpt, der muss geschenke wider geben.Petri, II, 709.
 
96. Er gibt so viel Gaben als ein Stein Eicheln.
 
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Gabel
1. Gabel und Griff gehören zusammen.
Holl.: De gaffel blijft bij den greep. (Harrebomée, I, 198.)
 
2. Gabeln sind nicht alle zweyzinckig.Gruter, III, 41; Lehmann, II, 234, 1.
 
3. Man kann nicht mit zwei Gabeln auf einmal essen.
 
4. Mid da Gobbl is 's an Eah, mi'dn Leff'l kriagg ma mea. (Steiermark.) – Firmenich, II, 768, 104; hochdeutsch bei Simrock, 2981; Körte, 1735; Eiselein, 201; Kirchhofer, 251; Braun, I, 613.
In nürnberger Mundart vgl. Frommann, VI, 417, 1. – Mit der Gabel ist's eine Ehr', mit dem Löffel kriegt man mehr.
 
5. Sachte mit der Gabel, sie macht auf drei Stiche neun Löcher.
 
6. Viel auf der Gabel und wenig für die Kuh.
Holl.: Veel op de gaffel, en weinig voor de koe. (Harrebomée, I, 198.)
 
7. Wenn eine Gabel aus London ist, sticht sie gut.
Spott auf Ausländerei.
 
8. Wenn twei Gawel denselben Katüffel trabt (trifft), so lebt de beiden Lüd noch en Jahr bisamen. (Rendsburg.)
 
9. Wer de Gawel fallen lett, muth de Zech betahlen. (Rendsburg.)
 
10. Wer keine Gabel hat, nimmt die Finger.
 
11. Wer zu viel auf die Gabel nimmt, verliert es, ehe es zum Maule kommt.
 
12. Das bekommt er nicht auf seine Gabel.
 
13. Enn of d' Gabla neh.Tobler, 209.
Einen auf die Gabel, aufs Korn nehmen.
 
14. Er hat sehr viel auf der Gabel.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
15. Die Gabel wäre gut, wenn sie nur Zinken hätte.
D.h. überhaupt eine Gabel wäre.
 
16. Eine goldene Gabel mit zwei Zinken fasst mehr als eine eiserne mit vier.
Die Russen: Mit einer goldenen Gabel kann man ein ganzes Fuder Heu fassen. (Altmann VI, 414.)
 
17. Man hat mit einer goldenen Gabel gestimmt.
Es ist Bestechung geübt worden.
Lat.: Faba nummus. (Philippi, I, 147.)
 
18. Man muss nicht immer mit der Gabel kommen, auch einmal mit dem Karst.
Man muss nicht stets vom Felde haben wollen, man muss es auch pflegen.
 
19. Eine (Fleisch-)Gabel ist ihm lieber als eine (äsopische) Fabel.
 
20. Einen in jemandes Gabel bringen.Luther's Tischreden, 21.
So in die Enge treiben, dass er nicht ausweichen kann.
 
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Gabeln
Wer nicht gabelt, wann die Hewschreck zabelt (zappelt), der nimb im Winter ein Seyl vnnd frag: Wer hat Hew feil? (S. Sommer.)Gruter, III, 109; Lehmann, II, 875, 213; Kirchhofer, 309.
Lat.: Aestas cum non sit semper, componite nidos. – Aestas non semper durabit, condite nidos. – Qui non collegit foenum, cum Julius ardet, nec sibi quaesivit emolumenta domus: Frigeat in bruma gelida, quaeratque per urbem fasciculos foeni, stramina nuda terat. (Locher.)
 
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Gäbelis
Of Gäbelis ui gi Hennadr ... rittera.Tobler, 209.
Wird gebraucht, wenn man auf die Frage, wohin man gehe, nicht gern antworten will. Der Gäbelis, geschrieben Gäbris, ist ein Berg zwischen Trogen und Gais im Canton Appenzell. Nach Tobler ist Gäbelis das verderbte Gabriel, also Gabrielsberg. Die Kurzenberger nennen ihn auch Landamas (Landammanns) Alp.
 
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Gabelstich
Gabelstiche sind schlimm, sie machen drei Löcher. (S. Gott.)Wurzbach, II, 119.
Frz.: A deux coups quatre pertuis (trous, plaies). (Leroux, II, 163.)
 
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Gabse
Meine Gabse ist zerrissen.
Ich kann nicht geben, meine Tasche, böhmisch Kapsa, ist entzwei.
 
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Gäbisch
Einen gäbsch machen. (Ulm.)
Soviel wie unwirsch.