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Zucker bis verzuckern (Bd. 9, Sp. 849 bis 855)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Zucker das Wort ist allg., u. zwar meist tsuk-, tsok- [Birkf, Simm, Trier-Stdt tsug-, tsog-; Saarl-Berus tsoukər; Sieg-Fussh tsokdər (veralt.); sukər Eup, Geld, Rees-Bislich, MülhRuhr (hier auch søykər); Klev sykər] m.:
1.
a. Sg. t. wie nhd.; Arten: blanken Z. Kandis Barm, Dinsl-Hünxe; braune Z. Verbr.; Brosz. Brust-, Kandisz. MüEif, Monsch-Witzerath; denner (dünner) Z. Stampfz. Siegld; gestossene Z. Pulverz. Simm-Laub; fule Z. ganz dunkler, fast schwarzer Kandis Eup, Gummb-Berghsn; fetten Z. Melisz. Mörs-Neuk; gelen Z. Brustz. Merz-Merching; harden Z. Kandis Siegld-Johannld Rinsd UWilden, Mörs-Neuk; Kandisz. nach dem Nhd. verbr.; Klömkesz. Würfelz. Nfrk, Rip; Knorr-, Knörrchesz. Kandis Siegld-Eiserf; losse S. grober Z. Geld-Schravelen; Melisz. OBerg wie nhd.; Puderz. wie nhd., Verbr.; renen Z. Stampfz. Prüm-Ihren; Stabz. Staubz. Simm, Allg.; vierkäntige S. Würfelz. Geld-Schravelen; wīsse Z. Kristallz. MüEif; Werfelz. Würfelz. Simm, Verbr. nach dem Nhd.; de Z. es söss Rip, Allg.; Risbrei met Z. en Kniəl (Zimt) Aach-Breinig, Verbr.; dat schmackt wie Z. Waldbr, Allg. RA.: Für Geld kammer Z. han für G. bekommt man alles Siebengeb., — kreien Neuw-Dierd, — kriet mer alles, sogar Z. an em Titchen Trier-Schleidw, Rhfrk, Mosfrk, — on gut Wort kr. mer weissen Z. on och noch en de Tut gedohn Prüm-Ihren, — kr. me Z. en de Arsch geblose MüEif, — äwwer net wiər druten Wermelsk. Einem, der sich lange bitten lässt, moss mer Z. in den Ärsch blosen, dat er et dout Saarl-Berus, Mosfrk verbr. Do bīsst (beisst) den Z. drus das schmeckt ihm gut Schleid-Hellenth. De Z. haste ze Haus kaft den Z. hast du genascht Kobl. Er hot de Z. abgeleckt Anspielung auf vorehelichen Verkehr Simm-Laub. Dä hät dem Z. geklopp ihm geschmeichelt Köln-Stdt. Dä es net va Z. er kann Regen u. Wetter vertragen Aach-Stdt, Verbr. Et passt bei mech wie de Z. en de Kaffe es kommt mir gelegen Wippf-Reudenb. Wann de dat elo net dehs, Männchen, dan os den Z. mer ävver net ze got Drohung Malm-Vith. Ja, nu leck mir doch einer der Z. vam Kouken! Ausr. der Verwunderung Sol. Besser es b., saht der Jung, do strech hä sich Z. op der Zirop Köln-Stdt. — Sacker —, Sapper Z.! Fluch s. bei saker u. sapper. — Rätsel. Ek schmitt wat in en Pütt (Brunnen), trek dusend Päre (Pferde) nich wiər rut? Z. Dinsl-Gahlen. Wat as sesser (süsser) als Z.? En Fluh, denn wenn man den fangen will, leckt man sich die Finger schon vorher Bitb, Trier, Sieg. Do ös ene versaufe? der Z. im Kaffee Köln-Efferen. Kinderglaube. Wemmer Z. op de Fensterbank lät, dann könnt de Klapperstorch Wermelsk, Verbr. Volksmedizin. Bei Zahnschmerzen lege man ein Stück weissen Z. auf den hohlen Zahn Kobl-Mülh, Zell-Löffelschd. Reime. Kükerekü, den Süker es dür Klev. Z., Hunnig, Mandelkän (-kern) essen alle Kinder gän (gern) Köln-Stdt. Heiche, popeiche, koch dem

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Kindche en Eiche, dot em en bess'chen Z.chen dren, schlöft et von sech selver en May, Verbr. mit Var. —
b.
α. Pl. tsokərn Saarl, tsukərə Jül, tsøykərs Mülh-Ruhr Bonbon, Zuckersteinchen; meist aber Dimin. -χə(s), –kəs Rip, SNfrk, NBerg. —
β. Dimin. Kosen. für kleines Kind Rip, Nfrk, NBerg. —
2. Zuckerkrankheit; dä hät Z. Rip, Allg.

zucker-achtig -ęχtəχ Heinsb-Karken Adj.: zuckerig. Zucker-allerhands Köln-Stdt n.: Abfälle von Z.gebäck. Zucker-äpfel -øp- Kobl-Winning Pl.: A. sorte. Zucker-arschkrätzchen -χə Köln-Niehl Pl.: Hagebutten. PfWB ElsWB LothWB Zucker-bäcker nur noch hier u. da im ganzen Geb. m.:
1. veralt. Bezeichnung für den Konditor; der Z. bäckt Zuckerplätzcher för Chresdag Gummb-Berghsn. —
2. mittlerer Wegerich, Plantago media Saarbr-Stdt. Zucker-backes -kəs Rhfrk n.:
1. Holz-, Nuss-, Spritzgebackenes zu Weihnachten u. Nikolaus. —
2. Zuckersteinchen, Bonbons Birkf-Bundenb. Zucker-ballen -a- Gummb m.: Art Berliner Pfannkuchen. PfWB Zucker-baum (s. S.) uNahe m.: Weihnachtsbaum. PfWB Zucker-beil -ęil Merz-Wahlen n.: Beil zum Zerschlagen des Zuckerhutes (veralt.) Zucker-bein -ai- Kobl-Stdt n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-berg (s. S.) Trier, Prüm-Bleialf Ihren m.: in der Wend.: Den os den Z. eropgangen er ist gestorben; mot dem geht et gäng (sehr bald) den Z. erop. PfWB ElsWB LothWB Zucker-birne (s. S.) Allg. f.: kleine, runde, sehr süsse Birnensorte. RA.: Et geht öm as de Zuckerpäre, hej hät den besten Tid gehat er ist aus den besten Jahren heraus Klev. Zucker-bläs'chen -:- Köln-Stdt, Rip n.: -tüte. Zucker-blume (s. S.) f.:
1. Wiesenschaumkraut Saarbr-Ludw, Merz-Saarhölzb, WEif, Kobl-Mülh, Jül-Hasselsw. —
2. Wundklee, Anthyllis vulneraria Saarbr-Quierschd. —
3. roter Fingerhut Ottw-Neunk. —
4. Wegerich Birkf-OTiefenb. —
5. Platterbse, Lathyrus silvester Schleid-Kall. PfWB Zucker-bohnen (s. S.) Pl.:
1. eine Bohnensorte Saarbg-Serrig, Prüm-Leidenborn, May-Virnebg. —
2. Zuckersteinchen, Bonbons WMosfrk an Saar, Mos, in der WEif, Rip in Aach-Stdt; die Paten teilen solche bei jeder Kindtaufe an die Jugend aus WMosfrk; Z.ə in die Grips werfe Saarl-Felsbg. RA.: Der micht e Gesicht wie e Aff, der Z.ə scheisst Merz-Nunk. Zucker-britzel (s. S.) Verbr. f.: gezuckerte Brezel, zu den Winterfeiertagen (St. Martin, St. Nikolaus, Weihnachten). — Im Krs. Saarbg zogen vor Palmsonntag die jungen Burschen u. die Familienväter nach Grevenmacher (Luxemburg) u. kauften dort Z. ein, die sie, an einer Schnur aufgereiht, über der Schulter nach Hause trugen, als Geschenk für Bräute bzw. Kinder. RA.: Allzevell es ongesongk, on wann et Z.ə send Dür-Gürzenich. PfWB Zucker-brocken Dür, Kemp Pl.: Zuckerklümpchen, Bonbons verschiedener Art. PfWB ElsWB LothWB Zucker-brot , Zucker-brötchen (s. S.) n.:
1. süsses Brötchen Verbr. RA.: Et worde niet vor jedereen Sückerbrödjəs gebacke Klev. —
2.
a. Gebäck zu Ostern Aach-Laurensbg. —
b. zu Weihnachten Birkf. Zucker-buckel -pu- m.:
1.
a. scherzh. Höcker Düss-Stdt. —
b. Schimpfw. Köln-Kalk. —
2. em Z. Wirtshausname Köln-Stdt. Zucker-demi Eif (o. O.): im Auszählr.: Ihmchen, Dihmchen, Z., Abel, Dabel Domini, Hexenrat, Sonderbrat, Kristo. PfWB ElsWB LothWB Zucker-ding

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, Zucker-dinges Saarbr, Saarl, Kobl-Vallendar n.: Zuckerzeug im allg., Plätzchen u. Bonbons; Lebkuchen Saarl-Friedrichsw. Zucker-distel -e- Rees-Bislich f.: Distelart. Zucker-ditzchen Wittl-GrLittgen, Bitb-Speicher n.: Kosen. für kleines Kind. PfWB Zucker-dose (s. S.) Allg. f.: D. zur Aufbewahrung des Zuckers. Zucker-düppen -ø- Gummb n.: dass. Zucker-engel(chen) Verbr. m. (n.): Kosen. für kleines Kind. PfWB ElsWB LothWB Zucker-erbsen (s. S.) Pl.:
1.
a. eine Erbsensorte, deren Schoten mitgegessen werden Allg. —
b. platte, taschenartige Pflaume, durch Insektenstich so gestaltet uWupp. —
2. Zuckersteine, Bonbons Saarbr-Güding, Aach-Stdt (vgl. –bohnen 2); Zuckerkorn, im Innern eine Korianderbeere uWupp. Zucker-fest Prüm-Jucken n.: der St. Valentinstag (14. II.). Zucker-fladen Daun m.: Streuselkuchen. PfWB Zucker-gebacks -aks, –ęks, –akəs Rhfrk, Saar, Siegld, Düss-Stdt n.: Zuckerplätzchen, Konfekt, bes. wie es zu Weihnachten gebacken wird. Zucker-geschirr (s. S.) Trier, Bernk, Siegld n.: Konfekt, Zuckerzeug. Zucker-geschräpps -ęps Düss-Stdt; -ępəls Bo-Stdt n.: Abfall von Süssgebäck, von der Jugend früher beim Zuckerbäcker (Konditor) für einige Pfennige erstanden; för fönəf Penning Z.s. Zucker-gote (s. S.) Saarbr-Güding, Ottw-Uchtelfang, um Trier fe Z. rufen die Kinder, wenn die Paten nach der Taufe die Kirche verlassen; auf diesen Ruf werfen letztere Zuckersteine unter die Kinder (s. o. –bohnen 2; vgl. auch Süssgote). Zucker-guck : Guguck, Z. rufen im Frühling die Kinder, wenn der Kuckuck mehrmals hintereinander ruft, glaubend, er verzehre dann ein Vogelei Goar, Bernk, Zell. zucker-gut Birkf-Baumholder, Saarbr-Völkl, Schleid-Hellenth, Bo-Godesbg-Köln-Stdt, Dür-Stdt Adj.: sehr gut, angenehm. PfWB Zucker-guts , Zucker-güts'chen Rip verbr. n.: Leckerei, Süssigkeiten, Naschwerk; zovill Z. verdirf der Mage Köln-Stdt; gef dem Kind jet Zückergöts'che Bo-Godesbg. Zucker-hase Siegld m.: Zuckergebäck in Hasenform (zu Nikolaus, Weihnachten). Zucker-herz n.:
1. Gebäck in Herzform, bes. an Kirmesständen verkauft Verbr. —
2. -hartjə Kosen. für kleines Kind Klev. Zucker-hexe -hęks Goar-Weiler f.: Kinderschreck; die Z. hellt dich! Zucker-hübel -hīvəl Bitb-NWeis m.: etwas scherzh. Bezeichnung eines Ortsteils von NWeis. Zucker-hündchen -hy·ŋ.k- Köln-Stdt n.: Kosen. für kleines Kind; e mobbelig Z. PfWB LothWB Zucker-hut (s. S.) Allg. (veralt.) m.:
1. früher wurde der Zucker in Form eines etwa 30 cm hohen Kegels gegossen; er musste mit Hammer od. Zange zerkleinert werden; dazu kamen noch, bes. in den Städten, Zuckerschneidemaschinen, in denen man die Stücke mittels Hebelgewalt (der Hebel war wie eine Säge gezackt) weiter zerkleinerte. —
2. übertr. loser Felsen in der Form eines Zuckerhutes im Bergwerk, in der Bergmspr. Saargeb. Zucker-josef -juzəp Aach-Stdt m.: Spottn. für den Zuckerbäcker. Zucker-kaffee -kafi Ahrw-Sinzig m.: guter K., wie er zu Festlichkeiten aufgegossen wird; ich sen op em Z. gewäs. Zucker-kand Köln-Stdt m.: Kristallzucker in Stangen. Zucker-kern (s. S.) Saarl m.: -stein (s. d.). Zucker-kindchen -ke·ŋ.k- Dür-Stdt n.: verhätscheltes Kind. Zucker-kirsche (s. S.) May-Saffig, Sieg-Ruppichteroth, Nfrk f.: eine süsse Kirschsorte.

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Zucker-kisten -kiskə Kref-Stdt Pl.: übertr. plumpe Schuhe. Zucker-klee Saarl-Diefflen m.: -blume 2. Zucker-klicker(te) Saarbr Pl.: Zuckerbonbons, die die Paten nach der Taufe den Kindern zuwerfen (s. –bohnen 2 u. –gote). Zucker-klitsch uAhr m.: Lakritze (s. Wk. V 5). Zucker-klötze -ts Aach-Stdt, Eup Pl.: -steine (s. d.). Zucker-klümpchen (s. S.) Mosfrk, Rip, Nfrk verbr. Pl.:
1. Zuckerbonbons in verschiedener Form; Pate u. Patin werfen der Amme ein Trinkgeld ins Weinglas, sagend, es sei ein Z. Bernk-Wehlen. —
2. dat send āl Z.əs das ist eine alte, bekannte Sache Rheydt-Odenk. Zucker-knipp -a- Prüm-Orlenb m.: übertr. steiniges Land. Zucker-knolle Verbr. im rip. Geb. von Knolle ‘Runkelrübe’ (s. d.) f.: Zuckerrübe. Zucker-knorre Verbr. im rip. Geb. von Knorre ‘Runkelrübe’ (s. d.) f.: dass. Zucker-knüppchen -i- Bitb-Wilsecker n.: -stein (s. d.). Zucker-könig -kø·n.ək(χə) Bo-Walberbg, Köln-Badrf, Bergh-Blatzh, Grevbr-Orken m. (n.): Zaunkönig; vgl. auch Zute. Zucker-korb -korf Köln-Stdt m.: grosser K. für die Wintermöhren [< Zucker(möhren)korb]. PfWB Zucker-krankheit Verbr. nach dem Nhd. f.: wie nhd., Diabetes. PfWB ElsWB Zucker-kraut -u- Mörs-Neuk n.: im Vers: Hennemänn, Pennemänn, pupen, wen hät dech gerupen? Z. on Branndewin, dat sall för den Hennemänn sin. Zucker-kringel Kreuzn-Stdt m.: Zuckergebäck in Ringform. Zucker-kritz -i-, –e- Heinsb-Althaaren Effeld Karken Rurkempen m.: Lakritze (s. Wk. V 5). Zucker-krümmel -øm- Barm m.: -brösel. PfWB Zucker-kuchen (s. S.) Rhfrk, Altk-Schutzb m.: grösseres Zuckergebäck zu den Festen des Jahres; dazu im Wiegenlied: Häja, Süsa, Söske, Apple, Päre, Möske, Zuckendenkuk (Sukelde-) met Mandelkern eten de kleine Kinder so gern Klev-Üdem. Zucker-lawürchen -wȳrkən Barm n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-lecker m.:
1. einer, der gern Z. leckt Allg. Andun, Kaffibuhn, Z., Melichseffer (-säufer) Spottr. auf den Namen Anton Kobl-Bendrf. —
2. Feinschmecker May-Virnebg. Zucker-lecker-matäderütsch -ø- Bo-Stdt m.: Schmeichler, Schöntuer. zucker-lieb Jül-Barmen Adv.: enen z.lef mache durch Schmeicheln zu gewinnen suchen. Zucker-lies'chen Monsch-Stdt n.: Inhaberin eines kleinen Z.ladens. Zucker-litsch -i-, –e- Verbr. nach Wk. V 5 (Lakritze) in Ahrw-NBreisig Remag, Neuw, MülhRh-Overath m.: Lakritze; du schwätz jo ganz gram (heiser), du muss jet Z. lutschen Neuw-Asb. Zucker-litsch-stange Sieg-Königswinter f.: Lakritzstange. Zucker-löffel (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Dor legge sej et Grüs (Kohlengrus) met et Sückerlepeltje op den Ove (Ofen) dort geht es sehr sparsam zu Klev. Nfrk. Zucker-mandel Verbr. f.: wie nhd., überzuckerte M. PfWB ElsWB Zucker-maul (s. S.), gern -chen f., m. (n.):
1.
a. kleiner Zuckernascher Saarbr-Sulzb, Ottw-Wiebelsk, Trier-Neuhütten. —
b. Kosen. für kleines Kind Saarbr-Sulzb. Remschd, Düss. —
2. Dimin. übertr. Löwenmäulchen Trier-Stdt. Zucker-mäus'chen (s. S.) n.:
1. Kosen. für kleines Kind. —
2. kleines Zuckergebäck zu Fastnacht Bitb-Bickend. Zucker-meinürselchen -minəlχə Köln-Stdt n.: Kosen. für kleines Mädchen. Zucker-messer -męts Gummb-Berghsn n.: breites, klobiges M., wozu auch ein Hammer gehörte, zum Zerkleinern

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des Zuckerhutes. Zucker-milch -melk Düss f.: Muttermilch. Zucker-mittendrin -metəndrenskəs Ess-Kettwig Pl.: eine Erbsensorte (Zuckererbsen). Zucker-möbbelchen -ø- Jül-Linnich n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-möhre Verbr. (s. S.) f.: süsse Gartenmöhre. Zucker-monat -mǫunt Koch-Driesch m.: Juli. Zucker-müschchen -møkə Düss n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-nichts'chen -nęist-, –nȳs-, –niks- (s. bei nichts) Merz-Becking, Trier, Bo-Berkum Küdinghv, Köln-Wesseling, MülhRh, Aach, Erk n.: Frage des Kindes: Häste mir jet mötbrat? Antw.: Jo, e Z. Bo-Berkum, Allg.; dou kreis e Z. mat er göllener Upack (Anpacke) Trier-Mehring, -mat em Titchen ebd.; e zockere Nüs'che also adjekt. Aach-Stdt. Zucker-nis -ī:- (Agnes) Koch-Lutzerath n.: spöttisch Zuckerleckerin. Zucker-nückel -yg- Bo-Stdt m.: mit Zucker gefülltes Läppchen als Schnuller für das Kind. Zucker-oheim -ōmə Klev-Niel m.: scherzh. für alten Junggesellen. Zucker-papier n.:
1. P., worauf die Makronenbiskuiste usf. gebacken werden Köln-Stdt. —
2.
a. he hat et Z.papireke erut er hat ein Loch im Strumpf Eup. —
b. Abzählr.: Önke, Prömke, Z., Abel, Dabel, Donnermanier Mörs-Orsoy. Zucker-pate -pat Saarbr, Saarl-Eidenborn, Trier-Mehring m.: der P., der nach der Taufe den Kindern Zuckerzeug zuwirft (s. o. –gote u. Strohpate 2). Z., hat neks em Sack, wie e bessche Schnupptuwak Saarbr-Sulzb. Zucker-pätter Trier-Stdt m.: dass. Zucker-pech Erk, Kemp, Klev (s. S.) n.: Lakritze (s. Wk. V. 5). PfWB Zucker-platz , Zucker-plätzchen (s. S.) Allg. m. (n.): grösseres od. kleineres Z.gebäck zu verschiedenen Anlässen, vornehml. zu Weihnachten u. Neujahr Allg.; zu Mariä Empfängnis (8. XII.) NGeld, Klev-Üdem; met Suckerplass der Feiertag selbst Geld-Schravelen; bei Verkündigung der Braut Geld-Schravelen Winnekendonk; no de Suckerplass op de Brüttströsteng goən Schravelen; beim Totenmahl Ahrw-Westum. RA.: Mot Z.cher bezahlen mit Dankeschön Schleid-Hellenth. Logder (lauter) Z.plätzer eisse gut leben ebd. Te vüəl es te v., on wenn et Z.kəs sind SNfrk; ze vell es kēns got, on wenn et Z.jə sen Eusk. De Erd bäck Z.cher es friert sehr Schleid-Hellenth. Antönche, Kaffeböhnche, Z.kə, Äppeldätzke Spottvers auf Anton o. O. Zucker-plätzchens-kraut (s. S.) May-OMendig, Eif (o. O.) n.: Malve, Käsepappel; so benannt nach den Früchten, die die Kinder gern essen. Zucker-praume f.:
1. -brǫum eine Pflaumensorte Saarl-Ittersd. —
2. -prymkə Kosen. für kleines Kind Nfrk. Zucker-puddel Remschd m.: süsses Mädchen. PfWB ElsWB LothWB Zucker-puppe auch Dimin. (s. S.) Sieg-Fussh, Köln-Deutz f. (n.): verwöhntes, empfindl. Kind. Zucker-quetsche -kwęt Koch-Bertrich, Zell-Pünderich f.: Narrenzwetsche. Zucker-reibe -rī:f f.:
1. wörtlich Heinsb-Karken. —
2. Schimpfw. für einen alten, aber lustigen Mann Düss-Stdt. Zucker-reif -røyf Koch-Lutzerath m.: Rauhreif. PfWB Zucker-ring Erk m.: Ring aus Zucker, Gebäck in dieser Form. Zucker-ringel Neuw-HeimbWeis m.: Gebäck in Ringelform. Zucker-rose -rū:s MülhRh-Hohkeppel, Gummb-Nümbrecht (-:- Dimin.) f.: Rufn. für eine Kuh; dazu Zuckerrös'chensplatz der beste Platz am Tisch (auch der beste Kuhstand im Stalle) Gummb-Nümbrecht.

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PfWB Zucker-rübe (s. S.) Verbr. (meist aber Zucker + Bezeichnung für Runkelrübe) f.:
1. wie nhd. —
2. übertr. verächtl. einer, der anderen nach dem Munde spricht MGladb-Rheind. Zucker-rüben-laub -lōf Geld, Klev n.: das Blattwerk der Zuckerrübe. Zucker-rüben-mühle -mlə Klev-Donsbrüggen, Rees-Elten f.: Mühle zum Zerkleinern der Z.rüben. Zucker-runkeln -oŋk- Mettm. Pl.: -rüben. Zucker-saft -zępkə Nfrk n.: wie nhd. Zucker-schere -ī·ə.r Heinsb-Karken f.: zum Zerkleinern der Z.stücke. Zucker-schliffchen -e- Trier-Damflos, Bitb-N/OStedem OGeckler, Daun-Kerpen n.: Zaunkönig. Zucker-schmiere -mēr Zell-Pünderich f.: Zuckerrübensirup. Zucker-schnur -ūə- Saarbr-Sulzb f.: Schnur um den Zuckerhut. PfWB Zucker-schnüsse (s. S.) f.:
1. Dimin.
a. kosend für Kindermund Saarbr-Sulzb, Daun-Strohn, Westerw, May-Hatzenport. —
b. Kosen. für kleines Kind ebd. u. Remschd. —
2.
a. Naschmaul Saarbr-Sulzb. —
b. Feinschmecker Ottw-Heiligenwald. —
c. Schmollmund Duisb-Meiderich, Oberhsn. Zucker-schöpfe -- May-NMendig f.: weisse Lichtnelke. Zucker-schote (s. S.) Bitb, Sieg-ODollend f.: -erbse 1a. Zucker-schuster -ust- Dür-Stdt m.: scherzh. für den Zuckerbäcker. Zucker-söhnchen -ø- Eusk-Frauenbg n.: Hüllname für den noch ungetauften Säugling. Zucker-stämpfer -tęmpər Kemp-Dülken m.: Mörser zum Zerkleinern der Z.stücke (veralt.). PfWB LothWB Zucker-stange f.:
1. eigentl. Allg. —
2. Eiszapfen Kemp-Dornbusch Zucker-staub -āp Simm-Laub m.: staubiger Abfall beim Zerstampfen des Zuckerhutes. PfWB Zucker-stein(chen) (s. S.) Rhfrk, Saar, Mosfrk, Altk (n. Sieg), Siegld, Waldbr-Eckenhg Eulenbr Heischd Morsb, Gummb-Homburgisch, MülhRh-Overath, Rheinb-Stotzh, Mörs-Kamp m. (n.):
1.
a. Zuckerbonbons in verschiedener Form Allg. —
b. Würfelzucker Prüm-Ihren. —
2. übertr. Neckn. derer von Mayen May-Trimbs. Zucker-stengelchen Köln-Stdt n.: Kosen. für kleines Kind; mi lef Z. Zucker-stockbohnen -būnən Merz-Schwemmling Pl.: Stockbohnenart. Zucker-stössel -ē- Ottw-Dirming m.: -mörser. Zucker-stösser -ē- Kreuzn, Birkf, Simm m.: dass. Zucker-stümpchen -y- Bergh-Elsd n.: Kosen. für kleines Kind. PfWB zucker-süss (s. S.):
1. Adj. wie nhd. Allg. —
2. -z:sχə n. Kosen. für kleines Kind MülhRh. Zucker-teilchen -deləs Nfrk (o. O.) Pl.: Kleingebäck, Konfekt. Zucker-tente -tęnt Kemp-Süchteln f.: eigentl. Zuckerstand auf dem Kirmesplatz, hier nur in der Wend.: Narement en Z.! Ausr. der Verwunderung. Zucker-tier -dī:rĭχən Prüm; -dī·ə.r Sol n.: Kosen. für kleines Kind; auch süsses Mädchen. Zucker-torte -tāt Aach-Stdt f.: T. mit Zuckerguss. PfWB Zucker-tüte , Zucker-tütchen (s. S.) Allg. (auch im Geb. von –bläs'chen) f. (n.): wir nhd. Zucker-vögelchen -fy·j.əl- Köln-Weiss n.: -könig. Zucker-waffeln -əln Wittl-Flussb Pl.: viereckige, süsse W. aus Butter u. Weizenmehl, mit Zimt bestreut. PfWB PfWB Zucker-wasser Allg. n.: wie nhd. PfWB PfWB Zucker-weck Goar-Weiler, Trier m.: süsser W.; W. mit Zuckerguss. RA.: Die Lieb fällt su gut off en Z. wie off en Seidreck (Sau-) Goar-Weiler. — Weiss du uch, wo Biewer (Krs. Trier) leit? B. leit am (im) Grunn; die Jungen stinken wie die Hunn, die Mädercher glänzen wie die Sunn; die M. kriən en Z., die Jungen kriən

[Bd. 9, S. 855]


en Kälwerdreck Trier-Schleidw. Zucker-werk -węrək Monsch-Simmerath n.: -zeug 1. Zucker-wicht -wēχ Köln-Stdt m.: Kosen. Och, ich möch jitz och e Kingche, su en aadig Z., su e mobbelig Z.hüngkche. Zucker-würmchen -y- Saarbr-Gichenb n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-wurzel Düss 1846 f.: wie nhd., Sium sisarum. PfWB Zucker-zange f.:
1. -ta·ŋ. grosse Z. mit scharfen Schneidflächen, mit der man Stücke des Zuckerhutes zerkleinerte (veralt.) Gummb. —
2. -tę·ŋ.əlχən kleine Zange, mit der man den Würfelzucker aus der Zuckerschale nimmt ebd., Verbr. PfWB Zucker-zeug (s. S.) Allg. n.:
1. alles, was aus od. mit Zucker bereitet ist Allg. —
2. Plätzchen zu Weihnachten.
a. in verschiedener Form (Sterne, Scheibchen usf.) Rhfrk, Mosfrk um Bernk. —
b. Spekulatius (s. d.) NBerg. Zucker-zeugform, Zucker-zeugform-förmchen (s. S.) f. (n.): zum Ausstechen bzw. Formen des Z.zeugs 2 a, b, Verbr. wie dort. Zucker-zömer -:- Geilk-Hoensbr m.: einer, der die Worte in die Länge zieht; auch steifer, langsamer Mensch.

Zuckerei -ręj Mörs-Xanten f.: Leckerei, Naschwerk.

Zuckeriär tsokərjr nach frz. sucrière Saarbg f.: Zuckerdose aus Porzellan od. Glas.

PfWB zuckern I -ərə Monsch-Simmerath, Aach-Stdt Adj.: aus Zucker bestehend, süss; e z.ə Pöppche, e z.ə Nüs'che (s. o. bei Zuckernichts).

PfWB zuckern II Verbr. schw.: mit Z. vermischen, bestreuen, bestreichen, Remschd -y-.

ver- zuckern:
1. trans. mit Z. bestreuen, mit Z.guss bestreichen Saarbr-Sulzb, Saarbg-Wellen. —
2. intrans. kristallisieren, von Obstsäften udgl. Merz-Merching.

 

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