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zucken bis zucks (Bd. 9, Sp. 847 bis 848)
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Artikelverweis  PfWB PfWB ElsWB ElsWB LothWB LothWB zucken, zücken das Wort ist zwar allg., aber nach seiner Bed. verschieden gelagert; Lautung Rhfrk, Mosfr -ug-, –og- u. -i-, –e-, Rip, Berg, Nfrk -o- u. -y-, –ø- [die Formen ohne u. mit Umlaut lassen sich kaum scheiden]; n. der Benr.-L. tøkə(n), –y- [stets mit Umlaut (dies bereits eingehend bei tücken behandelt, s. d.); wo dort ts-, stammt das Wort aus dem Nhd.] schw.:
1.
a. wie nhd., zucken, zurück-, zusammenz., zittern Rhfrk, Mosfrk, Rip hier u. da; die Kuh hot gezickt mit den Beinen gezuckt, als sie verendete Meis-Raumb; du hascht met de Aue (Augen) gez. gezwinkert Saarbr, Ottw-Illing, Wittl-Reil, Aach-Kohlschd; der hat et Zecke en de Glierer das Z. in den Gliedern Ottw-Gennw; se han em's Ben abgeholl un er hat nit gezickt Saarl-Berus, Allg.; met de Schellern (Schultern) z. Allg.; mat Röcken an Z. mit Rucken u. Z. Saarbg-Wellen; zesammez. vor Schreck Allg.; die Kuh zeckt beim Melken, sie ist kitzelig Trier; en hot beim Schēssen gezöckt gemuckt Trier-Stdt; der schwärende Finger zuckt (zeckt) Saar, Bitb; gein Aug töcken Sol. —
b. ungeschickt mit der Nadel hantieren Simm-Laub, Siegld-Kromb, Gummb (t-), Ess (t-).
c. zupfen, zurechtzupfen; der Flas (Flachs) wiərd gezockt ehe er auf den Rocken kommt Siegld; Heu zöcken nach dem Mähen zurechtlegen zum Trocknen Malm-Möderschd. —
d. wanken Köln-Stdt. —
e. sich rühren Goar-NGondershsn. —
2.
a. säumen, zaudern, zögern, innehalten, pausen,

[Bd. 9, S. 848]


sich ausruhen Saarbr-Völkl, Goar-Braunshorn Stdt, Bitb-Wiersd, Sieg-Ittenb, uWupp 1870, Gummb-Schwarzenbergisch, Wippf-Ahe Dohrgaul, NBerg (t-); s. weiter bei tücken; den z. nach e böss'che ruht noch etwas Prüm-Mürlenb; der Regen zückt (töckt) es hört auf zu regnen NBerg; de Hohnder zocken haben mit Eierlegen aufgehört Sieg-Ittenb; zöck lass nach, hör auf Neuw-Waldbreitb. —
b. tøkə trans. zurückhalten, besänftigen Heinsb-Karken, Kemp-Süchteln; ech han em mote t.; auch et Water t. stauen Heinsb-Karken.

auf- zucken, auf- zücken: -ø-, bei plötzl., stechendem Schmerz a. MüEif.ent -zucken, ent -zücken: nach dem Nhd. Trier-Stdt u. auch sonst hier u. da.ver -zucken, ver -zücken:
1.
a. durch Schreck erstarren Koch-Laub, Neuw-Datzeroth; de kuckt dron, ma mänt, e wär verzeckt Koch-Laub. —
b. bətsekt in Ekstase; de steht elo wie e b. Af Bitb-Dudeld. —
c. -tsøgən einen im Spiel, beim Wurf od. Sprung stören Trier-Stdt. —
d. gierig, begehrend; verzeckt guke Siegld-Deuz. —
e. in nhd. Bed. hier u. da. —
2. warten uWupp 1870; verzöck noch e klen Fitzchen!

Zuck, Zück m.:
1. wie nhd. Eusk-Lechenich (-u-) u. hier u. da. —
2.
a. -o-, Pl. -e-, Eisenkette, die aus einem zieml. grossen Ring, einigen Gliedern u. einem Haken besteht, zum Befestigen des Sillscheits Merz-Hargarten. —
b. -ø-, Ruder zum Fortbewegen eines Kahnes Mosfrk 1808 (o. O.).

An- zuck, An- zück: untsok (m.) Anlauf beim Spiel Saarbg-Wellen.Ge -zuck, Ge -zück: -e-, –i- (n.) Stück Kette, das beim Vorspann benutzt wird Bitb-Betting NWeis.

Zuck-ball -balχəs Kreuzn-Langenlonsh: ein Ballsp.; ein Kind tut, als ob es einem anderen den Ball zuwerfen wolle; dieses darf nicht zucken, muss aber doch den geworfenen Ball auffangen können; wer das kann, wird König. Zuck-holz tsok- Kobl-Winning n.: der Schwimmer beim Angeln. Zuck-männchen -u- Saarbr-Neudorf n.: das Zittern in den Gliedern. Zuck-sel tsøk- Sol n.: persönl. Nachzügler. Zuck-tisch ǫustsokde Merz m.: Ausziehtisch.

zückeln schw.:
1. -e-, zucken Siegld-Siegen. —
2.
a. -ø-, langsam schlendern, arbeiten uWupp 1870, Kref; hēm zöckele nach Hause schlendern uWupp; -øgələn zaghaft sein, zaudern, zögern Trier-Stdt; hei därf nöt lang gezöggelt gen.
b. fehlerhaft stricken Sieg-Süchterschd; vgl. zucken lb.

zückelig -ø- uWupp 1870 Adj.: zögernd; die Uhr ging su z.

zuckern toukərən Rees-Ringenbg schw.: mit der Nadel ungeschickt hantieren; du t.st wat bejeen; vgl. zucken lb.

Zückert tsik- Trier-Mandern Pl.: Augenwimpern.

An- zückert: untsekər(t) junges Vieh, Pferd zum Anlernen; auch junger Mensch, der eben erst zu lernen beginnt Saarbg, Trier, Bitb.

Ge-zücker -ø- n.: Teil an der Zugvorrichtung des Wagens Bitb-Dahlem.

zückig -e- Neuw-Datzeroth Adj.: zum Zucken, Erschrecken geneigt.

zucks -oks Merz, Saarbg, Trier [OEmmel -ugs], Bernk-Wintrich Adv.: sofort, auf der Stelle, augenblicklich;

[Bd. 9, S. 849]


jetz breng mer z.s e Mässer! Trier-OEmmel; geh z.s häm! Bernk-Wintrich; əntsok(s) Trier-OFell, Bitb-Biesd NWeis; eich mos mer e. Tubak käfen gon NWeis; :nətsoks Trier-Filsch; øm tsok Bitb-Roth.

 

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