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Zubbel I bis Zübbeler (Bd. 9, Sp. 843 bis 844)
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Artikelverweis Zubbel I das Wort, mit Zibbel, Zöbbel, Zoppel u. auch Zubbel II (f.) zu vergl., ist im wesentl. Rip, Berg, SNfrk verbr., u. zwar -ub-, –ob-, mittl. Sieg -uw-, Pl. -ələ(n), –əln m.:
1.
a. Lumpen, Fetzen, Schrupptuch, verächtl. zerrissene Kleider Altk, Sieg-Herchen Schladern Seelschd Strombg Wahlschd, Waldbr, Gummb-Homburgisch, Ahrw-Königsf, Bo-Dransd, Köln, MülhRh, Dür-Winden, Erk. —
b. -uw- Kopfpolster zum Tragen von Lasten Waldbr-Öttershg. —
c. verwirrtes Haar Grevbr-Zons; verwirrtes Garn Trier-Mehring. —
2. übertr.
a. sachl. scherzh. Zunge, gern Dimin. Dür-Frauwüllesh, Aach-Verlautenheide. RA.: Dem schleht der Z. dubbel er überstürzt sich beim Sprechen Verlautenheide. —
b. persönl. verächtl.
α. unordentl., zerlumpt gekleidete Person, vor allem weibl. Geschlechts Ahrw-OWinter Remag, Bo-Walberbg, Eusk-Gymnich, Köln-Frechen, Sieg-Lülsd, Aach-Eschw, Waldbr-Hurst, Gummb-Homburgisch; schmutziger Junge Düss, Ess; hässliche Person Düss-Stdt; du dreckelig Z. Schimpfw. Köln-Frechen. —
β. Zimperliese Sieg-Süchterschd, Heinsb-Schalbr. —
γ. gutmütiger, harmloser, etwas einfältiger Mensch, ene gode (goue) Z. Köln-Stdt, MülhRh, Aach, Jül, Eup-Herbesth, Geilk, Heinsb, Erk, Kemp, Kref, Düss-Stdt, Geld; banger, ängstlicher Mensch Aach, Erk-Elmpt; gedankenloser Mensch Kref-Stdt, Kemp. —
δ. Langschläfer Kemp-Born.

Ge-zubbel n.:
1. die Gesamtheit der Z. 1 a, bes. lose herabhängende Fetzen Gummb-Berghsn. —
2. = Zubbelei 1 (s. u.) ebd.

PfWB Zubbel-baias -ob- Kreuzn-Stdt (abseits) 1892 m.: Bed. nicht mehr festzustellen. Zubbel-jost -joəst Waldbr-Eckenhg m.: Mensch mit wirrem Haar. Zubbel-jusch Bergh-Blatzh f.: schlampig gekleidete Frau. Zubbel-kopf -o- Zell-Löffelschd; -u- Gummb-Derschlag Hesselb m.: Kopf mit wirrem Haar. Zubbel-matant tsubəlts- u. tsøbəlts- Köln-Stdt f.: Schlampe. Zubbel-tier tsubəlts- (s. auch bei Zöbbel) Eusk-Zülp, Jül-Gevelsd Hasselsw Tetz, Heinsb, Erk-Kayenbg Körrenz n.:
1. Schreckgespenst, Kinderschreck Allg. —
2. dat es e Z. Mensch, dem die Kleider zu gross sind Erckeyenbg.

Zubbelei f.:
1. -ub- lästiges Verwirren des Haares udgl. Gummb-Berghsn. —
2. -ob- langsames Gehen u. Arbeiten MGladb-Rheind.

zubbelig -ub- Verbr. s. u. Adj.:
1.
a. zerlumpt, zerrissen, zerfetzt, von Kleidern u. von Menschen, die solche anhaben Altk-Horhsn, Sieg-Eudenb Fussh, Köln-Stdt, Dür-Winden, Aach-Eschw, Gummb-Berghsn, Düss-Stdt (-y-), Mettm-Wülfr. —
b.
α. schlaff herunterhängend Gummb-Marienbg. —
β. verwelkt Sieg-Fussh. —
2. verwirrt, durcheinander, von Haar u. Bart, doch auch von Stroh, Garn udgl. Altk-Bachenbg Mehren, Sieg-Schladern, Waldbr-Eckenhg, Gummb.

[Bd. 9, S. 844]


PfWB LothWB zubbeln lautend wie Zubbel; Verbr. s. u. schw.:
1.
a. zupfen, zerren Meis-Merxh, Simm-Argenth, Saarbr, Wend-Baumholder Dörrenb, Saarl-Gresaub, Trier-Mertesd, Kobl-Kaltenengers, Neuw-Asb Dierd Rodenb, Ahrw-Bodend, Sieg-Ägid Bellinghsn, Köln-Stdt, Eusk-Enzen, Jül-Ameln, Sol-Pattschd, uWupp um 1870; he z.tə mich am Rock un saht mer jet ent Uhr Neuw-Asb, Allg.; de Hongk z. an de Ling zerrt an der Leine Rip; jet erusz.ə Köln-Stdt, Allg.; zesammez.ə schlecht stopfen od. nähen Sieg-ODollend. — An den Zitzen zupfend saugen, von Tieren, aber auch vom Säugling; nachmelken Siegld. —
b. refl. sich z., sich mausern, von den Hühnern Köln-Pulh. —
2. intrans.
a. unordentl., zerfetzt hervorhangen Köln-Stdt; lose flatternd hängen Waldbr-Dickhsn, Gummb-Berghsn; dem zubbelt der Rock er ist ihm zu gross Bergh-Blatzh. —
b. unordentl. in der Kleidung sein Neuss-Stdt, Wippf-UBrochhg. —
c. langsam gehen, fahren, schlendern Köln-Frechen Stdt, Erk-Richelr, Kemp-SHubert; de kömmt erangezubbelt Kemp-SHubert; de Wage z. fährt langsam Erk-Richelr; gedankenlos gehen Kref-Stdt; zögern, zaudern Kemp. —
d. mit kleinen Schritten trippelnd gehen Kemp. —
e. beim Stricken, Nähen ungeschickt mit der Nadel hantieren Altk-Dünebusch (-uw-), MülhRh-Ensen, Sol-Steinbüchel. —
f. mit den Händen im Wasser plantschen (etwas obenhin spülen) MülhRh-Ensen Overath, Waldbr, Gummb, Wippf-Dohrgaul (-ob-), Wermelsk, Lennep-Radevormwald; im Schmutz, Schlamm wühlen Gummb-Dieringhsn; dürch den dicksten Matsch zobbeln den dicksten Schmutz laufen Gummb-Berghsn. —
g. -ub-
α. fein regnen, nieseln abseits Rees-Brünen Ringenbg. —
β. eine Flüssigkeit zubbelt, tropft langsam aus Daun-Neroth. —
γ. beim Melken sich ungeschickt anstellen ebd. —
δ. triefen Aach-Stdt.

ab- zubbeln: abzupfen Köln-Stdt; -ow- herunterzerren, etwa einen Ast Saarbr-Güding.an -zubbeln: sich a., sich unordentl., lässig kleiden Grevbr; wie sich dat (Mädchen) angezubbelt hät!auf -zubbeln: Heu opzobbele auflockern Rheinb-Wald.ver -zubbeln: etwas v.
1. verwirren, durcheinanderbringen, etwa Garn Gummb, Wippf. —
2. abreissen, verschleissen, besonders Kleider Schleid-Lückerath, Dür-Vettweiss.

Zübbeler -yb- Gummb m.: nachlässiger Arbeiter; verkommener Mensch; einer, dem alle Arbeit aufgehalst wird; nen armen Z.

 

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