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Zottelsack bis Zottisen (Bd. 9, Sp. 834 bis 835)
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Artikelverweis  Zottel-sack Saarbr-Sulzb m.: -krämer. Zottel-volk Saarl-Berus n.: Lumpenpack; et is Z., die kennen kän Gott un kän Gebott.

Zotteler -ǫd- Merz-Haustdt m.: = Zottelklee 2 (s. o.).

PfWB ElsWB zottelig -ǫd-, –ǫt- Saar, WMosfrk, Neuw-Kurtschd [-ǫr- Ottw-Landsw Sotzw; -ad- Saarbg-Hamm]; abseits tstəliχ Duisb (s. u.) Adj.:
1. wirr, struppig, von Haar u. Bart Saarbg, Ottw-Landsw, Merz-Bessing Merching, Saarbg-Hamm, Bitb-Neuerbg, Wittl; er hot en zorreliche Bart Allg.; en z.ən Bär ein Zottelbär Merz-Merching; auch verwirrt von Garn, Wolle udgl. Saarl-Hüttersd, Trier-Braunshsn. —
2.
a. unordentlich, abgerissen, liederlich, verkommen, vom Äussern, aber auch in bezug auf die Moral Allg.; wie bischt du so z. angezoh Saar, Allg. —
b. z. strēken fehlerhaft stricken Prüm-Stdt. —
c. wild, ausgelassen; e z. Kand (Kind) Trier-Olewig. —
3. -- steif, langsam; en stiwer un z.ər Mensch Duisb.

[Bd. 9, S. 835]


PfWB ElsWB LothWB zotteln lautend wie Zottel schw.:
1. sich bei jeder Kleinigkeit aufhalten, zaudern, zögern, hinterherschlendern, langsam sein bei seinen Handlungen Saarbr, Duisb-Stdt; z. doch net so lang erom Saar. —
2. zerren; die Tischdecke eronnerz. Prüm.

an- zotteln:
1. anzetteln; en dreissigjährigen Kreig a. einen langanhaltenden Zwist Saarl-Roden. —
2. angezottelt komme langsam, schlendernd herankommen Neuw-Datzeroth. ver -zotteln:
1.
a. etwas verwirren, in Unordnung bringen, durcheinanderwerfen Saarbr, Saarbg-Wellen, Trier-Olk; verz. doch die Zeidung net so! Saarbr-Sulzb, Allg.; verzottelt mit wirrem Haar Köln-Stdt (abseits). —
b. die Kleidung v., sorglos abnutzen Kobl-Stdt. —
c. verzottelt verkommen, elend Simm-Kastellaun. —
d. verzottelt in Zwischenräumen, nach u. nach Saarbr-Stdt. —
2. etwas durch Unachtsamkeit, Leichtsinn, Mutwillen vergeuden, verlieren, verschwenden, verschlampen Rhfrk, Mosfrk einschl. Neuw; dou bəzoddelscht et Bescht du schälst die Kartoffeln zu dick u. vergeudest das Beste Merz-Saarhölzb; er hot alles verzollt sein Vermögen vergeudet Birkf; die Nolebichs (Nadelbüchse) is kä Spielzeig, dou host mer schun genug Nole verzoddelt Simm-Laub.

zotterig -ǫt- Malm-Neiding Adj.: dick, geronnen, z. B. von der Milch; vgl. aber zäuterig bei Zäut.

zottern vereinz. Sol-Stdt schw.: etwas ungeschickt tun, unentschlossen sein, mit der Arbeit nicht vorankommen.

zottig vereinz. Düss-Stdt Adj.: dickflüssig; vgl. o. zotterig.
 
Artikelverweis 
zotten -ǫ- Dinsl-Aldenr Sterkr, Mörs-Eversael schw.: vor Zorn weinen.

Zotter, Zötter I -ot-, –øt- = Gesichtsausschlag s. Zitter II; Zötter II = Zisterne (s. d.).

zottieren s. sortieren; Zottisen = Grobheiten s. Sottisen u. Zortissen.

 

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