Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Zopp II bis zoppen II (Bd. 9, Sp. 827 bis 830)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Zopp II s. folg.
 
Artikelverweis 
Zoppe das Wort, zu nordfrz. (wallon.) soppe, mndl. soppe, ndl. sop (vgl. Suppe) gehörig, ist in verschiedenen Bed. Mosfrk beschränkt, Rip, Berg, Nfrk allg. verbr., u. zwar tsap Saarbg-Ayl Söst Wellen, Trier-Fell; tsǫp Bitb-Speicher Stdt (sǫpən); Prüm-Oos; Rip, Nfrk tsǫp, Berg tsǫpə f.:
1. Speisen.
a. Tunke, Sauce für Pellkartoffeln udgl. Saarbg (s. o.), Trier-Fell. —
b. das Eingetunkte, in Milch, Suppe eingetauchtes, aufgeweichtes Brot (Weissbrot) Saarbg-Wellen, Eusk-Weiler, Dür-Winden, Aach-Stdt (auch geröstete Brotschnitte) Bergh-Blatzh, Elbf (tspkən). Jül-Inden (tspχərə Pl.).
c. jede breiartige Speise, Mus, dicke Suppe, sowohl Milch- als auch Gemüsesuppe, als Frühstück u. zu Mittag; Eintopfgericht aus Gemüse u. Kartoffeln; Zöppche Kinderbrei Allg. RA.: Et is so kalt, dat enem de Z.ə im Live kalt würd Waldbr-Wildbergerhütte. —
d. speziell Mittagessen Daun-Neroth (tsǫp

[Bd. 9, S. 828]


u. -a-), Bitb-Speicher, Prüm-Oos, Malm-Bülling, Eup. —
e. Obstmus Remschd, Elbf. —
f. Futterbrei, –brühe für die Schweine Mörs-Binsh. —
2.
a. breiiger Schmutz, Dreck, Schlamm, Wasserpfütze Bitb-Stdt (s. o.), Köln-Frechen, Waldbr-Bladersb Wildberg, Gummb-Kotthsn Marienheide, Wermelsk, Remschd, Wuppert-Elbf Vohwinkel, Düss-Unterb, Mettm-Langenbg; als FlN in Aach-Alsd, Düss-Erkr. —
b. Seifenlauge Kref-Stdt, Klev-Kalkar Stdt (s-).
3. tspkən = Küchenmesser s. u. Zoppen-messer.

Zoppen-bart m.:
1. einer mit ungepflegtem B., in dessen B. noch Speisereste hängen Remschd. —
2. einer, der die Worte in die Länge zieht Barm. Zoppen-gemüse -mȳ·ø.s Remschd n.: Durcheinandergekochtes. Zoppen-kessel -ęt- Gummb-Berghsn m.: Kochtopf für die Zoppe. Zoppen-korb Bergh-Hüchelhv Kirchherten m.: K., in welchem früher Brotreste für die Zoppe gesammelt wurden. Zoppen-kraut Trier-Waldrach n.: Gemüse für die Zoppe. Zoppen-kump -o- Gummb-Berghsn m.: Tischschüssel für die Zoppe. Zoppen-land Wuppert n.: Neckn. für Wuppert-Dönbg. Zoppen-lecker Sieg-Fussh m.: verächtl. Heuchler, Anträger. Zoppen-loch -lǫk Remschd n.: verächtl. Dummkopf. Zoppen-löffel -lępəl NBerg m.: Suppenlöffel. Zoppen-messer (s. S.) NBerg, Mörs-Rheinbg n.: Küchenmesser, M., das man zur Bereitung der Zoppe gebraucht; auch einfach tspkən Sol Remschd, Wuppert. RA.: Ich hau dich, dat du drei Dag Z.ər dritts (scheisst) Sol. Zoppen-pott Gummb, uWupp, NBerg m.: eiserner Kessel, in dem die Zoppe gekocht wird. zoppen-voll Ahrw-Fronr Adj.: ganz gefüllt; dat Hückes (Honigraum im Bienenkorb) os z. Hunnig ebd.

zoppen das Zeitw. ist in der Bed. 1 WMosfrk von Saarl bis Prüm bezeugt (südlichste Belege Saarl-Berus Ernsd, Merz-Weisk), OMosfrk nur in Neuw; Rip, Berg, Nfrk allg., u. zwar Mosfrk tsǫbə(n), –pə(n) [Saarbg, Wittl-Meerf, Daun-Tettschd tsapə(n)], im übrigen Geb. -ǫp-, Klev sǫp-; in der Bed. 2 ist das Wort nur Neuw-Rengsd, Rip, SNfrk in Jül-Hasselsw Kirchbg, Rheydt-Odenk, NBerg in Wippf, Sol, Lennep verbr. (s. u.) schw.:
1.
a. eintauchen, –tunken; ech z. et Brut en de Melch Daun-Tettschd, Allg.; heə muss de Brucktkoschden (Brotkrusten) z.ən damit er sie beissen kann Bitb-Rittersd, Allg.; den trockenen Rechen int Wasser z.ən, damit die Zähne nicht ausfallen Saarl-Berus; Futter soppen nass machen Klev; den eiternden Finger soppen, mit Kamillentee bähen Mörs-Neuk; Kleider eben anfeuchten Wittl-Meerf; en zoppt sech met em Kopp ent Wasser, damit er wieder nüchtern wird Prüm-Hallschlag; Hohnder (Hühner), de klucke welle, mosse gezoppt weəde Dür, Grevbr-Dormag; die Katz en de Bach z.ən Wippf-Reudenb. —
b. Sonderbed.
α. mit dem Hebenetz fischen Aach-Eschw. —
β. Metallteile vergolden Dür-Stdt. —
γ. blau färben, Tätigkeit des Blaufärbers Gummb, uWupp. —
δ. die Krugböden in breiigen Ton tauchen, damit sie nicht rissig werden, in der Spr. der Töpfer Dür-Langerwehe. —
ε. tspə matschen MülhRh-Overath. — RA.: Nass wie en gezoppte Katz Aach-Stdt. Die lossen ken opkommen,

[Bd. 9, S. 829]


den net an (in) hiren Dofsten (Taufstein) gezoppt as Bitb-Dudeld. —
2. übertr. schlagen, hauen, prügeln, ohrfeigen; meist in der Wend.: se (es) gezopp(t) krigen Hiebe bekommen; du kris se g. Verbr. s. o.; ech zopp dech glich e paar Jül-Tetz; ich zopp er dich en du bekommst eine Ohrfeige Erk-Körrenz; se enem z.ə Eusk-Dirmerzh Weiler; do hammer se dem gezopp Monsch.

ab- zoppen:
1. etwas a.
a. durch Eintauchen von Schmutz reinigen; de Murre (Möhren) en Wasser a. Sieg-Ägid. —
b. bähen; der Fenger a. Mörs-Neuk. —
2. verprügeln Trier-Riol, Wittl,-Piesport Rheinb-Meckenh Odend, Bo-Godesbg Ramersd, Malm-Rocherath; dem han ech se ävver afgezopp Bo-Godesbg. auf -zoppen: auftunken; de Melch ēs met en Bröckche opz. Sieg-Rhöndrf.aus -zoppen: austunken, etwa Kaffee aus der Tasse mit einem Stück Brot; de Besem en de Bach usz. ausschlenkern, reinigen. RA.: Der Kaffee ist so stark, de kammer mem Hosebängel (Strumpfband) uszoppe Siebengeb., Bergh-Blatzh, Dür.ein -zoppen: eintauchen, –tunken Allg.über -zoppen: einem ein üverz. Hiebe geben Köln-Stdt.unter -zoppen: etwas u., untertauchen Bitb-Betting.ver -zoppen: einen v., durchprügeln May-Kempenich.

Zopp das Wort tsǫp ist eine postverbale Bildung nach dem Zeitw. zoppen; Verbr. Bo, Bergh-Kirchherten, Aach, Geilk-Düren, Heinsb, Erk, Grevbr-Garzw, uWupp m. (uWupp 1870 auch n., vgl. mndl. sop n.):
1. Frühstück, bes. das aufs Feld hinausgetragene Allg. —
2. Mus, Brei uWupp 1870.

Zopp-äpfel Dür Pl.: Pellkartoffeln. Zopp-holz Kreuzn-Bingerbrück, Goar-Alken, Kobl n.: der Schwimmer an der Angelrute (s. jedoch auch Toppangel bei Topp VI). Zopp-löffel (s. S.) uWupp, Wuppert-Kronenbg m.: L. zum Anrühren u. Ausschöpfen der Zoppe. zopp-nass Bitb-Wiersd Adj.: ganz durchnässt. Zopp-pott Dinsl-Möllen Spellen Stdt Vörde m.: Kessel, in dem das Viehfutter gekocht wird. Zopp-seele -si·ə.l MGladb, Kemp-Süchteln f.: Schlenderer, langsam, träge Handelnder; du bes en richtige Z. zopp-seelen ebd. schw.: schlendern, langsam handeln. Zopp-solmes sǫpsǫləməs Erk-Elmpt m.: -seele.

Zoppel-grün sǫpləγrȳntjə Pl.: Birnensorte, Schneidebirnen.

Zöpper -- m.:
1. Leinen-, Blaufärber Gummb-Homburgisch (veralt.). —
2.
a. waageähnl. Gerät über dem Herd, woran an einem Draht ein Stück Speck hing, das von Zeit zu Zeit zur Erzeugung von Fettaugen in die kochende Suppe herabgelassen wurde Eup (veralt.). —
b. Feldkessel Sieg-ODollend.

Zoppert -pət MGladb-Rheind m.: sehr dickes Getränk (Kaffee, Tee, Kakao).

Zoppes tsǫpəs um Bitb m.: Zwiebeltunke für Kartoffeln.

zoppig tsǫpiχ, –peχ uWupp, NBerg, Erk-Vossem, Klev (NBerg z. T. vermischt mit tsapiχ, s. bei Saft) Adj.: dickflüssig, von Speisen, Schmutz udgl.

Ge-zopps -tsǫps b.:
1. das fortwährend sich wiederholende Eintunken Bitb-Rittersd. —
2. Eingebrocktes, namentl. süsser Branntwein mit eingebrocktem

[Bd. 9, S. 830]


Pfefferkuchen, bei Kindtaufen genossen Rip (o. O.), Grevbr.

zoppen I = zupfen s. Zopp I; zoppen II = tunken, prügeln s. Zoppe.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: