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Zopp I bis Zopp II (Bd. 9, Sp. 826 bis 827)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Zopp I das Wort, das in verschiedenen Bed. allg. ist, ist z. T. schon bei Topp VI behandelt (s. d.); die Lautung tsǫp, Pl. --, WEif tsap, Pl. -ę- geht z. T. über die Benr.-L. hinaus, u. zwar Gummb-Schwarzenbergisch, Wermelsk, Düss-Erkr Stdt, Duisb-Mündelh Serm, Mettm (z. T.), Heinsb-Lümb Süsterseel, Grevbr-Wickr, Rheydt-Giesenk, Kref-Stdt, Geld-Stdt, Emmerich; sonst n. der Benr.-L. tǫp, Pl. tp, Dimin. tpkə; südl. Pl. tsp, tspχə(n) (s. die Angaben bei den einzelnen Bed.) m.:
1. Haarzopf.
a. wie nhd. der Z. der Mädchen u. Frauen; dies stets in nhd. Lautung, also aus dem Nhd. übernommen; rein mdl. Flechte (s. d.). RA.: Et gäht wie en Zapp sehr schnell Bitb-NWeis. Ich kenn dich am Zöppke du machst mir nichts weis, ich habe dich durchschaut Düss-Stdt. Ömmes mom (beim) Z. krige einen zurechtweisen Monsch-Witzerath, Jül-Tetz. De kret och jedesmol op de Z. gehaue wenn ein vorlauter Mensch oft abgetrumpft wird Siebengeb. Dat es en aulen (alter) Z. eine alte Sache Wermelsk. Ek lot ken kort Z.kə met mech spöle (spielen) ich lass mich nicht zum Narren halten Geld-Stdt. Doran kann mer kenen Z. un Zal (s. Zagel) dran fengen (finden) keinen Anfang u. kein Ende Waldbr-Eckenhg. —
b. die in die Stirn hängenden Haare, bes. beim Pferd, aber auch beim Menschen Saarbr-GrRosseln, Merz-Bachem Rech, Trier-Conz Karthaus Newel, Daun-Lissing, Bergh (-- Sg. u. Pl. Glesch), Dür-Geich (--), Sol-Pattschd, Jül-Röding (--), Heinsb-Lümb Süsterseel, Grevbr-Wickr; in Erk, Kemp, Kref, Rheydt-Giesenk (--), Grevbr-Beckr, Mörs, Klev (ts- Niel), Rees, Dinsl-Walsum, Ess-Altend Werden, Mettm (ts- Flandersb) tǫp, Pl. tp.
2.
a. tsp Pl. die beiden baumelnden Gebilde am Halse der Ziege Rheydt-Giesenk. —
b. Pflanzen.
α. Mistel Waldbr-Bergerhf. —
β. tsǫpən Pl. deutsche Waldrebe, Clematis vitalba Neuw-Altenbg. —
c. Pflanzenteile.
α. Baumwipfel; tsǫp MülhRh-BGladb, uWupp, Sol-Pattschd, Gummb-Schwarzenbergisch; tǫp Wuppert-Ronsd (s. weiter bei Topp VI). —
β. der abgeschlagene Blätterschopf der Runkel- u. Zuckerrübe, meist Pl. tsp(ə) Altk-Weiershg, Gummb-Homburgisch, Wippf-Biesf Olpe (s. bei Topp VI). —
γ. tǫp Zweig voller Kirschen Ess-Kupferdreh. —
d. Dimin. tsępχə gehechelter Flachs Simm-Ebschd. —
e. tsęp Pl. die einzelnen Borstenbündel der Bürste Simm-Laub. —
f. tsap, Pl. -ę- eine Handvoll Weiden zum Binden der Weinstöcke Wittl-Piesport.

[Bd. 9, S. 827]



g. zopfartiger Gebildweck zu Neujahr Saarl-Wadgass.

Zopp-kuchen Wend, Ottw m.: K. in Zopfform. Zopp-schnäuzer -nytsə(r) Rheinb-Palmersh m.: Schimpfw.

Zoppel -ǫ- m.:
1. Stirnhaare Ahrw-Lantershf. —
2. Fetzen, abgestossene Fäden an einem abgetragenen Kleidungsstück, schäbiges Kleidungsstück Prüm-Ihren. —
3. die Zipfel, Eckzipfel an den Wäscheteilen Gummb-Homburgisch (veralt.).

PfWB LothWB zoppeln tsǫbələ Wend-Dörrenb schw.: leicht zupfen.

ab- zoppeln: etwas a., abzupfen Trier-Mettnich, Wittl-Rivenich.mit -zoppeln: -sǫbələ einen verleiten mitzugehen Bernk-Neumag.ver -zoppeln:
1. -tsǫpəlt Part. nicht dicht beisammen, zerstreut Saarbr. —
2. -tspələ hin u. wieder verlieren Sieg-Ägid.

PfWB ElsWB LothWB zoppen -ǫpə(n), –ǫb- schw.:
1.
a. zupfen, im allg. Sinne Nahe, Merz-Losh, Kobl, Koch; der Lehrer hot en emol örntlich (am Ohr) gezoppt Kobl-Vallendar; borim häsde mech su deck (oft) am Rock gezoppt? Koch-Hambuch; Wolle u. Watte tsępə (zöppen) auszupfen Koch-Leienkaul. RA.: Et soll jeder sei eige Nas z.ə vor seiner eigenen Tür kehren Birkf-Oberst, Kobl, Koch. Wer durch Nohfelle kimmt ohne gezoppt, un durch Wolferschweller ohne gefoppt, un durch Hirstein ohne gekloppt, der kann vom Glick san Nahe. Im Rätsel vom Flachs: Me roppt mich, me zoppt mich, me helt (holt) mich un de Hor Merz-Losh. —
b. etwas zobbe loszerren Wend-Weierb. —
2.
a. einem im Spiel alle Klicker abgewinnen Bitb-Beiling; me hon dich heit gezoppt.
b. de Mond nommen zoppen den Mund nur spitzen, zum zaghaften Trinken Wittl-OKail. —
c. tspən gegenseitig eine Rechnung ausgleichen, gleich auf gleich herausgeben Gummb-Homburgisch. —
d. rimzobbe umherlaufen Goar-Weiler.

ab- zoppen: etwas a., abpflücken, etwa Beeren MülhRh-Neuenhsn.aus -zoppen: etwas a., etwa Reiser von den Bäumen MülhRh-BGladb. PfWB ElsWB ver -zoppen:
1. verzoppt Hor verwirrtes Haar Birkf. —
2. -tsǫpt nicht dicht beisammen, zerstreut Saarbr.

Zopp II s. folg.

 

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