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zoll bis zommeln (Bd. 9, Sp. 824 bis 825)
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Artikelverweis zoll: im Heidelbeerlied: Zicke, z., zoll, ech han min Döbbche voll usf. Siegld-Vormwald; zōl, z., z., mir han vōl usf. Freudenbg; zoll, z., zeiren, mir kommen aus den Weiren, mir kommen aus dem Howerhahn un han de Wälwern all verlan Altk-Herdrf.

[Bd. 9, S. 825]


Zöll = gutmütiger Mensch s. Süll III u. Züll.
 
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zollen I tso·l.ə vereinz. Schleid-Hellenth schw.: trotten, zotteln; he zollt derneəve. — Dazu eranz. trans. herbeirufen, –trommeln; Löck (Leute) eranzolle ebd.; ene motzolle einen mitgehen heissen ebd. — Vgl. zotteln bei Zotte II.
 
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zollen II -ǫ- Neuw-Stdt schw.: sprechen, reden; wir han lang gezollt uns noch lange unterhalten.
 
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zollen III -ǫ- schw.: nur mit dem Präfix ver zollen: etwas leichtsinnig verlieren, verlegen, verschlampen, verschwenden Birkf-Zaubach, Goar-Gondershsn, Bernk-Neumag Wehlen, Zell-Briedel; de hot sei sche (schönes) Vermegen verzollt Neumag.

zöllen s. zählen.
 
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Zölmes tsølməs Heinsb-Karken Kirchhv m.: einfältiger Mensch.

Zolp = Pfütze s. Zulpe, Zülpe; Zolper = Salzlake s. Solper; dazu die dort fehlende Abl. solperig tsuəpəreχ »schlammig« Eup-Stdt.

zölvern -ø- = in den Speisen manschen s. zülbern.

Zommel -ǫ- (Altk-Hellert »schlampiges Frauenzimmer«), -ō- (Eup-Raeren »Lumpen«) f. = Zammel (s. d., diese Lautung fehlt dort); zommeln -ǫ- Kemp-Stdt, Neuss-Stdt = plaudern, langsam gehen s. zammeln bei Zammel (diese Lautung fehlt dort).

 

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