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zölen bis Zöllner (Bd. 9, Sp. 823 bis 824)
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Artikelverweis zölen das vielleicht < zögeln (zu ziehen) entstandene Wort ist vereinz. rip. bezeugt, u. zwar ts:lə Sieg-Rhöndrf, Köln-Stdt; -:- uWupp 1870 u. Waldbr-Wildbg (s. u.) schw.:
1. zögern, zaudern, langsam gehen Allg. —
2. wenig leisten Waldbr-Wildbg (nur in dieser Bed.).

zölig MülhRh-Ensen Adv.: de kallt esu z. zieht die Worte in die Länge.

Zöl-hannes ebd. m.: einer, der die Worte zieht. Zöl-matant Köln-Stdt f.: langsames Frauenzimmer.
 
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Zöles ts:ləs Eusk, Aach, Kemp m.: ene gode Z. ein gutmütiger Mensch.
 
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Zölestinus: männl. Rufn.; angebl. hierher die Kurzf. tsi·l.əs Neuw-Steinhardt; sonst gehört sie zu Zyriakus bzw. Korzilius.
 
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Zolg tsǫlχ Altk m.: verwöhnter Mensch; hierzu ist jedoch die Gruppe zalgen zu vergl. Wohl kaum zu mhd. Lexer zolch »Klotz«.

Zölg-bruder ts·l.ĭχ- (s. S.) Sieg-ODollend m.: einer, der alles verzögert; vgl. unter zalgen.
 
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Zolk tsolək Bernk-Neumag m.: eine Abteilung von Äckern zwischen zwei Wegen. — Das Wort gehört zu lat. sulcus »Furche, Einschnitt«.
 
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PfWB ElsWB LothWB Zoll I das Wort tsǫl (die Abgabe) ist allg. bekannt, ist aber auch n. der Benr.-L. meist nhd. eingelautet; doch wird die Form tǫl durchaus noch bezeugt (zu vulgärlat. teloneum) m.: die Abgabe, bes. bei Einfuhr- u. Durchgangswaren Allg.; op den Toll altes Zollhaus in Mörs-Orsoy. RA.: Hi es et (het et) am düren T. es ist hier alles teuer Wuppert; bi dem es et am d. T. er verkauft teuer Barm. Steier (Steuer) un Z. micht den Hären Keller, Küchen un Kasten voll Trier-Schleidw.

Zoll- in der Zs. wie –amt, –beamter, –erheber nach dem Nhd.; dazu: Zoll-bahn -b:n Bitb-Dudeld f.: ein bestimmter Weg daselbst. Zoll-flagge Rheinschiff f.: viereckige grüne Fl., vorgeschrieben, wenn zollpflichtige Güter an Bord. zoll-frei Verbr. Adj.: wie nhd. RA.: Gedanke sin z. Verbr. Dem sing Mul es z. er redet wie ein Wasserfall Aach-Alsd, Dür-Winden. PfWB Zoll-haus tsǫ·l.əs, tǫ·l.əs (letztere Form auch in Sieg-Seelschd!) n.: z. T. veralt. Bezeichnung der Zollhäuser an den alten Territorialgrenzen; heute

[Bd. 9, S. 824]


dann nur noch in Örtlichkeitsnamen (Sieg-Hennef Seelschd, Neuw-OBieber u. a.); sonst die heutigen Zollstellen an den Landesgrenzen. Zoll-kammer tǫl- (s. S.) Klev f.: -haus. Zoll-porze tǫl- (s. S.) Neuss-Stdt f.: Örtlichkeitsname in der Gegend des ehemaligen Zolltores. Zoll-posten -pǫsdə Siegld-Vormwald m.: Name des dortigen Bahnhofs, wo sich wohl früher eine Zollstelle befand. Zoll-stock nur in Örtlichkeitsnamen Köln-Stdt, Saarl-Lebach m.: ehemalige Zollstellen. Zoll-visitator Köln-Stdt veralt. m.: Akzise-, Zollbeamter.

ver-zollen -tsǫ·l.ə nach dem Nhd. verbr. schw.: wie nhd.

Zöllner m.: das Wort ist heute kaum noch gebräuchlich, dafür Zollbeamter. — Häufig in FamN (neben Zöller).

 

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