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Zoddel bis zödder (Bd. 9, Sp. 821 bis 822)
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Artikelverweis Zoddel im wesentlichen ein wmosfrk. Wort, das jedoch auch anderwärts (bes. in Abl.) nicht ganz unbekannt ist, u. zwar Meis-Meddersh tsǫrl; Simm-Schlierschd tsōrəl; Saarbr, Saarl-Wallerfang, Merz-Losh Wadern Zwalb, Saarbg tsǫdəl; Bitb-Cruchten

[Bd. 9, S. 822]


tsǫl; Wittl-Dörb tsǫtəl; Eusk-Stdt tsǫdəl:
1. m.
a. Fetzen, Lumpen Saarbr-Stdt. —
b. verwirrtes Haar, meist Pl. Merz-Wadern. —
2. f. leichtfertiges, unordentl., schmutziges Frauenzimmer, auch blosses Schimpfw. Allg. — S. weiter bei Zottel unter Zotte II u. Zuddel.

Zoddel-bär tsoudəl- (s. S.) Saarbg-Wawern m.: Mensch mit wirrem Haar. Zoddel-geiss tsǫtəlgs Kreuzn-Norh f.: Weib mit wirrem Haar. Zoddel-klee Saarl-Diefflen m.: Kleeart, wohl Trifolium repens. Zoddel-kopf (s. S.) Kreuzn-Norh, Meis-Meddersh, Wend-Sien, Merz-Weisk, Trier-Hinzert, Bitb-Irrel m.: Kopf mit wirrem Haar u. Träger eines solchen. Zoddel-krämer -gr- Saarbr-Stdt m.: Mensch, Junge mit zerrissenen Kleidern.

zoddelig tsǫrliχ Meis-Meddersh; tsǫdəliχ Saarbr, Ottw-Schiffw, Saarl-Wallerfang, Merz Saarbg-Faha (-a-) Stdt Adj.: lumpig, zerfetzt, unordentlich, wüst, meist von den Kleidern, doch auch vom wirren Haar.

zoddeln Meis-Meddersh tsǫrlə; Saarbr, Kobl-Vallendar, Sieg-ODollend tǫdələ(n); Wend-Güdesw tsələ schw.:
1.
a. umherschlendern Saarbr-Stdt; erumz.
b. träge, müde gehen; he kimmt (ran)gezoddelt Kobl-Vallendar. —
c. zögern, zaudern Sieg-ODollend. —
2. feuchtes Gras, Heu z., ausenannerz. auseinanderspreiten Meis-Meddersh. —
3. etwas liederl., ohne Ordnung in einen Behälter stopfen Wend-Güdesw.

ver- zoddeln:
1. etwas v., verlieren, verschlampen, verklüngeln Simm-Crastel Kastellaun, Trier-Geizenbg. —
2. = zoddeln 2 Verbr. wie dort.
 
Artikelverweis 
Zodder -ǫ- Geilk-Honsd m.: stive Z. steife, dicke Masse, zähe Flüssigkeit.

zödder = seitdem s. bei seit.

 

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