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Zitz I bis zitzeln (Bd. 9, Sp. 816 bis 817)
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Artikelverweis  PfWB Zitz I tsits, –e- m.: meist selbst hergestelltes, gedrucktes, baumwollenes, geglättetes Zeug, aus welchem vorzügl. Frauenmäntel geschneidert wurden Birkf, Merz-Merching, Köln-Stdt 1814, Aach-Stdt; das Wort ist verbreiteter in RA., wobei der eigentl. Sinn z. T. verlorengegangen ist: So fein wie Z. fein gesponnen Birkf. Dat reisst wie Z. reisst sehr leicht Bernk-Neumag; von hier aus übertr. dat Messer (Mess, Metz) schneidt wie Z. ist sehr scharf Goar-Halsenb, Trier-Heidw, Bitb-Bollend Ehlenz, Kobl-Bendrf; fort wie Z. Saarbr-Sulzb; dat Fläsch git fort bi Z. Kobl-Bendrf; dat geht wie Z. Ottw-Bubach, Saarbg-Wellen, Kobl-Weissenthurm; die Arbeit gengk im Z.(!) Koch-Leienkaul; et gäht wie am Z.(!) Bitb-Wiersd; su flott wie Z. Wittl-Meerf. Et gäht wie Z., sot de Fra, do lug (lag) sei am (im) Kehdreck (Kuh-) Bitb-Wiersd.

PfWB Zitz-kattun (s. S.) Birkf, Simm-Schlierschd, Trier, Kobl, May-Trimbs, Neuw-Notschd, Altk-Bachenbg, Siegld, Ahrw-Remag, Bo-Alfter, Köln-Stdt, Bergh, Dür m.: feiner, mit mehrfarbigen Mustern auf weissem od. hellfarbigem Grund bedruckter

[Bd. 9, S. 817]


Baumwollstoff (veralt.). Zitz-litz tsitsə(r)lits  Siegld m.: minderwertiger Stoff. zitz-litzern Siegld-Nauholz Weidenau Adj.: aus Z. hergestellt; e z.n Räckelche. zitz-litzig Siegld-Rinsd Adj.: dass., z. Zig (Zeug).
 
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Zitz II tsits Siegld-Freudenbg OHeusling m.: Lakritze; verbreiteter ist die Form.

Zitze(r)litz  Altk-NSchelderhütte, Siegld-Eichen Eisern Feuersb NSchelden Obersd Sohlb Unglinghsn (vgl. Siegld. Wörterb.) m.: dass. Vgl. Wk. V, 5 (Lakritze).
 
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Zitz III tsits vereinz. Kobl-Stdt m.: Spass, Vergnügen; mir han vill Z. gehadd.
 
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Zitzabee  f.: scherzh. geziert, vornehm tuendes Mädchen Siegen (veralt.).
 
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Zitze in der nhd. Lautform wird das Wort in den rhein. MA. als Fremdling empfunden (vgl. die Synonyme auf Wk. VII 8, Strich, u. die Bemerkung bei Titte II); tsits(ə), Pl. -tsə(n), –e- ist bezeugt in Kreuzn-Weiler, Saarbr-Stdt Völkl, Wend-Dörrenb, Saarbg-Wellen (tsats), Wittl-Binsf, Trier-Stdt, May-Kell, Ahrw-Rheineck, Bo-Stdt (in RA.), Eup; hingegen scheint das Wort n. der Benr.-L. als tit(ə), Pl. -tə(n), Dimin. -titə, –əkə einheimisch zu sein, u. zwar in Wuppert, Mettm-Wülfr, Ess, Dinsl-Sterkr, Rees-Ringenbg, Klev-Stdt, Geld-Stdt, Mörs-Asbg, MGladb-Rheind; südl. noch titərχə, Pl. -χər Köln-Stdt f.:
1.
a. Euterzitze bei Kuh u. Ziege Kreuzn-Weiler, Wend-Dörrenb, Trier-Stdt, Wittl-Binsf, May-Kell, Ahrw-Rheineck, Bo-Stdt, Eup. RA.: Me kann och en Möck melke, wemmer de Z.ə fingk (findet) man kann alles, wenn sich die Möglichkeit ergibt Bo-Stdt. —
b. übertr. auf die weibl. Brustwarze u. die Brust selbst Allg., bes. im nd. Bereich. —
2. persönl.
a. tsats Schimpfw. für Frau Saarbg-Wellen. —
b. titəkə n. Säugling, Kind Mörs-Rheinbg.

Zitzen-zäumer titəntmər m.: scherzh. Korsett Ess.

zitzeln -tsələ Koch-Betrich, Aden-Wershf schw.: saugen.

 

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