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zitsch bis Zitters (Bd. 9, Sp. 812 bis 813)
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Artikelverweis zitsch dieser schallnachahmende Stamm ist verstreut in verschiedenen Abl. u. Bed. im ganzen Geb. zu finden: Interjekt. bei plötzl. hervorspritzendem Wasser; zitsch, do koum et Wasser gespretzt Koch-Lutzerath, Verbr.

Zitsch aus der Umgangsspr. m., n.: Zitronenlimonade Verbr.; das Wort ahmt den Laut nach, der beim Öffnen der Flasche entsteht.

Zitsche -t Koch-Leienkaul f.: Spritzbüchse der Knaben.

zitscheln -ələ Sieg-Rhönd schw.: zwitschern,

[Bd. 9, S. 813]


von Vögeln; de Merl (Amsel) sengk nit, die z. eckersch (nur) jet; hür eis (mal), wat de Kackvügelche (Nestvögel) z.ə.

zer- zitscheln: sich z., in einem fort zwitschern; die Mösche (Spatzen) z. sech jet ebd.

zitschen schw.:
1. -i-, –e- prellend schlagen, werfen, treffen; etwa Klicker aufeinanderschnellen, gegen eine Mauer werfen, dass sie zurückprallen; mit der flachen Hand aufs Wasser schlagen usf. Neuw-Unkel, Sieg-Dattenf Honnef Ittenb Rhönd, Bo-Walberbg. —
2. -i- zwitschern, von Spatzen; die Mösche z.ən Ahrw-Neuenahr.
 
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zitschen wohl kaum zum vorigen; tsitə Bo-Witterschlick schw.: irgendwohin schlendern.

Zitt = Zeit (s. d.); Zitter I s. bei zittern.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB LothWB Zitter II die folgende Gruppe, die hier nach Bildungsformen getrennt aufgeführt wird, ist zu vgl. mit ags. teter, engl. tetter, ndl. teter (bei van Dale), ahd. zittaroh, mhd. Lexer ziteroch, –roche, –troche, –trach; ausser Nfrk ist das Wort sonst in den nd. MA. nicht bezeugt; Verbr. u. Lautung: tsīrər Simm-Schlierschd, Goar-Weiler; tsidər Simm-Laub, Goar-Herschwiesen; -tər Goar-Karb Liesenf OWesel, Neuw-Datzeroth, Westerw; tsatər Trier-Fell, Wittl-Sehlem, Daun-Pützborn; tsotər Daun-Strohn Tettschd; -etər Koch-Ulmen, Jül-Hasselsw Tetz, Heinsb-Lümb; -ø- Daun-Beinhsn, Koch-Leienkaul, Bo-Godesbg, Eusk-Derkum Frauenbg; tsēdər Koch-Gevenich; -ed- Neuw-Dierd; Nfrk tētər in Geld-Schravelen Winnekendonk Sg. t. m.:
1. Hautkrankheit bei Mensch u. Tier, u. zwar trockene Flechte Simm-Laub, Wittl-Sehlem, Koch-Gevenich, Neuw-Datzeroth, Westerw, Bo-Godesbg; nasse Fl. Geld-Schravelen; Fraisem Koch-Leienkaul; Räude, auch beim Rind Daun-Pützborn, Heinsb-Lümb, Jül-Hasselsw Tetz, Geld-Winnekendonk; Krätze Goar-Herschwiesen Karb Liesenf, Geld-Winnekendonk; Schweineflechte Geld-Schravelen; wildes Feuer Trier-Fell; Grind Koch-Ulmen; aufgesprungene Haut Neuw-Dierd; den Z. (die Flechte) versuchte man ehedem durch Besprechen (Brauchen) zu heilen Hunsr. Heilspr.: Zitter, de best bitter; wie de Jure (Juden) kei Schweinefleisch esse, sollst de ach net ent Fleisch nen fresse Goar-Liesenf. Gegen die Schweineflechte: Abends sagt man: »Guje Märge, Teter!« Morgens sagt man: »Guje Nowend, T.! Goht loope, ek well ow nij mer sihn!« Wenn man das einige Tage hintereinander spricht, sollen die Flechten verschwinden Geld-Schravelen. Volksmedizin: Beim Aufstehen morgens nimmt man etwas Kondensschweiss von der Fensterscheibe u. reibt die betroffenen Stellen damit ein, sprechend: Gemorge. Z., was bischt eso bitter! Goar-OWesel. —
2. sētər an Körperteilen u. Kleidern festsitzender Schmutz Klev (das Wort entstammt hier mit nachträgl. Bedeutungsveränderung anscheinend den Pfälzer Kolonien bei Kleve).

Zitters, Zittarse diese Form ist im wesentlichen an der oNahe, an der Saar u. Nfrk verbr., u. zwar tsitər Birkf, Bernk-Rhaunen, Saarbr (lebendig Z.), Saarl; tsedə(r) Merz-Bergen [Losh tsetiən],

[Bd. 9, S. 814]


Trier-Heuhütten, Kobl-Mallendar; tsetərā  vereinz. Erk-Bellinhv; detā  Rheydt-Odenk, Neuss; dȳədā Grevbr-Kaarst; tētă(r) Mörs; tētərsə Duisb-Meiderich; Geschlecht Rhfrk, Mosfrk f., Nfrk m.: Zittermal, schorfartiger Gesichtsausschlag, Art trockener Flechte, besonders bei Kindern auftretend, häufig in der Gegend des Mundes Allg.; auch trockene Rinderflechte Mörs. An der Nahe versuchte man früher, die Z. durch das Brauchen (Besprechen) zu heilen.

 

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