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rappeln bis Rapptus (Bd. 7, Sp. 90 bis 97)
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Artikelverweis  NRhWB PfWB PfWB ElsWB LothWB rappeln das Wort (s. auch rabbeln) ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -ab-; Rip, Berg -ap- [in Sieg, Waldbr, Wippf daneben -ab-]; Jül, Aach, SNfrk, Klevld, Ruhr -ab- [Kemp-Dülken Grefr, Geld-Hinsbeck -ab-, daneben -ǫp-; in Heinsb vielfach -ǫb-; Erk-Pesch -ęb-; im Klevld neben -ab- vielfach -ap-] schw.: eine Mehrheit von kurz aufeinanderfolgenden, harten (nicht klingenden) Tönen von sich geben oder hervorbringen.
1. solche Töne von sich geben.
a. von allen in Bewegung befindlichen Dingen; hür es, wat die Dür (et Finster) rappelt beim Sturme; der Wönd rappelt an den Leien; der Ren (Regen) rappelt op et Dach; dat Holz (et Für) rappelt em Ovve; de Kar (der Wage, et Rad) rappelt (üvver den holperige Weg); die trampele he herömer, dat et Gebünn (Fussboden) rappelt (usf.); et Geld rappelt em en der Täsch Rip, Allg. RA.: De es, wo nuər en Gäjj (Geige) rappelt der ist bei allem, was Vergnügen heisst Siegld. Ich haue dich, dat de Zänn (Zähne) (em Hals) r.! Ahrw Löhnd, Allg., — de Z. der em Arsch r.! Daun-OEhe, Ürsf, — dich de Bocktäng (Backzähne) r.! Kemp, Geld, — dat de Zinse r.! Birkf-OTiefenb. Ich haə dir uf's Dach, dass die Ziele (Ziegeln) r.! Kreuzn, — dat der de Panne r.! Bo. De es su mager (düərn), dat em de Knochen em Lif r. Rip. Dem rappelt der Dachstuhl er ist nicht recht gescheit Wend-Kirchenbollenb. Se r. dich wahl? du bist wohl nicht gescheit Kref, MGladb; du bis woll am r. Gummb. Dat Hei (Heu) as su drechen (trocken), dat et rappelt Bitb, Allg. He es su düərn (mager), dat er rappelt Rip, Allg. De fuərzt, dat de Wänn (Wände) r. Kobl-Bend. Der Bauch rappelt knurrt Trier-Schweich; ich han en Hunger, dat mir der Bauch rappelt May-Naunh. Et Water rappelt das Wasser kocht mit lautem Geräusch MGladb-Rheind, — robbelt Heinsb. Leddig Döppe r. et argst von dummen Schwätzern Aden-Kaltenborn. Wo nöcks ös, do rappelt och nöcks Kobl-Rhens. Dann rappelt der Kettel (Kessel), dann klingelt der Pott, dann danzen de Mädcher, dann fuppelt der Rock! Gummb-Berghsn Wiehl. Marie, M., Marotz, wat rappelt dir de Botz (Hose) (usf.)! Rip. Henn (Heinrich), Penn, Prortsch, wie rappelt dech dat Ortsch (usf.; s. Heinrich)! Mörs-Rumeln. —
b. et rappelt es dröhnt, hallt wieder, es donnert, es klingt im Ohr Allg.; et robbelt! es setzt etwas ab Kemp-Hüls. Ech haue dech, dat et (su) rappelt! Rip, Allg., — dass es klingelt un r.! Kreuzn-Winterbg. Er hat ihm die Wahrheit gesagt, dat et esu rappelt on dämp (dervan); et früs (friert), rent, dat ... Rip, OBerg, — dat et rappelt un ros (rast) Gummb; du kries so vill, dat et r. übergenug

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Gummb, Allg.; et wor so vill te siehn, dat et r. in der Hanəpsot Gummb-Berghsn. Jetzt hät et ower gerappelt! Strafe steht bevor Kobl-Bend, Allg.; do rappelt et ävver da wird geschimpft Rip, Allg. Et rappelt die Kartagrassel ertönt, scherzh. von den Glocken Ottw-Stennw, Wittl; et r. fir't escht (erst), wen sech dommelt, de kennt zuescht; et r. fir't zweit, die faul Leit, die leien (liegen) noch am Beət; et r. ze Hof (Hauf), de Kuh hot noch neist om Rof (Raufe)! Wittl-Salmrohr. Dat rappelt doch annerscht! das ist doch ein anderer Klang, ein a. Arbeitsschwung Siegld-Eiserf. Dem rappelt et er ist verrückt Allg., — r. et em Kopp (Hänf) Allg., — uwen Rhfrk, Mosfrk, — im Hirnkaschte Ottw, Merz, — em Owerstüffchen Berg, — em Heis-chen Mosfrk, Allg., — am Tor Wittl-Binsf. Wann et einem anfängk ze r., dann fängk et bovven im Häuf (Haupt) an Köln. Et rappelt em Ovve. Et rappelt mir op der Bros beim Röcheln, verschleimt sein Rip, Allg. Et hät gerappelt en der Familje es sind viele gestorben Köln. Dat es op der Dotkisten (Sarg) gerappelt es geht um Leben u. Sterben Kref-Osterath. Et rappelt weər (wieder) en de Pötten (Töpfen) dort wird geschimpft Gummb-Nümbrecht. Klingelt's nit, dann rappelt's doch besser wenig verdient als nichts Kreuzn. —
c. mit ‘sein’.
α. mit Gepolter herabkollern; de Äppel r. (vam Bom), su jag der Wönd; eweil r. se; de Kaschteie r. op et Dach; de Nöss r. heraf (heronder); et ganze Obs es herafgerappelt; de Äppel kunn (heraf) gerappelt; do sighste et noch ens r.; se komme, dat et rappelt; et rappelt Äppel Rip, Allg.; et rappelt von Bire Grevbr-Jüchen; die Traubenbeeren r. af wie Nös Bernk-Dusemond; ich haue dich, dat dir de Zäng (Zähne) no jen Hals herafr.! Aach, Geilk; dat al Hus rappelt emol enes goden Dags zesamme stürzt unter Gepolter ein Rip; er is zesammegerappelt ohnmächtig niedergestürzt Zell-Sohren. —
β. mit Gepolter heranfahren; der Wagen rappelt heran, kut herangerappelt, — es de Berg heropgerappelt [im Gegens. zu hät g., wobei nur das R. betont ist] Rip, Allg. —
d. der Bom rabbelt voll Äppel ist gedrängt voll Äpfel Aach-Kohlschd, Geilk-Grotenr; er is gerabbelte voll Simm-Riegenr; gerent (geregnet) un gerabbelt v. Simm; geribbelde on gerabbelde v. Saarbr-Sulzb. —
2. solche Töne hervorbringen.
a. er rappelt macht Lärm; de Kenner sen am r. lärmen mit Rasseln Rip, Allg.; em hant se gerappelt ihm, der sich sittl. vergangen hat, haben sie (die Nachbarn) mit Topfdeckeln (udgl.) vor seinem Hause Lärm geschlagen Berg; ebenso r. die Burschen, wenn ungleiche Paare oder alte P. sich heiraten, drei Tage oder Abende vor der Hochzeit Malm-Vith; se gohn r. die Burschen lärmen vor dem Hochzeitshause am Abend der Ziviltrauung Altk-Fischbacherhütte Wallmenr, Waldbr-Odenspiel. — Mit einem Gerät, Fuhrwerk r., Lärm verursachen;

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de rappelt gern mem Geld er protzt; de Schwadorfer (Kr. Bo) r. met de Ovvedeckele so deutet man ihr Beiern; ech han möt de Zäng gerabbelt för Kält geschnattert Neuss; der Magere kann met singe Knoche r. Bo; die magere Kuh rappelt mot ehre Kn. Koch-Laub; dem N. N. rappelt et Hüs-chen (Gerichtsvollzieher) in den Bänken er pfändet Gummb-Berghsn. RA.: R. gehüart tum Handwerk Elbf. — Unter R. an Geschlossenem (Türe, Fenster, Deckel) rütteln, um es zu öffnen oder die Aufmerksamkeit zu erregen; de Dür es tu; do kannste lang r.; an der D. r.; der Hongd rappelte an der Kette Gummb, Allg. Vader (Moəder), göf mek en Appel! Gangk henger de Kuəh on rappel, dann kris du en decke Appel! Elbf, Verbr. —
b. übertr.
α. rätschen, von der Elster Ess-Überruhr, —
β. schnurren, von der Katze Bo-Stdt, Köln-Stdt. —
γ. grob husten Merz-Wadrill. —
γ. pissen, von kleinen Kindern, die abgehalten werden Simm-Laub. —
δ. die Butter stossen, herstellen im Butterfass Goar-NSpay. —
ε. schnell u. unordentlich hersagen; ebbes doherr., — eronnerr. ein Gebet, eine Rede herafr.; wat der mem Monn (Mund) r. kann! Mosfrk, Goar, Siegld, Rip. —
ζ. ungestüm, übereilt u. unordentlich arbeiten; drop los r.; nur su drüvver r. Rip, Nfrk; he het do jet dran herömgerappelt unordentlich herumgearbeitet Elbf; sech derdurchr. sich hindurcharbeiten Siegld. —
η. drövverr. drüberhauen, prügeln Wippf-Dohrgaul. —
θ. sek op wat an r. sich irgendwohin begeben; he rappelden sek wer op't End an Rees. —
ι. sich zusammenr., sich mit Anstrengung nach Krankheit aufraffen; sich zus, nehmen Allg. — Abl.: die Rappel(er)ei, dat Gerappel(s) (s. u.).

ab- rappeln:
1. ein Gebet laut, hastig, unachtsam, sinnlos ableiern, um schnell damit zu Ende zu kommen Zell-Merl, May-Wierschem, Rip, Berg. —
2. sich a., sich abrackern, abarbeiten Sieg-Ägid, Gummb-Berghsn. an -rappeln: de Kar küt angerappelt angepoltert Rip, Allg.auf -rappeln:
1. etwas a., etwa die Türe a., durch Rappeln öffnen Allg. (nicht im ōəpə-Geb.). —
2. sich a., sich aufraffen; ön hot sich widder ofgerappelt von langer Krankheit erholt; den Schlaf, die Trägheit, Schwäche abschütteln, gute Vorsätze mit Willenskraft auszuführen beginnen Allg.; -ę- Saarbr. aus -rappeln: einen a., einen Ehebrecher (etwa), ihm Katzenmusik bringen Berg.be -rappeln: etwas b., bezahlen, blechen Monsch-Witzerath.ver -rappeln: Geld u. Gut v., verschwenden Goar-Dommershsn.zer -rappeln:
1. sich z., immerfort zur Belästigung anderer r. Allg. —
2. wild, ausgelassen spielen, laufen Monsch, Sieg, Bitb-Ernzen.

rappel -ab- Schallw.:
1. dat geiht su rabbeldərabbel eweig oberflächlich, überstürzt Sieg-Rhönd. —
2. rabbele, r., Rengelche, kome zwei ärm Kengerche; get se jet on lott se gohn, die

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hemmlische Dür wird opgedohn! Kinderld. Jül-Tetz, Aach-Warden (-ap-).

PfWB LothWB Rappel I Sg. t. m.:
1.
a. polterndes Zusammenstürzen; do sollste es den R. gehurt han, wie dat al Hus zesammeströtzte Rip. —
b. den R. (em Kopp) han; ene R. han; den (ene) R. krige plötzlich aufsteigender Zorn, eine sonderbare Laune, Spleen, Verrücktheit, auch dat Perd hät ene R. Rip, Allg.; der het hie un do son R. Gummb, Allg. —
c. de R. schlonn lebhaft schwatzen u. gestikulieren Dür. —
d. R. em Buck (Bauch) scherzh. eingemachtes Stiel-, Rübenmus Barm. —
e. Rabbelche, en R. mache pissen, von Kindern Simm-Laub. —
f. verächtl. Mund Goar-Liesenf. —
2. -ab- hastiger, sich überstürzender Mensch Geld.

PfWB ElsWB ElsWB LothWB Rappel II -əl, Pl. -ələ, –əln f.:
1. sachl.
a. Klapper in der Karwoche, statt der Glocken u. Schellen Verbr. Saar, Mos, Prüm-Reuth, Wippf-Offermannsheide, Düss-NKassel, Duisb, Wesel. —
b. Kinderklapper, bes. ein Binsen-, Riet- oder Weidenkörbchen, mit Steinchen u. Metallstückchen teilweise gefüllt u. mit einem Stiel versehen; rǫbəl Heinsb-Lümb; rębəlχə Siegld, Erk-Körrenz, Düss-Stdt; rępələ NBerg; rębəlkə Heinsb, MGladb, Kref, Kemp, Dinsl (-ęb-); -bələ Mörs, Rees (u. -əltjə). RA.: De mott noch en R. häbbe von einem kindischen Menschen Rees-Wesel. —
c. Rätteranlage des Bergwerkes Saargeb. —
d. Räppelcher Zittergras Neuw-Ehrenst; Dür-Schophv; -əlkes Heinsb-Birgelen, Rathm, Mörs-Baerl; Räppelcher Samenkapseln des Klappertopfes Jül-Tetz. —
e. Rabbele Pl. kleine Steine von Nuss- bis Eigrösse, wie sie massenhaft die Oberfläche des Feldes bedecken Neuw-Datzeroth; -ę- Neuw-Wied; Steingeröll als Decke für Strassen, Schossirabbeln Siegld, Altk. —
f. Rabbele hartgewordene Erdschollen auf der Oberfläche des Feldes ebd. RA.: En de R.ə kimmt de Frucht an't zappele Neuw-Datzeroth. —
g. Rappel steiniges Ackerland Bernk-Merschd. —
h. Räppelcher Pl. ungespaltene Fitzstecken im Lehmfachwerk Neuw-Datzeroth. —
i. alterschwacher Gegenstand, bes. altes, klapperiges Fahrzeug, Werkzeug Saarbg-Wellen, Daun; -ę- MülhRh-Overath. —
2. persönl.
a. Räbbeltje n. verächtl. kleines Kind Rees-Wesel. —
b. mageres Weib Bernk-Wehlen; klatschsüchtiges Weib, das ein gutes Mundwerk hat Dür-Pier, Jül-Titz, Aach-Eschw, Erckörrenz, Heinsb-Lümb (-ǫb-), Kemp-SPeter. —
d. leichtsinniges, schlechtes W. Bitb-Wiersd, Heinsb-Lümb. —
e. Person, die unüberlegt, nach augenblicklichen Einfällen handelt Dinsl.

Rappel-aducht rabəldχ, –rĭχ Siegld m.: unterirdische Drainagerinne, mit der man die Feuchtigkeit aus Feldern und aus sumpfigen Wiesen, vor allem aus dem Gelände oberhalb von Häusern, die an Böschungen liegen, ableitet; man füllt einen Graben ohne Mauerung mit einigen Lagen von Steingeröll und deckt

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darüber wieder Erde; das Wasser sickert dann durch die von den Steinen gebildeten Hohlräume. Rappel-apfel (s. S.) Geilk-Übch m.: A.sorte, in der die Kerne innen rappeln. Rappel-band Eusk n.: Strohband. Rappel-bande rabəlbā:n Malm-Amel f.: B. halbwüchsiger Jungen. Rappel-bass -ā- Aach-Stdt m.: der schönste R. senge sehr schlecht singen. Rappel-batz rabələbats MülhRh-Overath; -bələm- Wippf-Lindlar m.: Weib, das ‘wühlt’ in der Arbeit; derbes, bis ans Rohe grenzendes Weib. Rappel-buben -bū:wən (s. S.) Verbr. wie Rappel 1 a Pl.: Messdiener, Schuljungen, die in der Karwoche klappern. Rappel-büchse -byss uWupp 1870 f.: Spielzeug aus einem blechernen Zylinder mit Stiel, in dem einige Steine enthalten sind. Rappel-buckse -botsə ebd. f.: kleiner Knabe, der herumpoltert. Rappel-dames rapələdā:məs  Köln-Stdt m.: verächtl. verrückter, launenhafter Kerl. Rappel-dimeskätzchen rapələdīməskętsχə  Bo-Stdt, Sieg-ODollend n.: Kosew. für lebhaftes Kind. O, R., do welle mer de Frau opsetze; Fr., hat och Geld? On hat er es kent, dann zällt er es k., dann zällt er es an de Fengere k.; apuse dich! Kniereiteld. Bo-Stdt 1880. Rappel-dingen (s. S.) Sol, Ess (u. sonst wohl mögl.) n.: Kartagsklapper, Spielzeug, mit dem man klappert. Rappel-ditzchen -ditskə Elbf n.: Rässelchen der Kinder. Rappel-dose -dōs (s. S.) f.:
1. D., in der Steinchen (udgl.) sich befinden, mit der die Kinder rappeln verbr. —
2. übertr.
a. langweiliger Schwätzer Geld-Kevelaer, Rees, Gummb-Nümbrecht. —
b. Rappeldös-chen Zittergras, briza Gummb-Becke Drabenderhöhe Hesselb Pernze Stdt, Wippf-Hardt, Barm. rappel-drüge -dryχ (s. S.)  Verbr. wie dr. Adj.: rasseltrocken; et Heu (Brut udgl.) es r. Allg.; et es esu r., dat et bröht (brennt) Altk-Wissen. Rappel-düppen -eb- Goar-NSpay n.: verächtl. geschwätziger Mund. PfWB ElsWB rappel-dürr -dęr (s. S.)  Rhfrk, Mosfrk, Siegld Adj.:
1. gut ausgetrocknet (Holz, Heu, Feld). —
2. mager, vom Menschen. Rappel-fass Trier-Filzen n.: Kastenrassel für die Kartage. rappel-fett  Wittl-Monzel Adj.: scherzh. mager, vom Menschen. Rappel-geck -əlts- Grevbr-Jackerath m.: wildes, ausgelassenes Mädchen. Rappel-geld Zell-Raversbeuren n.: in der Wend.: Dat is mei R. Taschengeld, G. für kleine Ausgaben, Tabak usf. Rappel-gold Dür-Stdt 1880 n.: Rauschgold. rappel-jürsch rabəlj:r Jül-Linnich Adj.: r. sen nicht wohl sein. Rappel-kammer -əlts- Bo-Impekoven f.: Hausgerätekammer. Rappel-kanes rabələkā:nəs  Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Sieg-ODollend, Köln-Brühl, Bergh-Heppend, Mörs-Rumeln m.: ein Mensch (Mann u. Frau), der geräuschvoll u. ungeschickt redet u. hantiert, Radaubruder, wilder, tollschlägiger Mensch. Rappel-karre -əl- u. -əltskār (s. S.) f.:
1. altersschwache, rappelnde K. Allg. —
2. altersschwacher Gegenstand, schlechthin Saarbg-Rodt. PfWB LothWB Rappel-kasten -əl- u. -əlts- (im selben Orte) (s. S.) m.:
1. Kastenschnarre, für die Kartage

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Saarl, Ottw, Trier-Ehrang, Bernk, Neumag, Prüm-Reusch. RA.: Er hat en Stemm wie e R. er singt schlecht Saarl-Schaffhsn. —
2. übertr. verächtl.
a. sachl.
α. alter, rasselnder Wagen, schlechter W. schlechthin Allg. Mer setze ganz gemötlich op de Ferdebahn; dat ene Perd, dat trickt nit; dat angere, dat es lahm; de Kutscher kann nit kicke; de Koduktör es schääl, on alle finf Minute steht de R. stell! Düss-Stdt. —
β. altes, schlechtes Klavier Allg. —
γ. altes Möbelstück, jedes altersschwache Gestell, baufälliges Haus Allg. —
δ. der Kopf als Sitz des geringsten Verstandes Düss-Stdt, Neuss-Stdt. —
ε. der Mund als Organ des Sprechens Rheinb-Schönau. —
b. persönl.
α. hastiger Mensch MGladb, Kemp-UWeiden, Mörs-Vluyn. —
β. einer, der viel schwätzt Sieg-Rhönd; der viel schimpft Aden-Liers. —
γ. en alen R. alte Frau Sieg-Ägid. PfWB ElsWB Rappel-katze rabəldikatz  Goar-Weiler Morshsn; -bələkatz Kobl-Waldesch f.: Kirmesbude mit Glücksrad. Rappel-kern (s. S.) rapəlk·ə.n Schleid, Eup, Jül, Aach [rabəlts- Merkst] f.: eine Apfelsorte, in der bei der Reife die Kerne sich lösten u. bei der geringsten Bewegung im Gehäuse rappeln; s. Rappelapfel, Schlotterkern. PfWB Rappel-kiste (s. S.) f.: verächtl.
1. sachl.
a. altes, baufälliges Fahrzeug Eusk-Lechenich, Sol. —
b. rapeltskiskən Karussell Barm. —
c. rapəlkes Mund Bo-Duisd. —
2. persönl. rabəltskēs langweiliger Schwätzer Dür. Rappel-knochen rapəltsknkən Elbf Pl. t.: Kastagnetten. PfWB ElsWB Rappel-kopf (s. S.) -əl-, selten -əlts- Allg. m.: verrückter, verschrobener Mensch, Querkopf, auch hastiger, aufgeregter M. PfWB ElsWB rappel-köpfig -kębiχ Kreuzn, Hunsr, Kobl Köln-Stdt Adj.: nicht recht gescheit, launenhaft; plötzlich in einer Sache andern Sinnes werdend, bes. wenn der Mut entfällt, die Sache durchzuführen. rappel-köpfisch -kp, –ę- (s. S.) Saarl-Kalb, Bitb-Rittersd, Prüm-Leidenborn, Schleid-Hellenth, Köln-Stdt, Eup, Grevbr-Wickrath-Hahn, Neuw Datzeroth, Sieg-Fussh, Siegld, uWupp, Sol, Remschd, Ess, Dinsl (-kpsiχ) Klev (-kps) Adj.:
1. nicht recht gescheit, verdreht, eingebildet. —
2. verbittert, unwirsch, widerspenstig, aufbrausend, gereizt. Rappel-kreuz -kryts uWupp n.: Tollköpfiger. Rappel-küben -kȳwə Mörs-Rheinbg m.: unruhiger Mensch. Rappel-manes rabələmā:nəs Kref m.: polteriger Mensch, der da meint, er könnte alles u. dadurch leicht etwas verdirbt. Rappel-mannskor rabəlmantskūr Kobl-Stdt Güls Lützel, Koch-Laub n.: ungebildete, gemeine, zanksüchtige Menschen, Gesindel. Rappel-maul (s. S.) Saarbr-Überhf, Goar-NGondershsn, Koch, Aden-Kaltenb, Schleid-Dahlem, Eusk (-ab-), Rheinb (-ab-), Bo (-abəlts-), Dür, MGladb, Heinsb-Limb (-ǫbəlts-), Rees-Brünen f., n.: verächtl.
1. der Mund als Organ des Schwätzens. —
2. einer, der viel u. rasch spricht. Rappel-milch -pəltsmęlk Lennep-Radevormwald f.: Magermilch.

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Rappel-pack Kobl, Neuw-Wollend n.: Gesindel. Rappel-pudel -ud- Sieg-Fussh m.: einer, der viel lärmt. Rappel-puppe -pop Sieg, Bo, Köln f.:
1. eine hohle Holzpuppe mit Erbsen drin, die beim Schütteln rappelt. Die es su düərn (mager) wie en R. Bo-Stdt. —
2. übertr.
a. verschnürtes Weib Sieg-ODollend. —
b. dickes Weib Sieg-Siegbg. rappel-rassendrüge -rtəndrȳ Gummb-Berghsn  Adj.: sehr ausgetrocknet. Rappel-sack (s. S.) m.: verächtl.
1. ein Mensch, der einen Rappel, Koller hat Neuw-Datzeroth. —
2. hastiger M. Sol, Kref. Rappel-schellchen -χər Köln-Poll Pl. t.: Zittergras, briza. Rappel-schlinke -liŋk, –e- Birkf, Bernk-Thalfang f.: das alte Türschloss. Rappel-schloss Birkf-Göttschd n.: dass. Rappel-schnüsse rabəlnøs Rheinb-Lüftelbg f.: verächtl.
1. der Mund als Organ des Schwätzens. —
2. geschwätziger Mensch. Rappel-seele rǫbəltszī·ə.l Kemp-Stdt f.: hastiger Mensch. rappel-tänzig -dęntsĭχ Trier-Züsch Adj.: er es r. tollt umher. Rappel-tasche -tęə uWupp f.: ausgelassenes Mädchen. rappel-toll -dǫl  Gummb-Nümbrecht, Sol Adj.: aufbrausend, ganz verrückt.

Ge-räppel [dat jərappəl(ts) das lästige Rappeln; -ę- bestimmtes Rap. Allg.] Sg. t. n.: verächtl.
1. anhaltendes Rappeln, Donnern; et git e G. ein Gewitter Rip, Westerw, Sieg; gərībəl Gerassel Trier-Fell Welschbillig Bitb-Müttend, Rittersd; -ę- dummes Gerede MüEif, Sülzt. —
2. übertr.
a. eine Menge kleiner, aneinander tönender Dinge, wie kleinen Geldes, kleiner wenig wichtiger Dinge, bes. zu kleine Baum- u. Knollenfrüchte; Gerümpel, alter Plunder, Hausrat, alte Gerätschaften; mer hon dit Johr viel Äbbel vun dem Bäm krit, awwer et is lauder G. Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Rip, Berg, Ruhr, MGladb. —
b. dürres Holz, Geäste Merz-Conf. —
c. Kleinfleisch des geschlachteten Schweines Altk-NFischb Wissen, Barm. —
d. Froschlaich Merz-Lockw, Trier-Mettnich Waldrach. —
e. grosse Anzahl kleiner Kinder ebd.; eine Menge schulentlassener Jugend zwischen 14 bis 17 Jahren, die noch nicht zum eigentlichen Jungvolk rechnet u. in diesem Kreis nicht geduldet wird Hunsr. —
f. Gesindel Bernk-Alf, Bitb-NWeis, Malm-Bülling With. —
g. im Rätsel vom Pflug: Vore Fleisch un hinne Fl. un in de Mitt G. Simm-Klosterchumbd.

NRhWB Rappelement () Sg. t. n.:
1.
a. Lärm, Unruhe; de Kender machen R. Malm-Bütgenb. —
b. Strafrede, Geschimpfe Heinsb-Karken; en Rapp(e)lementje, en R. kriege Rees-Elten Emmerich; rapərmęntχə Prüm-Mürlenb 1860; s. Reprimant. —
c. en enem R. in einem Nu Sieg-Rhönd. —
2. unruhiger, polternder Mensch MGladb-Rheind.

PfWB Rappeler Sg. u. Pl. m.: verächtl.
1. einer, der rappelt Allg. —
2.
a. einer, der einen Rappel, Spleen hat Neuw-Datzeroth. —
b. Viel- u.

[Bd. 7, S. 97]


Schnellschwätzer Goar-NGondershsn; -ę-, auch Mulräppeler MüEif.

Rappeles rabələs, Pl. -əsə Monsch-Imgenbr m.: verächtl. Mensch, der gern Lärm macht.

Rappelier rabəlīr  Sieg-Ägid n.: verächtl. wildes, ausgelassenes Mädchen.

PfWB ElsWB LothWB rappelig Rhfrk, Mosfrk, Rip, Eup, MGladb, Kref, Kemp, Berg, Ruhr Adj.:
1. von Zuständen bei Dingen (u. Menschen, Tieren).
a. nicht gut befestigt, lose im Gefüge u. deshalb leicht sich hin u. herbewegend u. rappelnd, von Möbeln, Geräten, baufälligem Hause; alt on r.; e r. Döngen Allg. — Auch vom Menschen, alt u. wackelnd; ech sen at alt on r. Rip, Allg. (Rhfrk mehr klapperig). —
b. rabəliχ holperig, vom Wege Sol-Hitd, Monsch-Strauch. —
c. hartstengelig, vom Grase u. Heu Waldbr-Dattenf. —
d. steinig, hartschollig, vom Acker Verbr. wie Rappel II e—g. —
e. r. ist die Dickmilch, die nicht recht dick geworden ist, sondern ziemlich dünn läuft u. nur kleine Klumpen Matten enthält, so dass sie beim Ausschütten aus dem Topf einen rappelnden Ton verursacht. Rip (o. O.). —
f. klein, verkümmert, von Baum- u. Knollenfrüchten; r. Gescherr Rip, Allg.; -ę- Neuw-Hönning; r. Gronen (Gescher) dünn stehende, zu kleine Traubenbeeren Bernk, Koch; r. Gescherr Schar Knaben oder Mädchen im Alter von 14—17 Jahren Hunsr. —
g. mager; e r. Frau; e r. Steck Vieh Trier-Ld; r.ə Reppe magere Rippen Sieg-Fussh; r. düərn klapperdürr Sieg-Ägid. —
h. en r. Mul han viel u. schnell schwätzen Rip. —
2. von geistigen Zuständen des Menschen.
a. dann u. wann einen Rappel, eine Laune, einen Spleen habend, nicht immer klar bei Verstand; dir es et wahl r. (em Kopp); du bös wahl r.! Rip, Allg. [rapərliχ u. -pəlliχ Düss-Gerresh.] —
b. schwatzhaft Bergh-Glesch. —
c. ausgelassen wild, bes. von Kindern Allg. —
d. ungestüm, zu hastig Allg. —
e. unruhig, ungeduldig, aufgeregt, leicht aufbrausend Allg. —
f. schwer leitbar, vom Ochsen Altk-NFischb. —
g. geräuschvoll u. unordentlich arbeitend, leichtsinnig, von einem Mädchen Mettm-Cronenbg.

ver- rappelig: bərabəliχ alterschwach, wackelig, von Menschen u. Dingen Bitb-Dudeld.

Ge-räppsel(s) -rępsəl(ts) Heinsb-Karken Ophv, MGladb-Rheind; -rapsəl Mörs-Rheurdt Sg. t. n.: verächtl. Geräppel 2 a.

Rapptus -tus, –təs  aus der Studentenspr., bes. in den Städten Sg. t. m.: Rappel I 1 b; du häs woll en R.? bist wohl nicht bei Trost?

 

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