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Rappe III bis Räppel (Bd. 7, Sp. 86 bis 89)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Rappe III das nur lrhn., frz. la râpe (aus dem lrhn. Rapp entlehnt) entsprechende Wort reicht nach Wk. VII 2 von Süd. nach N. bis einschl. Malm-Bracht, Schleid-Blankenheimerd Blumenth Dreiborn Ahrw-Dümpelf u. weiterhin Ahr; von hier aus noch bis einschl. Rheinb-Houverath Maulb Mutschd Rupperath vorstossend (u. Aach-Merkst hat noch Rappiser), u. zwar rap [-ā- Trier-Schleidw, Bitb-Mettend], Pl. -bə(n), –pə; doch scheidet die östl. Seite mit Reibeisen aus in der uNahe (Meis, Kreuzn), Simm, Goar, Kobl, May (hier Reif(eisen); Rapp nur in Baar Kaan Nachtsh; rap Löf); an dieses östl. Geb. schliesst sich ein mittleres Geb. mit Rappeisen in Birkf (nur diese Zs.), Simm-Bruschd Corw Dill Hecken Klosterchumbd Laufersw Leideneck Rohrb Sabershsn, Goar-Birkh Morshsn, Koch-Bertrich Bremm Brieden Clotten Greimersbg Kennfus Pommern (sonst Koch Rapp), Zell (Rapp Bärenb Senhals Senh), Bernk (meist), w. davon Rapp [Rappeisen noch in Wend-NLinxw, Saarbr, Trier-Merlesd, Wittl-Bausend]; im nördl. Geb. Reibe, Reibeisen, Schabe, Schabeisen, Schrappe f.:
1.
a. Reibeisen von Blech in der Küche, zum Schaben der Kartoffeln, des Zuckers, des Gewürzes Allg. RA.: E Gesicht wie e R. pockennarbig Saarbr. En as esou der (mager) wei en R. Wittl-OKail; su fett wie en R. mager Bitb. Ein Brett, mit Widerhaken versehen, vor die Brust gestemmt, an dem die Rüben als Viehfutter klein gerieben werden Wend, Saar. —
b. grobe Feile, etwa des Hufschmiedes, des Schusters Saarbr, Wittl-Neuerbg u. abseits unseres Geb. durch die Fachsprache in Neuw, MülhRh, Eusk, Eup, Aach, Dinsl. —
2. übertr.
a. der Gaumen Wittl-Dörb Salmrohr. —
b. en der R. magere Kuh Bitb, Trier, Saarbg.

Rapp-eisen Verbr. s. bei Rappe n.:
1.
a. Reibeisen. RA.: E Gesicht wie en R. pockennarbig Bernk-Dhron. Ich hon e Hals wei e R. rauhe Stimme Birkf. E R.gesicht blatternarbig Saarbr. Scherzfr.: Wat fer Eise es aus Blech? das R. Birkf, Zell-Sosbg. —
b. grobe Feile des Schusters May. —
2. übertr. verächtl. en der R. mageres Weib Daun-NWinkel. Rapp-feile -fi·l. Eup-Raeren f.: grobe F. des Schlossers. Rapp-grundbirnensuppe -grombərətsop Wittl-Binsf f.: S. aus klein geriebenen Kartoffeln. Rapp-kuchen (s. S.) Simm-Unzenbg, Ahrw-Kirchsahr, Schleid-Dreiborn Hellenth m.: Kartoffelreibekuchen. Rapp-maus Ahrw-Walporzh f.: Ratte. Rapp-suppe -tsop Koch-Lutzerath; ręp- Koch-Laub f.: S. aus klein geriebenen Kartoffeln.

[Bd. 7, S. 87]


[Bd. 7, S. 89]


PfWB ElsWB LothWB rappen -ab-, –ap- Verbr. wie Rappe u. Rappeisen u. in Simm (wo Reibeisen) schw.:
1.
a. Kartoffeln, Meerrettig (Rüben Wend, Saar) r., auf der Rappe reiben; man bäckt aus den gerappten Grumbiren gerappte Kuche (Küchelcher), g. Plätzcher, g. Supp Suppe aus geriebenen Kartoffeln; g. Kless Kartoffelknödel. RA.: Der micht e Gesicht, wie e Aff, der Märedig rappt Merz, Saarbg, Trier, Bernk; eich han em de M. gerappt ihn verprügelt Birkf-Oberst. Ätsch, rapp Mihrche (Möhre), ausgelacht! beim Möhrchenschaben Koch; rappe, r. Mehrtche! Bernk-Wolf. Was haben wir gekocht? Antw.: Gerappte Luhbränn (Lohbrände) on junge Mondkälwer! Zell-Senh. —
b. mit der groben Feile feilen Verbr. wie Rappe 1 b. —
c. Trauben r., durch ein Drahtsieb mit einem Brettchen (Rappholz) durchdrücken, damit die dicken Körner zurückbleiben oder zerkleinert werden Sieg-Rhönd, Neuw-Rheinbreitb. —
d. im Rätsel vom Flachs: Ech wuərd geripp on gerapp, gestupp on gestapp usf. Sieg-ODollend. —
2. übertr. am Brut r. es schlecht mit stumpfem Messer schneiden Saarbg. — Abl.: die Rapperei, dat Gerapp(s) (auch das Geriebene; Gerappssopp Suppe aus geriebenen Kartoffeln).

an- rappen: er is angerappt bezecht Saarbr-Bildstock. auf -rappen:
1. ein Glied a., durch Reiben mit der Rapp wund reiben Allg. —
2. etwas a., längst Gesagtes wieder auffrischen, vorhalten Saarbr. PfWB be -rappen:
1. eine Mauer b., mit Mörtel ohne Feinschicht rauh verputzen Trier-Konz Fell Mehring, Zell-Senh, Koch-Clotten, Malm-Montenau, Schleid-Dahlem, Bo, Sieg-Honnef Rhönd, MGladb-Holt Viersen, Heinsb-Erpen, Geld-Weeze Hinsbeck, Mörs-Neuk, Klev-Üdem, Dinsl, Düss-Kaiserswerth. —
2. etwas b.,
a. bezahlen, blechen, bes. wenn man glaubt, zu viel blechen zu müssen Allg.; -ę- Saarbr-Heusw, Ottw-Uchtelfang. —
b. noch viel auf dem Gewissen haben, büssen müssen Saarbr-Heusw (-ę-), Prüm-Ihren.

Rapper Sg. u. Pl. Wend-Aulenb m.: Reibeisen.

Rappes rabəs, Pl. -əsə Simm, Zell-Sohren, Neuw-Wollend; -ap- Ahrw-Kräling; -ęb- Kirchsahr m.: Kartoffelreibekuchen. Uf de Wehre Heh, do wachst so schene Klee, do w. ach schene Kappes, vun de Grumbere backe se de R.

rappig Adj.:
1.
a. dürr, mager (s. rapp II). —
b. nicht geschlossen, von Trauben Trier, Bernk, Zell, Goar-ODieb, Kreuzn-Bretzenh. —
2.
a. kratzbürstig, frech, bes. von Mädchen; dau r. Dingen! Bitb. —
b. -ę- brünstig, vom Schaf Bitb-Ammeldingen.

be-rappigen Simm-Ebschd schw.: etwas b., bezahlen, blechen.

Rappsel rabsəl, Pl. -ələ Simm-Schnellb f.: Reibeisen.

Rappel s. bei rappeln; Räppel = Holzpfosten vor der Kuhkrippe s. Räbel.

[Bd. 7, S. 90]


 

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