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Rapitz-haken bis Rapp II (Bd. 7, Sp. 82 bis 84)
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Artikelverweis Rapitz-haken  Neuw-Isenbg m.: Verputzhaken.
 
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rapp I das Wort, ndl., mnl., mnd. rap entsprechend, ist klevld. u. reicht lrhn. nach Süd. bis einschl. Mörs, rrhn. nach Süd. über die Ruhr nach Mettm, Düss-Serm Hombg

[Bd. 7, S. 83]


Adj.: eingetrocknet, eingeschrumpft, leck, bei hölzernen Gefässen, bei denen die Dauben nicht mehr fest zusammensitzen; dat Fatt (de Küpp, de Tonn, der Emmer) es r.; en rappe Klomp alter, rappeliger Holzschuh; de Pomp es r. wenn man sie lange nicht mehr gebraucht.

ver-rappt ebd. Part.: dass.

rappig -ab- Gummb-Stdt; -ęb- Gummb-Berghsn, MülhRh-Overath, uWupp Adj.: ausgetrocknet, hartkrustig, rauh; die Wäsche ist r., wenn sie zu sehr getrocknet ist.
 
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rapp II das Wort rap, wahrscheinl. mit rapp I gleich, ist vereinzelt im selben Geb. in Rees-Brünen, Mörs-Wallach Neuk bezeugt, dann als Subst. rap f. (doch auch übertr. Bed. zu Rappe ‘Reibe’ deutbar) in Bitb, Trier, Saarbg, als rabə Goar-NHeimb (s. weiter 2); die Abl. rapiχ, auch zu Rappe ‘Reibe’ deutbar, umfasst ein grosses Geb. an der Saar, in Trier, in der Eif u. im OBerg:
1. Adj. mager, vom Vieh u. Menschen Rees-Brünen, Mörs-Wallach Neuk. —
2. Subst. verächtl. en der Rapp f. mageres, dürres Vieh Bitb, Trier, Saarbg (in beiden Kreisen auch -ā-); Rapp Sieg-Fussh; dat Räppchi Wittl; dat Räbbi Saarbg-Cahren; der Rabbe Goar-NHeimb; en rabbere Rätz Saarbg-Cahren.

Räppel -ęp-, Pl. -ələ MülhRh-Overath m.: verächtl. mageres Tier.

auf-rappen opγərap Mörs-Neuk Part.: en opgerapp Der dass.

Rappert rapərt, –ab-, Pl. -dən Trier-Kenn, Bitb-Bollend m.: verächtl. magerer Mensch.

rappig -ab-, –ap- Saar von Saarl-Roden an, Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb, Daun, Prüm, Malm, Schleid-Kambg Roderath, Aden-Herschb Liers, Gummb-Homburgisch, Kemp-Stdt; -ā- Waldbr-Wildbg Adj.:
1.
a. mager u. unschön, schlecht gepflegt, von Tieren; en r. Der; dir hot r. Veh; dou r. Luder van Perd; dat P. es so r., dat et bal eremfällt Allg.; -- brünstig, von der Katze Bitb-Ammelding; -ę- Trier-Otzenhsn. —
b. mager, körperlich verkommen, elend, schwächlich, vom Menschen; en r. Kand (Kind); r. gen abmagern; wat os dat Mädchen en r. Dingen! Allg. RA.: Den as esu r., dat mer en Karfreidig kennt an (in) den Erzen (Erbsen) matessen, mer däht net iwel (keine Sünde) Bitb-Seimerich. —
2.
a. dürftig, im Wachstum zurückbleibend, von Gewächsen; et Gras, Kor stäht r., wenn infolge Dingstoffmangel die Halme dünn u. niedrig bleiben; e r. Steck mageres Feld Trier, Bitb-Dahlem Geichl. —
b. r. schmieren dünn (Butter) schm. Malm-Wallerode.
 
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rapp III das Wort rap, mit r. I gleichen Ursprungs, geht von Heinsb-Effeld Saeffelen Tüddern nach Kemp (-ǫ-) (sehr selten u. veralt.) u. Mörs (rap Rumeln), Klev, Rees-Bienen Emmerich Wesel; südl. dieses Geb. noch vereinzelt als rapā:f in Grevbr-Kapellen, Bergh-Glesch Adj.: schnell, flink, wacker, rüstig; den

[Bd. 7, S. 84]


alde Mann es noch r. (op de Ben); do bös mech de r. (of) zu schnell im Gehen Kemp, Allg.; ze r.af sin Grevbr-Kapellen; zu hoch in seinen Forderungen sein Bergh-Glesch; met de r.ə Klompe gohn zur Hebamme laufen Rees-Wesel; r. eəte zu rasch essen Heinsb-Effeld; r. on rauh e. alles, auch ungepflegte Speisen, schnell essen Kemp-Dülken; rauh en r. e. Emmerich; r. schlapp etwas tun, in aller Eile; r. schl. gəete Mörs-Wallach.
 
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räpp ręp Rip, Nfrk: im Auszählr.: Äll de zäll, de zick de zäll, de r. de bäpp de Knoll! Eup-Stdt, — di säll, di sipp di sar, räbbe, di r., di Kn.! Köln. Ene, sene, sar, räppte, r., Knoll! Kemp-Dülken, — räppe di päppe (häppe di päppe), di Kn.! Mörs-Orsoy.

Rapp I = Traubenkamm s. Rappen; Rapp II = Reibe s. Rappe III.

 

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