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Ranten bis Ranzenmänner (Bd. 7, Sp. 79 bis 81)
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Artikelverweis Ranten randə Sg. u. Pl. OMosfrk in Goar-Weiler m.: eine hinten aus dem beladenen Wagen herausragende Stange, die auf der Erde schleift u. die Stelle der Bremse vertritt.
 
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rantern -ant- OBerg in Gummb-Lantenb Stdt schw.: wild umherspringen, lärmend umhergehen, unruhig sein, wild klettern; auch herömr. — Abl.: die Ranter(er)ei, dat Geranter.

Ranz = Ranzen, ausgelassenes Kind s. Ranzen.
 
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ranz rants Aach-Stdt, Sieg-Ägid Adj.: übelriechend (auch vom Fettgeruch der Wolle Aach-Stdt), die folg. Abl. auf -ig ist verbr.

PfWB ranzen -a- Trier-Kenn Könen Mettnich schw.: ranzig riechen u. schmecken; der Butter ranzt.

PfWB ElsWB LothWB ranzig -a- Rhfrk, Saar, Hochw, Mos, Wittl-Flusb Greimerath Honth Krinkhf, Bitb, Daun, May, Prüm, OÖffl, Malm, Westerw, Siegld, Berg, Rip, Eup, Geilk, Erk, Grevbr, MGladb; -tsəliχ Heinsb Adj.:
1.
a. unangenehm, verdorben schmeckend, von Butter, Speck, Fett, Öl; wie schmackt die Butter; die is schunn haləb r. Simm, Allg.; von der Milch, halbsauer Ottw-Landsw, Bo-Buschd, Düss-Rating. —
b. vom Weine, scharf bitter schmeckend, bes. wenn das Fass nicht mehr voll ist (s. ran, ransen) Trier-Heidw Mehring, Ahrw-Neuenahr. —
c. von der Birne, sticksig Goar-Boppard; von der Rübe Jül. —
2. übertr. grob, rauh, im Charakter Merz-Stdt.
 
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Ränzel -ę-, Pl. -ələ Bergh-Kirchherten m.: Vorrichtung an den Winden der Windmühle.

Ranzel = Ranzen (s. d.); ranzeln, ränzeln s. ranzen.
 
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PfWB ElsWB Ranzen das Wort, dessen sachl. Grundlage durch Tornister, Tasche vielfach verdrängt ist, ist für Bed. 1 als rantsə Sg. u. Pl. Rhfrk allg., dann im Anschluss daran an der uMos von Zell an, in May, Aden, in Altk, Siegld (m., f.), dann Elbf, Mettm; dann als rantsəl, Pl. -ələ in Monsch, Eup, Aach, Dür-Weisw, MüEif, Köln-Stdt [u. rants für ‘Bauch’ 2 a rantsə]; dann rants, Pl. ręnts f. Eusk-Lechenich, Köln, Bergh, SGrevbr; dann rantsəl, Pl. -əlts Mörs, Rees; für Bed. 2 a ist das Wort Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg allg. (s. d.) m.:
1. Rückentragsack aus Tuch oder Leder, Schulranzen

[Bd. 7, S. 80]


(s. Tornister, Tabel), Jagdtasche (Jagr.) [Tragtasche Siegld; Tasche in männl. u. weibl. Kleidern Grevbr-Hochneuk]. Vielfach noch im Lied auch in andern Geb.: Eich on mei alt Weib kenne gut danze, eich mer em Berelsack, ihnt mer em R. Bernk-Crummenau. Seht eich mol de R. an, was der R. d. kann; hinner'm Owe an de Wand steht e grosser R. Saarbr. Hingerm Uwen, h. U. liet en alen R., süh doch ens den R. an, wat de R. danzen kann! Gummb. Hopp, h., h., mei Geld es fort, se Kassel (Fischbach) leit mei R.; buckelig Männche, scher dich fort, ich will nit mit der danze! uNahe. Hopp, Mariännche, h., M., loss de Peppche danze; der Schäfer kemmt, der Sch. k., der steckt dech en sei R. May-Monreal, Birkf, Bitb-Hütting (-danzen; eich kann net mih, eich hon neist am R.). Get os jet en der Rommelspott, get os jet en der R.! aus dem Fastnachtsheischeld. Aach-Vicht. — RA.: De Männer dregen (tragen) en R. hengen, de Frauen dr. en vören Elbf. Wann mer so oft de R. angehongk hat, is mer gewiss kä Fille meh ist man alt Saarbr. Der hot zwanzig Deiwel im R. er ist wild, aufgeregt; s Unglick im R. drihn dass. Goar-Trechtingshsn. Aussen Franzen (Franjeln), nicks öm R.! Altk-NFischb. —
2. übertr.
a. sachl.
α. scherzh., verächtl. Bauch, Balg des Viehes; scherzh. oder kosend zu Kindern Räntzelchen u. Ränzche Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg; der hot en R. einen dicken Bauch Goar, Allg.; en hot et Ränzchen voll Trier, Allg.; er hot en Ränzchen wie en Fass Saarbg-Kreuzw; der hat sich de R. geflickt hat tüchtig gegessen Rhfrk, — gestoppt Birkf. Stopp der de R.! iss Köln-Stdt. Meat em hungerege R. eas net got danze May-Trimbs; et es net got d. met leddigem R. Köln-Stdt. Einen öm de R. schlonn um den Leib Köln-Stdt. —
β. verächtl. Rücken, Buckel; nemm et op de R.! Köln-Stdt. —
γ. eine tüchtige, fingerdicke Schnitte Brot Sieg-Rhönd. —
δ. Narrenzwetsche, kernlose Zw. Kreuzn. —
ε. Ränzche Tannenzapfen Köln-Sinthern. —
ζ. Ränzelchen kleinste Wurst, mit dem letzten Wurstfüllsel gefüllt, für die Kinder Aden-Nohn. —
η. Ranzel Prügel; aff un tu kreg hej ock wäll es R. van Vader; der hät orndlich R. gekrege Rees, Klev, Mörs; Ranzen Wittl-Olkenb. —
b. persönl. verächtl.
α. Ränzche dicker Kerl Koch-Weiler. —
β. Ranzel mutwillig ausgelassenes Mädchen Aach, Heinsb; Ranze Sieg-Ägid; Ranz, Pl. Ränz f. (für Kinder m.) Rheinb-Meckenh, Bo-Walberbg, Köln-Gleuel Sürth, Bergh-Heppend, Grevbr-Elfgen, Dür-Disternich Frauwüllesh; en doll, well, wöste R.; es die lang R. (das grosse Mädchen) noch op de Stross um mit den Kleinen zu spielen. —
γ. en imgewander (umgewendeter) R. unbrauchbarer Mensch Simm-Laub.

Ranzen-bohnen Altk-NFischb Pl.: Wollbohnen. Ranzen-knebel -īw- Birkf-Idar m.: Doppelknöpfe, zwei sechseckige Achatstäbchen,

[Bd. 7, S. 81]


durch ein Kettchen verbunden, zum Schliessen des Herrenrockes (vor 60 Jahren) oder der Manschetten. Ranzen-kor Neuw-NBieber n.: verächtl. Pack, Gesindel. Ranzen-korb -ntsəl- Goar-Trechtingshsn m.: hoher, bauchiger Korb mit Deckel. Ranzen-mann m.: Quartiermann, Bergmann, der im Quartier wohnte (wegen der Taschen, die er trug) Saargeb. Ranzen-männer Bergleute vom Westerwald, die in Siegld-Gosenb arbeiteten; sie gingen Samstags mit ihrem Rucksack, gefüllt mit ihren Bedarfsgegenständen u. Ware heim u. kehrten so Sonntags zurück Siegld-Gosenb.

 

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