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Ranken bis ranksen (Bd. 7, Sp. 76 bis 78)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Ranken das Wort setzt nach Süd. u. W. u. O. das Wort Rangen (eine Intensivbildung dazu) fort; raŋgə(n) Sg. u. Pl. herrscht also im Rhfrk (in Goar n. Bopparder L. u. Simm-Belth Frankw noch -ŋə), dann an der Saar, an der Mos bis Zell-Pünderich (ausschl.); n. der Mos vereinzelt Prüm-Mürlenb 1860, Daun-Strohn; rrhn. Neuw-OKasb, Altk [-ę- OIngelh], Siegld (-ŋgə f.), Waldbr-Morsb Wildbg; raŋgəl, Pl. -əln Saarbg-Weiten; -ę- Saarbg-Beuren Palzem Wellen m.:
1. derbe, dicke Schnitte Brot, rund um den Laib abgeschnitten; er war so verhingert, wie ich em dat Brot hinggelagt hon, horrer sich gleich en R. runnergeriss Simm, Allg.; de wammscht (verzehrt) der awer sei gut Däl (Teil) R. Ottw-Heinitz. —
2. übertr. -ā- übergrosser Mensch Prüm-Mürlenb 1860.

Um- ranken: ömraŋkən dicke Scheibe Brot, rings um den Laib abgeschnitten Altk-Kirchen Schönst, Waldbr-Morsb Wildbg; rømə- Siegld-Kromb; emręŋgəl Saarbg-Wellen.

Ranken-fresser Wend-Marping m.: verächtl. einer, der viele Schnitte Brot verzehrt.

ranken I -ǫ-, –a- s. o. bei Ranke.
 
Artikelverweis 
ranken II das Wort raŋkə(n) [May-Stdt -ę-], eine Intensivbildung zu rangen, mhd. Lexer ranken ‘sich hin- u. herbewegen, strecken’, ist zunächst in Trier-Stdt u. an der uMos in Zell-Senh, Kobl u. in May, Daun-Strohn u. in Neuw-Datzeroth, dann geschlossen im Berg in Waldbr (u. Altk-Wissen, Siegld), OSieg, Wippf, MülhRh, Lennep, Barm, Elbf, Mettm, Düss, dann noch LRip. in Bo-Walberbg, Köln-Stdt, Jül-Tetz, Erk-Körrenz (1 b β) u. in Bed. 2 in Aach-Stdt bezeugt schw.:
1.
a. herumrasen, umhertollen im Spiel, auch erömr. Allg. —
b. sich r.
α. sich ringend balgen, von Kindern Allg. —
β. sich auf dem Stuhle hin- u. herbewegen Erk-Körrenz. —
c. mit langen, losen Stichen nähen Köln-Stdt. —
2. schreiend, heftig u. anhaltend, mit weinerlicher Stimme verlangen, fordern, von Kindern Aach-Stdt; betteln MGladb-Rheind. —
3. -ę-, sech net r. sich nicht schicken, nicht brav sein May-Stdt. S. rangen. — Abl.: die Rankerei, dat Gerank(s).

ab- ranken: einem etwas a., durch Ranken 2 abbetteln Aach-Stdt.

rank-achtig raŋkətəx Eup-Stdt Adj.:
1. schlängelnd. —
2. eigennützig. Rank-sack Aach-Stdt m.: verächtl. ein Kind, das stets rankt 2.

PfWB PfWB rankeln schw.:
1. -a- sich im Bette unruhig hin- u. herwerfen Lennep-Lüttringhsn; nicht stille sitzen können, sich umherbalgen Mettm-Velbert; sich faul herumtreiben Barm. —
2. -ę-, sich r., faul die Glieder recken, nach dem Schlaf MGladb-Rheind.

Rankert -ŋkət, Pl. -tə Aach-Stdt m.: verächtl. einer, der durch Schreien u. Weinen alles zu erlangen sucht, lästiger Bettler.

[Bd. 7, S. 77]


rankig -a- Köln-Stdt Adj.: lose oder nachlässig genäht, gestrickt.

ränkig -ę- Kref-Fischeln Adj.: brünstig, vom Mutterschwein.

PfWB ElsWB LothWB ranksen ein rhfrk, mosfrk. Wort, das auch in Köln-Stdt, Düss-Stdt, Sol, Lennep-Hückeswg wiedererscheint, u. zwar raŋgsə(n), –aŋs-, –aŋks- je nach Geb. mit verschiedener Bed. schw.:
1.
a. knarren, beim Hin- u. Herbewegen Geräusche von sich geben, von schlecht geschmierten Türen, Rädern, Schuhen Saarl, Saarbr, Ottw, Wend u. Köln-Stdt; die Geige rankst misstönt Saarbr-SJohann. —
b. sich weinerlich anstellen, wehleidig klagen, unaufhörlich weinen Saarl, Saarbr, Mauschb Wend-Furchw Zaub, Birkf, Meis, Kreuzn-Hahnenb, Simm-Schlierschd. —
c. winseln, vom Hunde Birkf-Oberst, Bernk-Allenb. —
d. grunzen, vom Schwein Merxh; schnüffeln, vom Schw. Ottw-Neunk. —
e. undeutlich (durch die Nase) sprechen Meis-Abtw, Trier-Mettnich. —
f. röcheln, auf der Brust, uf de Bruscht r. Saarbr-Völkl. —
2.
a. absol. u. sich r., sich ringend balgen, unter Kindern oder Freunden, sich zanken, necken Ottw-Merchw, Merz, dann Kreuzn, Simm, Goar, Kobl, SMay, Koch, Daun, Wittl u. Neuw, dazu Lennep-Hückeswg, Sol, Düss-Stdt, Erk-Körrenz; wo die zween Kerl beiənanner sin, misse se sich mitənanner r. Simm, Allg.; sich mit Männern herumbalgen, herumtreiben Meis-Meddersh. RA.: Wenn die Esele sich r., git et anner Wedder Goar-Boppard. —
b. toll, ausgelassen herumspringen, von Kindern Sol. —
c. -ā- schwer arbeiten Bitb-NWeis; habgierig sein, naschen Bitb-Bollend Wiersd (s. die Abl.). — Abl.: die Rankserei, das Geranks, der Rankser.

zer- ranksen: sich z. sich ringend balgen Verbr. wie r. 2 a.

Ranks-düppchen -eb- Birkf-Idar n.: verächtl. Kind, das viel weint.

PfWB Rankse raŋ(k)s, Pl. -sə(n) f.:
1. verächtl. Mädchen, Weib, das rankst 1 b Saarbr, Simm-Schlierschd, das sich gerne mit Männern herumbalgt u. herumtreibt Meis-Meddersh. —
2.
a. Rassel an den Kartagen Wend-Urexw. —
b. scherzh. Zunge eines Naschhaften Bitb-Bollend.

PfWB Rankser Sg. u. Pl. m.: verächtl.
1. einer, der rankst in allen Bed. —
2. Topfgucker Bitb-Bollend.

Ranksert rāŋsərt Bitb-Bollend Dahlem Wiersd; -stərt Prüm-Ihren; Pl. -tən m.: verächtl. naschhafter Mensch Bollend; Geizhals Ihren Dahlem Wiersd.

PfWB ranksig Adj.:
1.
a. raŋ(k)sĭχ gerne ranksend in allen Bed. —
b. brünstig, von der Katze Wend-Buborn, Birkf-Ellw Schwarzenb. —
2. rāŋsĭχ begierig, habsüchtig Bitb [nur vom Vieh; e r. Diər das schnell die ganze Weide absucht Betting NWeis]; rāŋkstĭχ Bitb-OGeckler, Prüm-Orlenb; -aŋst- Prüm-Arzf Daleiden

[Bd. 7, S. 78]


Ihren Preischd. RA.: R. wie en al Gess (Ziege) Allg.

Rankete = Rakete (s. d.).

ranksen s. o. bei ranken II.

 

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