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Rangen bis rängsen (Bd. 7, Sp. 73 bis 74)
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Artikelverweis Rangen das Wort, im Ablaut zu Ring, zu ringen, als ra·ŋ.ə(n) Sg. u. Pl. ist zunächst im Saargeb. in Saarbr, Ottw (s. auch Ranken), dann in Trier-Ld (u. Ranken), dann geschlossen in Goar südl. Mos bis zur Bopparder L., uMos von Zell-Haserich Bullay an, May, Daun-Gees Heyroth Mehren, Aden, Ahrw [ra·ŋ. f. Ramersb Remag], Neuw, Altk-Bachenbg Eichen Michelb, Sieg-Ägid Rhönd Honnef ODollend Ittenb OPleis, Bo-Alfter OBachem verbr.; ręŋəl, Pl. -ələ Ottw-Landsw, Trier-Schleidw; -- Bitb-Speicher; -a- Goar-Birkh; -ę- Kobl-Bend, May-Bongard, Daun-Gönnersd NWinkel, Aden-Antw Barw Herschb Insul; -a- Aden-Hönning Staffel, Ahrw-Dedenb Kreuzbg Lohrsd; -ę- Altenahr, Neuw-Lorschd NBieber Rodenb Stdt Wienau, Altk-Michelb Sörth OWamb; -a- Sieg-Rhönd Thomasbg, Bo-Berkum; -o- Neuw-Dierd; ra·ŋ.ər May-Bell; raŋ u. -ŋə Neuw-Heimb m.:
1. rund um das Brot übermässig dick abgeschnittene Schnitte Brot; derbes, grosses Butterbrot; de Bure schniggen (schneiden) sech en gehüregen R. Brut af Sieg, Allg.; dau häs dir äwwer lo en R. gemacht, mer männt (meint), dau wolltst en acht Dage neist mih eăsse Koch, Allg.; Ömrangel Altk-Bachenbg. —
2. übertr.
a. rę·ŋ.əl derber Knüttel; er worf met em orendliche R. dren; s. Frängel Daun (s. o.), Aden, Ahrw-Altenahr, Neuw; ra·ŋə Koch-Landkern. —
b. ra·ŋ.ə(n) der Pflock (ca. 40 cm stark) des Schiffes, um den das Schiffsseil geschlungen wird, das zum Befestigen des Sch. ans Ufer dient Saar, Mos. —
c. ręŋəl eine eiserne, vorn zugeschärfte Stange, die beim Frischfeuer und in späterer Zeit beim Puddelofen verwandt wurde, um die sich im Herd bildenden Eisenklumpen aufzubrechen d. h. sie herumzuwenden, damit sie gleichmässig ans Feuer kamen und gār, d. h. zu Schmiedeeisen wurden. Beim Frischfeuer wurden die fertigen Luppen auch mit dem R. aus dem Herd herausgezwängt Siegld. —
c. -ę·ŋ.- Richteisen Sieg-Fussh. —
d. ręŋəls von Poggen grosse Schweine Dinsl (abseits). —
e. ra·ŋ.ən verächtl. ungezogenes Kind Saarbg, MülhRh-Overath.
 
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rangenieren raŋənī:rən  ein berg. Wort in WWippf, Waldbr, Sieg-Leuschd ODollend, MülhRh, Sol-Burschd schw.: lärmen, wüten. De Frau rangeniert gesagt, wenn es im Februar stürmt.

Rangolis = Lakritze s. Zakores.

rangpü = entzwei s. rompü.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB LothWB rangschieren das Wort < frz. ranger, ist für Bed. 2 allg. raŋžī:rə(n), –ŋk-, ranž-, ran(d)-; für Bed. 1 Rhfrk, Mosfrk ranžī:rə(n), -n(d)- [Saarl auch raeiərn, –ijərn, raž-], ebenso Eup, Aach, Düss-Stdt, Barm; -ŋž-  Elbf schw.:
1.
a. einen (sich) r., sauber machen, bes. Kinder

[Bd. 7, S. 74]


säubern u. fertig anziehen; etwas r., flicken, wieder in Stand setzen u. säubern; mei Fra ranschiert mer wenigschdens; ich han de Schank (Schrank) ranschiert, u. so die Uhr, Möbel, Geräte, Kleider, Haus, Stall u. Hof r.; man ranschiert et Strih nach dem Dreschen, bringt es an seinen Platz; eich hu mich noch net ranscheert Verbr. s. o. —
b. etwas r., anordnen, so einrichten Rip; ruŋənī:rə den Haushalt r., bestreiten Goar-Weiler; Abfindung, Vergleich treffen Prüm-Mürlenb 1860. —
c. eine lärmende Kinderschar, eine laute Gesellschaft r., in sie hineinfahren u. scheltend oder strafend die Ordnung u. Ruhe wieder herstellen Prüm. —
d. einen r., ausschelten, prügeln; eich han en äwwer geherig ranscheert; wellschde rangschiert gen? Saar, Trier (Hochw), Simm-Schlierschd, Prüm-Mürlenb. —
e. do hon ech mer de Fenger geranschiert arg verletzt; de Henner (das Gesäss) geranschiert krieən verhauen kriegen Saarbg-Taben. —
2. Eisenbahnwagen r., wie nhd. Allg. — Abl.: die Ran(g)schiererei, dat Geran(g)schier.

aus- rangschieren: etwas a., aussondern, da veraltet oder unbrauchbar. Verbr. wie r. 1 a. PfWB ein -rangschieren: etwas e., einordnen Allg.um -rangschieren: etwas ömr. umordnen ebd.

Rangschier-gabel -gwəl Saarbg, Bitb, Prüm f.: grosse G., zum Fleisch Hinreichen, bei festlichen Gelegenheiten. Rangschier-löffel ranžīərlfəl ebd. m.: Schöpflöffel, wie er bei festlichen Gelegenheiten gebraucht wird. Rangschier-messer (s. S.) ebd. n.: grosses M., zum Fleisch schneiden, bei festl. G. Rangschier-schuttel -o- ebd. f.: grosse Suppenschüssel mit Deckel, bei festl. G.

Rängsel -- = Nachgeburt s. Reinsel bei rein; rängsen = knarren, weinen, ringen s. ranksen bei ranken.

 

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