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Ranft bis rängig (Bd. 7, Sp. 70 bis 72)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Ranft das Wort, mhd. Lexer ranft, ramft,ist heimisch an der Saar in Saarl-Berus Differten Friedrichsw Hülzw Werbeln, Ottw, Saarbr, Merz-Büschf, Saarbg-Greimerath Rommelfang

[Bd. 7, S. 71]


Wellen, an der Nahe, im Hunsr, an der Mos von Trier bis Kobl, in der Eif vereinzelt Wittl-OÖffl, Bitb-Dudeld Seimerich, Prüm, Daun-Betteld Mückel Strohn Udler, May-Kalt NMendig Nachtsh, am Südrande des Rip in Aden-Hausten, Schleid-Alend Dottel Waldrf, Ahrw-Hain Remag (Strumpfriegel) Westum, Rheinb-Meckenh, Bo-Dransd; rrhein. vereinzelt noch in Neuw, Altk u. Siegld-Eiserf Gosenb Johannld; das Wort ist im Veralten u. weicht vor Rand zurück; Bitb, Saarbg haben eine besondere lautl. Entwicklung bei besonderer Bed. (s. 2) entwickelt. Rhfrk, Mosfrk ran(ə)ft, Pl. -fdə; in Prüm, Aden-Hausten ranəf u. -ę-, Pl. -fdən, ebenso Neuw-Datzeroth; Bitb-Seimerich rf; Schleid-Dottel raif (f.); Rheinb-Meckenh ręnəf; Bo-Dransd røgəfχə (n.); Siegld ranəft u. rāft, Pl. -fdə, Demin. ręnf(t)χə(n.) usf. m.:
1. Rand 1, beim Hut (nicht Goar-Weiler), bei einer Schüssel, bei Gräben, Kante (bes. vom Wald-, Wiesenrande, von einer Einfassung um ein Bildchen, sonst Rand Trier-Stdt); dei Hut hot en arig bräre (breiten) R.; geh nit zo nägst an de R. (des Grabens), uf ämol leisde drin Simm, Allg.; de Amer (Eimer) hat innen (unten) en R. Koch, Allg.; voll bis an de R. Schleid-Waldrf; dat Wasser steht om Ränəfche Bo-Dransd. — Ränftchen Anfang (Riegel) des Strumpfbeines Saarbr, Ottw, Nahe, Goar, Kobl, May-NMendig, Ahrw-Remag. — Raif f. Rand der Torte Schleid-Dottel. —
2. < ranft > rāft > rācht entwickelte die MA. von Bitb rxt, rōĭχt, die von Saarbg rūə(r)t (R. 1 fehlt)
a. in der Wend.: ein Stück Brot om (iwer) de R.; ämol um de R. erum um den ganzen Brotrand herum abgeschnitten; auch Prüm hat ranəf, –ę- ein derbes Stück Brot, dicke Brotscheibe. —
b. Rest Tuch beim Tuchhändler Bitb-Wiersd.

ranften schw.:
1. ręnəfə einen Rand herstellen, den R. umbiegen Neuw-Datzeroth. —
2. gəran(ə)ft voll bis zum Rande angefüllt Altk-Bachenbg.

an- ranften: ānręnəfə, etwas a., mit einer sich abhebenden Einfassung versehen Neuw-Datzeroth.

Rang I in āraŋ = Anlauf s. bei Rand II.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB LothWB Rang II -a-, Pl. rę·ŋ., aus dem Nhd. entlehnt, bes. in den Städten m. [Aach-Stdt f.]:
1.
a. der R. im Theater Allg. —
b. kranzartige Gartenanlage Düss-Serm. —
2. in den Wend.: Dat es en Undugt iərschten Ranges; eine Kartoffelsorte (udgl.) i. R.; der steht nich so hoh im R. as der Bruər Gummb, nach dem Nhd. angewandt; mer soll net ongert sengem R. hirode; dat se Löck (Leute) gerengen R.s; dat es iərschte R. etwas ausgezeichnetes MüEif.

Rang-fahrt Rheinschiff f.: regelmässiger Stückgüterdienst. Rang-schiffer -epər Nrhn. m.: ein Sch. aus einer Vereinigung von Sch., die in einer bestimmten Reihenfolge bestimmte Strecken fahren.

[Bd. 7, S. 72]



 
Artikelverweis Rang III eine Ablautbildung zu ringen m.:
1.
a. meist Pl. t. rę·ŋ., ręŋ Winde, convolvulus Klev-Asperden; Flachsseide, euscuta epilinum u. orobanche minor Westerw (o. O.); raŋ m. Birkf-OTiefenst; raŋə f. Siegld-Marienborn; s. Frang; raŋə deutsche Waldrebe, clematis vitalba Mettm-Diepensiepen. —
b.
α. Bohnengeranke, –seil an den Stangen Selfk. —
β. die Seitenfasern an den Bohnen, die abgezogen werden Dür-Ellen, Jül-Merzenhsn, Grevbr-Otzenr, Erk-Körrenz, Selfk, Mörs-Ossenbg, Klev, Rees, Ruhr. —
γ. Keimschösslinge, Triebe bei den Kartoffeln Mörs-Marienbaum. —
2.
a. der an den Fingernägeln seitwärts verlaufende Hautstreifen, der losgelöst, sehr schmerzt Duisb-Wanh, Mörs-Berghm Hülsdonk Ostrum; rę·ŋ. Geilk. —
b. rę·ŋ. Pl. Stirnfalten Sieg-Birk. —
c. raŋk grosser, fauler Mensch, im Spr.: Langk on schlank, ne fule R. Kref, Mörs.

An- rang: (n)raŋk Anlauf; en O. hollen Ottw Trier, Koch-Treis, Kobl.

Räng-beeren ręŋbzə Rees-Bislich; ręŋskəs- Klev-Bedbg Hau (s. Wk. III 30), Pl. t.: Johannisbeere.

Rangel I ra·ŋ.əlts Remschd-Hasten Pl. t.: Wintergrün.

Rangel II, Rängel s. Rangen.

PfWB rangeln verstreut bezeugt -ā- Bitb-Dudeld; -ę- Schleid-Wollenbg; -a- Neuw-Heimb Weis, Sieg-ODollend, Dür-Weisw, Aach-Eschw, MGladb-Odenk, Ess-Bergerborbeck schw.: absol. u. sich r., sich balgend ringen, aus Mutwillen; de Jonge r. sich matənen. — Abl.: die Rangel(er)ei, dat Gerangel(s) [der Rängeler Streitsucher Neuw-Heimb Weis].

ab- rangeln: eine derbe Schnitte Brot a., unordentl. abschneiden Aden.

Rangels-kessel -kēətəl Erk-Hückelhv m.: K., in dem das Viehfutter gekocht wurde.

rangen, rängen schw.:
1.
a. -a-, die Bohnen r. oder r. sich schlängeln sich an der Stange empor Mettm-OElsiepen. —
b. -ę-, de Buəhne r. die Seitenfasern abziehen Bo-Lengsd, Bergh, Dür-Stdt, Jül Hardt, Aach-Alsd Herzogenr, Geilk, Heinsb, Erk-Körrenz Holzw Lövenich, MGladb-Odenk, Grevbr-Garzw Hochneuk Ökoven, Mörs, Klev, Ruhr, Rees; -ęŋk- Erk-Immerath; -aŋ- Rees-Elten Emmerich; -ǫ- Bergh-Elsd. —
2.
a. -a- absol. u. sich r., sich ausgelassen balgen, ringen Eusk-Lechenich, Bo-Walberbg, Aach-Eschw. —
b. -ǫ-, einen r., niederringen, bezwingen; kaəste dem r.; etwas r., meistern, zwingen; dät es te vöəl (etwa die vorgesetzte Speise), dät kann ech net r. Selfk; -a- May-Hatzenport (s. auch frangen). —
c. -ę-, sich r., sich recken, nach dem Schlaf Aach-Merkst, Selfk, Kemp-Breyell. — Abl.: die Rängerei, dat Geräng(s).

ab- rangen, ab- rängen: Bohnen a., abziehen Verbr. wie r. 1 b.

rängig -ę- Mörs-Marienbaum Adj.: mit

[Bd. 7, S. 73]


Trieben, Keimschösslingen versehen; de Erpələ sin r.

 

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