Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Rand II bis randalieren (Bd. 7, Sp. 69 bis 70)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Rand II das Wort, wie Brand zu brennen zu rennen gebildet, oder Verbalsubst. zu rinnen, ist im Rhfrk, Mosfrk an der Saar, an der Mos, Wittl-Binsf, WBitb, Prüm, Malm, in May, Aden-Wanderath, Daun-Strohn, Neuw-Dattenbg Datzeroth Dierd u. im Siegld verbr. Sg. t. m.:
1.
a. eiliger Lauf, gewohnheitsmässiger Gang, häufiger Besuch; die Kinner han de R. her kommen oft herübergelaufen Saarbr; den hät näs sei R. en all Heiser; eweil hät dei Al (Alte) de R. (hire R.) bei os; mir hu kä R. bei dei (die) Merz; e R. mache einen schnellen Gang tun, irgendwohin schnell gehen Neuw-Dattenbg, Siegld; de met (macht) en R. no em annere läuft stossweise Goar-Morshsn; en schäbbe R. doh einen Abstecher Siegld; sich en R. gewe eine Anstrengung machen; en R. mache ein Stück vorwärts arbeiten Goar-Weiler. R. nehme einen Anlauf nehmen Kreuzn-Sponh (Sehrrand Langenlonsh), en R. holen Bernk-Lieser; de hölt sich de R. en May-Kirchesch, — de R. an Kehrig; R. enhölle Aden-Wanderath; er git sich e R. Simm-Stdt (mehr Anrand, s. d.). Sei R. halen (machen) seinen Gang, Spaziergang machen Merz, Prüm-Gr-Langenf. Of dem R. sin unterwegs sein Siegld; eine Frau, die viel herum läuft, os lockter (lauter, stets) op de R. Malm-Amel. Dat gaht widder em Rann in grösster Eile Kobl, May; em R. schaffe in Eile arbeiten Zell-Briedel; an (in) am (einem) R. lofen in einem Galopp, Ruck WBitb, Allg. —
b. Stoss; ich gen der e R., dass de fehrscht bis dort enaus; ich hon em e R. gen, do es er geflo wie weit! Rhfrk, Saar, Trier, Bernk, Bitb, Prüm. —
2. übertr. eine bestimmte Zeit; senge R. halen seine Zeit dauern; der Keuchhusten muss senge R. halen Prüm-Ihren.

An- rand: en A. nemmen (holen) einen Anlauf nehmen Ottw-Hasborn, Nahe, Hunsr, Saarl, Merz, Trier, Wittl, Mos bis Koch, Daun-Strohn, Neuw-Dierd, Siegld [Merz auch hurant (Hoch-);

[Bd. 7, S. 70]


Ottw-Hasborn, Merz-Krettnich, Koch-Moselkern Poltersd, May-Küttig Naunh āraŋ; Merz-Morscholz, Trier-Mettnich, Wittl-Gransd, May-Trimbs -raŋk; Koch-Bertrich Brachtend Ellenz -ran].Aus -rand: usraŋk holle dass. Bernk-Zelting, Koch-Kaisersesch.

Rand-besem Merz-NLosh m.: verächtl. wild umherlaufendes Mädchen; zum Klatschen hin- u. hergehende Frau.

Randel randəl, Pl. -ələ Simm-Liebshsn; -ę- Prüm-Mürlenb f.: verächtl. Mädchen, das viel herumläuft.

randelig rantliχ Saarl-Hüttersd, Trier-OFell; -dəl- Wittl, Bernk-Winterich, Daun-Strohn Tettschd; -dəltsiχ Trier-Clüsserath; rants·ə.liχ Saarbg-Greimerath Adj.: ungeduldig, unruhig, leicht erregt; e gof der alt esu r.; dau r.ə Kerl hos nerjens Roh!

randeln Mos schw.: die Baumnüsse herumwerfen, um sie vor Schimmelpilz zu schützen.

Rander Sg. u. Pl. Simm-Heinzerath m.: verächtl. wild umhertollendes Mädchen.

Randes randəs, Pl. -əsə Simm-Laub Ebschd m.: verächtl. einer (Mann oder Frau), der nicht ruhig u. besonnen geht u. handelt, sondern fast ständig läuft, dabei unachtsam ist u. daher andere fast umrennt.

randessig -əsiχ ebd. Adj.: übereilt, hastig arbeitend.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB Randal randā:l (aus Skandal) im Süd. vereinzelt Birkf, Bernk-Rhaunen, dann Rip in Rheinb, Köln-Stdt, Dür, in Eup, Aach-Stolbg, in Kref, Mörs, Rees (-dal), in Düss-Stdt, Barm, Elbf Sg. t. m.: Lärm, Gejohle, Schimpferei; R. mache.

randalen  Barm, Elbf schw.: lärmen.

PfWB ElsWB randalieren  Verbr. wie Randal schw.: dass. — Abl.: die Randaliererei.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: