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Ramsche bis rämschen I (Bd. 7, Sp. 64 bis 66)
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Artikelverweis Ramsche ram Rhfrk in Ottw-Merchw; -ę- Wend-Baumholder, Pl. -ə, eine Weiterbildung zu Ramb, Ramme f.: Rabe, Krähe.

[Bd. 7, S. 65]



 
Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB ramschen das Wort, zu frz. ramas ‘gesammelter Haufen’, zu masse ‘Menge’, ist Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, Ess, Eup bezeugt, u. zwar ramə(n) [Saarbr auch -ǫ-; Düss-Stdt -ę-] u. -·m.žə(n) schw.:
1. etwas r., nach Abschätzung im ganzen, auf Augenmass, nicht pfundweise kaufen, wie Schweine, Ochsen, Obst udgl.; tauschen; etwas vorteilhaft unter Preis in Menge kaufen; gute u. schlechte Ware zusammenkaufen; fett Veh wiərd mols geramscht, odder et wiərd verpond (verpfundet) Altk-Birken, Allg. RA.: Douht (tut) et im R. af! vertragt euch Gummb-Stdt. —
2.
a. etwas r., habgierig, geizig, hastig an sich raffen, ziehen; he ramsch derno; he ramsch alles an sech, — zesamme (tadelnd); sparen; he hät vill (zesamme) geramscht (mehr lobend); he hät gehüreg (vill) geramsch viel im Klickersp. gewonnen Rip, Allg. —
b. etwas r., in aller Eile an sich nehmen, um nicht erwischt zu werden, stehlen, bes. Obst, Gras fürs Vieh in fremden Feldern oder es abweiden lassen; die Alt ramscht fer drei Kih; der romscht alles, was nit feschtgewachst is Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Nunk, Bernk, Koch. —
c. absol. u. vill r. viele Schnitten Brot verzehren Ottw-Wemmetsw. —
3. in Spielen.
a. eine Art Kartensp. spielen, auch eine Tour im Skatsp. Allg., auch im Nfrk, wo r. 1, 2 nicht bezeugt ist [-ēə- Aach-Stdt]. —
b. kegeln in zwei Parteien um Bier Trier-Heidenbg. —
c. im Klickersp. Klicker, je zur Hälfte vom Werfer u. Partner geliefert, in eine Kaule werfen; vor dem Einwurf fragt der Werfer paar odder unpaar? je nachdem der Partner bestimmt hat, hat der Werfer verloren, wenn z. B. paar in der Kaule blieben Ahrw-Hepping Löhnd Sinzig Westum. — Abl.: die Ramscherei, dat Geramsch.

ab- ramschen:
1. einem etwas a., für einen Spottpreis abkaufen Allg. —
2. einen Zweig a., durch beständiges Drehen abwinden Simm-Bergen Ravengiersbg, Wend-Steinb, Zell-Merl. ver -ramschen:
1. etwas v.
a. losschlagen um jeden Preis, verschwenden Allg. —
b. vertauschen, heimlich auf Seite bringen Aach. —
2.
a. etwas v., viel verzehren; de kann der awer e geherigen Kubben v. Trier. —
b. einen v., verleumden Zell-Pünderich.

ramsch Saarbr-Guising Adj.: aller Klicker im Spiel verlustig; dau bescht r.; mir hon en r. gemacht [ramōs Goar-OWesel].

PfWB ElsWB LothWB Ramsch -a-, Sg. t., auch Demin. ręmχə n. Rip; -kə Düss-Stdt, Pl. -χər (-kəs) m.:
1.
a. vorteilhafter Kauf bei grösserer Warenabnahme (meist nicht ganz ehrlich) unter Preis nach Abschätzung, in Bausch u. Bogen; do han ech der ene R. (en Rämsch-che) gemach; jet em R. (ver)kofe Rip, Allg. wie ramschen 1. —
b. Ausschussware Allg. —
c. en Wiəs em R. mähjen in einer Tour mähen Gummb-Berghsn. —
2. R. spillen ein Kartensp. Allg., auch Nfrk [n. Bitb-NWeis].

[Bd. 7, S. 66]


Ramsch-loch Ahrw (s. o. r. 3 c) n.: Kaule, in die geramscht 3 c wird. PfWB ElsWB Ramsch-ware -wār Verbr. wie r. 1 f.: billige, durch Ramsch erworbene W.

Ramsche ram Saarbr Sg. t. f.: in die R. werfen zum Aufraffen etwa unter Kinder w.

PfWB Ramscher Sg. u. Pl. m.:
1.
a. einer der ramscht 1, 2. —
b. -ę- Neckn. derer von Daun-Rengen. —
2. Pferd mit R.nase Saarbr.
 
Artikelverweis 
rämschen I -ę- SNfrk in Heinsb-Karken schw.: räuspern, den Schleim ohne Husten laut beseitigen s. rämpschen. — Abl.: die Rämscherei, dat Gerämsch.

 

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