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rammeln III bis Rämmer (Bd. 7, Sp. 60 bis 61)
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Artikelverweis rammeln III -a- das Wort, ndl., mndl., fries. rammelen entsprechend, im Ablaut zu rummeln, ist zunächst am lrip. WRand u. daran anschliessend in der Selfk in Eup, Aach, Geilk, Heinsb, Kemp-Kaldenk heimisch u. dann allg. in Geld, Mörs, Klev, Rees; vereinzelt noch südl. davon in Dür-Heistern, Köln-Stdt, Bo-Volmershv, Düss-Stdt, Sieg-Ägid Fussh in bes. Bed. schw.:
1.
a. Lärm von sich geben oder verursachen; mit dem Schläger an die verschlossene Türe schlagen; mit der Kinderrassel klappern; do rammelt (rasselt) de Bahn; glick krigs de wat an de Ohre, dat deij de Tänt (Zähne) r.; de ganze Schol lachde, dat de Fensters r. deie (taten); domet rammelde jet en die decke Tonn Allg. Fastelowend mät Gott, da rammelt de Pott (der Rummelspott; s. d.) usf. Mörs. Marij, M., maratz, wat rammelt dej dem Batz, wat r. dej dat lenke Ben usf. Mörs-Wallach. Lehn van Has schlug den Bas bej Frau Sas in de Wenkelgass, dat de Telders rammelden in den Kast Klev. Och, verrust (verroste) mät en Bleck (Blech) an de Kont (Gesäss), dann köj (kannst du) r.! geh zum Henker Emmerich. — Das R schnarrend sprechen Geld-Twisteden, Bo-Volmershv. — Mit Gerassel in Menge herabkollern, vom Obst; wat r. de Pären (Birnen); wat se heronderr.! Allg. —
b. an de Dör r. heftig rütteln (dies auch Sieg-Ägid Fussh); he rammelde met e Stofeniser, ongder je Schaf (Schrank); de Körf ös voll Appele; ek häbb se all tesame gerammelt, et geht

[Bd. 7, S. 61]


der necks mehr drin; alles dörcheə (durcheinander) r. Allg. —
c. de Kenger send am r. laufen wild, ausgelassen umher Dür-Heistern Stdt; se r. sech balgen sich aus Mutwillen Aach; se r. wie de Esele dass. Düss-Stdt. Wenn de E. r., dann git et got Wedder Köln-Stdt. —
2. einen r., verhauen, prügeln Heinsb-Breberen. — Abl.: die Rammel(er)ei, dat Gerammel(s).

Rammel -əl, Pl. -ələ f.:
1.
a. ręməltjə, Pl. -tjəs n. Kinderrassel Klev, Rees. —
b. ręməlkəs n. Pl. Hirtentäschelkraut Geld-Straelen. —
c. f. Lachmaul Sieg-Fussh. —
d. f. Vorwurf Eup. —
2. f. Anzahl; met en R. Kengk henger sech; de ganze R. alles zusammen Aach.

Rammel-apfel -apəl Geld-Straelen Schravelen Kevelaer, Rees-Brünen m.: eine A.sorte. Rammel-bass -ələ- Dür-Stdt m.: verächtl. Mannweib. Rammel-buckse -boks Geld f.: verächtl. hastiger Mensch. Rammel-dose -dōs Rees f.: verächtl. langweiliger Schwätzer. Rammel-geschirr ra·m.əltsjəīər Selfk n.: im Rätsel vom Pflug: Füre stif on stärk (Pferde), en de Medde e R. (Pflug) on achter ene Fotzbül (Pflüger). Rammel-kiste -kēs MGladb-Rheind f.: verächtl. verschliffenes, wackeliges Möbelstück. Rammel-pott -əlts- Mörs m.: Rummelspott (s. d.) zu Fastnacht.

rammelig Adj.:
1. gerne lachend Sieg-Fussh. —
2. der Bom (das Holt) es r. ist gesprungen in den Jahresringen, brüchig Mörs, Rees.

rammen s. bei Ramme I; rämmen I -ę- = sich drängen, von eiligem Handeln s. bei Rämm III; rämmen II -ę- = bremsen s. bei Rämme; Rammen = dickes Stück Brot s. bei Ramme I; Rämmer = Rainfarn (s. d.).

 

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