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Rammel III bis rammeln II (Bd. 7, Sp. 58 bis 60)
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Artikelverweis  PfWB Rammel III, Rämmel II, eine Abl. zu Ramme III u. wahrscheinl. zu Ramm V, -əl, Pl. -əln, –ələ; das Geb. des Wortes erstreckt sich je nach der Bed. über vier Geb., wobei Geb. 1 a u. 1 b sich im Rip, SNfrk decken, für 1 b aber weiterhin nach Süd. zur Nahe reicht. Geb. 1 a im Mosfrk, Rhfrk, wo 1 b nicht gilt, 1 c im Westerw m.:
1.
a. -ę·m.- ein derber Knüppel in der Schanze, Schanzer, dicker als ein Stock, unförmlicher Handstock Verbr. lrhn. n. einschl. Malm-Vith, Prüm-Ihren, Schleid-Glehn, Ahrw-Vettelhv Remagen bis NHeinsb, Kemp-Brüggen Lobberich Süchteln, Geld-Hinsbeck, NMGladb, Neuss, rrhn. Neuw (Rheinorte), Altk-Neitersen, Gummb-Stdt, Wippf, Sieg, MülhRh, Sol, Düss, Elbf, Lennep; -a- Ahrw-Remag; -ęi- Sol-Höhschd Gräfr Stdt, Mettm-Cronenbg, Elbf; -- Geilk-Grotenr, Heinsb-Erpen Millen Tüddern; südl. der lrhn. Süd-Grenze noch vereinzelt Kobl-Stdt u. Sayn, Prüm-Mürlenb 1860 (rī- u. rę-), Daun-Pelm, Wittl-Bengel Reil, Zell, Wend-Fohren Linden; der R. dient abgesehen als Brennholz dazu, einen Steg über den Bach zu belegen, zum Werfen in den Obstbaum, als Stecken im Rauchfang, als Riegel im Tor, als Schlagholz beim Schlagholzsp., zum Prügeln; möm R. en de Bom werfe; Nöt (Nüsse) met R.e afwerpe; en R. Holz. RA.: Er es so dönn (mager) wie ene R. Hot (Holz) Heinsb-Rathm. De hät ene R. te vöəl on en Schanz te wenneg er ist nicht gescheit Geilk, Heinsb. Treck ens tiehn R.ə ut en Schanz, dann kickste ens, wat noch üəper blift sagte einer, als jmd. eine Frau, die nach der Geburt des zehnten Kindes sehr mager aussah, bedauerte Heinsb. —
b. übertr. -ę- derbe Schnitte Brot, derbes Butterbrot, ordentliches Stück Fleisch, Speck oder Wurst Verbr. zunächst Rhfrk u. Mosfrk vereinzelt in Wend-Baumholder Frohnhsn (-i-) Kefersh (-ī-), Birkf-Berschw Fischb O u. NWörresb OHosenb Vollmersb; -ī- Breitenth Göttschd Idar; -i- Eckelhsn; -ę- Simm-Sabershsn Stdt, Goar-Morshsn, Zell-Trarb GrHemmersd, Merz-Bergen Wadern Zwalb, Trier-Eisenach Euren Höfchen Hermeskeil Karthaus Konz Metzd Reinsf Trimst Schilling Welschbillig, Wittl-Krinkhf Meerf Neuerbg OKail, Bitb-Cruchten Ferschw Hausen Karlshsn OGeckler NWeis Ritterd, Daun-Deudesf Jünkerath Wiesbaum,

[Bd. 7, S. 59]


n. einschl. Prüm allg., Malm u. Schleid allg., Aden-Engeln Kempenich Lind bis zu der bei 1 a angegebenen NGrenze; rrhn. n. einschl. Neuw-Leubsd Jungeroth Dernb, Altk-Herdrf Bachenbg Neitersen Harb Selb Wissen Birken u. einschl. Siegld bis zur NGrenze des NBerg; -a- (wobei dass. Geb. für 1 a -ę- hat), Ottw-Neunk, Saarl-Buprich, Prüm-Lierschd Waxw, Ahrw-NEsch Nierenf Remag Sinzig Westum, Eusk-Antw Rövenich, Bo-Keldenich Kessenich Röttgen Witterschlick, Köln-Deutz, Bergh-Bedbg NEmbt Heppend, Dür-Geich Girbelsr, Jül-Engelsd, Monsch-Rötgen Stdt, Eup-Stdt, Geilk-Honsd (f.), Heinsb-Horst, Millen Neuss-Dormag Rommersk, Grevbr-Evinghv, Altk-Wissen, Sieg-Buisd Honr Kaldauen Dahlhsn Eschmar Hangelar Ittenb NCassel Sieglar, Sol-Leverkusen Opladen Schlebusch, Düss-Benr Eller, Elbf, Ess-Überruhr, Dinsl-Walsum; -ę·i.- Sol-Gräfr Höhschd Ohligs Stöckr, Mettm-Cronenbg; -ø- Malm-Schoppen, Siegld-Neunk Salchend; schneck (schneide) mir nouch eis en gehüregen R. af; he werden decke Burerämmele afgerössen Sieg, Allg. — Auch dicke Kartoffeln send R.ə Heinsb. —
c. -ę- grösserer unbebauter, ziemlich steiler, mässig hoher Abhang (Böschung) zwischen zwei bebauten Feldern, mit Gras bewachsen oder unbewachsen; trockne, wenig fruchtbare Wiese Simm, Goar, Kobl, May (Mos), Koch, Zell, Wittl, Daun, rrhn. SNeuw (also in einem Geb., wo R. 1 a, 1 b nicht gilt); -i- Zell-Aldegund Beilst, Koch-Bremm Bertrich Eller Poltersd. RA.: De Appel fällt net weut vom Bam, e messt denn om R. stoh Koch-Ernst. —
d. -ę- eine Reihe zusammengeharkten Heues, das dann auf Haufen (Kodden) gemacht oder heimgefahren wird; et Heu uf R.ə mache Altk um Flammersf Bachenbg NMörsb OIngelb, Neuw-Rodenb. —
e. -ę- Pl. blaue Flecken von Schlägen; mer seiht noch de R.ə Kobl-Stdt. —
2. übertr.
a. sachl.
α. scherzh. das männl. Glied Düss-Stdt, Malm-Mürring. —
β. verächtl. dickes, schlechtes Messer, Kesr. Düss-Stdt. —
γ. schmale R. schmales Feldstück Altk-Bachenbg. —
δ. Wirbelverschluss an Türen Bo-Plittersd. —
b. persönl. verächtl. ein starker, plump gewachsener, ungeschickter Kerl, en R. van em Kerl uWupp, botte R. Wermelsk; fule R. Faulpelz Kemp-Bistard Dülken; ene Buərer. Bauerntölpel Mü-Eif, MülhRh.

Um- rammel: ømrę·m.əl Brotschnitte ringsum Waldbr-Wildbg.

Rämmel-birnchen -ələbīrχən Altk-Wissen n.: rote Frucht des Weissdorns. Rämmel-sack -əlts- uWupp 1870 m.: Füllung in einem ausgewachsenen Kälbermagen, bestehend aus zwölf Eiern, ¼ Pfd. Salz, ein Lot Pfeffer u. drei Mass Milch, oben zugebunden; man hing ihn in den Rauchfang, wo die Masse sich nach u. nach verdickte; man nahm danach eine Messerspitze

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voll davon. Rämmel-stürzchen -īăts- Koch-Treis n.: Purzelbaum den Abhang hinunter.

Rämmeler Sg. u. Pl. Schleid-Schmidth, Klev-Kehrum m.: derbe Schnitte Brot.

rämmelig Ess-Borbeck Adj.: plump, ungeschickt.

rämmeln I schw.:
1.
a. Obst, bes. Nüsse r., mit Knütteln herabwerfen, auch herafr., en de Nöss r., herenr. Ahrw, Rheinb, Eusk, Neuw (Rheinorte). —
b. einen r., mit einem Rämmel 1 a prügeln; die han mich gerämmelt; der krit se g. Dür, Jül, Geilk, Heinsb, Erk u. uWupp. — Einen r., stossen, knuffen Saarbr. —
c. sich r., no der Schlof sich r. recken u. strecken Aach-Kohlschd. —
2. Heu r., zu Rämmeln 1 d zusammenkämmen Neuw-Limb. — Abl.: die Rämmel(er)ei, dat Gerämmels.

ab- rämmeln:
1. eine dicke Schnitte Brot unordentl. abschneiden Saarbr-Heusw, Merz-Zwalb, Zell-Enkirch, Altk-Wissen, MülhRh-Neunk Sülzt, Düss-Hombg, Erk; -a- Elbf, Geld. —
2. -ę- einen a., mit einem Rämmel verprügeln Kemp-Süchteln. auf -rämmeln: einen opr., derb anfahren MGladb-Rheind.durch -rämmeln: einen d., verprügeln Dür.ver -rämmeln: einen v., dass.; du kris se verrämmelt Dür.zer -rämmeln: enem et Fell z. ihn prügeln Dür.

rämmeln II = begatten s. bei Rämmel I; rammeln I = stampfen s. bei Ramme II; rammeln II = begatten s. bei Rämmel I.

 

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