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ramessieren bis Ramm IV (Bd. 7, Sp. 51 bis 52)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB ramessieren zu frz. ramasser ‘sammeln, aufheben, zusammenfassen’, ramesērə  vereinzelt Rhfrk in Wend-Werschw schw.: etwas r., in Ordnung bringen, bes. Gerätschaften. — — Abl.: die Ramessereerei, das Geramesseer.

ramig -ā- = mager, vom Vieh s. bei ramm III; Ramittchen = Esstraggeschirr s. Marmitt.
 
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ramm I -a- u. ram Heinsb-Breberen Millen; vgl. rack u. nord. ram(m) ‘herbe, vom Geschmack, stark, kräftig’, anord. ramer ‘stark, scharf, bitter’ Adv.: völlig, ganz, in Verb., wie he hat alles r. opgeəte; de Uhr stung op eimoəl r. still; dat is r. ut, — kapot; r. af sinne völlig erschöpft sein; de es r. afgeschiəte (-geschissen) der einen mächtigen Durchfall hatte; r., do loəg he doə plötzlich.
 
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ramm II -a- nach Wk III 18 Rip in Aden-Rodder, Malm-Dürler Amel (-ā-), Bo-Dottend; s. gramm Adj.: heiser; r. em Hals sen.
 
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ramm III ein mosfrk., rip. Wort (mhd. Lexer ran) der Saar (u. Wend-Werschw) bis Merz-Nunk

[Bd. 7, S. 52]


Losh, Hochw (Trier-Krettnich), der Mos, der OEif, der uAhr, in Rheinb, Bo, Bergh-Blatzh Glesch, Dür-Stdt, Aach Mausb (-ā-), Monsch-Witzerath, der uSieg (Nähe des Rheins), MülhRh-Ensen, Waldbr-Sinspert, Westerw, u. zwar ram [Saarbr ram u. rǫm u. rān; die Orte an der Mos vielfach rām; ebenso Daun-Strohn, Neuw-Datzeroth, Sieg-ODollend; Neuw-Heimb Weis, Altk-Hellert, Sieg -ǫ-, –ǫə-; Schleid-Scheven, Siegld-Afholderb ramp]; in der WEif rāmiχ Adj.:
1.
a. mager, schmächtig, vom Vieh, infolge schlechter Fütterung oder schnellen Wachsens; de Koh es ärg r.; en r. Koh (Gess, Dier) Allg.; en r. Hipp mageres Pferd Bo-Witterschlick; r. Prickde (Priden) Monsch-Witzerath. RA.: So r. sen wie e Reche Altk, — der Deiwel von Trier u. Mensch Saarbr; der (die) ös su düərn bie en r. Koh (Gess) Sieg, — e Rih Neuw, — en Zong (Zaun) Bo-Dransd. —
b. vom Menschen, bes. Weibern; e r. Wif (Geiss) mager Allg. [müde, matt Waldbr-Sinspert]. Der es esu r. op de Reppe wie en Geiss op de Knen (Knien) Ahrw-Westum. —
c. dünn besetzt, kleinbeerig, von Trauben, oder zerstreut; düt Johr sen de Druve arg r.; et hangen eckersch (nur) en paar r. Druve an de Stöck Sieg-Honnef Rhönd. —
2. übertr. ramm steuern den Nachen am hintern Teil nach links st. Koch-Eller.

ramm-fütterig ramfē:dəriχ, –fe·i.d-, rām- Wittl-Dörb, Trier-Mehring Schweich, Bernk-Dhron, Koch-Leienkaul Adj.: vom Vieh, das nicht gut frisst, sich schlecht füttert u. infolge dessen schlecht genährt aussieht. ramm-füttern rāmfē:dərn Trier-Föhren schw.: das Vieh ramfedert sich schlecht.

ver-rammen Geld-Sevelen (abseits), meist Part. fəramt schw.: ausgetrocknet, leck, von einem Holzgefäss.

rammig -ā- WBitb Adj.: mager, hoch, aber schmal u. schwach im Knochenbau, vom Vieh; e r. Steck Veh.

rammsch ram Dür-Gürzenich Adj.: dass.

ge-rämmschelt Eusk-Frauenbg Stdt, Bo-Friesd Part.: mager.

rammschig ramĭχ Aach-Eschw Adj.: dass.

Rammsel ramzəl Klev; -ę- Rees-Haldern (abseits, ob zu Ramen; s. Gerämsel) Sg. t. n.: verächtl.
1. Gerippe. —
2. alte, magere Kuh.

rammsig -a- Altk-Bachenbg Adj.: mager, von Mensch u. Vieh.

Ramm I -a- = Rabe, Krähe s. Ramb; Ramm II -a- = Rahmen, Rebspalier s. Ramen; Ramm III -a- = derbes Brotstück s. Ramme I; Ramm IV -a- = Ramme II (s. d.).

 

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