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ralpsen bis Ge-rämsel (Bd. 7, Sp. 42 bis 44)
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Artikelverweis ralpsen eine Weiterbildung zu rallen unter Einfluss von rülpsen, räpsen, u. zwar ral(ə)bsə OMosfrk in Koch-Moselkern schw.: rülpsen, aufstossen, nach dem Essen. — Abl.: die Ralpserei.

ram -ā- = mager, schmächtig s. ramm; Räm I -- = Rain (s. d.); Räm II -- = Milchrahm s. Raum I; Ram I -ā-, –-, –-, –ō- = Milchrahm s. Raum I; Ram II -ā-, –ā:- = Rahmen s. Ramen.
 
Artikelverweis 
Ram III das < lat. ramus (vgl. frz. rame f. ‘Reisig, Bohnenstange’) ‘Zweig’ entstandene, auf altfrk. râm zurückgehende Wort ist ein rip. Wort, rrhn. n. einschl. einer L. Kobl rrhn. (auch Stdt), Neuw-Rheinorte u. kurköln. Teil, Altk-Flamersf Walterschen Wissen, von hier aus die Sieg entlang u. den Krs. Sieg u. MülhRh umfassend, lrhn. Schleid-Wollenbg, Aden-Rodder, Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür; von hier Ausläufer nach N. nach Erckörrenz Örath Terheeg, Grevbr (rip.), MGladb-Rheydt, Kemp-Stdt (für die beiden letzten Orte in besonderer Bed. 1 b, ebenso 2 a β für Kemp, Kref, Mörs, Geld), u. zwar r:m, Pl. -:- m. [Pl. r:mə LRip, bes. im N.] [f. Neuw-Datzeroth,

[Bd. 7, S. 43]


Bergh vielfach, Erk-Körrenz]:
1.
a. noch lebender, lang aufschiessender, stangenartiger Spross, bes. bei geköpften Buchen u. bei Eichen, die zum Lohschälen sich eignen; Röm hauen; auch toter Ast am Baume Allg. —
b. Ranke, etwa bei Bohnen; de Buəne schete Röm Rheydt (r:me) u. Kemp-Stdt (hier nur diese Bed.). —
c. meist Stange, in ihrer ganzen Dicke der Eiche, Buche oder als junge Tanne entnommen, im Gegens. zum Pohl ‘Pfahl’, der oft durch Auseinanderreissen von Stämmen entsteht; der R. ist stärker als ein Zweig, dünner als ein Pfahl, er ist immer dünn u. lang; er dient als Bohnenstange, Bunnenrom, als Rebpfahl, Wengertsr., die vor dem Setzen gespetz werden müssen; als Querhölzer über den Balken der Scheunentenne, als Sitzstange der Hühner (meist Römche) Allg.; als Balken, wodurch die beiden Seitentennen unter dem Dachstuhl verbunden sind Bo-Volmershv; mit einem R. schlägt man Obst vom Baume, bes. Nüsse Allg. RA.: Da's ene Krom (eine dumme Geschichte), wammer stecke (Rebpfähle setzen) sall on hät keine R. wenn man bei der Arbeit nicht vorwärts kommt, da das Handwerkszeug fehlt Ahrw. Dem Geizigen kann mer ene R. om Kopp spetze (wetze) Sieg. Er es net su köhn, met er lange R. an et dut Hohn ze gohn Neuw-Leutesd. —
2. übertr.
a. sachl.
α. Reihe gemähten Grases Eusk-Zülp. —
β. Niederung in der Heide, meist von ehemaligen Flussläufen herrührend Geld, Mörs, Kemp, Kref. —
γ. rauh gemachte Kante einer Ziehklinge Mettm-Cronenbg. —
b. persönl. verächtl. lange R. lang aufgeschossener Mensch Bo-Waldrf; e mager Römchen mageres, dürres Weib MülhRh-Marialinden.

Ram-beil Ahrw-Rolandseck n.: B. mit breiter Schneide, auch Wetzbeil, zum Spitzen von Pfählen gebraucht. Ram-bohnen (s. S.) Allg. Pl.: Stangenbohnen. Ram-busch -bøy Sieg-ODollend m.: B., dessen Holz auf den Stöcken die passende Dicke zu Röm hat; ene häuige R. Ram-eseln Siebengeb. Pl.: Neckn. für die Winzer. Ram-flötchen Sieg (Rheinorte) n.: Rotschwänzchen. Ram-gerte r:məjərt Bergh-Hüchelhv f.: lange G. Ram-handschuhe -hęntə Neuw-Erpel Linz, Ahrw-NBreisig Pl.: H., beim Lohschälen getragen. Ram-häpe -h:p Sieg-ODollend f.: H. zum Abhauen der Röm, der Weinbergspfähle. Ram-hecke -hęk Altk-Flammersd f.: Wald, der gute Röm liefert. Ram-hemme -hę·m. Eusk-Dorw f.: Knüttel, den man ins Rad spannt u. es damit bremst. Ram-kohl r:məkȳ·ə.l Aden-Nohn m.: Blätterwerk u. Samenkapsel der Herbstzeitlose. Ram-kratze -krats Sieg-ODollend f.: Kr., mit der die Rinde am Rom bahnenweise weggeschabt wird, damit das Holz nicht vermodert. Ram-träger r:mədr:jər m.:
1. Holzdieb Eusk-Zülp. —
2. Pl. Neckn. derer von Dür-Wissersh Rath.

[Bd. 7, S. 44]


Rämel -·ə.-, Pl. -ələ Geilk-Honsd Prummern Würm Gillr m.: derber Knüttel.

rämen -:- Düss-Stdt Derend, MGladb-Odenk schw.: Bohnen r., an ihnen die Seitenfasern abziehen.

Ge-rämsel -:mz- Ahrw-Kripp Sg. t. n.: verächtl. Gerümpel.

 

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