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rakeln bis Räl (Bd. 7, Sp. 38 bis 42)
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Artikelverweis  NRhWB rakeln das Wort, ndl. rakeln, zu mndl., mnd. raken ‘in etwas wühlen’ entsprechend, ist in der ndl. Nachbarschaft bezeugt als -āk- Klevld in Geld-Winnekendonk, Klev-Asperden schw.: im Feuer r., mit dem Rakeliser schüren.

auf- rakeln: einen a., aufhetzen.
 
Artikelverweis 
NRhWB raken das Wort, ndl., mndl., mnd. rāken, ags. racian entsprechend, beginnt lrhn. zunächst vereinzelt in Aach-Stdt als rāxə in Bed. 2 c u. Aach-Breinig u. Bergh-Heppend (erreichen, raffen); dann als rākə in der westl. Selfk w. einschl. Geilk-Schümmerquartier, Heinsb-Erpen Lümb; dann bildet die L. Geld-Straelen Stdt Kevelaer Issum, Kemp, Kref, Mörs-Neuk Hombg Friemersh die lrhn. Südgrenze; rrhn. n. einschl. Ruhr allg. [lrhn. noch Kref-Stdt ānrakə; rrhn. noch Lennep-Radevormwald

[Bd. 7, S. 39]


[Bd. 7, S. 41]


(Bed. 1), Wippf-Dohrgaul rakə (Bed. 2 a)] schw.:
1. in sinnl. Bed. einen, etwas treffen, etwa mit einem Steinwurf, Schuss, Schlag, Stoss; streifen, beinahe anrühren; kas de de Pohl (Pfahl) r.? mit einem Steinwurf; dat ös fein gerackt; dor hack (hatte ich) em rührendeno (beinahe) mät en Schneeball an de Kopp gerakt, hej hat öm met de Schwep an de Kopp gerak; ek häbb öm noch ewes gerakt angerührt Klevld; et (die Kugel) hät em grad noch gerakt eben noch gestreift Selfk; rakəs! Zuruf beim Klickersp., um die Lage des Klickers ändern zu dürfen Rees-Isselbg; ich kot (konnte) em net rache nicht erreichen Aach-Breinig; he rackde (raffte, schöpfte) sich wiər alles ut der Schöttel op den Teller MülhRuhr, Bergh-Heppend. RA.: Hei hät öm fies gerack er ist schwer bezecht Mörs-Pelden; die rakt öm de Ohre er wird trunken Emmerich. — Se r. sech die Kinder stossen mit den Köpfen aneinander, im Spiel Mörs-Wallach. —
2. abstrakt.
a. einen (etwas) r., zufällig treffen, ihm begegnen Selfk; den Zug r. noch eben früh genug zur Abfahrt des Zuges kommen; absol. noch eben früh genug in die Kirche kommen Wippf-Dohrgaul. —
b. einen r., schwer treffen; dat (Leid) hät männegen hart gerakt Klevld. —
c. betreffen, angehen, innerlich berühren; dat rakt min niet Klevld, u. so auch einzige Bed. in Aach-Stdt: dat racht mich net.
d. et ös em gerak ist ihm gelungen Mörs; et gerack häbben gesättigt sein Rees-Haldern. —
e. et rackde net vöəl es fehlte nicht viel Selfk. —
f. gera(c)kt sin.
α. nicht ganz gescheit sein Selfk. —
β. getroffen, leicht beleidigt sein, licht (en de Kron) g. s. Klevld; he es wie en Donnerwer g. Mörs. —
γ. ongerakde Menss unmanierlich, ungehobelt; ongerak Adv. unerreicht, sehr; o. flott sehr freigebig; o. völ sehr viel (udgl.) Klevld. — Abl.: die Rakerei, dat Gerak (s. u.).

ab- raken: abwerfen, –schlagen Klevld. NRhWB an -raken : einen (etwas) a., anrühren; rak em es an; rak min es an, dann söj (sollst du) es wat siehn! Klevld, Allg. (meist nur in der Befehlsform).ge -raken: gelangen, geraten; min Frauw begos (begann) an't Grinen (Weinen) te g.; ek was an de Käuerei (Plauderei) gerakt; do wollen sech dij angeraken mit dabei sein Klevld, Selfk.

Rak -ā- Emmerich Sg. t. m.: hej hät R. gehat hat Schläge, Schelte bekommen.

Ge-rake γərāk Ruhr Sg. t. n.: Anteil; sin G. kriegen.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB Rakete ragē:t, –kē:t [Berg -tə] bekannt in den Städten [raŋgędən Trier-Stdt; raŋkęt Köln-Stdt, Jül-Stdt, Aach-Stdt; raŋkē:t Düss-Stdt]; Pl. -də(n), –tə(n) f.:
1. wie nhd. De Neiigkat ös wij e R. dorch de Stadt gang Trier-Stdt. —
2. scherzh. en R. uhne Licht ein Furz Trier-Schleidw.

Rakoles = gepresste Zuckerstange, Lakritze, s. Lagores.

[Bd. 7, S. 42]



 
Artikelverweis rakusen rakū:zə  Ahrw-Stdt, Rheinb-Meckenh (also LRip zwei Belege in der Nachbarschaft) schw.:
1. zornig poltern, wütend schimpfen. —
2. beim Arbeiten rauh sein, alles durcheinanderwerfen. — Abl.: die Rakuserei, der Rakuser.

Ral -ā:- = Bindstecken, grosses Stück s. Reidel; Räl -:- = Zaun aus Pfählen u. quergelegten Stangen s. Regel II.

 

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