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Räkel IV bis Ge-rake (Bd. 7, Sp. 37 bis 41)
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Artikelverweis  PfWB Räkel IV das Wort, mnd., ndl. rekel ‘grosse Bauernrüde von unedler Rasse’, ist nach Wk. VII 1 im nördl. Geb. geläufig; südl. davon begegnen vereinzelt noch Rämmel u. Rüde (dies vertritt im OBerg hier u. da das fehlende Wort ‘Hund’); im übrigen Geb. bezeichnet man den männl. Hund je nach dem Zusammenhang der Rede mit Hund oder Männchen, was auch im Geb. der Sonderformen neben diesen vorkommt; r:kəl (im Geb. der Nichtschärfung --), Pl. -ələ, –əlts reicht lrhn. von einschl. NWAach, Jül-Ameln, Dür-Berg Ellen, Erk-Körrenz, Bergh-Hüchelhv Frohnhf NEmbt, Grevbr-Gustorf Jackerath nach N. hin bis einschl. Klev, rrhn. von einschl. Sieg-Much, Mülh-Rh-Overath, Waldbr-Denkl, Wippf-Lindlar Frielingsd, Gummb nach N. hin bis Rees [in NWAach -ē:-, –·ə.-; Kref, Kemp -·ə.-, –ē·ə.-; MGladb-Rheind -ī·ə.-; Erk-Gerderath -ī·ə.rk-; NBerg (nicht Sol, Wermelsk) -ē-; Gummb-Lieberhsn, Lennep -ī-; Bergh-Frohnhf r:kələr; in Mörs vielfach --; Klev-Donsbrüggen Keeken rklər; Klev-Stdt rkənər; Rees-Haldern rkəldər; Waldbr-Denkl r:gəl; Schleid-Heimb -ęg-]; ausserdem südl. der L. abseits rē:kəlχə ‘junger männl. Hund’ (Kosew.) Sieg-Rhönd, Bergh-Glessen u. r:kəl in übertr. Bed. (s. 1 b, 2) m.:
1.
a. der männl. Hund, bes. dann, wenn er dauernd die Umgegend nach Hündinnen absucht; grosser Bauernhund; dat es ene verdammde R.; dann überhaupt grosses Hundevieh [-- männl. Hund; -ē- f. weibl. H. Klev-Calcar]. RA.: Den de Tef (Hündin) in Hüs hat, hat de R. op de Dör wer eine Tochter hat, hat den Freier am Hause Mörs-Xanten. Wenn de

[Bd. 7, S. 38]


T. t'Hüs es, es de R. te verwachte (erwarten) Mörs-Rheinbg. —
b. andere (männl.) Tiere.
α. männl. Hase u. Kanin Bergh-NEmbt (1 a fehlt) Hüchelhv, Heinsb-Breberen Karken Millen Rathm, Mettm-Gruiten. —
β. Kater (s. Wk. IV 11) Köln-Kalk, Düss-Erkr Ratingen Unterb, Mettm-Diepensiepen Stdt, Rees-Ringenbg. —
γ. Beiname für den Stier Sieg-Fussh. —
δ. Blutegel; de kotz wie ne R. MGladb. —
ε. übermässig abgemagerte Kuh Bernk-Riedenbg, Monsch-Rohren, Geld-Aldekerk. —
2. übertr. verächtl.
a. geiler Kerl; einer, der sich nicht anständig benimmt Simm-Schlierschd u. im Geb. von 1. A. Botz dich, R. der Niessende: Danke, Ekel! Simm-Schlierschd. —
b. abscheulicher Mensch, Flegel, grober Lümmel, Taugenichts Merz-Saarhölzb (-ē-), Prüm-Waxw, uWupp, Bergh-NEmbt, Geilk-Brüggen, Heinsb-Breberen, Klev. —
c. geiziger, selbstsüchtiger Mensch, oft Schimpfn. für einen starrköpfigen Bauer Klev. —
d. ungeschickter u. fauler, grossleibiger junger Mensch MüEif. —
e. langer, hagerer, aufgeschossener Mensch Bernk-Cues, Siegld, Altk, Waldbr-Schladern, Heinsb-Birgelen Myhl.

Räkels-sinn -əltsen Kref-Stdt m.: in der Wend.: Den Hongk hät R. will zur Hündin.

PfWB LothWB räkeln I -:k-, –- schw.:
1. den Begattungsakt ausführen, vom Räkel Mörs-Neuk. —
2. sich r., sich faul, flegelhaft auf dem Stuhle hin- u. herbewegen; sich langweilend hin- u. herrecken; sich behaglich strecken u. dehnen; sich lässig u. ungeschickt dehnen u. bewegen; sich im Sofa, Bett herömr.; sich faul herumwälzen; de Kinger r. sek op der Bank, — en der Schoolbank, — op dem Stuhl; räkel dek net so! geräkelt kommen schwankend Gummb, Verbr. Rhfrk, Mos, May, Aden, Ahrw, Schleid, Bo-Stdt, Köln-Stdt, Westerw, Siegld, Sieg, Gummb, NBerg, Ruhr, n. Ruhr [Dinsl auch rkərn], Mörs, Kref, Kemp, MGladb, Geilk. — Abl.: die Räkel(er)ei, dat Geräkel(s), der Räkeler (en Räkelhannes Altk-Wissen).

räkeln II -k- = schüren s. riekeln.
 
Artikelverweis 
NRhWB rakeln das Wort, ndl. rakeln, zu mndl., mnd. raken ‘in etwas wühlen’ entsprechend, ist in der ndl. Nachbarschaft bezeugt als -āk- Klevld in Geld-Winnekendonk, Klev-Asperden schw.: im Feuer r., mit dem Rakeliser schüren.

auf- rakeln: einen a., aufhetzen.
 
Artikelverweis 
NRhWB raken das Wort, ndl., mndl., mnd. rāken, ags. racian entsprechend, beginnt lrhn. zunächst vereinzelt in Aach-Stdt als rāxə in Bed. 2 c u. Aach-Breinig u. Bergh-Heppend (erreichen, raffen); dann als rākə in der westl. Selfk w. einschl. Geilk-Schümmerquartier, Heinsb-Erpen Lümb; dann bildet die L. Geld-Straelen Stdt Kevelaer Issum, Kemp, Kref, Mörs-Neuk Hombg Friemersh die lrhn. Südgrenze; rrhn. n. einschl. Ruhr allg. [lrhn. noch Kref-Stdt ānrakə; rrhn. noch Lennep-Radevormwald

[Bd. 7, S. 39]


[Bd. 7, S. 41]


(Bed. 1), Wippf-Dohrgaul rakə (Bed. 2 a)] schw.:
1. in sinnl. Bed. einen, etwas treffen, etwa mit einem Steinwurf, Schuss, Schlag, Stoss; streifen, beinahe anrühren; kas de de Pohl (Pfahl) r.? mit einem Steinwurf; dat ös fein gerackt; dor hack (hatte ich) em rührendeno (beinahe) mät en Schneeball an de Kopp gerakt, hej hat öm met de Schwep an de Kopp gerak; ek häbb öm noch ewes gerakt angerührt Klevld; et (die Kugel) hät em grad noch gerakt eben noch gestreift Selfk; rakəs! Zuruf beim Klickersp., um die Lage des Klickers ändern zu dürfen Rees-Isselbg; ich kot (konnte) em net rache nicht erreichen Aach-Breinig; he rackde (raffte, schöpfte) sich wiər alles ut der Schöttel op den Teller MülhRuhr, Bergh-Heppend. RA.: Hei hät öm fies gerack er ist schwer bezecht Mörs-Pelden; die rakt öm de Ohre er wird trunken Emmerich. — Se r. sech die Kinder stossen mit den Köpfen aneinander, im Spiel Mörs-Wallach. —
2. abstrakt.
a. einen (etwas) r., zufällig treffen, ihm begegnen Selfk; den Zug r. noch eben früh genug zur Abfahrt des Zuges kommen; absol. noch eben früh genug in die Kirche kommen Wippf-Dohrgaul. —
b. einen r., schwer treffen; dat (Leid) hät männegen hart gerakt Klevld. —
c. betreffen, angehen, innerlich berühren; dat rakt min niet Klevld, u. so auch einzige Bed. in Aach-Stdt: dat racht mich net.
d. et ös em gerak ist ihm gelungen Mörs; et gerack häbben gesättigt sein Rees-Haldern. —
e. et rackde net vöəl es fehlte nicht viel Selfk. —
f. gera(c)kt sin.
α. nicht ganz gescheit sein Selfk. —
β. getroffen, leicht beleidigt sein, licht (en de Kron) g. s. Klevld; he es wie en Donnerwer g. Mörs. —
γ. ongerakde Menss unmanierlich, ungehobelt; ongerak Adv. unerreicht, sehr; o. flott sehr freigebig; o. völ sehr viel (udgl.) Klevld. — Abl.: die Rakerei, dat Gerak (s. u.).

ab- raken: abwerfen, –schlagen Klevld. NRhWB an -raken : einen (etwas) a., anrühren; rak em es an; rak min es an, dann söj (sollst du) es wat siehn! Klevld, Allg. (meist nur in der Befehlsform).ge -raken: gelangen, geraten; min Frauw begos (begann) an't Grinen (Weinen) te g.; ek was an de Käuerei (Plauderei) gerakt; do wollen sech dij angeraken mit dabei sein Klevld, Selfk.

Rak -ā- Emmerich Sg. t. m.: hej hät R. gehat hat Schläge, Schelte bekommen.

Ge-rake γərāk Ruhr Sg. t. n.: Anteil; sin G. kriegen.

 

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