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raffinieren bis Raft (Bd. 7, Sp. 33 bis 34)
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Artikelverweis raffinieren schw.:
1. rafənī:rən  u. raw- Schmiedeeisen u. Rohstahl mehrmals zusammenschweissen u. ausschmieden, auch gerben genannt. Arbeitsvorgang beim Raffinieren: die Rohstahl- und Eisenrippen werden zu einer sog. Zange zusammengeschichtet, mit der Bonn- u. Grieptang (Greifzange) gefasst u. tesamengewellt; das erste Zusammenschweissen nennt man plätten; das Ergebnis sind geplättete Rippen oder die Rippentang, diese wird nun in der zweiten Hette mit der Rippenkusentang gefasst, gewellt, utgeschmedt u. römgepackt; das Ergebnis ist der Rippenkusen, dieser wird in einer dritten Hette mit der gebogenen Tang und der gebogenen Welltang gefasst, gewellt, utgeschmedt u. engehauen; das Ergebnis ist die gebogene Tang, sie wird in der vierten Hette mit der gebogenen Schmedttang gefasst, gewellt u. römgepackt; so erhält man den gebogenen Kusen, er wird zu ganz gewellten Stückern durchgehauen und in einer letzten Hette vürgeschmedt u. op jede Mote gereckt; die beim letzten Arbeitsvorgang gebrauchte Zange heisst Stöckerschmedtang u. Recktang. Vgl. ferner die Bezeichn. Bläck,

[Bd. 7, S. 34]


brechen, gärben, plätten, recken, Rippe, beistählen, Luppen r. (Mesen maken); je mehrmols der Stohl raffeniert würd, je better es he; der viermol raffenierte St. es der alderbeste; Raffenierstohl Berg. —
2. rafənī:rt, rav-, raw-, –nē:t, –:- [rəwē:rt Goar-NGondershsn]  durchtrieben, mit allem Gaunerhaftem vertraut, abgefeimt, frz. raffiné; en r.ə Kerl (Jong, Spetzbof); e r. Fraumensch; ene r.ə Kärter (im Kartensp.) (Kofmann, Advokat); du r.ən Hond; e r. Körske (Kruste) Mörs-Xanten; dat es en dreimol R.ən Gummb; de hät en r.ə Schnüss (Ogen); r.ə Strech (Streiche); r.ə Legerei (Lügerei); r. stelle (lege, bedrege, övverlege, jet afange, bedrive) Rip, Allg. im ganzen Geb.

Raffenier-hammer Berg m.: H., mit dem der Stahl raffiniert wird. Raffenier-stahl Berg m.: raffinierter St.
 
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rafitzig  zu raffen u. krabitzig Malm-Bütgenb Weywertz Adj.: geizig, übermässig genau im Geldverkehr.

Rafolt = Aufruhr, Wirrwarr, Lärm s. Ravolt.
 
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Rafonn , Pl. -·n.ə Neuss-Langst Kierst m.: Eichelhäher.
 
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Raförsch-chen , Pl. -χər Rheinb-Meckenh n.: im Kartensp. zwei Karten, die unter Umständen einen Stich geben können (einen zweifelhaften Stich), z. B. ein König mit 8, 9 oder 10 oder eine 10 mit 9, 8 oder 7.
 
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rafotten das Wort, ndl. ravotten entsprechend (man weist hin auf frz. rioter ‘zanken’, mndl. riôten, mndl. rabat ‘Lärm, Zwist’, afrz. rabaster, rabâter ‘toben’, afrz. rabot ‘Zwist’, ohess. ra(m)bastern ‘zanken’), ist in der ndl. Nachbarschaft als rafǫtə, –wǫt- Rees-Emmerich Elten bezeugt schw.: lärmen, laut u. wüst spielen, sich balgen, von Kindern; wat die Blage r.; herömr. — Abl.: die Rafotterei.

rafotzen rafǫtsə, –vǫ- (u. -tsələ Klev-Calcar, Mörs-Büderich) Allg. in Mörs, NGeld, Klev schw.: lärmen (auch von Erwachsenen), laut u. wüst spielen über Bänke, Stühle, Tische hinweg, sich herumbalgen, von Kindern; im Bett herumwühlen; in etwas herumwühlen, dass alles durcheinanderliegt.

Rafotz , Pl. -tsə Klev-Calcar m.: verächtl. Radaubruder.
 
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Räf-seite rf-, rēāfzeit (< b S., s. äbbich) Bitb-Hütting Rittersd Wiersd f.: Schattenseite, beim Dach u. bei einem nach Norden fallenden Abhang, an den die Sonne schwer gelangen kann; op de R. get de Fruicht net esu sching (schön), fir dat et do mih kalt as.

Raft, Räft = kurzer Zeitabschnitt, Laichgang s. Rift.

 

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