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radieren bis Radutt (Bd. 7, Sp. 26 bis 27)
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Artikelverweis  PfWB PfWB radieren  Allg. schw.: absol. u. etwas r., mit dem Radiergummi (dem Radier Elbf) oder dem Radiermesser beseitigen, auch ab-, ausr., nur von der Schrift.
 
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PfWB LothWB Radies ndl. radijs < lat. radix ‘Wurzel’:
1. -dīs , Pl. -zən m. Rettich Elbf, f. MüEif; schwarte R.ə Kref-Willich. In der Wend.: Schnuf (schnupfe) dech di (dein) R., dann häste et Grön on och et Gris! du brauchst mir nicht die Meinung zu sagen Neuss, Aach. —
2. radīsχə(n), Pl. -sχər, Nfrk -diskə, Pl. -skəs n.
a. wie nhd. —
b. übertr.
α. scherzh. Auswuchs, Dutz am Kopfe Altk-Horhsn; knollige Nase Trier-Schleidw. —
β. verächtl. gerade schulentlassenes Mädchen, das schon pussieren will u. sich aufputzt Saarbr-Stdt; e geck Radies-che Mädchen, das sich naiv benimmt Bo-Stdt.

Radies-chen-gesicht -sχəs- Wend n.: verächtl. breites G.
 
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PfWB ElsWB radikal das Wort ist allg., u. zwar radĭkā:l, meist radə- [Rhfrk u. Mosfrk auch daneben -gā:l; Prüm-Mürlenb 1860 rdək:l; Bo-Godesbg rakdĭkā:] ; daneben überall ratəkāl (OBerg auch daneben ratən-), man denkt dabei an

[Bd. 7, S. 27]


Ratten, die einen kahlen Schwanz haben, u. neben ratə- in Birkf, Saarbr, Ottw, Saarl-Berus, Trier-Stdt, Zell-Enkirch, Berg, Rip, SNfrk, Mörs, Wesel ratsəkāl [ratsdəkāl Grevbr-Weckhf]  Adv.: ganz u. gar entfernt, bei Ausdrücken des Entfernens, Vernichtens; er hat's r. ofgess Saarbr, Allg.; de Wieəs r. afmähjen vollständig abmähen; den Bom r. utmaken mit Stumpf u. allen Wurzeln; de Hor r. afschniən (scheren) loten; den Kopp r. geschoren han; r. alles weg! die Sachen sind alle weg; alle sind aus dem Hause gegangen; ek schlohn et r. kapot; r. blank sin ohne Geld Gummb, Allg.
 
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PfWB Radio  Allg. Sg. t. n.: Rundfunk; dat han ech em R. gehurt; dat R. hät gesät nach dem Nhd. Rip, Allg.; R. ohne Batterie klatschsüchtiges Weib Trier-Schleidw.

Radio-stoss Saarbr in der Bergmspr. m.: sehr hoher Schüttelrutschstoss.
 
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NRhWB PfWB Radong nach frz. raton, mlat. rotunda, rado·ŋ. Sol; ro- Rip, Berg; rə- Heinsb , Pl. (selten) -·ŋ.ks m.: turbanähnl. Gebäck.

PfWB Radong-form Rip, Nfrk f.: Formgefäss mit innen gewundenen Rillen, in dem der Radong gebacken wird. PfWB Radong-kuchen (s. S.) Allg.; dazu radōn- Nahe; -du·ŋ.- uMos; -dūnə- mosfrk. Neuw; -do·n.ə- Mörs; -do·n.ts- Geld; ratəkūk Rees, Geld m.: Radong.
 
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Radötzchen radøtsχə  vereinzelt Aach-Stdt Sg. t. n.: Geschwätz, frz. radotage.

Radutt = altes baufälliges Haus s. Redutte.

 

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