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Rade I bis räden (Bd. 7, Sp. 24 bis 26)
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Artikelverweis Rade I rā-: Dorf n. Ruhr. RA.: He mäckt en Gesecht äs et bittere Lieden van R. Rees-Brünen.
 
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PfWB ElsWB LothWB Rade II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rāt, –ā:- [rār Wend-Erzw Ruthw, Meis-Jeckenb]; Mosfrk an Saar, Mos, Eif r:t [Merz-Merching Schweml, Saarbg-Helfant -:-; Trier-Ruwert Fell Geizenbg -:-; Saarbg-Rommelfang Soest Tetting Wellen -ū·ə.(r)-; Wittl-GrLittgen NÖffl, Daun-Mehren Schönb Strotzbüsch, May-Boos, Aden-Welcherath -ǫ-; Wittl-Honth Kinderbeuren, Prüm-Büdesh, Siegld -a-; May-Kell -ę-]; sonst rā:t [NAden, uAhr, kurköln. Neuw, Sieg (dem Rheine zu) -a-; Dür-Lüxh, Grevbr-Hoister, Neuss-Stdt -:-; Bergh-OEmbt, Dür-Weisw, Jül-Hambch Langend Müntz, Geilk-Lindern rā:; Aach-Dorff Welld, Grevbr-Garzw

[Bd. 7, S. 25]


Kuckum Otzenr rā:r; Kemp-Hagen r·ə.rə; Geld-Aldekerk r·ə.də; Mörs-Capellen Hombg rā:; Mörs-Neuk rā:t u. rā:r; Gummb-Nümbrecht s. rā:t]; Klev, Rees, Dinsl rā [Mörs-Wallach r]; Sg. t. f. [m. Wend-Aulenb, Simm-Laub, Saarbg-Wellen, Neuw-Heimb Weis, Rip hier u. da; n. Altk-Hilgenr]: Kornrade, agrostemma githago, Pflanze u. Frucht, auch andere Unkrautgewächse im Getreide; schwatte (schwarze) Ra Dinsl-Löhnen; s. auch Brot, Brot-, Feuer-, Fleisch-, Flocken-, Gansblume, Flette, Kohlzwicke, Käse-, Keidchenblume, Klebkraut, Kornblume, –flette, –hexe, –kraut, –kröckchen, –melke, –picke, –rade, –stelze, –winde, Krock, Krückenblume, wollen Männchen, Muttergottesgläs-chen, Mutterkorn, Ochsen-, Peterblume, Pisspott, Ratsch, Ratschblume, Reif, Rübenweizen, Schirm, Stöss-chenblume, Uhrklemme, Weck, Weckblume, Winde-, Zehnuhrenblume; en eirem Kore es noch vill R. Saar, Allg. — Bauernspr. R. es dem Bauer (arme Mann) kä Schod (die Körner ergeben beim Mahlen auch Mehl) Rhfrk, Mosfrk, mit der Forts. Durt (Trespe, kein Mehl liefernd) brängt den arme Mann in de Furt Bernk-Neumag, Koch-Ernst. Duərt git dem Korn en Brut ze kuərt (kurz); R. git dem K. en Br. batt (Nutzen) Sieg-ODollend. Der Duərt mat den Buren kuərt, der R. deht enem genen Schad uWupp, Sol. Rif (Vogelwicke) on R. deht dem Bäcker genne Schad, ävvel der Dort, de lott mech drut (dat scheut he en et Bruət) Kref-Osterath Fischeln. R. deht nemmes Schad, Rassel deht jeder hasse, Duərt kömmp jedermann zo kuərt Dür. Weck on R. sein känes armen Manns Schod, awwer Dort on Rassel soll jedermann hasse Bernk-Walborn. Dort on R. dem Bauer neist schod (de Mann wat bat), Rassel (Klet) on Reif de Bauer verdreift Daun-Strotzbüsch, Neuw-Datzeroth. — Aus der Zeit, in welcher ein Teil des Pfarrergehaltes in Naturalien geliefert wurde: R., Dort un Vogelwicke duht mer dem Herrn Pare schicke; Antwort: meine Predigt is keusch und rein, so sollen auch eure Früchte sein! Bernk-Dusemond, oNahe. Dort, R. un Volswicke duhn mer de Norader (Goar-Norath) zum Ärgernis schicke; hoch sin Jerusalems Mauere, Spitzbue sin die N. Bauere! Simm-Laub.

PfWB Rade-blume (s. S.) Kreuzn-Boos Bretzenh, Saarbr-Lauterb, Ottw, May-Wierschem, Eusk-Elsig Zülp, Bo-Geislar, Köln-Bocklemünd Brauw Fischenich Sinthern Stammh Stommeln, Dür-Poll Frauwüllesh, Neuss-Delhv, Erckorschenbr; rā:ts- Sieg-Birlinghv Ölinghv; rā:r- Jül-Boslar Hottorf, Grevbr-Evinghv, Neuss-Dormag 1817; s. Rader- f.: Kornrade. Rade-reider rārəręidər Simm-Laufersw m.: grobmaschiges Sieb. PfWB ElsWB Rade-sieb -sīp, –zef, –zaft (s. S.) [rārə- Wend-Merzw, Kreuzn-Münchwald, Simm, Bernk; rārər- Simm-Crastel; rādə- Bernk-Longkamp; radə- Aden-Kaltenborn;

[Bd. 7, S. 26]


r:r- May-Pillig] Rhfrk, Mosfrk, Düss-Serm n.: feinmaschiges Drahtsieb, um den Unkrautsamen aus der Saatfrucht zu sieben.
 
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Räde rdə Klev Sg. t. f.: Ursache; worum sij (bist du) so quoj (böse, erzürnt)? Jo, ek häbb well R., quoj te sinn!
 
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Radekav radəkāəf,  Pl. -və Köln-Stdt 1814 m.: verächtl. Steuerkontrolleur, zur Erhebung der Getränkesteuer, frz. rat de cave ‘Kellerratte’.
 
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Radel I -ād-, Pl. -əlts Nfrk in Heinsb, Klev; vgl. Ratel m.:
1. Kinderspielzeug; ein Knopf oder eine durchlöcherte Scheibe wird durch zwei Schnüre in surrende Bewegung gesetzt. —
2. übertr. rādəltjə n. verächtl. Mädchen, das viel herumläuft Klev-Appeldorn.

Radel II, Rädel I -ā-, –- = Bindstecken s. Reidel I; Rädel II -- = Sieb s. Reidel II; Rädeln -- = Masern s. Rüddeln; rädeln -- = mit einem Stecken schlagen, binden s. bei Reidel I; räden = Frucht sieben s. reden II.

 

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