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Rackerant bis räd-lich (Bd. 7, Sp. 17 bis 24)
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Artikelverweis Rackerant  vereinzelt SNfrk in Heinsb-Oberbr Sg. t. m.: Willensstärke.

racks, rackstich, racktich = ganz u. gar, immer s. bei rack II.

Rad I -ā:- = Kornrade s. Rade.
 
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PfWB ElsWB LothWB Rad II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk uNahe rāt, –-, Pl. ręrə, Demin. rdχə südl. Kreuzn-Hahnenb Hennw Königsau Schwarzernden, Soonw; n. davon u. im Hunsr rāt, Pl.

[Bd. 7, S. 18]


rērə(r), rīdχə [in Goar auch rrər; Simm-Heyw rīdər]; an der Nahe nach W. rāt, Pl. rrər, rdχə (Birkf-Idar rīrər); rrər NWend; -ę- SWend, Ottw; Saarbr rāt, ręrər, rędər, rēdχə; Mosfrk rāt, –ā:- [w. Saarl-Überhern Altforw Felsbg Karl Bedersd -a-; in Merz, Saarbg, Trier auch --; Merz-Riml, Saarbg-Greimerath, Trier-Fell -:-; in WSaarbg -ūə-], Pl. rdər [-ę- Saarl (s. o.), -ēə-, –ī·ə.(r)- (Merz, Saarbg); -ę- Trier-Geisf, Wittl-Bausend, Daun-Stdt Strotzbüsch; -a- Daun vielfach; -ǫ- Zell-Briedel, Koch-Stdt, May; rǫrər Koch-Poltersd; -a- Goar-Macken; -ād- Bernk-Monzelf, Prüm-Heckhalenf]; mosfrk. Westerw rāt, Pl. rę·r.ər, rę·l.-; Siegld rat, Pl. rārər; Rip rat (jünger rā:t), Pl. radər u. jünger -ęd-, –ā:d-, –:d-; in Bergh, Dür, Jül, Aach rā·ə.r, rā:r; Berg rat, –ā-, Pl. OBerg, Lennep rāər, rār, –ə-, NBerg rādər (alt), rēdər; SNfrk rat, –ā- [im Trübungsgeb. hier u. da rǫt (Kemp-SHubert Hüls)], Pl. rā·ə.r, –·ə.-; Klevld rat, Pl. rāər, rr [n. einschl. Klev-Frasselt Nütterden Mehr Düffelward rǫt, Pl. rr]; Demin. rdχə(n), –:-, –ę-, –tə, –tjə [Geld auch ręxə] n.:
1. wie nhd.
a. Karren-, Wagen-, Pflugrad, mit dem Radkranz aus sechs Fälgen bestehend, die durch de Giəten oder Diwel miteinander verbunden sind; der Radkranz ist mit einem Reifen oder Band umgeben (et R. beschlohn; et R. optrecke MülhRh, Grevbr, Geilk, Heinsb); vom Radkranz gehen die zwölf Speichen zur Nabe, die mit eisernen Bändern, Kratten, umgeben ist (et R. sticken die Speichen in die N. treiben); die Achse bewegt sich in dem eisernen Hohlkegel der N., der Büchse; das Rad wird auf der Achse durch die Lünse vor der Nabe festgehalten Wittl, Allg.; bei längerm Gebrauch des R. lockert sich der Reifen, weil die Holzteile schrumpfen; dann muss das R. abgebunn (-bunden) were; der Reifen wird abgezogen, dann auf der Schmiedeesse häss (heiss) gemacht u. uf der Stauchmaschin gestaucht, wodurch er sich verkürzt; Ungleichheiten werden ausgeschmiedet; ist ein Stück des alten Reifens schadhaft, so wird der R. abgeschlagen u. ein neues St. angeschweisst, man sagt: et is en Stick anggelagt wor Hunsr. De Won hat veer Räder (Vörder-, Hennerräder), die Kar zwin Koch, Allg.; dat van der handschtrad (von der Hand R.) rechtes Pflugr., dat zöu (zu) der H.r. linkes Pflugr. Merz; dat R. geht, löpt, geht rongd (eröm) Gummb, Allg.; dat R. gärkst (kärkst, kirks) knirscht Allg.; et R. schleht wenn die Büchse schief eingesetzt ist Rip; et R. anschlütte bremsen Geld-Winnekendonk; en et R. packen voranhelfen, wenn es den Berg hinauf geht. RA.: Der macht e Paar Aue wie e (Wons)rad Saarbr-Sulzb. Doll (geck) wie e R. (Karerad) verrückt, verliebt Rip, SNfrk, Mörs-Wallach, Wermelsk, — wie et fönfte (sevente, elfte) R. am Wagen Berg, Aach-Kohlschd, Rees-Brünen. Et Maul gaht bie e

[Bd. 7, S. 19]


R. dem Schwätzer May-Hatzenport. Et löppt em wie en R. em Kopp eröm so verwirrt ist er Elbf. Et fifte (fünfte) R. am Wagel sin irgendwo recht überflüssig sein Mörs, Allg.; de gelt suvell as et fönfte R. em Wan Dür-Lucherbg; verkihrt (eigensinnig) wie et fönfte R. am Wan Altk-Wissen; en as matgelof fer et fönft R. um Won Bitb; er es et elfte R. am Wage verrückt Mülh-Rh-BGladb. Wie et R. es, su es och der Beschlag (Reifen) Grevbr-Gierath. Wenn de Wan am beste läft, fällt em e R. eraus wenn es den Menschen am besten geht, kommt irgendein Unglück Kreuzn. Süch (sieh) ens, wat dem de Rader widder gonn! dem Schwatzhaften Köln-Worringen. Winnih fiəhrt enne Fohrmann et lefs (liebste)? Wenn et R. rongk geht Grevbr-Elfgen. Et gäht awer mor (morgen) noch e R. rond das hat keinen Schaden gebracht Bitb-NWeis. Der fährt, dat mer nit sieht, dat die Rire rund gehn er kommt nicht vom Flecke Simm-Laub. Et R. löppt bej ow nimmer rond du hast keinen Erfolg Klev. Halt, Bauer, et gähr e R. erem! zum Bauern, den man ärgern will, auch wenn man jmd. unterbrechen will Rhfrk, Mosfrk. Konrad, wie geht dat R.? Dat R., dat g. wie K.! Aach, SNfrk, Klev (Edeward). Rädder, de krache, gonn noch lang met Leute, die immer klagen, sterben noch nicht Köln; krache Rader gohn am längsten Prüm. Wenn meng Gruss (Grossmutter) Räder hät, wier se en Omnibus so verspottet man den, der das Wörtchen ‘wenn’ stets im Munde führt Bitb, Verbr. Mi Vader let ens e ault R. beschlonn; rot ens, wie völl Näl (Nägel) dat dotou (dazu) gonn? beim Auszählen; der, auf den die letzte Silbe trifft, muss eine Zahl angeben, mit welcher dann weiter ausgezählt wird Düss, Mettm, Elbf (sei ‘sage’ du, wat du wos ‘willst’). Heəs de uch noch geschmerte Rar? kannst du noch schnell laufen Waldbr-Wildbg. Die tracht no em golde Wagel, die kregt daraf et R. op de Nagel Mörs-Xanten. Der schwätzt e ganz R. voll er redet Unsinn May-Galenbg. He läft op äm (einem) R. auf einem schief getretenen Absatz Saarbg-Cahren. De Kar gaht of anem R. gesagt, wenn nur ein Eheteil Vermögen hat May-Hatzenport. Mer hät er, die laufen op Rädder es gibt schnelle Menschen Neuw-Asb. Haul (halte) dek op de Rader! auf den Beinen, bleib gesund Elbf. De hät ennen Penn (Stift) en et R. kapot er ist nicht gescheit Geld-Hinsbeck. De es onger (unter) de Räder gekommen (geroden) ist moralisch oder wirtschaftl. heruntergekommen Wermelsk, Allg. — Rädchen gezacktes R., mit dem Teigstreifen vom gerollten Teig abgetrennt werden Allg. — Im Kinderld. Rädchen, gehe, geh; Pferdchen, drehe, dreh, dreh dich, ohne still zu stehn; ach, was soll denn auf Erden mit den lieben Kindern werden, wenn sie sich nicht mehr drehen! Bitb-Hütting. So (sage) molMesser! Dei Vadder es en Schinkefresser. So molRäddche! De Deiwel is

[Bd. 7, S. 20]


dei Päddche (Pate)! Koch-Moselkern. — Rätsel. Et liegen ach (8) Kenger en enem Bett, on ken en schlept (schläft) an et Eng die acht Speichen des Rades MGladb. — Im Volksbr. Et R. scheiwen ein mit Stroh umwundenes Karrenrad, angezündet, beim Burgbrennen am ersten Fastensonntag den Berg herunterrollen lassen WEif, am 1. V. oder 24. VI. WBirkf. Die Kinder schibbeln mit einem R. im Spiel; in Merz heisst ein Eisen- oder Blechreif zum Spiel R. oder Schiewelrad.
b. als Triebwerk in Maschinen (s. Kamm-, Zahnr.), z. B. bei Mühlen, et Müllen-, Wasserrad, en ober- oder underschlächtig R.; et Hamer(assen)-, Blosr. beim Eisenhammer; in der Uhr, am Ziehbrunnen, an der Scherenschleiferkarre, am Spinnrad (dies auch et R. genannt) Allg.; ein Schwungr., in dem ein Hund läuft u. so dieses in Bewegung setzt zur Ingangsetzung der Butterkirne LRip; ein trommelartiges Gehäuse, durch ein Eichhörnchen in eine drehende Bewegung gesetzt, ech han en Käuertchen em R. Wermelsk; et Räddche drihde (drehen) die Drehscheibe des Töpfers, durch Kammräder mittels eines Schwengels in Bewegung setzen Dür-Langerwehe; Riemenscheibe (auch Läufer), Blauplistscheibe; Erlrädchen, zum Verzieren der Taschenmessererle; Nagelscharträdchen, zum Ausbuchten der Nagelscharte im Messerheft NBerg. — RA.: Er hat e Räddche (em Kopp) ist nicht recht gescheit MGladb-Giesenk, Verbr.; der hät en Räddche ze winnig (ze vill) Rip, Verbr.; dem geht (löf) en Räddche em Kopp eröm Rip, Allg.; dem geht (jag Kobl-Rübenach) et Räddche rond Goar, Koch, Kobl, Prüm-Ormont, Neuss, Kemp; dem es et Räddche los Saarbg-Trassem, Koch-Treis, Jül, Wermelsk, Dinsl-Sterkr, — losgang Trier-SMatthias, — e R. ausgang Trier-Mehring, — gesprong Saar, Prüm, — geretscht Ottw, Saarl, — gefalle Sieg-Elthsn; dem geht e Rädche net Bernk-Elzerath, — es et R. ofgelope Kemp, Lennep, — geht (löf) dat Rädchen angersch eröm Barm, — verkihrt (links, falsch, schief) (em Kopp eröm) Rip, Allg. De Rodder (MülhRh-Rott) han e Räddche em Mong (Munde) sie sprechen Zungen-R. Wat für en Uhr hat ken Räər? die Sonnenuhr MGladb. —
c. Hinrichtungswerkzeug, nur in RA.: Gej kömmt ok noch an Galg en R.! du Bösewicht Emmerich; er küt van de G. op et R. Aach-Stolbg, Eup. Do steiht G. on R. drop auf diese Missetat Elbf. Vam G. op et R. aus dem Regen in die Traufe Schleid-Hellenth. Dat es em ävver noch ens vam G. op et R. geschlagen das hat noch einmal einen glücklichen Ausgang für ihn gehabt MülhRh-Sieglar. —
d. in der Wend.: Et geht op en af as et R. van Aventüre das wechselnde Schicksal Klev, Mörs-Xanten (et Räddche).
e. das Fahrrad (Fahrrad u. et R.) Allg. RA.: En Uhr, en R. on en Frau sall me nit verlehnen Mörs-Asbg, Gummb-Wiehl.

[Bd. 7, S. 21]


Loss emol eremgohn, hät den op em R. gesot, dou hatt en em Grow (Graben) gelen (gelegen) von einem, der hoch hinaus will, es sich aber nicht leisten kann Saarbg-Faha. He sett om R. we de Ape (Affe) om Schlipsten Wermelsk, — wi der Af of'm Päckelche Tuwak Birkf. —
2. übertr.
a. sachl.
α. Rädchen Eierpilz Ottw-Spiesen; gell R. Ottw-Elversbg. —
β. Räder Pl. Gebildbrot in Radform, zu Neujahr Wippf-Bechen; Räddches MGladb-Giesenk Odenk, Grevbr-Hochneuk (zu Nikolaus). —
γ. ein Talerstück, aus der Kundenspr. Altk-Horhsn, Elbf, Aach, MGladb. —
δ. Räddche werpe einen glatten Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Schleid-Hellenth, Sieg-Mond; det Rad scheiwen Trier-Detzem, Wittl-GrLittgen. —
ε. R. kneggele ein Klickersp., wobei die Klicker an den Enden von acht sich kreuzender Linien u. im Schnittpunkt dieser eingesetzt sind Dür-Bürvenich. — Rädche lope der Deckel einer runden Blechdose, durch dessen Mitte eine Kordel gezogen ist, wird an dieser Kordel schnell über das Trottoir geführt Düss-Stdt; Rädsche spiəle Tanzknopf sp. Geilk-Grotenr. —
ζ. in äm (einem) R. de Bän werfe sehr eilig gehen Hunsr. Ich haə dich, dat de menst, de dähts R. fahre! Saarbr-Völkl. —
η. R. schlagen (s. S.), vom Pfau, Truthahn; (et) R. schl. abwechselnd auf Händen u. Füssen sich vorwärtsbewegen, von Kindern (bes. kunstvoll von den Jungen der Stdt Düss); kopfüberfallen, wirtschaftl. bankerott machen, sterben (derb); ich schlahn der henner de Uhre, dass de det R. schlehst! Birkf, Allg.; he schleht et R. van Freud Rip, SNfrk; et R. scheiwen Trier-Wasserliesch. Minge Vadder kann et R. schlonn, op der Kopp stonn, op de Häng (Händen) gonn! Aach-Strassbg. Ek lat min gen R. för de Oge schlohn nichts weismachen Rees. —
θ. e Räddche em Hals han Gaumen-R. sprechen; e R. op der Zong han Zungen-R. spr. Rip, Berg, SNfrk; de liet (lässt) et R. lofe spricht das R schnarrend Jül, Schleid; de kraut et R. Dür-Ellen; de kallt (spreckt) mem R. NLRip, Erk, Mörs, Klev; et R. drihde (drehen) Zungen-R sprechen Dür-Gürzenich; de rollt et R. Dür, Jül; de het et Klevesche Rädken Dinsl-Sterkr. —
b. persönl. verächtl. e doll R. nicht gescheiter Mensch Kobl-Kesselh Neuend; e geck, verdollt R. Monsch-Witzerath.

Rad-achse (s. S.) Berg f.: A. des Wasserrades. Rad-arm Siegld, OBerg m.: die R.ə gehen durch die Wellen des Wasserrades u. verbinden das Rad mit demselben. Rad-auge -ā:x Wittl-Cröv n.: A. der Rebe. Rad-band -baŋk (s. S.) Sieg, Berg, Kemp, Mörs, Geld, Klev; rā:dər- Prüm-Schwirzh, Dür-Girbelsr; rats- hie u. da in Mörs, Klev n.: -reifen. Rad-beschlag Rip, Berg, SNfrk m.: dass. rad-braken nur Part. γərābrākt, –akt Emmerich, Kemp, Heinsb-Karken, Bergh-NEmbt: et es nett, as wek (wenn ich) gerabrakt was wie gerädert, besonders

[Bd. 7, S. 22]


wenn man nicht geschlafen hat; me es morges as (wie) g. rad-brechen gərābręχt Siegld Part.: wie g. hundemüde. PfWB Rad-büchse (s. S.) Rip, Nfrk f.: eiserne Hülse, in die Nabe befestigt. Rad-bügel (s. S.) Sieg-Fussh, Gummb-Berghsn m.: -reifen. Rad-dreher -drī·ə.nər Kref m.: Vorrichtung an der Windermaschine. Rad-eisen -īzər Gummb n.: -reifen. Rad-furche -fōr Klev-Frasselt f.: F., in der das Pflugrad läuft. Rad-gestell MülhRh-Rösr n.: Vorderpflug. Rad-hang rats- u. rārərhaŋ Siegld m.: das in der Werkstatt des Stellmachers über eine Rarerkudde im Fussboden angebrachte Rahmengestell, in dem die R,nabe bei der Herstellung des Wagenrades ruht. Rad-haus Altk, Siegld, Berg n.: Gebäude, das die R.stube mit dem Wasser- oder Kunstrad enthält, mit dem man früher die Grubengestänge in Bewegung setzte, in der Bergmspr.; abgetrennter Raum im Schleifkotten, in dem das Wasserrad sich befindet NBerg. Rad-kammer Sieg, OBerg f.: Raum, in dem das Wasserrad der Mühle, des Eisenhammers läuft. Rad-kapsel Gummb-Peisel, Köln-Pingsd f.: Radlünse. PfWB Rad-kasten m.:
1. Vorbau am Raddampfer, in dem das Schiffrad läuft Allg.; R.häuschen des Schleifkottens NBerg. —
2. scherzh. seitliche Empore der Kirche Koch-Clotten. Rad-kaule -kūl Gummb; rārərkudə (-kaute) Siegld f.: eine bei einer Schmiede angebrachte 1½ m lange, 40 cm breite und 1 m tiefe, mit einem starken Holzrahmen gesicherte Grube, auf deren Boden Wasser steht; in ihr werden die heissen Radreifen, wenn sie auf den Radkranz aufgezogen sind, gekühlt. Rad-kette (s. S.) Rheinb-Lethert, Heinsb, Erk, Mörs, Düss-Volmerswerth f.: Hemmkette für das Rad. Rad-konsole Rheinschiff f.: Bord- u. Aussenbordlager für die Radwelle. Rad-kopf -kǫp Berg, uWupp m.: -nabe. PfWB Rad-kranz Rip m.: die Gesamtheit der Felgen. Rad-macher -mkər Gummb-Schwarzenbergisch; ratsmkər Grevbr, MGladb, Geld, Mörs m.: Stellmacher. PfWB Rad-nabe (s. S.) Allg. f.: wie nhd. Rad-nagel (s. S.) Allg. m.: N., mit dem der R.reifen befestigt wird [eiserner Spindel im Rade der Schubkarre u. des Pfluges uWupp, Koch-Bertrich]. RA.: Deə könnt R.nägel verdrage (verdaue) einen solch guten Magen hat er Sieg-ODollend, Schleid-Udenbreth, Bitb-Dudeld; den as esu no (geizig), e fress R.näl Bitb-Mettend. O, dat es en gudden Keərl, der hält gen Iserbahn em Fahren op, der stippt (tunkt) gen Schlagfinster en den Kaffe, der schluckt gen R.nägel, der dritt (scheisst) ok nich in de Kerke Gummb-Berghsn. Die von Siegld-Lippe, die Zungen-R sprechen: Rarernäl en Köhgesäl (Kuhgeseil), dat girr e schwear Gerabbel. Rad-pinn -e- Altk-Gebhardshain m.: -lünse. Rad-rand -raŋk Sieg-Wielpütz, MülhRh-Heiligenhs, Sol-Pattschd, Mettm-Gruiten m.: -reifen. Rad-reifen (s. S.) Allg. m.: wie nhd. Rad-ring (s. S.)

[Bd. 7, S. 23]


Koch, Prüm, Aden, Ahrw-Vettelhv, Gummb-Berghsn, Heinsb-Lümb m.: dass. Rad-scheibe (s. S.) Rheinb-Lethert, Wippf-Thier, Heinsb-Hülhv; rats- Rees-Wesel f.: Nabenscheibe. Rad-schläger m.:
1. Neckn. für die Düsseldorfer, deren Strassenjungen für ein paar Pfennige auf Strassen u. Plätzen ihre Künste des Radschlagens zeigen. —
2.
a. leichtsinniger Mensch Bitb-Rittersd. —
b. Turteltaube Grevbr-Beckr. PfWB Rad-schuh -ō: Neuw-Dierd m.: Hemmschuh. Rad-speiche (s. S.) Allg. f.: wie nhd. Rad-spur -pr, –ō- Allg. n.: wie nhd. Rad-stube -tuf Sieg, Altk, Siegld f.: der Raum, in dem das Wasserrad der Mühle u. des Eisenhammers läuft. Rad-stump -o- Sieg-Fussh m.: -nagel. Rad-welle Rheinschiff f.: Achse des Schaufelrades am Raddampfer.

Rader-beutel -bø·y.l Altk-Wissen; -bȳl Siegld-Freudenbg m.: Karbunkel, Drüsengeschwulst unter dem Arm oder im Nacken. Rader-beune rārərbiŋ, rērər- Siegld (veralt.) f.: dass. Rader-blume rā:rblō:m Grevbr-Evinghv, Neuss-Dormag 1817, Jül-Boslar Hottorf f.: Kornrade. Rader-boot rrər- Mos n.: -dampfer. rader-fällig rdər- Bernk-Stdt Adj.: baufällig. Rader-kasten Rhein m.: Radgetriebe am Schiff. rader-kastentoll -dǫl  Düss-Stdt Adj.: völlig verrückt. Rader-mächer rā:dərmęχər Prüm-Hallschlag, uWupp 1870 m.: Stellmacher, Wagner. rader-rutschtig rā:dər-  Köln-Frechen Adj.: völlig verrückt. rader-schädig rādərdĭχ Zell-Merl; rdərdəriχ Bernk-Monzel Adj.: baufällig, zerbrochen; schwächlich, von Menschen. Rader-schale radəra·l. Sieg-Ittenb f.: die Ech (Eiche) hät R. lose Jahresringe, zwischen den Ringen, freien Raum, infolge Frostes. rader-schälig -ę·l.iχ Adj.:
1.
a. de Ech äs r. ihre Jahresringe sitzen nicht fest aufeinander Prüm-Mürlenb 1860, Neuw-Etschd, Sieg-Ittenb, Eusk-Weiler, Bo-Roisd, Dür-Winden; ratliχ Gummb-Berghsn; de Ech hät de R. Sg. t. m. Bo-Witterschlick, Sieg-Lohmar. —
b. zerbrechlich, abgenutzt, von der Karre; de Koar get bal alt un r. Wittl, in Bernk, Zell, Koch an der Mos, May, Daun, Aden, Prüm-Mürlenb Reuth; rlər- SNeuw. RA.: De radderschällegst Koren gihn am langsten Daun-Neroth. —
2.
a. baufällig, von einem Hause; wackelig, in schlechtem Zustande, abgenutzt, von Geräten Verbr. wie r. 1 b u. Trier-Heidenbg (rdərāliχ). —
b. hinfällig, altersschwach, armselig, vom Menschen ebd. u. Daun-Neroth [rā:tę·l.ĭχ Malm-Grüffl, Neiding]. rader-toll -dǫl  Rip in Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, MühlRh, Köln, Bergh, Neuss, dann im Berg in Sol, Mettm, Barm, Wermelsk, Gummb-Nümbrecht Adj.: völlig verrückt. Rader-wurzel rętχəs- Schleid-Udenbreth f.: Meerrettich.

raderig -ā:d- Merz-Bergen, Bitb-Seimerich, Sieg-Blankenbg, Neuss-Strabg Adj.:
1. baufällig, von einem Hause; abgenutzt, altersschwach

[Bd. 7, S. 24]


von Geräten. —
2. hinfällig, armselig, von Menschen.

radern -ād- schw.:
1. mit dem Erlrädchen die Taschenmessererle verzieren Sol. —
2. sich im Kreise drehen, ein Rad schlagend mit der Spitze nach unten sinken, vom Papierdrachen; der Wendvugel radert Barm, Elbf, Gummb-Berghsn.

PfWB rädern -:d- schw.:
1. nur in der Wend.: Ech (meng Knochen) sen wie gerädert nach dem Nhd. Verbr. —
2. der rädert er spricht das R schnarrend Kobl.

ab- rädern: sich a., sich abarbeiten Merz.

radig Adj.:
1. -ad- baufällig Dinsl-Sterkr. —
2. -d- vom Ungeziefer zerfressen Wittl-Meerf.

räd-lich Schleid-Baasem Adj.: körperlich gebrechlich.

 

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