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Racker bis Rack-sack (Bd. 7, Sp. 15 bis 17)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB LothWB Racker das Wort ndl., nd., mnd. racker ‘Abdecker, Schinder, Grubenräumer, Scharfrichter’, zu mnd. racken ‘recken, zusammenfegen’ ist allg. u. war Rhfrk, Mosfrk ragər, sonst -ak- Sg. u. Pl. [Pl. SNfrk -kər, Klevld -kərs] m.: verächtl.
1.
a. altes, abgetriebenes

[Bd. 7, S. 16]


Pferd; ausgemergeltes, oder sonst unnützes Stück Vieh; der R. kann jo nicks mih; den hot de Hannes schunn of de Hund gefohre gehat, wie eich en kret hon Westerw, Allg. —
b. Rufn. eines männl. Hundes Merz-Bergen. —
c. Dohle, colacus monedula Bitb-Wiersd. —
2.
a. Taugenichts, Bengel; die R. vun Bue (Buben) hon wiere dat Schelmestick anggestallt Simm, Allg. — Aber auch widerwillig anerkennend, durchtriebener, schlauer, verschmitzter Kerl, Teufelskerl; de R. hät mech geköllt betrogen Rip, Allg. —
b. zänkisches, streitsüchtiges Weib Sieg-Fussh, Erk-Wegbg, Kemp-SHubert, Geld-Pont; al R. altes Weib Wermelsk; plumpes Weib Bo-Lannesd (n.). — Widerwillig anerkennend, pfiffiger, unruhiger Junge, der es versteht, die Leute zu ärgern Siegld; Mädchen, Weib, den Burschen, Männern überlegen Allg. —
c. Pl. Gesindel, Pack Bitb-Dudeld, MüEif. —
d. Pl. Neckn. derer von Bernk-Osann. Ödingsche (Düss-Ürdingen) R., met Botter gebacke, met Mehl gerührt, tom Deuwel geführt!
e. Rackersch vor Subst., die meinen Ärger erregen, z. B. dat Rackersch Wech lästiges, ungezogenes Kind; de R. Fleg die ‘verdammte, Fliege RRip, Düss. —
f. sachl.
α. altersschwacher Gegenstand Goar-NGondershsn, Zell-Senh, Wittl-Reil; schlechtes, stumpfes Messer Kobl-Kesselh. —
β. scherzh. Schnaps Kobl-Rübenach; Ahrw-Gönnersd.

Racker-bas Duisb, Dinsl m.: verächtl. (u. so alle Zs.) Racker, Bengel. Racker-kärrchen Wittl-Bengel n.: verächtl. Schiebkarre. Racker-kinder -kərs- Geld Pl.: verächtl. ungezogene K. Racker-pack Köln-Stdt n.: Gesindel, gemeines Volk. Racker-peter -i- Wittl m.: einer, dem alle Arbeit aufgehalst wird. Racker-sack Zell m.: lästiges, viel schreiendes Kind. racker-schälig -ę·l.ĭχ Wittl-Bengel Adj.: baufällig. Racker-tanz Zell m.: wilde Tanzart. Racker-tier -dīər Gummb-Faulmert n.: viel herumlaufendes Mädchen. Racker-ware -wăr Simm-Schlierschd n.: Gesindel, lästige Kinder. Racker-zange -ta·ŋ. Wermelsk f.: streitsüchtiges Weib. Racker-zeug -tsęiχ Simm-Schlierschd; -tsyχ Düss n.: Gesindel, lästige Kinder.

rackerich Adj.:
1. geizig Ottw Eppelborn, Eusk-Stdt. —
2.
a. altersschwach, baufällig Merz-Haustadt Wadrill, Wittl-Reil, Wermelsk. —
b. r. Zeig kleine Früchte Trier-Mettnich. —
c. dürr, mager Merz-Weisk. —
d. e r. Nest Dorf, das sehr schlechtes Ackerland u. schlechte Wiesen hat Bernk-Merschd.

PfWB ElsWB rackern schw.:
1.
a. -a- aussergewöhnlich viel oder schwer bei ungenügender Pflege arbeiten, bis zur Entkräftung arbeiten; die r.; die mussen (sech) r. Saarbr, Hunsr (meist sich abr.), NWSaarbg, Mos, Eif, Siegld, Rip (meist sech afr.), Eup, Geld,, Sol, Wippf; -- Siegld-Netphet; rakələ Ahrw-Königsf; die Läckt (Leute), die sech hir ganz Lewen r., hon et net vum besten Bitb, Allg.; en hot gerackert wie op

[Bd. 7, S. 17]


dem Galie (Galeere) Trier-Schleidw. —
b. etwas dropr. Kleider draufschlappen, abnutzen Aach-Merkst; hen hot viel zesammegerackert gespart, erworben Trier. —
2. -a- eilig sich bewegen, gehen oder fahren, laufen, rennen; mit den Pferden im Galopp fahren Merz-Büschf, Mülh-Rh-GrDresb Dierath; -ę- Siegld. — Abl.: die Racker(er)ei, dat Geracker(sch), der Rackerer (der mit dem Vieh im Gespann nicht gut fortkommt Prüm-Burb).

ab- rackern: einen (auch ein Zugtier), sich a., bei ungenügender Pflege mühen, plagen, schinden; an dem Stick (Feld) hon ich mich schunn meh abgerackert, wie et wert is Hunsr, Allg.; he rackert seng Perd af Rip, Allg.; -rakələ, –ag- Sieg-Ägid, Köln-Berrenr Poulh, Bergh-Heppend, Eup-Raeren, Kemp-SHubert; -rakə Eusk-Eschw, Sülzt; -ragsə Kobl-Pfaffend; ene afgerackelte Wage abgenützt Dür.aus -rackern: einen, sich a., dass. Mosfrk.ver -rackern: sich v., sich abarbeiten Bernk-Merschd.zer -rackern: sich z., dass. Siegld, Rip.

Rackert ragərt, Pl. -dən (-tən) Saar, Mos, Kobl, May, Prüm-Mürlenb, MGladb-Schiefbahn, Erk-Vossem (-ā:k-) m.: verächtl.
1. abgetriebenes Pferd, mageres Vieh Allg. —
2.
a. durchtriebener, nichtsnutziger Bursche; leichtfertiger, ungezogener Junge Allg. —
b. rauher, böswilliger Mensch, Schinder, einer, der fürs tägliche Auskommen sich plagen muss u. andere zu pl. sucht Trier. —
c. streitsüchtiges Weib Zell-Enkirch. —
d. Geizhals Wittl-Hetzerath. —
e. -ā- Person, lang u. mager May-Hatzenport.

Ge-rackerz -rakərts Saarbr, Ottw-Merchw (-gər), Trier-Mettnich Sg. t. n.: verächtl. kleine Früchte.

rackerzig Adj.:
1. ragərtsiχ rauh, böswillig, gerne plagend; dau r.ən Hond Menschenschinder Trier-Mehring. —
2. -āk- lang u. mager May-Hatzenport.

racketig rakətiχ (-achtig) Monsch, Aach, Geilk-Braunsr Adj.: auf Erwerb erpicht, geizig.

rackig Adj.:
1.
a. mager, vom Vieh, e r. Deer Daun-OBetting. —
b. e r. Deer verkehrtes Tier Sieg-Fussh. —
2. geizig u. unfreundlich, dabei auch ungefällig von Gestalt; e r. Loder; e r.ər Hond Prüm-Stdt, Ahrw-Unkelb Neuenahr, MüEif, Sieg-Bergh, Aach-Bardenbg, Monsch-Lammersd.

Rack-sack Ahrw-Unkelb, Aach-Kohlschd m.: Geizhals.

 

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