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ver-rachten bis räckeln I (Bd. 7, Sp. 13 bis 15)
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Artikelverweis ver-rachten vərǫutə nur vereinzelt SNfrk in MGladb-Beberich Bockert Viersen schw.: verrenken; ich habb mich der Knoək verraut; du kanns dich leit (leicht) jet v.
 
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Rachtig: Ort im Kr. Bernk. RA.: De hot aus dem Rachter Börche (Brunnen) gedrunken er spricht das R schnarrend.

Rack = Balkenlage über der Tenne s. Ricke.
 
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PfWB ElsWB rack I -a- das Wort, mhd. Lexer rac, rach ‘straff, steif’ , ist in Kreuzn, an der Saar, an der uMos von Zell an, in Goar-Weiler, Neuw-Heimb Weis heimisch Adj.:
1.
a. straff, gespannt, von einem Seile; zieh et Säl r. Allg.; Leit (Leute), r.! Ruf vom Schiffe aus, wenn die Pferde der Halfen (s. d.) anziehen sollten (veralt.) Saar, Mos; r. kommt ein Schleppstrang, wenn er sich straff spannt Rheinschiff; eweile leit (liegt) se r. steht nicht mehr aus dem Bette auf Koch-Urschmitt. RA.: R. zeihen stramm anziehen, ins Zeug gehen, fleissig zugreifen; en zeiht net r. er will nicht an die Arbeit Merz-Mettlach. —
b. zäh Neuw-Heimb Weis. —
2. übertr. präd. aller Klicker verlustig; eich sen r. Merz-Bessering Saarhölzb [-gər Mettlach], Zell, Koch-Eller.

Rack -a- (zu rack I), Pl. -kə Rheinschiff. n.: eisernes Halteband, das die Rahe in ihrer Mitte am Mast festhält; ndl., nd. rak, rack.

[Bd. 7, S. 14]


Ge-racke γərak Klev Sg. t. n.: de Menss mott sin G. häbbe sein reichl., gutes Essen.
 
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PfWB ElsWB LothWB rack II das Wort, mit dem ratsch III, ratz zu vergleichen sind, u. das mit rack I gleichen Stammes ist, ist mit seinen Abl. an der Saar, an der Mos, in Goar, in der Eif, im Rip bis Heinsb-Breberen Karken, Grevbr, uWupp verbr. (rrhn. von Neuw-Rengsd, Altk-Horhsn an), u. zwar raks Wend, Saar, Mos bis Bernk, Bitb, Daun, mit der danebenstehenden Nebenform ragsdiχ Saar, Trier, Bitb [-ā- Saarbg-Tawern; rāgsiχ Merz-Saarhölzb] u. Birkf; rak Wittl, Bernk, Koch, Kobl, Goar, May, Rip bis zu der o. genannten NGrenze u. NWesterw u. abseits Dinsl-Hünxe, Rees-Wesel, mit der danebenstehenden Nebenform rakər Sieg, Mülh-Rh, uWupp, Grevbr-Wickr u. raktĭχ Eusk-Zülp, Bo-Volmershv, Sieg-Eudenb ODollend Troisd, Köln, Bergh, Grevbr Adv.:
1. vollständig, völlig; der Hund hat alles r. weggefress; de Grombire faule r.; de Kord (Kordel) ress r. af; et broch (brach) r. dorch; der Foss (Fuss) es em r. afgefahre; der Hagel hat r. alles zerschlohn; ech han et r. vergesse; he es r. zesammegefalle; der hat sich et Gebleit (Geblüte) r. erkalt; dat Haus as r. obgebrannt; net r. gemäht (MülhRh-Marialinden); r. ös et kapot (r. o k. Trier); r. am Eng (Ende); r. nüs (nichts) [gor racks net, neischt durchaus nicht Saar]; r. af völlig, mit einem Male ab; r. aus; r. ferdig (af) sen erschöpft sein; des Ovends hät he se r. af (Dür); he es r. doll (geck) völlig verrückt; r. dut (r. musdut uWupp); r. vanənen voneinander; r. eweg völlig weg; hen as r. op neist kunn wirtschaftl. heruntergekommen; man geht r. eweg geradeaus, geraden Weges, über ein Feld; man sagt r. eweg de Wohrhet Allg.; sonst seltener zur Verstärkung von Adj. u. Adv., r. düər sehr teuer Altk-Horhsn; r. stell Westerw; r. klein Ahrw-Sinzig; racketül allerletzt in der Reihenfolge der Klickerspieler Sülzt; geracktvoll ganz angefüllt Wittl-Binsf. — Racktemang  ganz u. gar Köln-Stdt, Jül-Inden; -ktəmęnt Dür-Winden. —
2. nur Mosfrk
a. plötzlich, gänzlich unerwartet Bitb (u. rackstich), Daun, Eup. — Sofort, sogleich (bei einem Befehl) Trier-Krettnich. —
b. immer, fortwährend, dauernd; en as r. krank; en hot r. Streit; den däht dat r.; et rent (regnet) r. Trier (Mos), Wittl (Mos), Bernk (Mos), Zell (Mos).
 
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rackediplang  Barm: Nachahmung des Trommelwirbels. R., r. die Heider Jonges sind nit bang; wenn die Bredder us wat wellen, schloffe se (schlagen wir sie) met de Bessemstellen; r., r.!
 
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Räckel -ęk-, Pl. -ələ vereinzelt OMosfrk in May-OMendig m.: die geflochtene Peitschenschnur, an die die Schmiss, die Schlagkordel, sich schliesst.

rackeln I = abarbeiten s. rackern.
 
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rackeln II -ak- nur vereinzelt, Abl. gehen

[Bd. 7, S. 15]


weiter, u. zwar Rip in Altk-Reckelb, Sieg-Ägid ODollend (-ag-), Dür (-ag-) schw.:
1. intrans. wackeln, im Gefüge locker sein, von altersschwachen Gegenständen; der ale Stohl rackelt.
2. trans. etwa den Stohl usənanderr. durch Hin- u. Herbewegen im Gefüge lockern; der Wend raggelt rüttelt etwa am Fensterladen. — Abl.: die Rackel(er)ei, dat Gerackels.

aus- rackeln:
1. das Metz (Messer udgl.) ös usgeraggelt ausgeschlissen, wackelig Sieg-ODollend; dat Langk ös ganz usgerackelt erschöpft, ohne Dünger Monsch, Eup. —
2. sich a., sich in Arbeit, auch bei geschlechtl. Verkehr überanstrengen Rip; -rakə Sieg-Fussh. zer -rackeln:
1. de Säg wiərd all zerraggelt verbogen, stumpf gemacht Sieg-Rhönd, —
2. sich z., sich abarbeiten Dür.

Rackel -ag-, Pl. -ələ Dür f.: verächtl. eine Frau, die immer jagen u. rennen muss.

Rackel-haus ragələs Monsch-Kalterherbg n.: verächtl. en alt R. altes, baufälliges Haus; altersschwacher Gegenstand schlechthin. Rackel-karre ragəltskā·ə.r Aach f.: verächtl. Schubkarren für Lehm oder Steine.

Rackels-pfeife -əltspīf Dür-Bürvenich f.: Pflanze, zum Krautwisch gehörig.

rackelig -ag- Merz-Reimsb, Rheinb-Wald, Köln-Pingsd, Dür Adj.:
1. baufällig, altersschwach, holperig, von Wegen. —
2. -ak- streitsüchtig Sol-Langenfg.

Rackendack ragədak  Eup-Stdt Sg. t. m.: verächtl. altes, abgenütztes Möbelstück.

räckeln I -ę- auf dem Stuhle schaukeln s. rekeln.

 

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