Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Rabuster bis Rächel (Bd. 7, Sp. 11 bis 12)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  NRhWB Rabuster das Wort (vgl. afrz. rabâter ‘lärmen’, zu prov. rabasta ‘Streit, Aufruhr’) ist im Siegld u. im Berg in Gummb, Mettm, Sol, Düss, dann im Klevld in Rees, Klev, Mörs-Xanten verbr., u. zwar rabustər  [-stərt Gummb-Berghsn], Pl. -rə [-rtə], Klevld. -stərs m.: verächtl. grober, roher Mensch, Rauhbein Gummb; ein hastiger, sich in der Arbeit überstürzender, unordentlicher Mensch Mettm, Sol, Düss; ein ausgelassenes, zu jeder Unart entschlossenes Mädchen Sol-Leichl, Düss-Volmerswerth, Rees; f. rüstiges, rauhes Weib Siegld-Feuersbg Freudenbg; Kind, das in wildem Spiel alles durcheinanderwühlt Klev, Xanten; abseits rabus  wildes Kind Köln-Weiler.

Rabusterich  Siegld Sg. t. m.: verächtl.
1. rauher, unermüdlich heftig Arbeitender. —
2. wilder Junge.

rabusterig rabusdĭχ u. -sdəriχ Siegld; -stĭχ Sol-AufderHöhe Adj.: roh, wild drauf los arbeitend; jet r. henklatschen unsanft auf den Boden werfen.

rabustig Altk-Bachenbg (abseits) Adj.: grob, roh; su en r.ə Frau, wie giht die möt dem Könd öm!
 
Artikelverweis 
rabützig -bøts-  vereinzelt Eup-Raeren Adj.: mannstoll.
 
Artikelverweis 
rach rax (zu rack I) nur in Wermelsk Adj.: rauh, hart; de Klederstoff es mir te r.

Rach -ā- = Rauch (s. d.); Räch = Abhang s. Rech.
 
Artikelverweis 
PfWB Rache fehlt der MA., dafür Umschreibungen, wie: dat gen ech dir widder (Verzeihen es de beste Rach nach dem Nhd. Köln-Stdt); Zs. u. Abl., wobei R. die Bed. ‘Geiz’ hat, sind verbr.

Rach-gier rax- (u. so in allen Zs.) Eusk-Zülp, uWupp, MGladb-Rheind, Kref-Linn f.: Habgierigkeit, übertriebene Sparsamkeit, fast Geiz. rach-gierig verbreiteter in Saarl-Berus, May-Kretz, Altk-Horhsn, Sieg, Eusk, MüEif, Bergh, Köln-Stdt, Dür, MülhRh-Dünnwald, uWupp, Sol, Elbf, MGladb, Heinsb-Millen, Kemp-SHubert STönis, Kref-Linn, Mörs-Friemersh Orsoy, Meiderich, MülhRuhr Adj.: höchst gefrässig, eigennützig u. dadurch andere schädigend, habsüchtig, fast geizig, zanksüchtig. Rach-gierigkeit MGladb-Rheind f.: übertriebene Sparsamkeit, fast Geiz; die send van

[Bd. 7, S. 12]


R. opgeföllt. Rach-hals Wippf-Binsf m.: verächtl. Geizhals. Rach-mack -mak u. -max Geld-Straelen m.: verächtl. einer, der alles zusammenscharrt, Geizhals. Rach-mutsch raxə- Saargeb. m.: verächtl. Streithahn. Rach-sack Altk-Willr m.: verächtl. Geizhals.

rachen -ax- MülhRuhr schw.: gierig greifen, schöpfen; Jan rachde sich wiər alles ut der Schöttel op den Teller.

PfWB rächen schw.:
1.
a. rkə, in dem Spr. Onse liewen Her räkt, war hej niet spreckt wenn ein Unglück über einen hartnäckigen Sünder hereinbricht Klev. —
b. -ęχ-, ech han noch jet mat dem ze r. ich will Rache an dem nehmen Prüm-Winterschd. —
2. nach dem Nhd. ist sich ręχə(n) (LRip auch ręiχənə) Rhfrk, Mosfrk, Rip geläufig; sech an enem für jet r.; sech gent (gegen) ene wege jet r.; sech an stomme Sache r. eines anderen Eigentum aus Rache beschädigen (Sieg).

an- rächen: in der Wend.: Nu räch ens an! denk mal an Sol-Schlebusch.be -rächen: -āx- einen b., mit Rache verfolgen, in der RA.: Besser berach, denn beklag Köln-Stdt.

rachig -ax- Neuw-Datzeroth, Altk, Sieg, MülhRh, Wippf-Binsf Stdt, Bo, Köln, Bergh, Dür Adj.: habsüchtig, eigennützig, geizig.

Rachel = das Röcheln s. bei racheln; Rächel = Gesims an der Wand s. Richel.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: