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Rabberzalien bis raben (Bd. 7, Sp. 5 bis 9)
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Artikelverweis Rabberzalien rabərtsā:lĭən  vereinzelt WMosfrk in Prüm-Leidenborn Sg. t. f.: nichtssagendes Gespräch über überflüssige Kleinigkeiten. — S. Labberzal.
 
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rabbes in der Eif in Daun, Malm, Monsch in der Verb. ribəs on rabəs [-p- Monsch-Rohren] Adv.: alles ganz, völlig; jet ribbes on rabbes (met r. on r.) opfresse mit Haut u. Haar; et wor r. on r. fort.
 
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Rabbes I rabəs Mosfrk in Goar-Weiler, Neuw (nicht kurköln.) Sg. t. m.: R. mache im Klickersp. für sich allein spielen.
 
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Rabbes II rabəs, Pl. -əsər vereinzelt LRip in Bergh-Mödr n.: kleine Schlafkammer über dem (Pferde)stalle, für den Knecht.
 
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Räbbes rębəs, Pl. -əsə Klevld m.:
1.
a. dicke Kartoffel Klev. —
b. Kartoffelreibekuchen,

[Bd. 7, S. 6]


auch Räbbeskuk Klevld. —
2. Kartoffelreibe Mörs-Labbeck. — S. auch Rappes bei rappen ‘reiben’.

räbbig = rauh, hartkrustig s. rappig.
 
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PfWB Rabbiner  Allg., meist Sg. t. m.:
1. wie nhd. RA.: De es esu gern gesinn (gesehen) wie de Sau beim R. Köln-Stdt. —
2. Schimpfw., dou R.! Aden-Liers.
 
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Rabbo nach frz. rabot ‘Hobel, Schürhaken’ rabo , Pl. an der Saar in Saarbr-Wehrden, Saarl-Diefflen m.: Rührstange mit schaufelartigem Eisen, zum Umrühren des Mörtels.
 
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PfWB PfWB ElsWB LothWB LothWB Rabe nur das Rhfrk u. NOSiegld besitzt das Wort noch als lebendiges Gut; es bezeichnet hier alle Krähenarten, bes. die Raben- u. Saatkr., als besondere Art die Duhlrab ‘Dohle’ u. Oozrab ‘Aasrabe’; der Kolkrabe kommt überhaupt nicht vor, die Nebelkrähe sehr selten; dazu s. bei Wk. IV 29 die Bezeichnung für ‘Krähe’ Ramb an Nahe u. im Hunsr. [in Birkf Ramb, Pl. Rämm, dafür sagen die Kinder heute Rawə, auch in Zs. statt Rämm oft Rawə-] u. Kob Saargeb.; Form: rāp, Pl. rāwə, Demin. rābχə; Goar, Hochw rāf, –w [Dellhf OWesel Weiler, Birkf-Wolfersw --], Pl. -wə; dann ist noch im Mosfrk in Trier, Wittl, Bernk (Mos), Zell (Mos), Koch r:f, Pl. -wə ‘Krähe’ vielfach bezeugt, im WMosfrk neben Kob [Koch-Clotten Cond Valwig -ǫ-]; in Kobl, May, Daun rā:f, Pl. -wə [May-Kalt Naunh, Daun-Boxbg Deudesf Utzerath Wallenborn, Aden-Lind Siebenb -:-; May-OLützingen, Ahrw-Westum, Neuw-Dattenbg Leubsd -a-]; in Bitb, SPrüm r:f, Pl. -wən ‘Rabenkrähe’ u. der kaum vorkommende Kolkrabe (auch Besch-). — Doch beschränkt sich das Wort im Mosfrk meist immer wie im Rip u. Nfrk (hier rā:f, –ā-) auf RA., Kinderreime u. Zs. f.:
1. Bed. s. o. RA.: He es su schwarz wie en R. Sieg, Barm, MGladb, Rhfrk. Wann de sterbscht, sollschde schw. were wie e R.! Saarbr-Sulzb. Su freich wie ne R. MüEif, Köln-Berrenr, Dür-Gürzenich, Barm. De stellt wie en R. Rip, Berg, Eup, SNfrk, Mörs. De junge Rawe lerne von de alde s' Stehle Kreuzn. He schängk (schimpft) we en R. Köln, Dür. Dä kann floche wie en R. Dür-Lucherbg. Er schreit wie en R. Rhfrk. Wenn de Rawe kreische, dann kemmt der Färschder (Schetz) er warnt die Waldfrevler Saarbr, Wend. Wenn de Rawe schreie on et dreppst (tropft), git et gär Ren (Regen) scherzh. Wettervoraussage May-Hatzenport. Zu Bekonn (Trier-Becond), do mipsen (stinken) de Hunn (Hunde), do schreien de Rowen, do git der Deiwel lebendig begrowen Neckspr. Der singt (hot e Stimm) wie e R. er singt schlecht Rhfrk, Mosfrk (Mos), Gummb-Berghsn. Dat (Mädchen) kräscht wie en Nachtigall on singt wie en R. Kobl-Stdt. Wenn de R. flött (flötet) Angabe einer unbestimmten Zeit Kref. Ek häbb Honger as enne R. Geld-Pont. Der sieht so schlecht aus, denne hule ball de Rawe Simm-Laub.

[Bd. 7, S. 7]


Vom Verrieder (Verräter) frisst ken R. Eif o. O. Eng R. beckt de anger gen Og us Aach-Stdt. Et hält jeder sin R. vor en Nachtigall sein hässliches Kind für schön; et ka net jede R. senge we en N. Siegld. E R. micht kä N. der Apfel fällt nicht weit vom Stamme Simm-Laub; e Atzel (Elster) m. kä R. Meis-Lauschd; e A. m. kä R. un e R. kä Dorteldauf Simm-Liebshsn. Markesdag (25. IV.) soll sich en R. im Kor (Roggen) verberge kennen Bernk-Neumag. Weə (wegen) Mangel an de Flitt (Flügel) kann de R. nit flieə wenn das nötige Geld fehlt Kreuzn. Wenn de Rowe halen Convivuum, dann guck dich met Feierholz om! Bernk. Et send schlechte Zide (Zeiten), sat de R., do broch mer der Galge af NRip (o. O.). Nem Raven om Dake on nem Foss (Fuchs) für der Düren es nit te trauen einem Menschen mit schwarzem Kopfhaar u. rotem Bart Sol. En dält (teilt) wie Schilz mat den R.ən zu seinem Vorteil WEif. — In Kinderreimen. Die Kinder rufen dem R. zu: R., R., haste Not, da komm bei us Dear (Türe), da gen eich dir e Steckelche Brot! Bernk-Neunk. R., R., dei Nist brennt, die Junge brenne met; siewe J. sen verbrannt, die annere brenne noch! Birkf, Rhfrk (bes. wenn ein R. zur Zeit der Walnussreife sich auf einem W.baum niederlässt; durch den Ruf erschreckt, fliegt der R. schnell auf, u. die Kinder erhoffen eine Erschütterung des Astes, so dass Nüsse herabfallen). R., R., R., flie hordig hämm (heim), dei Kinnche kreischt, die Milch läft iwer, dei Haus brennt ab! Nahe. R., R., dei Nest brennt, dein Kenner schreie, die Sopp laft iwer, dein K. lafe fort; laf sihr, l. s., da kreste se wirrer (wieder)! Koch-Mörsd. R., R., dein Haus brent, deng Kanner kreischen, de Schlessel leit hanner der Dir! Bitb-Speicher. R., R., Schwarzkopp, däng (deine) Motter wird gehange möt glöhnige (glühenden) Stange! Altk-Willr. R., R., schwarze Mann, wofir hoste dei Neast of de hohjen Bomm (Baum)? Mänste, eich käm net dron? Bernk-Neunk. R., R., Rock, Rock (nimm deinen Rock)! es gibt Regen Berg. — Deutung des Krächzens: R., R., laf, laf (laufe)! Nahe. R., R., gef mer och ene Knoche af! MülhRh. Im Winter rufe de Rawe: Bauer, loss mich in dei Schouer (Scheune); im Sommer: leck mich am Arsch! Simm-Klosterchumbd. — Im Bastlösespr. Huppere, H., Weire (Weiden), mei Messer will net schneire; werf ich et en de Grawe, do fressen et de Rawe usf. Birkf-Herrst, Rhfrk mit Var. verbr., Trier-Mettnich; auch Saft, S., Seire, de Jure wolle reire (reiten), falle all in de Grawe, fresse se all de Rawe usf., so auch Trier-Detzem, Koch-Mörsd. Weirepiffche, schlieh (schlage) dich (rom) on dräh dich bes an Millesch Grawe, kömmen all de Rawe usf. Neuw-NHonnefeld Wirschd Dierd. Happe, H. nure, morn, da kömmt de Trure, öwermorn de Hess bem lange Mess, stecht det Kälfche e de Hals; komme de junge Rawe,

[Bd. 7, S. 8]


fressen et us dem Grawe usf. Siegld-Müsen. — Hoppe, h., Sine, Korn a de Mihle, Stein a den Bach, Häns-che of dem Dach; wie et H. wirrer kom, wor det Kätzche do, brocht em Wecke en Mille (Milch), woll et se net fresse, schne em Hals en Bener ab, wurf et a den Rhein, frossen et de Schwein; wurf et a den Growen, fr. et de Rowe; busebusebuse lalala! Kniereiteld. Altk-Weitef. — De Atzele (Elster) un de Rawe, die gehn sesamme grawe, hupse uf Äcker erum wie die wille Hase Nahe. — Bim, bam, die Glock es krank; et leit (ler) e dorer Mann em Schank (Schrank); weər well en dann begrawe? De Spatze (Atzele) on de Rawe. Wer well en dann besenge? De Schilerkenn von Benge (Bingen) Birkf, Kreuzn. Bum, bam, Birebam, am (im) Keller leit en dugden Man; mor get en begrowen mat siewen schwarzen Rowen Abzählr. Bitb-Seimerich Stdt. Ene, bene, Buhneblatt, unser Kenig hot gesat: drei Rawe un e Kuh; Peter, schliess die Hausder (-türe) zu, werf de Schlissel iwwer de Rhein, morge soll gut Werrer sein; aus! dass. Meis-Medard. Ene, dene (mene), dunke, Funke, Rabe, schnabe, ticke, tacke (tippe, tape) Käse make (nape), one, Bohne rot (ulle, pulle, Ross; ip, ap, aus on du bös draus)! SNfrk, Mörs. — Hanni, bat micht der R.? Er ös klabetsch (tot). Bat häste em dann gegeff? Wasser on Brut! Dat micht den R. dut! Altk-Willr. —
2. übertr.
a. persönl.
α. Räfche Rufn. für ein schwarzes Huhn Sieg-Rhönd. —
β. Rawen Neckn. derer von Bernk-Hilschd. —
γ. s. Markt-, Nachtsrabe. —
b. sachl.
α. der Mittelfinger, im F.märchen: Dümmeling, Fengerleng, lange R., korte Knaw, Weghopp Hänschen Dinsl-Hünxe. —
β. schwarze Bandschleife Koch-Moselkern.

PfWB Raben-aas -ā:s (nicht -:s) NBerg; -:s Köln-Stdt n.: durchtriebener Geselle. Ich bin ein wahres R., ein arger Sündenknüppel; Herr Jesu, nimm mich Hund beim Ohr, wirf mir den Gnadenknochen vor u. schmeiss mich Sündenlümmel in deinen Gnadenhimmel! (aus einer alten Schrift) Wermelsk. Raben-auge (s. S.) Simm-Laub n.: in der Antw. auf die Klagen eines andern über seine Kriehnauen (Leichdorn): Mach se schwarz, dann sin's Raweaue! Raben-ei Rhfrk n.: Krähenei. Raben-feder (s. S.) Rhfrk f.: Krähenfeder. Raben-genist -gənit Goar-Trechtinghsn n.: kleines, dürres Reisig (wie es die Raben zum Nestbau gebrauchen). Raben-horst -hărs Dinsl m.: Krähenansiedlung. Raben-huhn (s. S.) Jül-Merzenhsn n.: schwarzes H. Raben-kobes (-jakob) Barm m.: männl. Rabe. Raben-krähe (s. S.) Geld-Schravelen, Mörs-Hülsdonk Vinn, MülhRuhr-Ickten f.: wie nhd. Raben-hölzchen Kreuzn-Bockenau Pl.: dürres Reisig (wie es die Raben zum Nestbau brauchen). PfWB Raben-mutter -mū:r Sol, Elbf f.: wie nhd. Raben-nacht Kobl-Stdt f.: dunkle N. PfWB Raben-nest (s. S.) Rhfrk n.:
1. Krähennest. RA.: Der schneid e Gesicht wie e Ochs vor em R. Kreuzn-Oberhsn. —
2. übertr.
a. Neckn. für

[Bd. 7, S. 9]


Neuw-Ohlenbg u. Ockenfels-Leubsd. —
b. du schwarz R.! verächtl. schmutziges Weib Sieg-Rhönd. Raben-reiser Neuw-Dierd Isenbg Pl.: kleines, dürres Reisig (wie es die Raben zum Nestbau gebrauchen). PfWB raben-schwarz  Rhfrk, Siegld, Elbf (kohl- ist allg.) Adj.: tief schw. PfWB Raben-vater -fā:r Sol, Elbf m.: wie nhd. PfWB Raben-weib -wīf Eusk-Zülp n.: verächtl. streitsüchtiges W. Raben-zahn -taŋk Kref m.: im Fingerratesp.: Pek, Pohl, R., gef dem Bur de flake Hangk (Hand), de Fus (Faust)! Wat steht? Dümke! D., D., e gebacke Prümke (Pflaume), Pek, Pohl, R.! Raben-zweimen Birkf-Gimbw, Wend-Aulenb Pl.: kleines, dürres Reisig (wie es die Raben zum Nestbau brauchen).

raben -āb- Kreuzn schw.: krächzen, von der Krähe; se rabt.

 

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