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Rabatze bis rabauzig (Bd. 7, Sp. 3 bis 4)
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Artikelverweis Rabatze eine streckformartige Bildung zu Ratze u. Katze, –bats , Pl. -tsə vereinzelt Rip f.:
1. katziges, widerspenstiges Mädchen, in dem Spr.: De Jonges send Rabaue, die könne de Mädcher kraue; de M. send R.ə, die k. de J. kratze Grevbr-Otzenr. —
2. übertr. Pl. t. Blätter des Löwenzahns Dür.

rabatzig  Saarl-Hüttersd (abseits) Adj.: widerspenstig; s. rabanzig.
 
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Rabau das Wort, in Bed. 2 ndl. rabauw, in Bed. 1 ndl. rabauw, rabaut ‘Schurke’, mndl. ribaut, –baud, rabaut, rabauw (mlat. ribaldus,

[Bd. 7, S. 4]


frz. ribaut) entsprechend, hat im Rhein. für beide Bed. die gleiche Form rabǫ·u., Pl. -ə, Demin. -b·y.χə, –kə, wobei das Volk die Bed. 2 auf das rauhe Äussere des R.apfels zurückführt m. [Bed. 1 f. OBerg, Köln-Stdt, Eup]:
1. verächtl.
a. roher, rücksichtsloser, grober, ungehobelter Mensch, roher, gewöhnlicher Kerl, Schlingel, bes. auch wilder Junge, Taugenichts Rip, Nfrk u. Siegld, May, Kobl, Simm-Laub. De Jonge send R.ə, die könne de Mädcher kraue (ärgern) usf. Grevbr-Otzenr (s. Rabatze). —
b. ungestümer, dabei aber gutmütiger Mensch Altk-Betzd (u. 1 a). —
c. kölsche R.ə Neckn. bes. der Rheinarbeiter u. der Kölner im allg.; ebenso Neckn. derer von Kref-Lank, MülhRuhr-Broich Laar, Duisb-Hochf. —
d. Pockerabau einer mit Blattern im Gesichte Aach-Stdt. —
2.
a. grau- u. rauhschalige Reinette Rip, Nfrk bis einschl. Geld, Mörs, Ruhr, dazu nach Süd. abseits Neuw-Datzeroth, May (vielfach -bǫ·u.ər), Kobl, Koch (vielfach -bǫ·u.ər), Wittl-Olkenb, Prüm-Mürlenb 1860, Bitb-Rittersd (-ba·i.χən Rambur), Saarbg (-nən u. -nər), Simm-Laub; et güt grise (graue) un witte (weisse) R.ən Gummb. Die Jonges kriege R.ə, die Weiter (Mädchen) wolle mer haue usf. Düss. —
b. übertr.
α. scherzh., verächtl. Loch im Strumpf, durch das die Ferse durchschaut; deə hat schönn R.ə, — R.ə e jen Hose Aach. —
β. lange, runde Nase Eup-Raeren.

Rabauen-angesicht -ānjəzīχ Sieg-Eudenb, Eusk-Zülp, Dür n.: verächtl. pockennarbiges Gesicht u. Schimpfw. für einen Menschen mit solchem G. PfWB LothWB Rabauen-apfel -apəl Verbr. wie R. 2 [-bǫ·u.rə- Koch-Laub; -bǫ·u.ər- Bo-Godesbg, Bergh-Horrem] m.: grauschalige Reinette. Rabauen-pack Kref n.: Gesindel. Rabauen-sträuss-chen -ȳs- MülhRh-Rath n.: scherzh. über der Stirne sich erhebendes Haarbüschel. Rabauen-süsser -bǫuzȳtər Emmerich m.: Rabau 2 a.
 
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Rabausel -ǫusəl , wohl eine Weiterbildung zu Rabau, Pl. -əln vereinzelt OMosfrk in Altk-Hellert f.: unordentliches Weib.
 
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rabauzeln -ǫuts-  vereinzelt Duisb schw.: Külleken r. einen Klicker (Ball) im Spiel durch Kaulen rollen lassen (s. ofries. Rabalster ‘grösserer Klicker’, nd. Rabaster).
 
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rabauzig (s. rauh-)  vereinzelt WMosfrk in Bitb-Wiersd Adj.:
1. grob, unhöflich, e r.ər Kerel.
2. rauh, e r. Weder.

 

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