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quitschen III bis Quitsche (Bd. 6, Sp. 1355 bis 1356)
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Artikelverweis  PfWB quitschen III -īt u. bei hellem kurz abgebrochenem Tone -ī:-; das Wort ist allg. lrhn.

[Bd. 6, S. 1356]


bis einschl. Heinsb, Erk-Elmpt, Kemp, Kref, Mörs-Orsoy, rrhn. bis einschl. Düss, Ruhr, Dinsl schw.:
1. von hellen Tönen.
a. von Tieren.
α. vom Schweine, wenn es hungrig ist, wenn es geschlachtet wird, quiksen; de Ferken qu., wann se wat te fretten han wellen; auch vom Schmerzenston der Kleintiere (Kanin, Hase), wenn sie getötet werden Westerw, Sieg, OBerg, Köln. Ein Schwein qu., schlachten, in der Kinderspr. Köln-Weiss. —
β. piepsen, von der Maus Merz-Reimsb, Trier-Hermeskeil, Kreuzn, Goar, Kobl, Neuw, Altk, Ahrw, Schleid-Kirchseiffen, Jül-Mersch Spiel, MGladb-Rheydt, Barm, Elbf, Mettm-Velbert. —
γ. piepsen, von kleinen Vögeln, Spatzen Saarbr-Nassw, Zell-Senh, Bernk-Allenb, Goar-OGondershsn, Kobl-Weissenthurm, May, Neuw, Prüm-Reuth, Malm-Dodenbg, Köln, Jül, Aach-Bergr Eschw, Heinsb, Sieg-Siegbg, MülhRh, Waldbr-Eckenhg, Gummb-Hesselb, Lennep-Hückeswg Lüttringhsn, Mettm-Velbert [vom Schreien der Krähe Goar-OWesel, Sieg-OLar; der Elster, Trier-Mehring (-ē-), Neuss]. —
δ. winseln, vom Hunde Aden-Freiling, Sieg-Blankenbg Troisd, MülhRh, Elbf, Lennep-Ronsd, Mettm-Wülfr, Düss, Duisb. —
b. von Menschen.
α. einen hellen Freudenton ausstossen, vor Lachen, beim Kitzeln Allg. —
β. weinen Ottw-Wiesb, Trier-Kürenz Mettnich. —
γ. leise sprechen Dür-Ellen. —
c. von Geräten Allg.
α. vom Tone der Klarinette. —
β. Rad, Türe, Pumpe, schlecht geschmiert, beim Reiben zweier Hölzer, neue Schuhe qu. —
γ. zischen, vom Feuer Gummb-Stadt. —
2. ein Tier qu., unnötig betasten, drücken, knutschen u. es so quälen Saarl-Berus, Saarbg-Serrig. — Abl.: die Quitscherei, dat Gequitsch, sech zerqu. (Rip).

quitsch -ī-, –ī:- Allg. Schallw.: das Quitschen begleitend.

Quitsch -ī- Sieg-Scheiderhöhe Sg. t. m.: in der Wend.: Qu. en de Schohn han wenn neue Schuhe knarren.

Quitsch-beutel -bȳ:l Düss-Stdt m.: scherzh. Ziehharmonika. Quitsch-düppen -debə Ottw-Wiesb, Trier-Mettnich n.: verächtl. gerne weinendes Kind, kränkelnder Mensch. Quitsch-flöte -t MGladb-Rheind f.: scherzh. Klarinette. quitsch-froh (s. S.)  Saarbr-Völkl (-tə-), Köln-Berrenr, Rees-Wesel Adj.: sehr froh, dass man vor Freude quitscht. Quitsch-kasten -ad- Saarbr-Püttl m.: scherzh. Klavier. Quitsch-lise -lis Prüm n.: verächtl. gerne weinendes Mädchen, Kind. PfWB quitsch-vergnügt (s. S.) Verbr. Part.: sehr lustig.

Quitsche -īt, Pl. -tə(n) f.:
1. scherzh. Klarinette MGladb-Rheind. —
2. verächtl.
a. gern weinendes, empfindliches, verwöhntes Kind Saarbg-Meurich Freudenbg. —
b. alt Qu. Frau, die an allem etwas auszusetzen hat Saarl-Berus. —
c. Kaffequ. Kaffeeschwester Koch-Leienkaul.

 

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