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Quist IV bis quitschig (Bd. 6, Sp. 1354 bis 1355)
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Artikelverweis Quist IV das Wort, zu ahd. quist ‘Vernichtung’, mnd. quist ‘Verlust, Schaden’, mndl. te quiste, Abl. zu mndl. quisten ‘vergeuden’, ndl. verquisten, ahd. (ar-, fir-) quisten, mnd. quisten, got. quistjan gehörig; -es ist geschlossen im WRande in WSchleid, NPrüm (-ǫst), Malm, Monsch, Eup, Aach, nach O. vereinzelt in Jül-Selgersd, Dür-Stdt, MüEif u. nach S. in Prüm-Mürlenb 1860 (-est); -ast Daun-Tettschd, SPrüm verbr. Sg. t. in der Wend.: Zo (ze) Qu. gohn (te Qu. Eup-Stdt) zugrunde gehen, nutzlos verderben, von Sachen; dat darf mer net ze Qu. gohn losse; dem geht net lech (leicht) jet ze Qu.; et geht necks ze Qu.; necks ze Qu. komme losse.

Ge-quiste jəkwest Neuw-Rodenb Sg. t. n.: Abfall, mutwillig verschüttet.

ver-quisten (ahd. firquisten) in fünf Geb., u. zwar -estə in Klev, Emmerich, Selfk u. -istə in Aach, Monsch u. -estə(n) in der WEif in Malm-Montenau, Bitb-Geichl u. in Neuw, Altk, Waldbr-Dattenf, Sieg-Lohmar (-i-) u. in Köln-Stdt [Altk-Keschd Mauelsb Puderb -isə] [urkdl. verquisten off verbrengen Köln 1487; dat de Walt verhowen und verquist werde Monsch 1342; verquissen Wierstraet] schw.:
1. etwas v., verderben, unnütz verbrauchen, verschwenden Allg.; et Foder v. das Futter aus der Krippe werfen Neuw, Altk; kommt zu viel Fleisch auf den Tisch, so konnen

[Bd. 6, S. 1355]


se dät Fleisch nit all v.; he kann et Heu nit all v. unterbringen Altk-NFischb. —
2. ein im Wachsen befindlicher Mensch wird (es) verquest, wenn seine Entwicklung durch einen Unglücksfall unterbrochen wird u. er verkümmern muss Neuw-Datzeroth; fərkwis von einem Menschen, einem Baum, verkrüppelt Sieg-Ägid.

quitsch -ī- s. bei quitschen III; quitsch II -i- = quitt (s. d.); Quitsch -i- = Bedrängnis s. quitschen II.
 
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Quitsch-beere -itb:r Bergh-Esch f.: B. der Eberesche u. Pl. Eberesche. S. Quike.
 
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quitscheln I -itəln uWupp; -tərə OMosfrk in Koch-Greimersbg Lutzerath, Neuw-Dierd schw.: zwitschern, von Vögeln. — Abl.: die Quitschel(er)ei, dat Gequitschel(s).
 
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quitscheln II -it- bes. rrhn. Westerw u. Sieg in Neuw-Dattenbg Heddesd, Altk, Sieg-Ägid ODollend Rhönd; -ī- Sieg-Blankenbg Eitorf; -e- Aden-Spessart schw.: absol. u. mit den Augen qu., zwinkern, blinzeln. — Abl.: die Quitschel(er)ei, dat Gequitschel(s), sech zerqu.

an- quitscheln: einen a., anzwinkern.

quitschelig Adj.:
1. gerne zwinkernd, nervös zuckend, von den Augen Sieg-Rhönd. —
2. triefäugig Sieg-Kuxenbg.

quitschen I -it- Rip in Neuw-Asb Windhg, Altk-Kötting, Sieg-Driesch Fussh Honnef Scheiderhöhe Süchterschd; -e- Aden-Spessart; -ī- Sieg-Blankenbg Eitorf Gielgen Hoholz Roleber Siegbg Much, Wippf-Engelsk, Daun-Neroth schw.: absol. u. mit den Augen qu., zwinkern, blinzeln. — Abl.: die Quitscherei, dat Gequitsch.

an- quitschen: einen a., anblinzeln.

quitsch-äugeln Bo-OBachem schw.: dass. Quitsch-augen (s. S.) Altk-Herdrf, Sieg-Honnef Uckerath Pl.: Qu. han Triefaugen. Quitsch-äuger -:jər m.: verächtl.
1. einer, der zwinkert, Vorwitziger Sieg-Fussh. —
2. einer mit Triefaugen Sieg-Felderhoferbrück Scheiderhöhe. Quitsch-beutel -bøgəl Sieg-Fussh m.: verächtl. listiger Mensch, Hallunke.

Quitsche -it, Pl. -tə Koch-Lutzerath f.: verächtl. Frau mit kleinen, trüben Augen.

quitschig -i- Adj.:
1.
a. gerne zwinkernd, von den Augen; qu.ə Oge Allg. —
b. triefäugig, von den Augen u. vom Menschen Sieg. —
2.
a. listig Sieg-Fussh. —
b. schwächlich Wippf.

 

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