Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
quissen bis Quitsch (Bd. 6, Sp. 1353 bis 1355)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis quissen -øs-, Part. gəgwest Bitb-Speicher schw.: sprechen, in der Kundenspr.

Quission = Meinungsverschiedenheit, Wortstreit s. Question.

[Bd. 6, S. 1354]



 
Artikelverweis Quiss-madam -esmada·m., Pl. -·m.ə Erk f.: Birnensorte, frz. cuisse madame.
 
Artikelverweis 
Quiss-quast -iskwas eine ablautende allitterierende Bildung < Wīssquast + Quispel Schleid-Hellenth, MGladb-Rheind, Düss-Stdt m.: Tüncherpinsel an langer Handstange.
 
Artikelverweis 
Quist I -est, Pl. -stə Klevld in Klev-Calcar Stdt f.:
1.
a. Quisel (s. d.), Betschwester. —
b. Narr. —
2. Schrulle.
 
Artikelverweis 
Quist II -ist WMosfrk vereinzelt in Daun-Strohn; -e- Trier-Welschbillig; Pl. -sdən m.:
1. verbohrter Mensch Strohn. —
2. witziges Kind Welschbillig.
 
Artikelverweis 
Quist III gegenüber -s im SNfrk (s. Quest) liegt -ist zugrunde in -ast Trier-Kenn Schleidw, Wittl-Binsf; -es Dür-Stdt Derichsw, MGladb-Rheind, Erk-Rath, Neuss-Dormag; -est uWupp; -i- Sol; vgl. nhd. Zwist, mnd., mndl. twist Sg. t. m.:
1. Zwist, Streit, Uneinigkeit; Qu. metenen han. RA.: Wu klener et Nast (Nest, Haus, Dorf), wu grusser de Qu. Trier-Schleidw. —
2. übertr.
a. in der Wend.: En et Quis setze entgegen arbeiten Aach-Merkst. —
b. Kniff Sieg-Fussh. —
c. -ast Quecken, triticum repens Trier-Kenn.

Quist-quast -iskwas Wippf, Remschd Sg. t. m.: Zwist.

Ge-quister -e- Sg. t. n.:
1. dass. Altk-NFischb. —
2. Gewürzel vom Unkraut Trier-Fell Mehring.

Quisterei -istəre, –ī- Rees Sg. t. f.: Zank.
 
Artikelverweis 
Quist IV das Wort, zu ahd. quist ‘Vernichtung’, mnd. quist ‘Verlust, Schaden’, mndl. te quiste, Abl. zu mndl. quisten ‘vergeuden’, ndl. verquisten, ahd. (ar-, fir-) quisten, mnd. quisten, got. quistjan gehörig; -es ist geschlossen im WRande in WSchleid, NPrüm (-ǫst), Malm, Monsch, Eup, Aach, nach O. vereinzelt in Jül-Selgersd, Dür-Stdt, MüEif u. nach S. in Prüm-Mürlenb 1860 (-est); -ast Daun-Tettschd, SPrüm verbr. Sg. t. in der Wend.: Zo (ze) Qu. gohn (te Qu. Eup-Stdt) zugrunde gehen, nutzlos verderben, von Sachen; dat darf mer net ze Qu. gohn losse; dem geht net lech (leicht) jet ze Qu.; et geht necks ze Qu.; necks ze Qu. komme losse.

Ge-quiste jəkwest Neuw-Rodenb Sg. t. n.: Abfall, mutwillig verschüttet.

ver-quisten (ahd. firquisten) in fünf Geb., u. zwar -estə in Klev, Emmerich, Selfk u. -istə in Aach, Monsch u. -estə(n) in der WEif in Malm-Montenau, Bitb-Geichl u. in Neuw, Altk, Waldbr-Dattenf, Sieg-Lohmar (-i-) u. in Köln-Stdt [Altk-Keschd Mauelsb Puderb -isə] [urkdl. verquisten off verbrengen Köln 1487; dat de Walt verhowen und verquist werde Monsch 1342; verquissen Wierstraet] schw.:
1. etwas v., verderben, unnütz verbrauchen, verschwenden Allg.; et Foder v. das Futter aus der Krippe werfen Neuw, Altk; kommt zu viel Fleisch auf den Tisch, so konnen

[Bd. 6, S. 1355]


se dät Fleisch nit all v.; he kann et Heu nit all v. unterbringen Altk-NFischb. —
2. ein im Wachsen befindlicher Mensch wird (es) verquest, wenn seine Entwicklung durch einen Unglücksfall unterbrochen wird u. er verkümmern muss Neuw-Datzeroth; fərkwis von einem Menschen, einem Baum, verkrüppelt Sieg-Ägid.

quitsch -ī- s. bei quitschen III; quitsch II -i- = quitt (s. d.); Quitsch -i- = Bedrängnis s. quitschen II.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: