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Quispel bis Quission (Bd. 6, Sp. 1352 bis 1353)
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Artikelverweis Quispel das Wort, ndl., mndl. kwispel, mnd. quispel, verwandt mit lat. vespis, ‘dichter Strauch’, ist in zwei Geb. (lrip., nfrk.) vertreten (verbreiteter sind oft die Abl.), doch je nach Geb. in verschiedener Bed. m.:
1.
a. -espəl, –ezsp-, –eisp-, –ēsp-, Pl. -ələ kleiner grader Handstäuber aus Haaren, Schweinsborsten Verbr. Monsch, Eup, Dür, Jül, Aach, Heinsb, Erk; abseits: jedes zu Reinigungszwecken dienende langstielige, aus Borsten, Federn, Reisig hergestellte Werkzeug, bes. Fensterbesen, Spinnenkopf Eusk-Zülp, MüEif (hier auch Flaschenbürste);

[Bd. 6, S. 1353]


die dünne Schnur am Peitschenschlag, die den Knall erzeugt Schleid-Bergh; doppelt gedrehtes u. gewachstes Garn, zum Annähen von Knöpfen Bo-Stdt, u. im N. Haarpinsel Klev-Goch Hassum Pfalzd. — Donner, Qu.! Fluch Eup, Jül-Tetz, Aach. —
b. übertr. verächtl.
α. (Kontur)qu. Büroschreiber Dür, Jül, Aach. —
β. beweglicher Mensch, bes. unruhiges, nervöses Kind Aach, Heinsb u. -i- Sol. —
2. im Klevld -esp-, Pl. -əlts
a. Wespe Geld-Straelen, Klev; -əlt MGladb-Giesenk. —
b. ungeduldiger, unruhiger Mensch ebd. u. Mörs-Binsh Schwafh. —
c. Zimperlise Klev-Keppeln.

Quispel-bett (-elisabeth) Rees-Haldern n.: verächtl. Zimperlise. Quispel-dortchen -do(r)tjə Klev n.:
1. Garnabwickler. —
2. Spucknapf. Quispel-kunte -kōnt Mörs-Veen f.: verächtl. zimperliches Mädchen; im Essen wählerisches Kind. Quispel-sterz (s. S.) m.: verächtl.
1.
a. ein Weib, das im Gehen mit dem Hintern dreht Aach-Stdt. —
b. unruhiger Mensch, bes. Kind, das sich schlecht ruhig verhalten kann Aach-Burtschd, Kemp-SHubert, Mörs, Klev. —
2. zimperliches Mädchen, verwöhntes Kind Heinsb-Lümb, Geld-Walbeck, Dinsl.

quispelig Adj.:
1. unruhig, zappelig, von Kindern Jül, Heinsb, Kemp-SHubert Grefr Süchteln, Kref, Mörs, Klev, Rees-Haldern. —
2.
a. zimperlich, wählerisch im Essen Mörs-Borth, Klev-Goch, Rees-Haldern. —
b. widerhaarig Dinsl-Aldenr.

quispeln schw.:
1. mit dem Handstäuber arbeiten, kehren Eup, Dür (selten), Aach, Erckörrenz, MGladb-Rheind, Heinsb-Karken.; -ę- einen Knopf ansetzen MGladb-Rheind (sonst -ē-). —
2. übertr.
a. kitzeln mit einer Feder oder einem Halm Heinsb-Karken. —
b. sich ohne bestimmte Beschäftigung im Hause zu tun machen; de Frau quespelt dörch et Hus, — e jen Hus heröm Aach-Alsd Stdt. —
c. schwanzwedeln, bei Hund u. Ziege; met et Stertje qu. Heinsb, Klev; de Pande (Rockschösse) quespelden sin Belle (Oberschenkel) Emmerich. —
d. mit einem Gegenstande vor einem herumfuchteln, auch herömqu. Klev; mit der Nadel ungeschickt arbeiten Rees-Haldern. —
e. unruhig sein, sich unruhig hin- u. herbewegen Aach-Stdt, Geld, Rees. —
f. unnütz arbeiten Rees-Flüren Milling. —
g. zimperlich, wählerisch im Essen sein, kränkeln Klev-Cranenbg, Rees-Praest. —
h. winseln, vom Hunde Rees-Bislich. — Abl.: die Quespel(er)ei [Quespel(der)ei unnütze Arbeit, Tand Rees-Flüren Milling], dat Gequespel(s) [Zank Heinsb-Myhl].

ab- quispeln: den Staub, einen Gegenstand a., abstäuben Allg.ver -quispeln: -esp-, Hab u. Gut v., verschwenden Dinsl.
 
Artikelverweis 
quissen -øs-, Part. gəgwest Bitb-Speicher schw.: sprechen, in der Kundenspr.

Quission = Meinungsverschiedenheit, Wortstreit s. Question.

[Bd. 6, S. 1354]


 

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