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quiren bis quirschelig (Bd. 6, Sp. 1348 bis 1350)
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Artikelverweis quiren -ī:r- vereinzelt LRip in Ahrw-Neuenahr, Geilk-Gangelt schw.:
1. pipsen, von der Maus; de Mus quiərt Gangelt. —
2. knarren, vom Rad Neuenahr. — Abl.: die Quirerei, dat Gequir(sch).
 
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Quirgel -i·r.j-, Pl. -əln (s. Quärgel) OBerg in Waldbr-Morsb m.: ein im Wachstum zurückgebliebener Baum.
 
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NRhWB Quirinus -irīnəs  [Dür-Stdt auch kurīnəs; Geld-Schravelen kurenəs; Koch-Urschmitt, Rheinb-Meckenh kwərīn]; Kurzf. nur lrhn. n. Mos kwęr Bitb-Mettend; krīnəs Koch-Urschmitt, Schleid, Monsch, Heinsb-Millen; krīn Heinsb-Millen, Erk-Elmpt; kre·ŋ. Aden-Liers, Prüm-Ihren, Rheinb-Meckenh, Dür; kri·ŋ.ks Heinsb-Millen; -e·ŋ.s m u. uErft; kore·ŋ.  Malm-Amel m.:
1.
a. der hl. Qu., dessen Kultstätte in Malm ist u. dessen Tag im Okt. gefeiert wird, u. der hl. Qu., dessen Kultstätte in Neuss ist u. dessen Tag am 30. April ist; am Feste der Translation nach Neuss läuten (beiern) die Glocken der Qu.kirche in Neuss: dinge, d. Dom, D., Schutzpatron, setz de Qu. op dem Tur (Turm); du bös Frau, on ech bön Mann, solls de beste Bocks net han! Aus dem Qu.pötz

[Bd. 6, S. 1349]


(ein heute verschütteter Brunnen) sollen nach dem Kindergl. die Kinder kommen; de hät em Qu.pötz geschwomme, — es ut dem Qu.pötz, — es em Qu.pötz gedöf (getauft) er ist ein echter Neusser. Die (die alte Jungfer) geht Qu. schure (scheuern) in Ermangelung eines Liebhabers. — Auch in Zülpich wurde der hl. Qu. besonders verehrt, bes. am 30. April kam man aus der ganzen Umgegend mit den Pferden dorthin u. tränkte sie aus dem Qu.pötz; ebenso in Bo-Dottend, in dessen Kirche es noch jetzt den Qu.stein gibt, eine Art kleinen Taufsteins. Am 1. Mai wurde das Maifest auf dem Nicolausberge bei Wittl-SpangDahlem gefeiert, an dem Qu.wasser gesegnet wurde, das von denen gebraucht wurde, die vom hl. Mangel (offenen Wunden) behaftet waren. — Kirchenpatron, z. B. in Koch-Urschmitt (de weərd honnerrecks of Krines Wis-che (Wiese) geschläft (geschleift) auf dem Friedhof begraben), in der Gegend von Aden, sent Kurennes van't Twestij (Geld-Twisteden). —
b. heute seltener männl. Vorn. (s. die Kurzformen), früher häufiger, wie der FN. Krings beweist. —
2. übertr. -irīnəs Querkopf Bitb-Mötsch.

Quirins-kraut May-Andernach n.: Huflattich, tussilago farfara.
 
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ver-quirkeln bərgwørgəlt Saarbg-Cahren Part.: wirr durcheinanderliegend.
 
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PfWB quirksen -irəks- nur vereinzelt in Altk-Herdrf, Sieg-ODollend (s. kirksen) schw.: quiken (s. d.), vom Schweine. — Abl.: die Quirkserei, dat Gequirks.
 
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PfWB Quirl zu mhd. Lexer twir(e)l, ahd. dwiril, mhd. auf md. Geb. im 14. Jhdt. Lexer quirl, zu ahd. dwëran, mhd. Lexer twërn ‘drehen, rühren’; -iə(r)l, Pl. -lən Berg (s. u.) m.:
1.
a. Stock, mit einer Keule versehen, dicker Knüppel Sol-Wiesd 1870. —
b. n. krause Stelle in den Zweigen eines Baumes; em Kiərschenbom es männigmol son Knabbel en den Dolen (Zweigen), dat me sät: der Bom het en Bessem gebongen, dat es en Qu. Gummb-Berghsn. —
c. Türriegel Waldbr-Eckenhg. —
2. übertr. verächtl. unruhiger Mensch Ess.

Quirlen-fitsche -ī·ə.rləfit Düss-Stdt f.: verächtl. unruhiges Mädchen.

quirlen -ī·ə.(r)l- Sieg-Fussh schw.: aufkochen.

Quirling -ī·ə.rliŋ, Pl. -·ŋ.ə MülhRh-Hoffnungsth m.: sticksige Birne, die den Hals zusammenzieht.
 
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Quirne ndl. kwaern, mndl. querne, queerne, quaerne, ahd. quirn(a), ags. cweorn ‘Mühle, Handmühle’ f.:
1. -ī:r, –ē:- Mühlstein aus Niedermendiger Basaltlava, kleiner als 3 Fuss, 6 Zoll Durchmesser. —
2. übertr. Drehbutterfass, meist kī·ə.(r)n, –ē·ə.-, kęrn, kan (s. Kirne); doch noch einige Belege mit kwī·ə.(r)n LRip n Dür-Nörgenich Stdt, Bergh-Blatzh Brüggen Hemmersb Mödr, Köln-Frechen Sinthern Stotzh Widdersd, Eusk-Enzen Stdt; kwī·ə.r

[Bd. 6, S. 1350]


Bergh-Esch Glesch, Aden-Liers (-rə); kwī·ə.l Bergh-Balkhsn Blatzh; kwī·ə.dəl Ahrw-Burgsahr, Aden-Liers (s. Wk. IV 17).

quirnen Verbr. wie bei Qu. 2 schw.: Butter qu., im Butterfass drehen.

quirschelig = schlecht gelaunt s. querschelig bei quer.

 

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