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Null II bis Nulles (Bd. 6, Sp. 273 bis 274)
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Artikelverweis  PfWB ElsWB Null II Allg., u. zwar nul [LRip, SNfrk, Siegld, Homburgisch, Sol auch -o-; Eup, Selfk nolə], Pl. -lə(n), –·l.ə(n); Demin. nilχə(n), –y-, –ø-; nyl(ə)kə, nyltjə f.:
1. wie nhd.; N.ə(n) mache (mole, schrive); mach dar noch en N. henger, etwa mach us der zwölf en hondertzwanzig Rip, Allg. RA.: N.ə maken scherzh. hohe Rechnungen schreiben, Wind machen, aufschneiden Erk-Elmpt. Hen ös de N. fir der Ziffer er hat nichts zu sagen Trier-Stdt; he gelt net meh wie de N. für der Zahl Gummb-Nümbrecht. Dat geht N. vor N. uf Rechnung u. Gegenrechnung heben sich gerade auf; wer sich grade durchzuschlagen vermag, is froh, wenn N. vun N. ufgeht Rhfrk; N. vu N. gäht op von nichts kann man nichts abziehen Bitb. — Im Kindersp.: N.ən fahren zwischen den auf der Schiefertafel gemalten N. (u. Kreuzchen) hindurch von einer N. zur anderen mit dem Griffel fahren, wobei man an keine N., an keinen Strich u. nicht an den Rand stossen darf Gummb; Nüllchen spille (donn) Köln; Krützken on Nülleken Mörs; N.ən krützen ankreuzen Gummb. — Of Nummer N. gehn zum Abort Rhfrk, Verbr. — Enkel (einzelne) N., dubbel N. beste Mehlsorte Dür-Derichsw, Eup; Nummer N. stärkste Flintenschrotsorte Allg. — (En) N. Komma nicks, en er Tit van N. (stets nhd. Lautung) sofort Allg.; em N. komme May-Polch. Das es N. on necks (neischt Hochw) nichtig, nichts wert Saar; da's N. on nichtig MüEif. — De es (setz) Nummer N. hat nichts zu sagen, keine Achtung; he es en N., — bedöck (bedeutet) en N. MüEif, Verbr. —
2. übertr.
a. Nüllche wie eine N. aufgedrehte Haarflechte MülhRh-Immekeppel. —
b. en Ein-, Twei-, Drei-Nolls Vorhängeschloss, je nach der Grösse Mettm-Velbert
c. Nöllche Radlünse Bergh-Kierd Blerichen. —
d. Nüllke Kaule beim Klickersp.; N. werpe Geilk-Übch. —
e. N. (u. N. uwär) spille im Skat, nach dem Nhd. Allg.

Null-brot Wermelsk n.: Br. aus bestem, zweimal gemahlenem Mehl. Null-punkt m.: nach dem Nhd., bes. beim Thermometer u. Pegel. Null-spant Rheinschiff m.: grösste Querrippe des Schiffes.

nullen schw.: in den Wend.:
1. sin Aler (Geburtstag) nullt sek er wird 20, 30 usf. Jahre alt Gummb, Allg.; eich hon fi fmol (usf.) genullt bin fünfzig Jahre alt Rhfrk, Bitb. —
2. enkel, dubbel genullt vom Mehl, je nach der Ausmahlung Eup. —
3. dat nollt sech das summt sich zusammen Siegld.

be- nullen: etwas b., machen, dass der Erfolg einer Handlung gleich Null wird Saarbg-Wellen.

nullessen no·l.əsə Sieg-Fussh schw.: das Kartensp. Nullo spielen.
 
Artikelverweis 
Nulle (vgl. Nülle) nul, –o-, Pl. -lə f. Verbr.

[Bd. 6, S. 274]


nach Wk. VI 12 Rhfrk an der Nahe, Saarbr; sonst vereinzelt ny·l. Dür-Nideggen; nu·l., –·l.a f. u. nø·l.əkə, Pl. -kəs n. Düss-Stdt; nula Mörs-Wallach; nu·l. f. Aach-Eilend; nyləkən n. Ess:
1. Saugpfropfen des Säuglings [u. Nölleke Trinkgefäss für Kinder, die von der Brust u. der Saugflasche entwöhnt u. zum Trinken aus Tassen angeleitet werden sollen Düss-Stdt]. —
2. übertr.
a. nu·l., meist Pl. -·l.ə Radnägel Saarl-Pachten, Trier-Mettnich. —
b. nø·l. scherzh. Tabakpfeife Grevbr-Gierath. — Das Zeitw. ist verbreiteter.

PfWB ElsWB nullen, nüllen schw.:
1. -ol- am Saugpfropfen saugen, bes. an den Fingern lutschen Saarl-Stdt Wadgassen, Saarbr, Ottw, Nahe [-u- Saarbr-Malstatt Burb]. —
2. -ø·l.-
a. Alkohol trinken (meist aus der Flasche) Sieg-Fussh Ägid, Gummb-Berghsn (-y-), Elbf (-y-), Köln (-ø-), Neuss (-y-), Aach-Stdt (in der Kinderspr.) Herzogenr (-y-) Merkst, Geilk-Baesw (-y-), Heinsb. —
b. die Tabakpfeife rauchen Grevbr-Gierath, Eup. — Abl.: die Nollerei (-ö-, –ü-), dat Genoll(s) (-ö-, –ü-), der Noller (-ö-, –ü-).

PfWB ElsWB Nuller -o- Sg. u. Pl. Verbr. wie nullen 1 u. Bernk-Rapperath, Kobl-Malendar, May-Cattenes, Altk-Sassenr, Sieg-Dahlhsn, Gummb-Rebbelr [Kreuzn, Saarbr-Emmersw auch nolərt, Pl. -də) m.: Saugpfropfen, Schnuller.

Nulles noləs, Pl. -əsə Kreuzn, Simm-Henau, May-Kell m.: dass.

 

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