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ländsen bis Längstert (Bd. 5, Sp. 86 bis 116)
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Artikelverweis ländsen Koch-Bremm schw.: der Wein ländst schmeckt nach dem Boden.

Landung pontlnĭk Mos (Trier-Ld) Sg. t. f.: Landungsplatz der Ponte.

landen I s. o. bei Land; landen II = Obst nachernten s. linnen III.
 
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Ge-länder das Wort ist allg. nach dem Nhd.; doch tritt noch vielfach für ‘Treppengeländer’ Lehne (Klevld Löhn, Löhneng) u. in der WEif, Trier Halte u. im OBerg Ricke ein; die Lautform von G. ist gəlęndər, –ę·n.d-, -nd-, nach

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dem Nhd.; selbst im Rhfrk, Mosfrk, wo -lęnər, –ę·n.- zu erwarten wäre, steht meist -ndər u. im rip., berg. Mouillierungsgeb. sehr selten -lę·ŋ.ər [Simm-Stdt kulnər; Saarl, Merz, Saarbg vielfach glęndər u. g(ə)lęntər; Merz-Bietzen, Altk-Michelb gəlandər; Trier, Bitb, Wittl, Prüm-Kopp, Daun-Deudesf Gees Lissing, Koch-Beuren Hambuch Kliding, Aden-Weibern vielfach gəlęntər, –-; WBitb auch -lnər, –i-, –ø-; Prüm-Ormont, Bo-Lannesd, Neuw-Unkel, Lennep-Hardt gəlę·n.; Daun-Katzwinkel lę·n.dər; Koch-Eppenbg, Schleid-Üdelhv, Gummb-Drabenderhöhe gəlę·n.t; Aden-Spessart, Altk-Weiershg, Gummb-Bomig Hunstig, Köln-Esch, Bergh-Quadr, Dür-Froitzh lę·ŋ.; Waldbr-Wildbg jəlę·ŋ.; Grevbr-Neuenhsn jəlę·ŋ.ĭ; Klev-Hassum Üdem γəlnt; Rees-Bienen Flüren γəlandər]; Pl. selten -ərə, –rn, –ər, –ərs n.:
1. wie nhd. Treppengel., Gitter, Zaun aus Eisen. RA.: Wat get dat? Antw.: E G. an en Kammerpott (Nachtgeschirr) Sieg-ODollend. Um einen überfüllten Teller moss mer e G.ke make Düss-Stdt. Sech am G. hale eigentl. u. übertr. sich vor geschäftl. Herunterkommen bewahren, sich gegen Krankwerden wehren Siegld. —
2. übertr. verächtl. eine magere Kuh Kobl-Moselweiss.

Ge-länder-butzer Bo-Stdt, Köln-Stdt m.: verächtl. einer, der an den Eisengittern am Rheinufer herumrutscht, –lungert, faulenzt. Ge-länder-pfosten (s. S.) Allg. m.: wie nhd.

lanen I -ā:- = laden (s. d.); lanen II -ā:- = leugnen (s. d.); Läng = Leinsamen s. Lein II.
 
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NRhWB lang Allg., u. zwar laŋk, flekt. laŋə (-·ŋ.-) [WBitb, Prüm, uErft, uWupp lāŋk, flekt. lāŋə; sonst Bitb, Trier-Ld, n. Mos laŋk, flekt. lāŋə; im sndfrk. Trübungsgeb. lǫŋk, flekt. lǫ·ŋ.ə, aber vielfach auch -a-]; Steigerung Komparat. lęŋər (-·ŋ.-) [Rhfrk u. Rip auch -a-; Rip auch lęŋktər u. Sieg-Ägid lęŋətər], Superl. absol. Rhfrk dəlęŋgt; Mosfrk dərlę·ŋ.gst; sonst ət lę·ŋ.ks(t) Adj.:
1. räuml.
a. wie nhd., im Gegens. zu kurz; häufig in Wend. mit diesem Gegens. u. mit andern räuml. Bezeichnungen genannt; dat es ze kurz on ze l. es passt nicht, ist nicht geeignet Neuw-Rodenb; bester ze l. äs ze k Sieg; wat dem ene kuərt, os dem angere l. was dem einen recht ist, ist dem anderen billig Schleid-Reifferschd; ze l. für en Kar on ze k. für op de Wagen es passt gar nicht Verbr.; k. gemotet un l. gedillest ist einer, der einen kurzen Oberkörper u. lange Beine hat Trier-Krettnich; det Kürzte vam Längsten um die Sache kurz zu erzählen Neuw-Rodenb; no wesste et kott met et Langt Eup-Raeren; et kott an et Langt van die Sach es kurz u. bündig Aach; et Kürts bei et Längs MüEif; en Gruss an (und) e Langet weitläufige Beschreibung Bitb-Geichl; l. on schmal, kurt on deck; l. on schlank; gruss on l.; l. on schwang (s. die folg. RA. über das rechte Körpermass); weil beschte so dick wie l. so klug wie zuvor Saarl; he üs su dick es

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he l. üs vierschrötig MülhRuhr, Allg.; l., schmal en gedöldeg Emmerich; et es dem einen su l., äs et dem angern breit es beide sind gleichberechtigt Sol, Allg.; et as mir su l. wie brät einerlei Bitb, Allg.; er hot mer l. (gross) on brät vezihlt Birkf, Allg.; e Langet (Langes) un e Bräret (Brädes) hot er deher gemacht weitläufig erzählt Rhfrk, Mos; wat dem ene l. es, es dem angere moss (mass, passend) Düss. — Feste Verb. mit z. T. besonderer oder übertr. Bed.; l. Strüh Richtstroh, Flegeldrusch Rip, Allg.; der l.ə Gangk Hausflur Aach; l. For l. Feld Mörs-Ginderich; l.ə Remen (Riemen), l. Repp dass. Rip; de l. Dun langer, grader Weg Wittl-Sehlem; de l.ə Weg, wat (sech) de l. W. legge der Länge nach hinlegen, de l. W. hinschlagen, de l. W. durchschnegge (-schneiden) Rip, Allg.; jet op de l. Bahn (Bank) schuve aufschieben Rip, Nfrk; met an die l. Heck haue verheiratet sein Kemp; de l.ə Rock (Jass) Festtagsrock, der R. des kath. Geistlichen (Überzieher Aach-Merkst) Allg.; de l. Bocks anhäwwe zum erstenmal Gevatter stehen NBerg; de l. Bocks (l. Hosen, Strömp) anhäbbe langsam gehen, arbeiten, zögern SNfrk, Klevld; op l. Schluffe kumme arm sein (l. Schl. Pantoffeln. geschenkt, nicht passend) Köln; am l.ə Sel (Seil) trecke verheiratet sein MGladb; am l.ə Sal (Seil) fahre in Freiheit leben Wend; en l. Flönt (Flinte) hon zu weit schiessen Trier; de l. Kar Karre mit zwei Rädern u. ungebrochenen Bäumen, die nicht gekippt werden kann Rip, SNfrk; de l.ə Plug Riesterpflug zum Stürzen der Kleefelder Saarbr, Ottw; l.ə Schock (Schick) Diagonale beim Eggen Sieg-Fussh; l. Ben machen tüchtig ausschreiten Allg.; l. Fenger han (m.) diebisch sein Allg.; der l.ə Fenger (L.ər, l.ə Mann, l.ə Mattes, l.ə Hannes, l.ən Brink, l.ə Meter (Messer), l.ə Lott, l.ə Raw (s. d. W.) der Mittelfinger, im Fingermärchen, z. B. Noə Bett, sät Dümmeleng; erst ete, sät Fengerleng; wor mok (muss ich) dat hole, sät Langelang; in Gröttmuders Käske, sät Rengeleng; dat sak (soll ich) öhr verklappe, sät klen Deng Klev-Zyfflich; enem den Hals l. machen jmd. durch Versprechen hinhalten Allg.; e l. Gesicht m. enttäuscht sein; l. Gesichter Neckn. derer von Bo-Berzd; en l. Lepp Hängelippe Allg.; l. Zänn stumpfe Zähne Allg.; met l. Tänt eten ohne rechten Appetit Geld, Mörs, Klevld; enem l. T. maken den Appetit reizen ebd.; äm et Maul l. machen dass. Rhfrk, Mosfrk, Rip; enen met l.ər Nas stohn losse enttäuscht; enem en l. N. machen verhöhnen Allg.; l., lappig Uhre (Ohren); l. Rebbe (Rippen) (en l. Lif, e l.ən Gang) han tüchtig essen Berg; l.ə Seiden hon dass. Simm; en l. Hand hon grosse Gewalt Bitb-Dudeld; de l.ə Buk (Bauch) Fleischstück hinter dem Oberschenkel des geschlachteten Schweines Kemp; l.ə Flass eine Flachssorte Heinsb; l. Biren eine Birnensorte Wittl-SpangDahlem; l. Schwerter eine Bohnensorte

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Ottw; et Perd krit l. Haver Peitschenhiebe Allg.; ene l.ə Stand Junggesellentum Ahrw; en l. Res (Reise) dohn eigentl. u. sterben Allg.; l. Denger (Gedengs, Männcher, Ömhöch, Brei udgl.; s. d. W.) (drömheröm) machen Umschweife, Zögerung Allg.: äm den Danz l. m. ihn warten lassen Saarl, WBitb; et l. Engk (Ende) gepack han im Vorteil sein Sieg; den hat dat l. E. bei dem ist gut bei ihm angeschrieben Prüm; enem en de l. Farf spillen beim Kartensp. die Farbe, von der dieser viele Karten hat Gummb. — RA.: Dat is so l. wie Klessert (Trier-Clüsserath) Mos, — Deləf (Neuss-Delhv), — Cref (Wittl-Cröv), — Muschemart (Markt in Aden-Morswiesen), — en Ell Dür, — en Wiesbam (Wiesbaum) Simm, Bernk, Ahrw-Sinzig, — en Dorm (Darm) Bitb-Rittersd, — ene Ärm Monsch-Zweifall, — et l. Dengk va Wüərschele (Geilk-Würselen); dat es jet wie dat l. D. va W.; ene Rögge (Stivvele usf.) esu l. wie en ärm Minsch (Weib) LRip, — en arm Dier Elbf (s. auch die Vergleiche bei l. Mensch). — Dat ös noch net emol su l. bie van he bös do sehr nahe Sieg-Ägid. Wat es te l. e jen Kerk? Pastuər si Kled; he mott et opbänge (-binden) Heinsb. L. van Stil sin mit vielen Worten wenig sagen Heinsb-Millen, Geld-Nieukerk. A.: Wat säs (sagst) de do? B.: (der seine Worte nicht wiederholen will): O, et wor nich vill, et wor nich l., sös här et en Schwanz gehat! Gummb-Berghsn. Geld wie Heu, mar (nur) net su l. Rip, Allg. De sall dech wahl sage (de wess), wie l. de Eəle! er wird dir schon den Kaufpreis sagen MGladb, LRip. Et kost siwwe Gulde verzig, half runne, h. l.ə Antw. auf die neugierige Frage nach dem Preise Koch-Urschmitt. Der Faddem ös ze l.! Antw.: Schneck (schneide) en durch, dann ös e half su l. Sieg. Ene l.ə Fam (Droəht) mäck en ful Noəht SNfrk, Rip. De hätt gern ene l.ə Still an der Schöpp er arbeitet nicht gerne MülhRh-Dünnwald. Et geht necks für en kurt Gebet (Prädig) on en l. Brotwursch Rip, Nfrk, — körte Kühl on l.ə Br. Kemp. L. Heu ös flöck (schnell) gelade Bergh-Blatzh. Wenn dau en l. Sens host, dänn hon eich en l.ə Reche gesagt, wenn der Nachbar über die Grenze gemäht hat Zell-Sohren. En Wittib hät e l. Röckelche, do deiht jeder gern drop tredde Köln-Stdt. Sein Him (Hemd) es langer wie der Rok Bernk (s. Hemd). De Fraue hant l. Hoəren en kotte Verstangk Aach, Allg. He hät gein Rauh, bes em de Fingern gliche l. sin bis er gestorben ist Köln. Et es net on wiərd net, on wenn mer op de Fengere kick, da süht mer et die F. sind u. werden auch nicht gleich l. Schleid-Wollenbg. Lang Näl (Fingernägel), faul Fangern Trier-Mehring (s. Nagel). De kann nich widder denken, as em de Nas lang es Ess (s. Nase). Wo aler den Esel, wo l.ər de Ohren Trier, Allg. (s. Ohr). De Get (Geiss, Hipp) well ok en l.ə Schwanz (Sterz) häwwe Rees, Allg. Ech geng ens en der Bösch, do log do ene Fösch, der woər so l. (der andächtig Lauschende

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erhält mit den ausschlagenden Armen des Erzählenden einen Stoss), on en Get (Ziege); dat es alles, wat ech wet Grevbr. De Vesper os l.ər wie de Moss (Messe) der Unterrock ist länger als das Kleid Prüm. — Mit zu ergänzendem Subst.; Langen Pl. eine ausgestorbene Kartoffelsorte, die in Bündel zusammengebunden wurden Koch-Lutzerath; L.ə Pl. Spitzwegerich, plantago lanceolata Geld-Schravelen; Malve Ottw-Neunk; L.ə Pl. Sprengpatronen im Bergwerk Siegld, Altk; die L. die lange Tabakpfeife Allg.; et L.ən op en Lif Diarrhoe Ess; de Kuərten on de L.ən trecken mit Halmen losen Malm-Bütgenb (s. kurz); jo, jo, ech hür et all (schon), du häs der dickste, on wenn de nu och noch der längste hötts, kösche (könntest) Burmester werde zum Schimpfenden MGladb-Rheind. — In Rätseln (z. T. mit unsittlichem Nebensinn). L.ə, L.ə, lott dat Deng hange; kömmt der Wengk (Wind), waggelt dat Dengk die Bohne an der Stange Erk-Üvekoven; minge leve L.ə, du has jet do hange, bei Wer on Wengk (Wetter u. Wind) bommelt dat Dengk Aach-Münsterbusch. Ech soət op e Stöckske, kik dur e Löckske; ech dät (dachte) en minem Senn, hätt ech de L.ə mar dren jmd., der einen Faden einfädelt SNfrk, Verbr. (u. a. Var.). Gej L.ə, Schmale, wor goht gej hen? Gej kahl Geschore, woröm frag gej mej dat? Wiese zum Bach Geld (u. a. Var.). — Längches mit dem dicksten Klicker Nachwerfen spielen Kreuzn-Bockenau; längestər die Kl. in die Kaule stucken (s. d.), wobei man nicht kurz an die Kaule herantritt, sondern in bestimmter Entfernung davon Mettm-Dornap. In einer Strasse Aachens wurden Därme feilgehalten; für 10 Pfg. erhielt man etwa 5 m; die Leute nannten dies: je langer, je leiver oder för ene Grosche von der Mat (Markt) bes a jene Dom. — In Verb. mit Verben, wie nhd., z. B. rond (kort) schmitt mer et op et Dak, l. kömmp et heronder der Garnknäuel Mörs, Allg.; de Wört l. (hin)trecke (zehje) langsam sprechen Rip, Allg.; enem de Botze (Hose) l. trecken ihm Schläge geben Gummb-Berghsn; et l. setze sich heimlich entfernen Aach-Stdt; et l. goəh lotte dass. Heinsb-Lümb; l. kike mit l. Gesicht traurig dreinsehen Kemp; die speit l. erbricht sich häufig in der Schwangerschaft Bergh-Blatzh; l. precke (werpe) ein Ballsp. Grevbr, MGladb; beim Ballschlagen hat der Spieler das Recht, nach dem aufgeworfenen Ball dreimal zu schlagen; trifft er den Ball nicht, so sagen die Mitspieler beim ersten Fehlschlag: enge Mejss (Miss); beim zweiten: zwei Mejsse, beim dritten: de drejde Kiəhr l.! Aach-Stdt; nu schlag doch l. hin! Ausruf der Verwunderung Allg.; ich schloəhn de Lang! Aach-Stdt; dat zieht sich l. hin Allg. Wat häste't höck (heute) noch es l.! du prahlst, gehst verschwenderisch mit deinen Mitteln um MüEif. Wen het l. hät, de lött (lässt) et ok l. hangen (bampeln) der Wohlhabende zeigt seinen Reichtum

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auch nach aussen; wer sich's leisten kann, darf wohlleben; wer viel Geld hat, gibt auch viel aus; auch Abweisung eines Prahlers Geld, Allg.; mit der Forts. on wer et noch länger hat, de schleppt (schleift) et (löss et schl.) Allg., — lött et l. hange, sat Ülespeigel, en stuək si Mudder en Latt e gen Fott (Gesäss), — do hatt he senger Frau ene Wesbom angehangen Schleid-Reifferschd, — sei de Düwel, du stok he sin Moder enen Hoppesteck in et Gat (Loch) Mörs-Xanten, — du stoək he sich en Garelott (Gartenlatte) en de Brok (Hose) Kemp-Grefr. Wer sich länger streck, als sing Deck reck (reicht), de krit kal Föss (kalte Füsse) Köln-Stdt. — Vom Menschen, l., hoch u. schmal gewachsen; so l., als he gewassen (es), fel (fiel) he op de Erd; he stohn su l., wie e g. wor, en der Dür Rip, Allg. De es su l. wie en ärm Minsch LRip, — en Hecht Simm, Koch, Ahrw, — en Hoppestang (Bunnerom, –gert; s. d. W.), — en Schmeck (Peitsche) Dür-Weisw, — de Zint Märjensrepp Köln-Stdt, — der Gehannsdag Neuw, Altk, — der l. Samschdag (der Juden) Birkf, — et arm Johr (mit Misswachs) Gummb, May; et as ebbes wie de l.ə Brochmund (Brachmonat) Bitb-NWeis; su l. wie fett Prüm-Büdesh; he meck (macht) sech so l., as wenn hei en Berlin gedinnt hätt Mörs. Er (et Mädchen) is vor e Wan (Wagen) se korz un vor e Karre se l. er taugt nach keiner Seite etwas Rhfrk, Mosfrk, Rip. He es su domm (ful, frech, huffärdig, stolz, necksnotzig ugl.), wie e l. es Allg.; ech ben so alt, wie ech l. ben MülhRh; der is so l., der kann jo de Leit zum Schornschte eningucke Kreuzn; wenn de so l. wärsch, wie de domm bes, kennste aus em Sch. Kaffie drenke Neuw, — de Mond am Arsch lecke Köln, Gummb, — de M. kisse Kreuzn, — der M. botze Goar-Boppard, — der M. bei de Zehne (Zehen) packe Neuss. Do bäs de mer l. genog gut genug, haftbar Sieg-ODollend, Aden-Liers. — Man nennt verächtl. einen l., hagern Menschen: enen l.ə(n) Bunnerom (-stak, –steck, –stickel, –gert), Därm, Element, Elend, End, Geläng, Gefrickel, Gerämster, Gerepp, Gert, Gokes, Hannes, Häring, Hecht, Hauhoke (Heuhaken), Labang, Labander, Lakes, Lama, Laster, Latsch, Latt, Lenz, Levven, Lif (Leib), Lorum (Lorm), Lulatsch, Pitter, Reck, Reckend, Register, Reiter, Repp, Rickes, Riemen, Ritzdramm, Samsdag, Schlagdubbel, Schlenders, Schlenker, Schlöres, Schliwwer, Schlickes, Schlickert, Schluri, Schlumes, Schlunks, Schmillendriter, Schmickses, Schnokert, Schuhriemen, Stang, Stak, Stahlen, Stickel, Stippel, Stitz, Störkel, Strang, Strinz. — RA.: L. Lü (Leute), l. Lörme (Faulenzer) Heinsb. Sess (6) Fot l., sess F. ful Geld-Leuth. En l. Frau ös en Ledder (Leiter) en't Hus Kemp, Allg. L. on schlank enne fule Rank Kref, Mörs; l. on schl. hat ke Gangk Saarbg-Soest; gruss on l., dat hat ken Gangk; klen un deck hat ken Gescheck, Middelmoss hat gut Geloss (Gelasse) Wittl-Bruch;

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l. on schwank es Schwanengangk; hort on deck es kein Gescheck; Meddelmot ziert de Strot Mettm, Elbf; l. on schwall, dat sind se wall; kurt on deck es ke Gescheck uWupp; kort on deck hät kei Gescheck; l. on schmal steiht allzik (allzeit) wahl (es kein Gestalt, mächt kein Gefall, hat kene Stand, steht fatal, st. so kahl) Köln-Stdt, — Meddelmoət ös Jongfernstoət Kemp, Geld, — kurt gedronge gefällt de Jonge Sieg-Honnef (s. bei kurz). — Der L.ə Bezeichnung eines aufgeschossenen, grossen Menschen Allg. N. N. L.ə koəm gegange, hat et Hem (Hemd) de Bocks (Hose) uthange! Spottruf Kemp-SHubert; L.ə, loss de Kotte hange! Aach-Stdt. — Der l.ə Jäger die Sagengestalt des Schimmelreiters Bitb-Kyllbg. Lange Gerd (Gerhard) Fischreiher Rees-Crudenbg Wesel. — Ek mak mi ewes en bettjen (biss-chen) l. ich halte eben ein Mittagsschläfchen Dinsl-Walsum. —
b. von Flüssigkeiten.
α. vom Kaffee u. a. Speisen; l.ə Kaffe mit zuviel Wasser gelängt, ohne rechten Bohnengehalt; l. Zopp; en l. Bröh (Flöt, Tröt) Rip, Allg.; de Kaffe eəs su l. be van hei dann beəs Betzing (Ort) May; dat sind Erdäppel met er l.ən Bröh mit zu vielem Flüssigen uWupp; de Melk ös l. von der Milch einer Kuh, die kurz vor dem Kalben steht Dinsl-Hiesf; dat es ze l. opgesatzt die Speise ist zu reichlich mit Wasser aufs Feuer gebracht worden Aach. —
β. vom Weine, der abgestanden ist, wie Öl aussehend, wie eine seimige Flüssigkeit schmeckend, beim Ausgiessen nicht klucksend, Fäden ziehend Allg. in den Weinbaugeb. —
γ. die Schlacke es l. zähflüssig Altk, Siegld. —
2. zeitl.
a. Adj.; der l.ə Dag der Versöhnungstag der Juden (1. X., Anfang 6 Uhr bis 2. X.) Allg.; der ganze leve l.ə Dag; op de l. Dur (Dauer) Rip, Allg.; de l. Nacht Wintersonnenwende Saarbr; he es de längs Zitt he gewes wird nicht mehr lange hier sein MüEif, Allg. RA.: We fröhch opsteht, de hät ene l.ən Dag eigentl. u. wer jung heiratet, wird von den Beschwerden der Ehe seinen guten Teil mitbekommen Kref-Osterath, SNfrk Öm Zent Vit weərde ver de l. D. quit SNfrk. E l.ə Vormiddag micht e korze Nummedag Simm-Horn. För l. Johre vor vielen Jahren Allg. Wann mer sech bestad (verheiratet), dann geht en l. J. an Altk-Wissen. Wat fir en Dag es der längste en der Woch? der Donnerstag, er hat die meisten Laute Prüm-OÜttf. Beəss en korte Peng (Pein) as en l. Dür-Langerwehe. En kotte Freud en e l. Leəd, en dat sall evvig dure von der Ehe Aach-Stdt. Eəs der Dag l., eəs der Gang (die Arbeit) l. Merz-Nunk. He schwätz (sagt, redd, kallt) vill, wenn de D. l. sen (wenn der D. l. es) Rip, Allg. De Däg sen awer do esu l., dat en Gäss (Ziege), die morgens bei de Bock kemmt, owends schungs ka betscheln (lammen) Bitb-Seimerich. En Uhr (Stunde) kann ärg l. sin SNfrk. Gehe ich mit? Antw.: Wenn et emol l. as Trier-Mertesd. Enem den Dag (ze) l. machen Allg. Wat l. werd, dat w. got Köln,

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Rip, May. Dem wiərd de Zitt zo l. Rip, Allg. Sett dech op de Bonk (Bank), da fällt dech och der Tit net l.! Erk-Elmpt. — Länger Zit l. Zeit hindurch OBerg; op et l.ə leste zuletzt, endlich Eup, Selfk; op et längste in Jahresfrist OBerg; of de lang her mit der Zeit Birkf; achtunverzig (das Jahr), dat as bal et langst, dat ech wess (mech erennern) Daun-Strohn, Allg. — De sett half Neite (Nächte) l. en der Wiərtschaff; de es Dag(e) l. net te hem MGladb, Allg.; (all) ze Levve l. Rip; wart en Amen l. solange, wie man ‘Amen’ sagt Allg.; dat durt marr (nur) e Vatteronser l. Kemp, Allg.; de hät alle Nas l. wat Elbf, Berg, Rip; wart noch en Fuərz l. Mos, Kobl. —
b. Adv. auf lange zurückgehend, deshalb laŋ, la·ŋ. lange Zeit während.
α. dat duərt l.; dann kannste l. warde; ech han et dir alt (schon, schungs) l. gesät; de hät net l. mih er stirbt bald; nu frog net iərsch l.; dat hät noch l. Zitt; du bes ze l. derhem gewes; su l., wie mer noch lef (lebt); je länger mer dat ansieht, je mih mer't net well; der hät et längs gelef Rip, Allg. RA.: Doət es me l. das Totsein dauert l., das Leben nicht, also wollen wir uns des Lebens freuen Gummb. Mer wellt geər l. levve, ävver net alt werde Bergh-Blatzh. Wer l. left (schwätzt, kallt, flöt, host (hustet), Zupp, (Grombern, Zwiwweln isst, hofft, guckt), wird alt (s. alt) Allg.; wenn de esu noch l. stehs (dehs), da leəfste och noch l. Rip; wer l. den Odem hält, get alt Bitb-Dahlem. Wer l. left, der würd alt, on wer em Wengkter l. puppt, dem würd de Fott (Gesäss) kalt Grevbr-Otzenr. Wer l. left, sitt (sieht) völl Aach. L. lef, wer got lef MülhRh (s. weiter bei leben). Wen l. hengk, werd et Bommeln gewennt (gewöhnt) Mörs, Nfrk. Wen spiet (spät) opsteht, dem sein Sach vergeht; wen l. leit (liegt), haust noch es (einmal) su weit Trier-Schleidw (s. auch bei schlafen). Wer lang frot (fragt), geht l. err Saarbr. Wenn se l. beiere (feierlich läuten), dann wörd et och endlich Kermes MGladb, LRip, Sol. L. gepasst es doch kei Brut gefasst Köln. L. gewart es ken Brut gespart Monsch, Gummb. Osen Herrgott wart l., ävver he strof strang Geilk-Beggend (s. bei warten). Dei schärf Richter richten nöt l. Saarbg-Faha (s. Richter). Zwang dort nit l. Köln-Stdt. Wat l. duərt, wörd (am Eng Ende) got Sol, Allg. Et sall net l. dure, dat der Beddeler jet hat Geilk. — Wann et dir ze l. wird, schlag et dubbel, dann wird et half esu l.! Rip, — nemm's doppelt un setz dich druf! Saarbr. — So l., as Eik (Eiche) on Erd steht Mörs-Xanten. Su l. wie ich noch en gebott (geflickte) Bocks um (am) Orsch hun so l., wie ich kann Bitb. — Der hät och net l. mih wird bald sterben, bei ernster Krankheit; er hat seine Lehrzeit, Dienstzeit bald erledigt, Gefängnisstrafe bald abgesessen Rip, Allg.; de geht net l. mih met wird bald sterben Rip, Allg.; en hot net mih l. Blach viel Zeit; es ist die höchste Zeit für ihn Prüm-Waxw. — Dat es at (schon) l. gelidde (geliə) vergangen Rip, SNfrk. Bal

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(bald) es döcks (oft) noch l. net Grevbr-Otzenr. — L. mache viel Zeit gebrauchen Siegld, Allg. — Länger seit längerer Zeit; he es l. net he gewest Siegld. — Wenn et noch länger so drü (trocken) bliwt, kriə vi dat Heu heren; et wor länger nat Weər Gummb, Allg. Musik dör den Trechter, je l.ər, je schlechter von minderwertiger Musik Emmerich. — Je (wo) länger. je (wo) lever (lieber) Gartenstiefmütterchen Verbr. (s. die Entstellungen Melangermelefche, lange Liverkes, Annemalefjere, Annemanifche, Anne-efche bei je, Langliebchen). — Wer et längs lef, krit et all, de Isebahn un de Kölner Dom MülhRh, MGladb, Jül, — on Budberg on Eversol on de Iserbahn met de Fläut (Flöte) Mörs, — on de Iserbahn, nn dann kann he neit domöt fahre Kref, — et Hüs on de Schür on de Iserbahn ock, on wenn e nij fahre kann, mott e noch te Fut lope Geld-Schravelen, — de Schleder (Schleiden) Auel (Wiese) für e Ölligsfeld (Zwiebel-) Schleid-Reifferschd, — de alt Pifen all Neuw, — den Thomashoff met samt dem Kollekasten NBerg, — Häukebänd (-wiese) Eup, — Möuscheböndche Monsch-Witzerath, — Kölle Sieg-Scheiderhöhe, — de Krützberg met de Mönche Bo-Stdt, — de Kr. on och de Kar on der Esel ebd. — Stolberg, — Marschierpoərz för ene Stipp (Stütze) e jen Röck, — de ganze Welt; he moss awer och aldewege (allenthalben) lüre (läuten) Siegld, — alles, ach et Beldemer (Belth) Backes un därf die Äcker zwerch (quer) ackere Simm-Horn; we zolängs left, kann der Deissem (Sauerteig) metbacke Neuw-Bruchhsn. Krakende Wage gonnt et längste gebrechliche Menschen leben am l. Erk, Allg. (s. Wagen, Karre). Gebarschte Schottele (Pött) halden et längs Rip, SNfrk. Ihrlech währt am langsten, well et am winnigste gebrocht get Prüm-Ihren. — Der Längs(t)levvende (auch nach dem Nhd. -lebende) Allg.; se han all ehr Sach uf's L.lewend vermach Simm. —
β. bei weitem, hinreichend; dat es mech l. got; dat häste mech noch l. net got genog gedoəhn; ech sett hei l. wärm; dat es noch l. net der beste SNfrk, Allg. RA.: De steht sek l. schmearig hat sein gutes Auskommen Elbf. Da's noch l. niet, wat soll dat nicht als unbedeutend anzusehen, nicht so leicht, wie es scheint Klevld. Den denkt, hen hätt des Monn (Mundes) net esou l. genug wie des Arsch der Wortkarge Prüm-Ihren. —
γ. noch l., net l. unnötigerweise; wat bruckt me do noch l. te schriwen, vie wellen et em sagen; wat frogt de noch l.? Gummb, Allg.; mer welle net l. Hokuspokus mache on anfange Rip, Allg.; et würd nich l. en Bängchen (Bändchen) dröm gebongen (gebunden) es wird grade herausgesagt, ungeschminkt Gummb-Berghsn. —
δ. mit Präpos., angehängtem Adv,; en as net alt, awer et dinkt em vo l. WBitb; üvver kurt odder (of) l. binnen einer gewissen Zeit, aber bestimmt Allg.; üvver k. odder l. vergommer (vergehen wir) met Gestank sterben wir Köln-Stdt;

[Bd. 5, S. 95]


vərlänger vor langer Zeit, einst Neuw (nicht kurköln.); für langem dass. Rip; langeh  vor langem; noch l.eh net! da fehlt noch sehr viel Saarbr, Wend. —
ε. längs(t).
αα. schon lange Zeit; de es l. fort; dat es l. gescheht SNfrk, Allg. nach dem Nhd.; dat göf op et l. nicks schliesslich MGladb; vərlängs vor kurzem Köln-Stdt; förlangs  vor langer Zeit Rip. —
ββ. einst, neulich Kref-Hüls. —
ζ. längstens nach dem Nhd. Allg.
αα. schon lange; dat es l. gescheht.
ββ. spätestens, höchstens; dat es l. en Weək (Woche) her; dat duərt l. drei Dag MGladb.

lang-ab laŋā:f  MGladb Adv.: l. dren lige der Länge nach. lang-auf -op (u. -drop)  Dinsl-Gahlen Adv.: ein Klickersp. mit eisernen dicken Klickern nachwerfen spielen. Lang-apfel -ab- Saarbr-Sulzb, Ottw-Wiebelsk, Zell-Raversbeuren m.: eine längliche A.sorte. Lang-bahn f.:
1. op de L. ein Klickersp. Eup. —
2. op de L. in geraumer Zeit, in der Wend.: Op de L. geht et net dor reicht es nicht Prüm-Mürlenb 1860. Lang-balken m.:
1. der lange Baum, der Vorder- und Hinterwagen verbindet Wippf-Agathabg. —
2. Kantenbalken des Wagenbodens Eusk-Commern. Lang-baum (s. S.) m.:
1.
a. dass. 1 nach Wk. V 6 in Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Bernk, Koch-Fankel, Daun-OBetting, Prüm (3 Orte), Bitb-Massholder, May-Burgbrohl, Aden, LRip, Eup-Ld, SNfrk, Mörs, Geld, Klev; rrhn. in Neuw. u. Altk vereinzelt, Sieg, MühlRh, Berg, Ruhr, n. Ruhr [laŋ(k)t- Gummb-Harschd Hömel, Schleid-Ramschd.; lan- Neuw-Breitschd; lam- Merz-Düppenw; lǫnt- Bernk-NEmmel; laŋəm Bernk-Hilschd Lückenbg Malborn Talling; laŋgəm Immert Thalfang; larχbōm Eusk-Commern; laŋs- Klev-NMörmter; laŋbrēm Siegld-Deuz; lę·ŋ.bōm Neuw-Limb, in Sieg verbr., Ahrw-Bachem Mayschoss Dernau, in Monsch verbr; lęŋ.ks- Kobl-Mallendar; lęŋg- Birkf, Wend Ottw, Saarbr, Saarl, Merz-Krettnich Büschf Morscholz, Trier-Höfchen Mettnich Braunshsn Waldrach Gilzem, Neuw-Erpel, Klev-Nütterden; liŋk- Wend-Marping Urexw Winterb, Ottw-Berschw Hirzw Wustw]. RA.: Zu einem Mädchen, das zu wählerisch ist u. schon mehrere Liebhaber abgewiesen hat: Dan kreis (kriegst) nach den Hinnerschten (den letzten) om L. du wirst später mit dem Geringwertigsten vorlieb nehmen müssen Bernk-Neumag. Dat (Mädchen) kuərbomt (wählt) su lang, bes et am L. hange blif Dür-Gürzenich. —
b. der Stamm, der über den hochgeladenen Wagen gelegt wird Koch-Lutzerath, Prüm-Wallersh. —
c. Trennbalken zwischen den einzelnen Pferdeständen im Stall Bo-Bechlinghv Pützchen. —
2. übertr. der Mittelfinger Saarl-OEsch, Saarbg-Besch Beurig Schodten Weiten (-ŋə), Koch-Bertrich. Lang-bausch (s. S.) Daun-Bernd, MGladb-Viersen m.: ein B. Lang-, Flegelstroh. Lang-bein (s. S.) n.:
1. Weberknecht, die l.beinige Spinne Saarbr, Ottw; Zemmerma L. Siegen. —

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2. Schnake Waldbr. —
3. Bachstelze Saarbr-Berschw. —
4. Storch Gummb-Berghsn. Lang-beinert -- Merz-Saarhölzb Schweml m.: Weberknecht. PfWB lang-beinig (s. S.) Allg. Adj.: wie nhd. Lang-berge nach Wk V 6 lambəriχ in Neuw, Altk, Siegld-Freier Grund; -pəriχ Waldbr-Bladersb Dreisel Lindenpütz, Sieg-Alsen Leuschd Schneppe Werfen [lęmbəriχ Altk.-Krunkel; lambriχt OLahr Stdt; laŋfəriχ Fischbacherhütte; lampfəriχ Selb Birken; lampfriχt Katzwinkel; lampel Brachb; laməriχ Neuw-Breitschd; lambrər Siegld-Kredenb; laŋbər Breitenb Obersd Wilnsd Wilgersd; laŋbərt OHäusl; laŋbrē Eckmannshsn; lambərt Eisern NSchelden NDielfen Rinsd Unglinhsn; lambər Lippe; lambriə oFerndorft; lambəriŋ, –briŋ Netphetal u. Werthenb; lǫufəriχ Waldbr-Alzen Denkl Morsb OElling; -f- Altk-Friesenhg; -ǫuf- Neuhöhe; -f- Weierseifen]; auch noch lamfərt f. Gummb-Attenb Belmicke Brüchen Zwerstall; lampfə Sol-Leichl u. lrhn. im Geb. von L.furt noch lambfərt Goar-NBurg, Simm-Belth; lamfərt Goar-Dellhf; lambfər ODieb u. ganz abseits lęmbə Saarl-Diefflen; lambərt Saarl-Roden f., m.: der lange Baum, der den Vorder- und Hinterteil des Wagens verbindet; mit der Zong (Zunge) ist der L. an die Vorderachse befestigt; er ist zweiteilig, beide Teile werden durch den Lamberichsnol (-nagel) zusammengehalten. Lang-birne (s. S.) Ottw-Merchw, Saarl-Schaffhsn, Bernk-Hottenb f.: längliche B.sorte. Lang-bleiber (s. S.) Allg. m.: einer, der lange ausbleibt. Lang-bohne Simm-Schwarzerden f.: lange Stangenbohnensorte. Lang-brot -o·u.- Merz n.: langes Br., auch Schandarm genannt, im Gegens. zum Rondbr. Lang-dari  Geld-Straelen m.: verächtl. lang aufgeschossener Mensch. lang-drähtig -·ə.t- Kref, Rees Adj.: -weilig, –stielig, umständlich. lang-ehe laŋē  Saarbr, Wend, Birkf Adv.: vor langem; noch l. net! da fehlt noch sehr viel (s. wannehe). Lang-eisen Rhfrk n.: die Achse des Bodensteins der Mahlmühle, die durch das Getriebe geht; in der Pann des Steines bewegt sich das L. lang-eisig -:zĭχ Zell-Blankenr Adv.: noch l. net noch lange nicht (-:zĭχ < eis (eins) ‘mal’). Lang-fahrt nach Wk. V 6 laŋ(k)fārt, –frt in Zell-Neef, Koch, Kobl, Goar-Nörtershsn, May-Lehmen, Daun, NPrüm, Schleid, Aden-Hoffeld Kirmutschd; laŋfərt Goar-Neurath [lanfērt Rheindieb], Daun-Kirchw, Aden-Müsch; lanfərt Kobl-Horchh; laŋfər Zell-Kaimt, Koch-Bertrich, Daun-Demerath; -fęl Prüm-Ihren (u. laŋk- u. laŋkrof); laŋgərt in Koch meist (u. -ŋgăt), Kobl-Kobern Winning, Neuw-NBieber, in May [laŋgrat OMendig; laŋart Naunh Dittschd] u. Aden meist, Ahrw-NEsch; laŋkərt Schleid-Hüngersd Reetz Ripsd Üdelhv, Prüm-Schlausenb, Bo-NBachem; -ę- Schleid-Freiling Lommersd; abseits dieses ziemlich geschlossenen Geb. noch leŋgfāt Wend-Dickesb; laŋfərt Gummb-Büttinghsn; laŋbərt (-bər) Siegld-Feuersb OHäusl

[Bd. 5, S. 97]


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Obersd; lǫufərt OFischb Niedernd, Waldbr-Dreschhsn Eckenhg Hahn Nosb Wildbg; -ōf- Bergerd Eckenhg Wildbg; lǫufər Wippf-Odenspiel; lanfər Ess-Karnap; laŋkərt Sol-Gräfr, Düss-Mündelh f., m.: -baum 1. Lang-finger (s. S.) m.:
1. der Mittelfinger Zell-Sohren, Prüm-Pronsf, Ahrw-Altenahr Neuenahr, Köln-Brühl, Bergh, Eup-Herbesth (sonst der lange F.). —
2. übertr.
a. Spitzbube, nach der Umgangsspr. —
b. Neckn. derer von Bergh-Wiedenf. lang-fingern Merz-Becking, MülhRh-BGladb, Dür-Frauwüllesh schw.: stehlen, stibitzen. Lang-fisch -ø- Trier, Bitb, Prüm, Malm m.: Aal. Lang-flachs -flās Prüm m.: Fl., langstielig, im Felde gepflanzt. Lang-furche -fūər Trier-Eisenach Thomm, Prüm-Burb, Kobl-Vallendar f.: Längstfurche an der Grenze des Feldes. Lang-furt laŋ(g)fūərt, –fōrt nach Wk. V 6 an der Nahe, im Hunsr, Zell, Koch-Bruttig Lutzerath Meiserich Valwig, Kobl-Dieblich Rhens Vallendar; -fōrt Neuw (wo nicht lambəriχ herrscht), Altk-Burglahr; ausserdem langkfūərt, –ōə- meist in Daun, Aden, Prüm-Reuth [-fūr Zell-Beilst Haserich, Neuw-Raubch; -fōr Goar-Alken; -frot Aden-Stdt; lantfūərt Goar-Biebernh Manub Steeg, Simm-Argenth Dichtelb Mörschb Schnorb Wahlb; lan- Goar-Henschhsn; lęŋ- Bernk-Allenb; lęŋg- Birkf-Idar u. w. davon, Wend-Hammerst Weierb, Bernk-Langw; laŋ(g)fərt Goar-Gondershsn Leining, Zell-Wallhsn, Neuw-Gr-Maischd; lambfərt Goar-NBurg; lanfərt Simm-Horn; lanbərt Wend-Kefersh; laŋ(g)ərt m. Kreuzn, Meis, Wend (u. s. o. bei L.fahrt in May, Aden), Trier-Casel; -ę- m. Wend, Ottw-Lautenb Münchwies, Saarl-Wadgassen; lęŋgəl Saarbr-Bübing, Birkf-Mosbg Richw; lęŋgəlt Wend-Leitzw, Birkf-Gimbw. f., m.: -baum 1 (Ärelangfurt Simm-Laufersw) mit dem L.furtsnal. RA.: Dat kriet noch de Hinnerscht (den letzten) uf em L. von einem Mädchen, das alle Freier abweist Allg. De Hinnerscht (hinterste) uf der L. sin bei jeder Gelegenheit der letzte sein Allg. Lang-füsse -f:s Pl.: Neckn. derer von Aach-Eilend. Lang-gabel lāŋgwəl Bitb-Fliessem f.: Wagenbremse. Lang-gänger uWupp, Sol, Mettm m.:
1. die bergische Standuhr mit ½ bis 1 m langem Pendel, die acht Tage lang geht, wenn sie aufgezogen ist. —
2. übertr. verächtl. langer, steifer Mensch. Lang-gebet laŋkγəbęt  Eup n.: Zauberspruch; get van et L. övver em erafkalle. Lang-gras Prüm-Brandschd n.: Quecke. lang-gurig -ō- Trier Adj.: lang, dürr, hager. Lang-gurt -jūərt Neuw-NHammerstein m.: -baum 1. PfWB lang-haarig -:-, –:- (s. S.) Adj.: nach dem Nhd. [en L.hoorekatz Eup-Raeren]. Lang-habe nach Wk. V 6 ist das Wort zunächst WMoselfrk an der Saar von Merz-Losh Conf Haustdt an, an der Mos von Trier bis Zell-Alf, Koch-Masbg Bertrich, in Daun, Wittl, Bitb, Prüm, Malm; dann resthaft noch in Saarl, Saarbr u. mehr in Birkf (s. u.) u. zuletzt im N. abseits in Ahrw, Rheinb, Bo, u.

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zwar (man vgl. Hantəf Pflugbaumhandhabe) im WMosfrk nur noch vereinzelt mit langem Vokal (-haf > -h:f) laŋg:f Trier-Euren, Wittl-Gransd Steinborn, Bernk-Braunebg Noviand Wintrich Hochschd, Zell-Pünderich Alf Irmenach (-ǫ·u.f), Bitb-Scharfbillig, Prüm-Jucken Plütschd Ringhuschd; meist also laŋg-, lāŋgǫf, –of, –uf, –əf, –øf; lęŋgof Merz-Morscholz, Trier-Muhl Börfink, Wittl-OKail, Bernk-Odert (u. la-); laŋr:f Daun-Lissing, Koch-Urschmitt, Prüm-Büdesh Flering Ihren Kopp Oos Olzh Schönecken Schwirzh Wallersh Weinsh Wawern [-ruf Wallersh (u. -:-); -rof Gondenbrett; -rəf Nimsreuland Zendschd Wawern Wetteld (u. -:-), Bitb-Irrel Kyllbgw Röhl] [lāŋkūrf Bitb-Stdt; lāŋkəlf Prüm-Falkenauel; laŋfęn Brandschd; -fl Elcherath Radschd; lǫmgøf Zell-Irmenach]; im zweiten Geb. lęŋgof Saarl-Fraulautern, Saarbr-Eiw; lęŋguf, –of Birkf-Buhlenbg Damb Eitzw Eisen Elchw Hamb Kronw; im dritten Geb. laŋkof Ahrw-Kirchsahr; -kəf Gelsd; -køf Kräling; lęŋkøf Berg; laŋkof Rheinb-Hummerzh; -kəf Adend Queckenbg Wormersd, Bo-Merten Witterschlick; lęŋkof Rheinb-ODrees; laŋrøf Ahrw-Ringen; laŋkrəf Houverath; laŋkərf Ludend Schweinh; lantərf NDrees f., m., n.:
1. –baum 1. RA.: Ein Mädchen, das die Freier abweist: Dau kriest den Hinnischten of em L. Allg.; es antwortet: Dann drehen ich en herum, dann as et den Irschten! Trier-Schleidw. —
2. übertr. laŋkǫf krauser Ampfer, rumex acetosa MüEif. Lang-halm m.:
1. Grasart im Getreide Saarl-Hüttersd, Merz-Britten, Malm-Amel. —
2.
a. das Recht, im Walde Kraut (Gras) zu holen ebd. —
b. in den Wend.: Den hat ze viel L.; äm de L. (ze viel) lossen (gen) Freiheit, Bewegungsfreiheit, einem zu viel nachgeben, einen, bes. ein Kind arg verwöhnen Trier-Ld, Wittl, Bitb. Lang-hals m.:
1. L.häls Neckn. derer von MGladb-Neersen. —
2. übertr.
a. der Mittelfinger Neuw-Dierd, Bernk-Dhron (kle Fingerche, Goldengelche, L., Deppelecker, Leisknecker). —
b. Birnensorte mit nach oben sich verjüngendem Stielteile Sieg-Much, Aggert. —
c. scherzh. Weinflasche; se wore L.häls am drenke; achter de L.häls bliwe sette Kref, Geld, Bo-Walberbg. Lang-hannes Simm-Argenth m.: der Mittelfinger. Lang-häpchen -b- Bitb-Metterich n.: dass. Lang-hard lantkārt Dinsl m.: dass. Lang-hinkel -e- Grevbr-Wickrathhahn: ein Hüpfsp., wobei es gilt, einen Stein in verschiedene Häuschen einer Figur hüpfend zu stossen. Lang-hobel -ub- Mettm f.: H. zum Hobeln der Hochkanten. Lang-holl -hǫl Aach-Stdt n.: der entfernter gelegene Zufluchtsort bei einer Art Nachlaufsp.; beim L.spielen gibt es am untern u. obern Ende des Spielplatzes ein Holl; beim Fuschholl nur an einer Seite. Lang-holz (s. S.) n.:
1. nach dem Nhd. — Einen, L.! taktmässiger Befehl beim Weiterschieben eines Balkens, bei gemeinsamer Hebearbeit, unter Handwerkern Rees. —
2. –baum

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1 nach Wk. V 6 in Ahrw-Nierend, Aach-Hehlr, Sieg-NKassel, Lennep-Lüttringhsn Halb, Mülh-Ruhr-Ickten, Ess-Schonnebeck Überruhr. lang-jährig -::- (s. S.) Allg. Adj.: nach dem Nhd. Lang-karre -kā:r Sieg, Berg, Dür, Aach, SNfrk, Klevld f.: K. mit zwei Rädern u. ungebrochenen Bäumen, Erntekarre. Lang-kopf -kǫp m.:
1. –schädel; den hot e L., — es e L. Verbr. —
2. übertr.
a. –baum 1 Ahrw-Kalenborn. —
b. -kęp Pl. Schuhnägel mit langen Köpfen Ottw-Schiffw. Lang-kreite -ęit Saarbg-Schoden f.: Name eines Huhnes mit langem Kamme. Lang-läppchen -ŋə Bitb-Kyllbgw n.: der Mittelfinger, im F.märchen: Deimchen, Schleimchen, L., Vierfess-chen (-füsschen), Nekläs-chen (Nikolaus). lang-lebig -ev- Köln-Stdt Adj.: lange lebend, kernhaft, gesund. Lang-löffel -ęif- Rheinb (o. O.) m.: Aronstab, arum maculatum. Lang-leib -līf Kemp-SHubert n.: Drohne der Bienen. Lang-leierbaum la·ŋ.əlīrəbōm Heinsb-Höngen m.: der Mittelfinger, im F.märchen. Lang-liebchen aus dem nhd. Jelänger-Jelieber (s. je) entwickeln sich mannigfaltige Kürzungen u. Entstellungen, u. zwar la·ŋ.(ə)lē:fχə  (u. so immer der zweite Teil mit Hauptton) Schleid-Lückerath, Eusk, Rheinb, Bo, Köln-Ld, Bergh, Dür, Jül, Sieg, MülhRh, Sol (rip.) [lęŋə- Wippf-Biesf, MülhRh-BGladb Herkenr, Sol-Steinbüchel; laŋəlē:wə(r)χə Neuw-Erpel Köln-Widdersd; laŋlī:vərχə Ahrw-Kirchsahr; laŋəlē:vĭχə Sieg-Geisting Bellinghsn; laŋlē:vĭχ Eusk-Zülp; lęŋəlijəlē:fχə Dür-Winden; laŋlē:fχərə Pl. Dür-Kelz; -ŋəlī:fəə Pl. Jül-Aldenhv, Dür-Drove Frauwüllesh; jəlę·ŋ.ərjəlē:fχərə Pl. Dür; lę·ŋ.ərwəlē:fχə MülhRh-Ensen; lę.ŋ.ərlī:fkə Düss-Erkr Hilden; -lī:vərkə Düss-Rating; laŋəmălē:fχə, –məl- Ahrw-Vettelhv, in Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Neuss-Dormag, Sieg, MülhRh verbr.; lęŋə- Rheinb-Flamersh; maŋnē:fχərə Pl. Dür-Pier; a·n.əmălē:fχə. –məl- Dür-Birgel Derichsw Gürzenich NZier Stdt, Köln-Stdt, Aach-Bergr; a·n.əmănī:fχə Dür-Stdt; a·n.əmăjē:fχə Aach-Eschw; a·n.əē:fχə Dür-Echtz; məla·ŋ.əməlē:fχə Jül-Stdt]; la·ŋ.əlivərχə(r) –lev- Pl. Jül, Erk (rip.), Aach-Walh; laŋlivərkəs Pl. MGladb; -lī:v- –līəv- Erk, Heinsb (lǫŋ-), Kemp (u. -ē:-); laŋ(ə)līwərkəs Pl. Geld, Mörs, Klev [-lęw- Klev-Calcar Goch]; laŋəlīw(ə)kəs n. Ruhr, Düss, Sol [lęŋərkəvølīwərkə Mülh-Ruhr]; im Rhfrk, Mosfrk sind Kürzungen seltener, u. zwar laŋərwūlī:wərχən Trier-Mehring; lęŋərlīwərχər Pl. Saarbr-Heusw, Ottw-Eppelborn Stdt; laŋəvăle·i.fχən Saarbg-Schoden; lę·ŋ.ərle·i.fχən Bernk-Dhron; lę·ŋ.ərlē:wər Kobl-Bisholder; laŋlī:fχən Trier-Igel; dafür meist Gesichtcher n.:
1. Acker- u. Gartenstiefmütterchen, viola tricolor; aus dem ersteren wird L.tee zum Baden entzündeter Augen bereitet [laŋlīəvərkəs Tausendgülden Heinsb-Altmyhl; laŋklēwər Spitzwegerich Mörs-Marienbaum]. —
2. lę·ŋ.ərlī:vər Lerche (an Lievərlingk

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angelehnt) Düss-Lintorf; la·ŋ.əlīvərkə Geilk-Randerath, Kemp-Brüggen; laŋlevərkə Düss-Itter. lang-letzte op et laŋlęstə Eup Adv.: schliesslich. Lang-mächer laŋəmkər Rees-Brünen m.: Mittelfinger, in der Kinderspr., im F.märchen. Lang-major laŋə- Goar-Trechtinghsn m.: dass. Lang-maliebchen s. –liebchen. Lang-mann im ganzen Geb. verbr. [la·ŋ.ə- meist an der Saar, WMosfrk] m.:
1. Mittelfinger, im F.märchen: Dümleng hät en Kuh gekoch (gekauft), Fengerleng hät se no Hüs gebroch, L. hät se gestoke, Fickedefack hät de Wors gemak, klen Männeke (Pillemänneke) hät se opgeknack Mörs, Geld, Kemp. D. wor in de Pütt gefalle, F. hat üm herütgekrege, L. hat üm afgedrög, Johann hat üm in't Bet gelag, Knipschink hat et för de Moder gesag Meiderich. D. hät en Sau gestolle, Leckspitz hät se hem gedrat, L. hat se geschlach, kle Johännche hät se en't Döppe gedohn, kle Pippmännche hät se geisse Eusk-Eschw. Demmchen, Bremmchen, L., Jujan, Breipanz Prüm-Waxw; Dömmeling, Fengerling, L., Jodejann, Pipphann Sieg; Dümmelingske, Fengerlingske, L.männeke, Johänneke, kle Wippöppke Düss, — Juhann, Pittermann em Lofstall (Laub-) uWupp. —
2. ene L. Johann langer Kerl, Hampelmann Schleid-Hellenth. Lang-mattes Kobl-Cobern, May-Trimbs; -mats Wend m.: dass. 1. Lang-mauer -ū:- Sieg-Fussh f.: die Seitenmauer des Hauses. Lang-maul Wend-Haupersw Offenb, Saarbr-Lab Lauterb, Saarl-Wadgassen, Bernk-Hochschd, Simm-Laub, May-Polch f., n.: verächtl. Naschmaul, Feinschmecker Lang-mäulert -ę·i.- Saarl-Wadgassen m.: dass. PfWB LothWB lang-mäulig -ęi-, –ę·i.- Verbr. wie L.maul Adj.: naschhaft, feinschmeckerig. lang-melkig Neuw-Datzeroth, Dinsl-Hiesf Adj.: l. ist eine Kuh, die bis kurz vor dem Kalben gemolken werden kann. Lang-messer -męts Sol n.: besondere Art langer M. Lang-moos Kemp, Rees-Hüthum n.: M.art. Lang-mut, lang-mütig (s. S.) f., Adj.: nach dem Nhd. Lang-nase (s. S.) f.:
1.
a. lange N. Verbr. —
b. Mensch mit auffallend langer N. Wend-Berschw, Simm-Schwarzerden, Goar-NFell. —
2. übertr.
a. Kartoffelsorte Koch-Lutzerath. —
b. Apfelsorte ebd. Lang-näser Saarbg-Weiten m.: Mensch mit auffallend langer Nase. PfWB lang-nasig Wend-Heimb Adj.: naschhaft, leckermäulig. PfWB ElsWB Lang-ohr (s. S.) n.:
1. scherzh. Esel Verbr. RA.: Wemmer enen Esel övver der Rhing (Rhein) scheckt, da köt en äs L. wer Monsch, Verbr. (s. weiteres bei Esel). Du gehscht grad eso wie e L. Ottw-Elversbg. —
2. übertr.
a. Name für ein lang-, lappohriges Schwein Wend-Oberth, Sieg-Fussh, Rees-Hüthum. —
b. Pl. Neckn. derer von Rheinb-Wormersd, Mörs-Wardt. Lang-ort Mörs-Baerl; -·ə.tχə Jül n.: langes Feld. Lang-peter -it- Koch-Greimersbg m.: der Mittelfinger, in der Kinderspr., im F.märchen. Lang-pflug -blūx Ottw, Saarbr m.: Riesterpflug zum Schälen der Kleefelder. Lang-pfühlchen -p:lχə Rheinb-Weidesh n.: im Felde gerissene

[Bd. 5, S. 103]


Regenrinne. Lang-räbchen -- Daun-Michelb n.: der Mittelfinger, in der Kinderspr. u. im F.märchen. Lang-ram -:- nach Wk. V 6 in Rheinb-NKastenholz m.: -baum 1. Lang-reihe -rę·i. Saarl f.: L. spillen ein Klickersp. Lang-rute laŋ(k)rō:t nach Wk. V 6 in Kobl, May, Aden, Ahrw (hier auch -r:t), Bo-Stdt, Jül-Pattern [lę·ŋ.- Ahrw-Kripp] f.: -baum 1. Lang-säbel -tsā:bəl Dür-Geich m.: längliche Birnensorte. lang-sam laŋksām, sā:-, –a-, –ŋksəm Allg., doch ausgenommen Trier-Ld n. Mos, Bitb (OBitb hat das Wort) mit lōs, –ōə, -ūə-; Saar hat mehr gemällich; Geld, Klev mehr läu, trog, sach: WWippf, Sieg mehr höəsch (höfisch) [lǫŋgsǫm Saarbr, Saarl; lęŋksəm Schleid-Baasem Kronenbg; lantsam, lāntsā:m, lantsəm, lā- im LRip, Sieg-Much, Waldbr-Eckenhg; lantsəm auch Saarbg-Wellen, Erk-Rath; lansəm Eup, Aach, Geilk; lansam Heinsb-Obspringen, MGladb-Hardt; lamsəm Goar-Dellhf, Geilk-Immend, Heinsb-Saeffelen; laŋəsam Grevbr, Neuss; laŋ- u. lamsam Gummb; lam- Waldbr-Heischd; lamp- u. lams- Barm, Elbf; lāntsəmiχ Bitb-Neuerbg]; mit Ausfall des -n- lāsəm Simm-Stdt (bei Rottm.) NChumbd, in OBitb, Wittl, Prüm (Stdt lāntsəm), Malm verbr.; -ęis- Schleid-Marmag; gəlāsəm Prüm-Mürlenb 1860; lāsəmiχ Malm-Weywertz; dann kehrt dieselbe Entwicklung noch einmal als lsəm in Erk-Elmpt (u. -ā-), Kemp-Boish Breyell Grefr Lobberich Vinkr, Geld-Hinsbeck Leuth Wankum wieder; -ā- (veralt.) Kemp-SPeter; -ī- Meiderich Adj., Adv.:
1. wie nhd., nicht schnell, behutsam, gelassen, ruhig; de es l., — ene L.ə, — geht l., — lösst et l. gohn Allg.; l. an! nur l., ruhig Erk-Elmpt. RA.: De es su l. wie en Schneck (Schleck, Schnel) (s. d. W.) Allg., — enne Oss (Ochse) Geld-Hinsbeck; su l. ginn (gehen) wie en Laus om Stoppelfeld Kobl-Neuend. Der treift alles as kan Schnele (Schnecken), de sein em ze l. May-Trimbs. Hen es gau (schnell) möt den Hot (Hut), mar l. en de Täsch (Tasche) höflich im Grüssen, aber geizig, nicht gerne Geld herausrückend Geld-Leuth, Aach-Stdt. Dat Water löpt jo so l. in den Emmer (Eimer), dat en flotten Schnegel (Schnecke) iəhr oəwen am Rangd es as et Water Gummb-Berghsn. Dat es ene l.ə Pitter (Drickes, Drömes, Schlodder, Däu, Hösch (s. höfisch) (s. d. W.), — ene l.ə Zaudich (eile dich) Aach-Stdt, — ene l.ə Machfort Köln, — en Muder L. Rees, — ene van den godden L.ən Saarl-Hüttersd; de Handlangsame scherzh. Handlanger Meis-Löllb. RA.: Sieleg sein de L.ən, se gen Herrgottstränteler genant Wittl, Verbr. in Saarl, May, Neuw, Aach. — L.ə Dut (Tod) scherzh. scharfer Wermutschnaps Goar-Boppard, Ahrw; l. Paketche Faulpelz Ahrw-Böling; dat hot L.ən! Läuse Bernk-Wintrich; hasde L.ə em Quardeer? Goar-NFell; de es vun de L.ə geplogt Köln-Stdt, Gummb-Derschlag. — De Dummeldich hot den Hals gebroch, den L.(ən) leəft noch uSaar, Trier, Wittl,

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Bitb, Prüm (den Lassəmech Prüm-Mürlenb); (de Rasch Neuss; Tau dech (eile dich) NBerg; Gau Mörs, Geld, Klev); Gau hät den H. gebroke, L. spartelt noch effkes (eben) Klev-Calcar, — het den Näck gebroke, L. es in de Rhin versope (left noch) Klev-Rindern; Zaudech ös dut, L. lef nouch Bergh-Blatzh, Heinsb; bei dene left der L.ə, der Flöcke es bei dene duət Kref-Fischeln. — Lansamezecks (-zeits) so allmählich Bergh. — Et L. gohn kümmp va selwes (im Alter) MülhRuhr. Wer l. geht, geht sicher Mos; l. gefahre, s. g. Bo-Dransd; der geht (deht) l., ävver s. Dür, Allg. Den l. geht, kömmt ok dar Mörs, — och an Land Neuw; wer l. reit, kimmt grad so weit Kreuzn; l. geschritt besser als stolz geritt Trier. Mer muss l. fohren, da kregt mer den Ale (Alten) met Prüm-Mürlenb 1860. Wer de Berg wellt bedrege (betrügen), moss l. gohn Sieg-ODollend. Wer schier (schnell) löppt, de sütt (sieht) et nit; we l. löppt, de denkt nit dran Lennep-Ronsd. Flöcke (Schneller), mach l.! Neuw-Mendt. L. küt Jann en't Wamms Köln (s. Jann). Herrgottsmülle mahle l. Köln-Stadt. De geht su l. wie en Schneck övver de Broch (Brachfeld) Rip, Allg. Alles kömmp l. wie be nen Oss (Ochs) (dem Bock) de Melk, alle siəve Joəhrə en Dröppke gut Ding will Weile haben Mörs, Klevld, SNfrk, Berg (s. Ochse, Bock). Dat gäht esu l. wei em duden Lämmchen sei Schwönzchen Bernk-Wintrich. We l. ess (isst), de es och l. en der Ärbet Dür-Lucherbg. — Nu ens (einmal) jet l.! Rip, Allg. (langsamches Goar); l., morren es och noch en Dag! Gummb, Allg.; mär l.; Tit satt, för te lat (spät) te komme! MGladb. Jet l. met der Vijelin (Violine), se es noch neu! Vorsicht! Köln, Neuss, Elbf, Kref, Mörs, — et es en Dodemess! Neuss, — met der Vijul, et es en Sielemess! Dür. Mär l. met Grittje, et es en stockalt Menss! Mörs-Rheinbg. Nu mar l. möt de Brut en't Bett, se kösch (könnte) de Ben breəke! MGladb. L. mot der Gess (Ziege), mur (morgen) os de Mort (Markt) ərirscht (zuerst)! Prüm, Ahrw-Sinzig. Nuər l., dau läufs jo keinem Bauer en 't Heu! Ahrw, Rip. Ömmer l. on steif, dann göft et och kan Pein ön de Leif Trier-Stdt. Sihr em Lofen, l. em Kofen! Eif. —
2. leise, kaum hörbar; l. sprechen (usf.) (auch die Worte hinziehen); l. heronkommen ohne dass man es hört Saar, Mosfrk, Goar, Neuw, Altk, Waldbr, Elbf, Barm, Ruhr, Dinsl (s. auch h(r) bei höfisch). Lang-samkeit f.: nach dem Nhd. Lang-schäften Berg, Rip Pl. t.: hohe Stiefel, auch l.schäftige. Lang-scheit Zell n.: ein einfaches Mass in Länge u. Form einer Fassdaube; es wird benutzt zum Formen von Dauben, indem es auf die unbearbeitete D. (in Form eines Rechteckes) aufgelegt wird u. je nach der beabsichtigten Breite der fertigen D. die beiden Kanten nach dem L. mit Bleistift abgestrichen werden. Lang-schiene -ēn MGladb f.: Grundbalken des Handwebstuhls. lang-schlächtig -ljətəx Heinsb-Millen Adj.: lang geformt. PfWB Lang-schläfer -f-,

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-:-, –:-, –ī:-, –:əp- usf. (s. S.) Allg. m.:
1. wie nhd. RA.: Ber de Nomme L. hot, behält en, wenn e och om zwo Auer (Uhr) ofstäht Koch-Ernst. Den L. Gott ernährt; wer früəhch opsteht, sin Guət vertehrt Elbf. Spottr. L., Ülenkopp (fule Fott, f. Kopp), steht för niegen (neun) Uhr net op; n. U. es lang vörbi, L. (Ü.) es noch nich hi! Gummb, Waldbr, NBerg, Ruhr, n. Ruhr (in diesen Geb. laŋə-); L., Ülenbock, wann geht deng Sonn op; söl mer dech net schuəren (scheuern, prügeln), et send jo bal elf Uhren! Wippf-Lindlar. —
2. Neckn. derer von Wittl-Clausen. Lang-schlag Aach-Herzogenr n.: langer, hagerer Mensch. Lang-schlagdoppelt la·ŋ.əlāxdubbəl Jül-Langerw, Elbf m.: dass. Lang-schlünzer Geld-Aldekerk m.: langer, fauler Kerl. Lang-schnüsse -nis, –e- f.:
1. Schwein mit langer Schnauze Prüm-Balesf. —
2. Feinschmecker Saarbr-SJohann. Lang-schnute -nȳt Mörs-Wallach f.: -schnüsse 1. Lang-schwanz Trier-SBarbara m.: Bachstelze. Lang-schwerter Ottw-Merchw Pl.: sehr lange Stangenbohnen. Lang-seiber -eiw- Lennep-Burg, Sol m.: Kriecher, Heuchler, der sich bei seinen Vorgesetzten in Gunst bringen will. Lang-seilchensbirne -z:lχəsbēr May-Wassenach f.: B.sorte. Lang-spei Sieg-ODollend m.: der hät de L. Krampf der Speicheldrüsen (Herzwasser). Lang-sterz(chen) (s. S.) m. (n.):
1.
a. Bachstelze, Schwanzmeise Bergh-Harff, Dür-Birkesd, Jül-Barmen, Aach-Ld, Erk-Rurich, Grevbr-Hemmerden Noithsn Otzenr, Geld-Schravelen, Rees-Ringenbg. —
b. Name eines Huhnes mit langem Schwanze Ess-Werden. —
2. übertr. -tęts L. baum 1 Grevbr-Belmen (s. Wk. V 6); -its- Bergh-Morken Harff. Lang-stich -ǫx Schleid-Blankenheimerdorf m.: weiter Nähstich; L., halt fas! Lang-stielchen (s. S.) n.: Apfelsorte mit langem Stiele Simm-Laub; Birnensorte Altk-Horhsn Seifen. lang-stiefelig -iv- Sieg-Ägid; -eă- Elbf Adj.: -weilig, –stielig. Lang-stitzchen -i- Grevbr-Barrenst Elsen Gind Gustorf Frimmersd Kapellen Laach Neurath Neuenhsn Hülchr Orken Wevelinghv Weckhv, Neuss-Gohr n.: Bachstelze. PfWB Lang-stroh (s. S.) Allg. n.: mit dem Flegel gedroschenes Str. PfWB Lang-wagen (s. S.) nach Wk. V 6 in Bergh-Bergerhsn, Dür-Wissersh, Jül-Bettend, Aach-Orsb Vaelserquartier, Geilk-Immend, Erckeyenbg, Mettm-Stdt, Dinsl-Eppinghv Hünxe; -wγən Dinsl-Bucholtwelmen, Mörs; -wāγən Rees m.:
1. –baum 1. —
2. übertr. lang aufgeschossener Mensch Mörs-Neuk. Lang-wasser Prüm-Ihren n.: das beim Sodbrennen in zusammenhängenden, zähflüssigen Fäden aus dem Munde fliesende W. Lang-webel nach Wk. V 6 laŋwwəl Dinsl-Friedrichsf Möllen (-əln); -b-, –p- Vörde; lanwbəl Walsum m.: -baum 1. PfWB lang-weg laŋkəwęχ (s. S.)  Allg. Adv.: der Länge nach; l. hinfallen Allg.; l. krische stark weinen, Tränen wie Bindfaden vergiessen Aach, Eup; langwegs lang hin Köln-Stdt. PfWB Lang-weile -wī:l,

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-wi·l. Rip, Nfrk f.: nach dem Nhd.; de L. kriegen (auch de l.ə Wil); ebenso sich l.wilen, l.wileg [langsam, träge, e schafft l.; e l.ə Pitter Goar-Brodenb Nörtershsn]. lang-werfig -węrp- Geld-Straelen Stdt; -- Mörs-Neuk Adj.: zu hoch aufgeschossen, zu lang ausgefallen, von Pflanzen, Gegenständen. Lang-widd -wit m., f.:
1. f. lange Weidenrute, wie sie der Strohdachdecker gebraucht Gummb. —
2. –baum 1 Verbr. nach Wk. V 6 laŋ(k)wit Saarbr (südl. der Stadt), Ottw, Simm-NChumbd (-wīt), Neuw, Altk [-wīt Neuw-Hüllenbg, Altk-Krunkel], Siegld-Hickengrund, Sieg-Brölt (-wit, –wek), Ahrw-Remag; lęŋgwit Ottw-Fürth Landsw Reden Schiffw Wiebelsk, Wend-Dörrenb Mainzw Merschw NLinxw Remmesw; lę·ŋ.wīt Sol-Ohligs. lang-wierig -ī- Rip, SNfrk, Berg, Mörs verbr. Adj.: nach dem Nhd. Lang-winterbirne -bīr Ottw-Aschb f.: B.sorte. Lang-zagel m.:
1. -ts:l Birnensorte mit langem Stiele Sieg-Lohmar. —
2. -tsā:l kleiner Ampfer, rumex acetosella uWupp 1870; -sal Sol 1870. Lang-zeile -tsę·i.l Goar-Boppard f.: senkrechte Weinbergsreihe.

Langen — in zahlreichen FlN. RA.: Op Langenbachs Woche auf unbestimmte Zeit Altk-NFischb. Langenberger verächtl. fades, dünnes Getränk.

Längde, Länge Rhfrk, Mosfrk lęŋ(g)t, im Geb. der Schärfung -·ŋ.- [Trier (Mos) --; WBitb -ē-]; Siegld lęŋdə; Rip, Berg, SNfrk, Klevld lę·ŋ.də (wo keine Schärfung, ohne diese); im Rip auch lę·ŋ.k; im übrigen dringt nach dem Nhd. lęŋ, lę·ŋ. vor f.:
1. Sg. t.
a. räuml.; de L. es noch nich do dick ist das Kind geworden, aber die L. fehlt noch Gummb; de Bom hät en nette L.; de Kerl hät sin L.; noch en L. ansetze ein Kleid z. B. länger machen; ene Kerl van der L. Rip, Allg.; ein Langholz op L.ə schnire in Stücke von bestimmter Länge schneiden Siegld; der Weg treck sech en de L.; dat Feld es tiəhn Fot (Fuss) en der L.; mer ment, der däht mar en de L. wasse (wachsen); he fel (fiel) de L. no (nach) (met siner ganzen L.) op de Erd MGladb, Allg.; e streckt sich ganz in alle L. reckt sich nach dem Schlafe Kreuzn; e wiəss (wächst) en de L., ävver et fählt em an Bret Mü-Eif; ech schlog (schlug) en de L. hen Bergh-Heppend; (de) L. langk [bei dieser Wend. heisst es selten lę·ŋ.də, meist lę·ŋ.ə] falle so lang, wie einer gewachsen ist Kobl, Rip, Berg, SNfrk (en L. langk aufgeschossener Mensch Elbf); er es gestreckter Längs hinggefall Saarbr-Sulzb; he let (legt) et de Längde weg drop uWupp 1870; de L. noschlefe (-schleifen) elend, matt sein Eusk-Dirmerzh; te Länge eine Handspannweite Eup. RA.: En Ele (Elle) L.n, en E. Fulden grosse, lange Burschen sind oft Tagediebe Kref-Osterath. — Die Abbaustrecke, die dem einzelnen Bergmann auferlegt ist; jeder hadde sin L. Siegld; die erste L. das erste Paar nebeneinandergekoppelter Schleppkähne, mit dem

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Dampfer unmittelbar durch Stränge verbunden; die zweite L. dahinter liegend, ist mit der ersten L. verbunden Rheinschiff; in (op) der L. Flurbezeichnung bei Feldern, die längliche Form haben Verbr.; e L. Gestäng zwei Gestänge, Schienen von gleicher Länge, in der Bergmspr. Saargeb.; et Längdchen schmaler Raum zwischen zwei Häusern Zell-Enkirch. —
b. zeitl. lange Dauer; de Dag han at (schon) en nette L.; dat hät ävver en L. geduərt; du machs ävver en L.; du worsch ävver en L. us (weg, fort); dat geht op de L. net im Laufe der Zeit, Entwicklung; op de L. (schliesslich) küt he noch en et Kaschöttche (Gefängnis); op de L. geht dat net; dat trick (züch zieht) sech en de L.; jet en de L. trecke (zehje) Rip, Allg.; op Längthet der Duər über kurz oder lang Lennep-Radevormwald; et wird de Längt de Fährt net mih dauere May-Trimbs; längetöschen in dieser Zeit, während MGladb. RA.: Wat Gott spart de L., dat strof he met Streng Sieg-Kuxenbg. De L. Weg föhlt mer de Las Sieg-ODollend. Sall e halden en de L., dann spann der Boge nit so streng! Köln-Stdt. —
2.
a. lę·ŋ.k, Pl. -·ŋ.ə
α. langer, wagerechter Fachbalken zwischen erstem und zweitem Stock Rheinb-Hilberath Maulb Scheuerheck. —
β. Zugbalken in der Scheune Rheinb-Maulb Scheuren. —
b. Pl. t.
α. Längdə(n) Flossbäume, langes Bauholz Kreuzn, Simm, Goar, Bernk, Köln-Stdt. —
β. die langen Balken, auf denen der Wagen ruht Saarbr-Feching Quierschd. —
γ. lęŋgən (auch Sg. m.) –baum 1 nach Wk V 6 in Saarl, Saarbr, Ottw [lęŋgdən Saarl-Griesborn Felsbg, Saarbr-Emmesw SNikolaus Lauterb; lęŋgər Fischb; lęŋk f. Guichenb; liŋgə Ottw-Uchtelfang]. —
δ. in Wend.: Dat get ken drei (zwei) L.ən! daraus wird nichts Altk-NFischb, Köln-Stdt; dat get kenn dräj (drei) L.ə gerät nicht Siegld; an (in) sechs L.ən leien (liegen) krumm, mit angezogenen Beinen daliegen Wittl-Dörb Salmrohr.

Auf-lange opla·ŋ., meist Pl. -·ŋ.ə nach Wk IV 3 in Erk-Elmpt Merbeck OKrüchten, Kemp [-ę- Breyell] f.; -la·ŋ.ər Sg. u. Pl. m. Kemp-Amern SAnton Hagenbr Süchteln, MGladb-Viersen: Dachsparre.

Ge-länge -lę·ŋ. n.:
1. Haken an der Egge, woran der Zugstrang befestigt ist MülhRh-BGladb. —
2. verächtl. langer Gegenstand, Mensch Düss, Neuss. Vor -länge: fərlęŋdə eine kleine Entfernung; dat Hüs let (liegt) en V. van de Weg af (etwa 100 m); en V. langk auf dem Acker eine Furche lang Geld-Schravelen.

läng-rissig lę·ŋ.resiχ Sieg-ODollend Adj.: dat Ise (Eisen) äs l. wenn sich in ihm Risse zeigen, nachdem es mit Schweissglut verarbeitet ist.

Längen-feld Altk, Siegld n.: gestrecktes Grubenfeld, das früher gebräuchl. u. nur in der Breitenausdehnung genau abgegrenzt war.

lange (zeitl.) s. lang 2 b.

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Längel Daun-Katzwinkel Sg. t. f.: Länge des Strumpfes.

längeln -ę- schw.:
1. Milch durch Wasserzusatz vermehren Saarbr-Sulzb. —
2. sich l., sich nach dem Schlafen recken und dehnen Grevbr-Wickr.

ver- längeln: in der Wend.: (Et) Heck (Malstrich) verlängels mer! der Rufer beim Klickersp. darf dann das Malzeichen verlängern, wenn ihm der Partner nicht mit dem Rufe: Heck verlängels nüs! zuvorgekommen ist Wippf-Agathabg.

Längels -ę- Sg. t. n.:
1.
a. die Kette, welche die Egge mit dem Schwengel verbindet uWupp 1870, Sol 1870. —
b. das eingesetzte Stoffstück, das einen Frauenrock verlängert ebd. —
c. das Mittelstück des Peitschenriemens, woran die eigentliche Knallkordel befestigt ist Mettm-Haan Tüschen Stdt Velbert Wülfr, Düss-Eggerschdt Hösel, Ess-Werden; et Gelängels Düss-Kettwig (s. auch Längsel). —
2. persönl. -əlts verächtl. langaufgeschossener, hagerer, magerer Mensch uWupp, Sol.

Längels-birne -bīər Wermelsk f.: längliche Birnensorte.

längelzig Bitb-Wiersd Adj.: länglich.

langen I schw.:
1. trans. lang machen, in der Wend.: Hen langt enem de Mond erweckt ihm absichtlich Begehr nach etwas Prüm-Ihren. —
2. intrans. lang werden, in dem Spr.: Wenn de Da l., kommt de Wenter gegange Rhfrk.

langen II -a-, –ā-, –ǫ- (s. lang) das Wort ist allg. bis einschl. Heinsb, Kemp, Kref, Mörs, Ruhr schw.:
1. trans.
a. etwas l., mit ausgestreckten Armen an-, hinreichen; lang mer dat ens (dar, her); no ebbes l.; l. mer emol es Brod dorunner (enunner); er muss rausl. bezahlen; ebbes enuffl. Rhfrk, Allg. RA.: Wa mer em e Fanger langt, da wellt en de ganz Hand han Bitb. — S. mauerl.
b. einem eine l., eine Ohrfeige geben; do hon ich em än (änt) gelangt, dat horre gesport; äm e paar erunnerl. Rhfrk, Allg.; dem han ich et mol gelangt ihm die Wahrheit gesagt Kobl-Bend, Siegld; einem en Tarte l. ihn ohrfeigen Elbf, Barm, Mettm. —
2. intrans. et langt es reicht hin, genügt; et wiərd wahl l.; wann de Stoff net langt, dann stöckele mer an; de Erdäppel l. für et ganze Johr; der Stoff langk noch grad für en Kled; de Zitt (Zeit) langk net; Rip, Allg.; jetz langt's awer! Drohung, jetzt ist es aber genug Rhfrk. Do langt's an känem Enn (Ende) von armen Leuten, die sich nur mühsam durchs Leben schlagen; do langt et hinne un vore nit Rhfrk.

ab- langen: einem etwas a.
1. abgeben, wieder-, hergeben Sol; einem eine a., eine Ohrfeige geben Verbr. —
2. etwas zumuten Aach-Eschw. ab-ver -langen: einem etwas a., abfordern Allg. PfWB an -langen:
1. trans.
a. mit persönl. Subj.
α. einem etwas a., anreichen; lang mer ens den Hamel (Hammer) an! SNfrk. —
β. einem etwas a., zumuten;

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dat moss de öm net a. Aach-Berensbg Eschw, Bergh. —
b. mit sachl. (unpersönl.) Subj. in der Wend.: Wat mech anlangk (u. anbel.) anbetrifft Rip. —
2. intrans. ankommen; wann l. mer an? Rip, nach dem Nhd. Verbr. RA.: Wann ei Scheffche affihrt, langt et andere an für Verluste erfolgt stets Ersatz Ahrw. De es op der Kestebuəm (-boden) angelangk hat nicht mehr viel Vermögen MGladb-Hockst. PfWB an-be langen: wat dat abelangk betrifft Rip. PfWB auf -langen: etwas a., hinaufreichen, doch mehr Simpl. u. heropl.aus -langen: ausreichen Selfk.be -langen: enen wegen ener Sach b. vor Gericht ziehen, nach dem Nhd. Verbr.durch -langen: lang mer dat Dönge es d. durch die Ritze, durch den Zwischenraum Allg.ver -langen:
1.
a. nach etwas (einem) v., sich sehnen; doə bruck em nit na te v., dat kömmp vo self; de Weiter (Kinder) v. ock, dat se no Bet kuəme Kemp, Allg.; he verlangt (no) hem hat Heimweh Rip, Berg. RA.: Wer hangt, der verlangt (bangt) von einem Kranken, der zu allen möglichen Ärzten u. Arzneien Zuflucht nimmt Saarbr, Wend. Geld hangt, wo G. (wird) verlangt Gummb-Stromb. — Subst. V. no (op) jet han; do han ech gar ke V. no Rip, Allg.; er hät V. Heimweh Aden, Rheinb. RA.: Wo et enem got gegangen, dohin dreht mer en V. Eif (o. O.). —
b. etwas von einem v., beanspruchen, fordern; e verlangk ene Daler für dat Boch; dat kannste net van mir v., dat ...; dat es ze vill verlangk Rip, Allg.; dat semmer net verlangt das beanspruchen, erwarten wir nicht, als Gegenantw. bei Anerbietungen, Gefälligkeiten, wenn sie mehr abgewiesen als angenommen werden Sieg-Leuschd. RA.: Wat kann mer von nem Ossen (Ochs) mih v. wie en Stöck Rengkfleisch! hohe Anforderungen kann man an einen Dummen nicht stellen Sol; wat kann me van e Döppe miəh v.! Aach-Kohlschd. — Subst. Dat en könnt der net va V. siən nicht fordern Eup-Raeren. —
2. in der Wend.: Et sall mech ens v. ich bin gespannt darauf; et sall mech ens v., wat e sage wiərd, — wer die Stell krig — of dat wohr es Rip, Berg, Kemp, — wat et mech noch Wonger (Wunder) git! (scherzh.) Gummb-Nümbrecht; no sall mech ens v., wen et Glöck an de Bocks (Hose) blift hange! Kemp-SHubert, Geld-Leuth. vor -langen: vor einem andern hinreichen Allg. PfWB zu -langen: zugreifen, bes. beim Essen Allg.

PfWB Be-lang Sg. t. m.: in der Wend.:
1. nach dem Nhd.; dat es (net) van B. (nicht) wesentlich, von Bedeutung Verbr. —
2. B. häwwe Lust haben; met B. tukike Rees. Ver -lang: bərlaŋk Sg. t. m.: das Verlangen Saarbg-Ockfen.

Lang-gabel (s. S.) Ottw-Wemmetsw Stennw, Bitb-Fliessem, Daun-Strohn, Geld-Kevelaer f.: G., zum Hinaufreichen von Garben, Heu, Stroh.

An-langer Mettm-Flandersb m.: Handlanger, bei einem Neubau.

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langern schw.:
1. -a-, sich l., nach Art der Eckensteher sich herumdrücken Heinsb-Erpen. —
2.
a. -ę- stehen u. sehen, ob einer kommt Kemp-SPeter 1880. —
b. -a- Heimweh haben Saarbg-Körrig, Ottw-Wiebelsk.

ver- langern: -a- [-ā- Trier-Ld, Bernk, Bitb; er bla·ŋ.ərt (bərl.) in Merz, Saarbg häufig] Birkf-Eckelhsn Bundenb, Simm, Saar, Hochw, Trier bis Kobl, Eif im Norden bis einschl. Malm, Schleid u. Eusk, Rheinb, Bo-Merten OBachem: Verlangen, Sehnsucht haben; eich hon so en V. grad no dem Mädche; no Kersche harr ich schunn lang so en V.; mer v. all no em; dat Kend verlangert sich ze Dot. — Bes. Heimweh haben; hos de net verlangert, wie de bei de Preisse (Preussen, Soldaten) worsch; hen hot no häm verlangert; us Mod (Magd) hot (et) V. Bernk, Allg.; et V. as de bist (böseste) Krinkt (Krankheit) Bitb. RA.: Ech haen (haue) dich, dat de no Gott verlangerscht! Saar. De verlangert no emmes (jet) wie de Gess (Ziege) nom Metz (Messer) Prüm-Ihren.

ver-längerig, ver-längerlich Adj.: fərlęŋgərəχ verlangend, gierig; ebbes v. angucke Wend-Remmesw Sien, Ottw-Eppelborn; -ŋəriχ Siegld, Altk-Herdrf; -lęŋgərliχ Saarl-Lisd Berus.

ver-läng-lich Altk, Siegld Adj.: nach etwas verlangend, sehnsüchtig.

längen -ę-, –-, –ē- [Eusk-Billig lę·ŋ.də] schw.:
1. trans. Allg. bis zur Ürd-L.
a. etwas l., länger machen; de Bocks l. die Hose durch Ansatz eines Stückes verlängern; den Faddem l. durch Anknüpfung eines zweiten (für diese Anwendung meist anl.); de Kaffe (Zupp, Melch u. ä. Getränke) l. durch Zusatz von Wasser verdünnen; Gemüse l., durch Zusatz von Mehl (Blutwurst durch Zusatz von Sauerkraut Eif) (für diese Anwendung auch opl.) Rip, Allg.; möm Weck l. den Wecken nicht auf einmal aufschneiden MGladb. RA.: A.: Dat Himb (Hemd) ist em so korz. B.: Da längt's em mid er Forz! Simm-Laub. — L. kleine Teigklumpen lang rollen MülhRh-BGladb; walken, in der Tuchherstellung Aach-Merkst; die Waben ausbauen, von den Bienen Geld-Winnekendonk; dran l. (Butter) dünn aufstreichen, indem man sie möglichst ausbreitet Sieg, Merz-Bergen; ech l. mir! Zuruf des Klickerspielers, der vom Malstrich aus schnellen will, ihn aber verlängern muss, damit er eine grade Wurfbahn zum Klicker des Gegners erhält Schleid-Dollend; länges dem Anter (Malstrich)! Schleid-Reschd; l. dem geworfenen Klicker durch einen (verbotenen) Ruck mit der Hand Nachdruck verleihen Neuw-NBreitb. —
b. sich l.
α. länger werden, mit sachl. Subj.; dat Kled hät sech ärg gelängt; de Dag l. sech Rip, Allg. RA.: Dat längt sech wie e Pöttsel (Brunnenseil) zieht sich so lang hin MGladb, — Voəsse Katt (Katze) Eup-Stdt. —
β. mit persönl. Subj., sich recken u. strecken; ich han mich at (schon) gelängt, wat ich kuənnt, märr ich kuənnt doch nüs siəhn;

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sich recken u. strecken nach dem Schlafe; sech üvver de Stöhl l. sich auf dem Stuhle rekeln Bergh-Elsd Hüchelhv, Dür-Lövenich, Aach-Stdt, MGladb, Grevbr, Neuss; he hatt sich jet wick (weit) erüvvergelängk (über das Wasser) Köln-Stdt; sech l. den Oberkörper vorstrecken, beim Schnellen des Klickers, beim Werfen der Kegelkugel Grevbr-Aldenhv; sich faul herumrekeln; de längk sech widder do eröm Sieg-Rhönd. —
2. intrans. mit ‘haben’, länger werden, von der Zeit; de Dag l.; wat de Dag at (schon) gelängk han! Rip, Allg., dies auch Klevld. RA.: Wann de Dag afangen ze l., fangen se och an ze strengen die Kälte nimmt zu Rip, Allg. (doch Rhfrk s. u.), — te schrängen Sol, uWupp, Grevbr, Kref-Fischeln, Neuw-Rheinbrohl, — da föngt et Kau (die Kälte) a te strenge Self; as de Dag begenne te l., dann begennt de Wenter an te str. Klevld. Wann de Nächte l., fängk der Winter an ze str. Köln-Stdt. Wenn die Da lange, kemmt de Wenter (de Kält) gegange Rhfrk (also nicht längen). Zent Luzej, dann sin de kottste Dag vörbej, dann längt jeden Dag öm enen Hahnenschrei Geld-Kevelaer. Öm Dreikönnege hant de D. at (schon) ene H. gelängt Aach, Allg. Lechmösse han de D. en Stond gelängk Eusk.

an- längen: etwas a.
a. ein Stück an ein Kleid, an einen Stock, ein Brett setzen, um es zu verlängern; et Kled a. Verbr. wie l. 1. RA.: Fir (vorne) afgeschniden (abgeschnitten), hengen angelängt! das ist eine sonderbare Sparsamkeit Neuw-Harschb. Dot Klad muss mer enen Furz onl., da wiərd et gleich en Schess länger Westerw. —
b. die Suppe möt Water a. verdünnen Kref, Klevld. auf -längen:
1. eine Flüssigkeit, breiige Masse a., durch Hinzugabe von Wasser vermehren, verdünnen; Kaffe, Wing, de Zupp opl. Verbr. wie l. 1; den Schlamm a., aufwühlen May-Wassenach. —
2.
a. einen (etwas) a., ihn vertrösten, hinhalten, etwas in die Länge ziehen, hinausziehen; die ha mich als fort ofgelängt mit einer Lieferung, Zahlung, Mosfrk. —
b. einem etwas a., einen Bären aufbinden; do hes em get opgelängt Eup-Raeren. aus -längen: sich a., nach dem Schlaf die Glieder strecken MGladb-Hockst.ver -längen: etwas v., länger machen, in der RA.: Du kannst et wall v., äwer nit verbrengen in die Länge ziehen, aber nicht aus der Welt schaffen; besser v. äs verbr. Sol.vor -längen: förl.! Zuruf beim Klickersp., der dem Rufer gestattet, von erhöhter Lage, etwa vom Knie aus, zu schnellen Meiderich.

Läng-baum -bōm Sieg-Rhönd m.: der lange Stamm, der zur Befestigung des Heus auf dem Heuwagen dient, Wiesbaum. Läng-draht -:- m.:
1. das Mittelstück der Peitschenschnur, an dem die Knallkordel befestigt ist Schleid-Hellenth Kirchseifen. —
2. übertr. einer, der sehr langsam spricht, die Worte nur so hinzieht Grevbr-Belmen. Läng-gabel -jāvfəl

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Aach-Walh f.: G. zum Auflockern des Heus. Läng-garn -γārə Eup n.: G., das dem Weber beigegeben wird, damit er zerbrochene Kettenfäden anlänge. RA.: He hat wer (wieder) L. krege er ist von einer schweren Krankheit genesen. Läng-gras Altk-Maulb n.: Quecke. Läng-haken -h:k(ə) m.:
1. H. an der Hahl (s. d.), en Kettelhok, zum länger machen Gummb-Berghsn. —
2.
a. s-förmig geschmiedeter Eisenhaken, der zur Verbindung zweier Grubenleitern dient; die obere Öffnung greift um die letzte Sprosse der höheren Leiter; an den untern Hakenteil wird die erste Sprosse der nächst tiefern Leiter eingehängt Altk, Siegld. —
b. dass. zum Verbinden von zwei Dachleitern Köln-Stdt. Läng-holz lę·ŋ.k- Bergh-Hüchelhv n.: ein H., das einerseits an der Halskette der Kuh, anderseits an den Weidepfahl befestigt ist, um den Kreis zu vergrössern, welchen die angepfählte Kuh abweiden konnte. Läng-kette Aach-Schevenhütte Pl.: Langbaum des Wagens. Läng-schnüre -nȳ:r uWupp 1870 Pl. t.: Sch. am Webstuhl, zum Längen der Kettenfäden. Läng-wasser (s. S.) Berg n.: in der Wend.: L. machen (maken) Aufschub, Hindernis machen, in die Länge ziehen, lange Reden halten; dat git L. [lę·ŋ.əwātər Elbf]. Läng-zug -tsoux Dür-Stdt m.: in der Wend.: Mach nur ken L.! zieh es nicht in die Länge.

Längen-bösch lę·ŋ.əb Sieg-Ittenb f.: ein besonders zugeschnittener Zapfen am Balken, der die nicht grade Kante des andern anzufügenden Balkens umschliessen soll.

Ge-länger gəlę·ŋ.ər Koch-Ernst Pl. t. n.: die Riemen am Rückentragkorb, mit denen dieser unter den Armen hindurch am Rücken befestigt ist.

längern -ę- Prüm-Sevenig schw.: etwas l., verlängern.

PfWB ver- längern: wie nhd.; et kann niemand sei Lewe v. (nur in dieser Wend.) Rhfrk (sonst längə); sonst auch mit andern Obj. nach dem Nhd., z. B. Melk v. Wasser zusetzen Allg. — V.! Ruf beim Klickersp., der den Gegner zwingt, seinen Klicker von der Stelle, wo man ihn nicht treffen kann, an eine für den Treffschuss günstigere Stelle zu legen Bo, Dür; verlänger minger! Sol.

Länger-bein (s. S.) n.:
1. innere Seite, Bollen des Hinterschenkels des Schlachtochsen Elbf, Remschd. —
2. la·ŋ.ərbę·n.ts m.
a. Insekt mit langen Beinen. —
b. übertr. Mensch mit langen B. Erk-Elmpt. Länger-ling m.:
1. lę·ŋ.ə(r)liŋ hochaufgeschossener, hagerer Mensch Eusk-Zülp. —
2. lęŋər- längliche Birnensorte Ottw-Merschw. Länger-wehe la·ŋ.ərwē:: Dorf im Kr. Dür, bekannt durch seine Töpferei; Langwehsche Döppe grosse Steineinmachtöpfe.

Langert = Langbaum s. Langfurt; langes = langs (s. d.).

Länges lę·ŋ.əs, Pl. -əsə Grevbr-Garzw Wickr m.: ein Mensch, der alles, bes. das Sprechen,

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möglichst langsam tut, so dass man fast dabei einschlafen könnte. — De hat ene Längeskall zieht die Worte nur so hin Erk-Borschemich, Jül-Barmen.

längessen -əsə Grevbr (s. o.) schw.: alles, bes. das Sprechen, möglichst langsam tun.

PfWB ElsWB läng-lich Allg. Adj.: nach dem Nhd. RA.: Alles ös vergänglich, on der Kohstörz ös l. Monsch, Aach, Trier-Stdt. — Onzol. nach dem Nhd. Läng-ling m.:
1. lę·ŋ.(ə)ling hochaufgeschossener, hagerer Mensch Köln-Stdt. —
2. laŋleŋ der Mittelfinger Mettm-Langenbg. läng-lings lę·ŋ. liŋks uWupp; -·ŋ.ə- Köln-Stdt Adv.: der Länge nach.

ver- läng-lich: fərlęŋgəli sich in die Länge ziehend, langweilig; eich gihn, et göt mer ze v. bei einem Vortrag Trier-Stdt OEmmel; ihm war'sch v. im Haus Simm.zu -läng-lich: hinlänglich Merz-Merching.

Ver-läng-nis fərlęŋkənes Prüm-Ihren Sg. t. f.: Sehnsucht, Heimweh.

langs, langst das Wort ist allg. (ohne lautl. Unterscheidung für Adv. u. Präp.) lrhn. bis Kemp, Mörs, rrhn. bis Ruhr, Dinsl [n. davon førbe], u. zwar Rhfrk laŋgst, das (wo Schluss-t allg. ausfällt la·ŋ.gs) auch von Bernk an über die uMos, Mayf, Westerw geht; an der mosfrk Saar la·ŋ.gt [Saarl-Stdt Berus (u. -·ŋ.gs) la·ŋ.əs; Hostenb -ǫ-; Merz-Saarhölzb auch l:t; Saarbg-Faha lē:nt]; NWSaarbg (auch Ayl), Trier-Ld Mos u. n. Mos bis Bernk-Cues, Wittl, WDaun, Bitb, Prüm lā:st (Ihren lā:st, la·ŋ.s(t)); Trier-Thomm, Koch-Laub, Malm lā:s; Rip, Berg, SNfrk la·ŋ.ks, –ā:-, doch Rip in Sieg, MülhRh, Köln, Bo, Rheinb, Eusk, Dür, Bergh daneben mehr la·n.ts [mErft -ā:-], das über Neuss, Düss, MGladb, Erk-Örath, Kemp-Süchteln bis nach Mörs-Neuk Orsoy reicht; Aach, Eup la·ŋ.ks u. la·n.ts; das SNfrk la·ŋ.ks (s. o. la·n.ts, das in den angegeben. Geb. daneben steht) [-ǫ- Heinsb; la·ŋ.əs Neuss, Grevbr, Kref, Kemp-Hüls SPeter; -ǫ- Kemp-Stdt; laŋəs auch Gummb (u. laŋs), Sol, Mettm, Barm, Wermelsk, Ruhr; dass. u. la·ŋ.s Elbf; lę·ŋ.s Sol-Gräfr; lęŋəs Gummb; lę·n.ts u. -a- Erk-Rath]:
1. Adv., vorbei, entlang; wird das ‘vorbei’ betont, so steht l. u. əla·ŋ.ks (all-); ist dabei eine bestimmte Örtlichkeit gemeint (ohne dass sie genannt wird), so steht neben l. meist dərla·ŋ.ks (dar-) [dərlā:stər (-her) Bitb-Wehrbüsch], z. B. goht langks! kehrt nicht ein auf dem ganzen Wege, stört euch nicht um die andern (die vielleicht Streit anfangen), bei uns bekommt ihr nichts, zu Bettlern; loss mech l.! tritt bei Seite, dass ich vorbei kann; em L.gohn im Vorbeigehen; he es alt (schon) l.; aber ech well es derl. gohn an dem Hause, das du meinst; derl. lofe etwa an der Schule vorbeilaufen; du häs derl. geschosse an dem Hasen vorbei; dat wor (geht) (fies) derl. (u. l.)! der Wurf, Schuss ging fehl Rip, Allg. — L.! Vorbeigetroffen Allg.; dau bast

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l.! dass. u. du bist auf die Seite gedrückt, z. B. beim Freien Trier; en es l. wei e Wendspill Merz-Saarhölzb. — L. (derl.) gohn, — tredden, — lofen, — rötschen, — juschen, — werfen, — schessen, — knippen usf.; sech l. (derl,) machen, — fuschen, — däuen usf. Allg. Er es näs (noch einmal) glecklich l. (derl.) komm davongekommen Saar, Allg.; die hant sech em L.goəhn kenne gelehrt Kref-Lank; all die l. gihn (die Prügel), sein verlore Neuw-Dierd; ene l. losse vorbeilassen (einen kritisieren, durchhecheln Eusk-Dirmerzh) Allg.; lott em mar l.! der wird schon allein fertig Kref; Geck, loss G. elans! Fastnachtsspruch Köln; werk dech mar net l. (derl.)! nur keine Winkelzüge Erk-Rickelr; de hät ene derl. ist närrisch, ist bezecht Heinsb; Eslangskletsch (einmal-), Dubbellangskl. eine Tour beim Fangsteinsp. Sieg-Ägid; eng Botterramm met jet derl. belegtes Butterbrot Aach-Merkst; en L.drecker der sich an der Arbeit vorbeidrückt Neuw-Isenbg. — Mit Nennung der Örtlichkeit; de Bach l. (u. əl. ‘all-l.’) stohn vill Böm, auch an de B. l.; an de Schull l. gohn Rip, Allg.; dat es ene schlete Beddeler, de ke Hus l. kann gonn Grevbr-Kapellen; ene kann net am andere (ə)l. gonn beide können sich nicht ausstehen Sieg, Allg. [bei dieser Anwendung erscheint vereinzelt statt langs auch lang, z. B. gonk et Water l. Kemp-Hüls, an de Wand l. Bernk-Burgen]. — Mit vorstehenden Ortsadv.; do l. (do dərl., do əl.); əlol. (dərl.) (allda-); dar l. (dr l.; dərl.); ərl. (her-) (do, he, ovven usf. ərl.); he (hier) l. (he əl., h. ərl., h. dərl.); hennen, bovven, für l. (əl., dərl.) Allg.; doə l. es mihr Platz wie drop! verlachender Zuruf beim Verfehlen eines Zieles Kref; gangk für derl.! der Hirt zu seinem Hunde Malm-Amel; den arm Mann legt (liegt) iwerall ennen (unten), beim Gromperesetze (Kartoffel-) kennt hen owen ərl. Prüm-Ihren; en Has, de wor do firlast gesprongen Prüm; l. eweg weit fort Malm-Amel. — Die zeitl. Anwendung des Adv. ist kaum gebräuchlich; man hört dann u. wann: de Stond es at l., meist aber — es (h)erüvver, –öm (oder nach dem Nhd. vərbei) Rip, Allg. —
2. Präp. mit Acc. (wohin?) u. Dat. (wo?) [Eup, Aach, SNfrk nur mit Acc.] Allg.; den os l. Blumen əweg über alle Berge Prüm-Ihren; mer es net mih Her l. de Dürre Sieg-Ittenb; l. de Dürre gohn betteln Rip, Allg.; l. de Schull gohn (lofe, striche; s. Schule) schwänzen Allg.; de döt (däut) sich l. et Werk drückt sich an der Arbeit vorbei Aach-Kohlschd; l. de Reih goəhn von einem zum andern Erk-Rath; de es ze domm, för l. e Water te gonn MGladb. RA.: Wer l. de Strüch geiht, de blif an de Döən (Dornen) hange Köln-Stdt. Et gohn er hondert l. Kölle, de sehn dat net Sieg. We durch wellt komme, muss l. de Wirtshüser gonn wie l. en döre Heck, sons es he für dem Verdens (-dienst) derhem Bergh-Esch. Wör ich mar (nur) l. de Fuss (Fuchs) gegange, dann hött ich mich bess gestange (besser gestanden) hätte ich die Gelegenheit

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gemieden Dür-Gürzenich. Dat es mich l. de Nas gegange fehlgegangen Aach, Allg. — gefloge Eup. Et Glöck gäht däck (oft) l. änen, wenn mer et nemmen (nur) ze pake wässt (weiss) Bitb-Wiersd. Du kömms och noch ens l. os Düər (l. osem)! Drohung, Kemp, Allg. L. de Bräng (Brandscheite) lopen von einem Hause zum andern NBerg; strocke (gleich) hau ech dech, dät du l. de Wongk (Wand) op löpps! Kemp; sech l. de Wäng (Wände) lede (leiten) sich raufen Dür, Sieg; l. de Koh schmiten on et Kalf treffen Sol; ech schlag dech l. de Bir (Nase)! Düss; ich len (lege) der ene Steck l. de Rebbe! Bergh-Blatzh; ömmes l. de Batz halde einem etwas abknöpfen, bes. im Spiel Kref-Linn; ich hal dich ens l. de Wand! Drohung Dür-Ellen. Do hat e awer emol l. de Eimer gemolk nichts verdient Goar. Dat Kand hot de Griewen l. de Mond gestoch hat Ausschlag am Munde Bitb, Wittl, Prüm. L. änen fohren eigentl. u. unberücksichtigt lassen Bitb (Beispiele mit Auswahl). — De es noch net l. et Schmitz Backes (Backhaus, s. d.) über den gefährlichen Punkt hinaus Rip, Berg, SNfrk, — Mies Keller Prüm-Oos, — de Berg Prüm-Roth. — L. de Nas! fehlgegangen, abschl. Antw. Allg.; l. de N. gaht och en Stross! May-Kollig; l. en Bein! Rip. — L. de Bal (Tanzmusik) sen ich a (auch) komm trotz der Absicht, den Ball zu besuchen, kam ich nicht hin Saarbr.

langs-einander -ənanər, –ənēn (s. einander) Allg. Adv.: aneinander vorbei; se sen l. uneinig Merz; die (dicken Leute) könne net l. Allg.; l. gohn aneinander vorbeigehen, sich nicht begegnen Allg.; Jungen un Hung gonn selde räuhig l. Köln-Stdt; l.kommen vorbeikommen; net l.k. sich nicht vertragen; ogeschlagen l.k. bei befriedigendem Abschluss Sol; de Bein l.schlagen aneinander reiben Allg.; l.falen Streit bekommen Bitb; enge jet l.leəge eingehend erklären Aach, Eup (lanstərei), Selfk; alles l.brenge schlichten Sieg-Ägid; de kallt sich jet l. spricht verworrenes Zeug Heinsb-Myhl. — Du stive (kromme, scheve, fule) Lansənen! x-beiniger, steifer, fauler Kerl Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, MülhRh, Köln.

längs -ę- nach dem Nhd. Adv.: in der Länge, Gegens. zu ‘quer’; l. baue, ege pflügen, eggen Rip, SNfrk selten angewandt [in 't langs ege Mörs-Wallach]. — Zs. wie Längsbalken, –baum, –fuər, -hölzer, –kant, –stecken, –stock sind nach dem Nhd. in Gebrauch, -m:s Lineal Sieg-Meind.

Längs -ę- Dür-Pier Sg. t. m.: langer, hagerer Mensch.

Ge-längs -- Kemp-Süchteln Sg. t. n.: das Hinhalten, Zögern.

Längse -ę- Gummb-Drabenderhöhe Sg. t. n.: Längsel 1 c.

Langsel laŋksəl MüEif Sg. t. m.: grosser u. kleiner Ampfer, rumex acetosa u. acetosella.

Längsel lę·ŋ.zəl Sg. t. n.:
1.
a. eine kurze

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Kette, um eine zu k. K. für den Gebrauch länger zu machen Bitb-SThomas. —
b. eine über der Webkette des Seidenwebstuhls mit Seide besponnene Bobine, zum Anlängen gesprungener Fäden MGladb, Kref, Kemp-Süchteln. —
c. der mittlere Teil der Peitschenschnur, unmittelbar am sogen. Schlag, Fürdroht Malm-Bülling, Schleid-Kall Kallerheistert Gemünd Heimb Sötenich Wollseifen, Rheinb-Arloff, Aach-Büsb Cornelimünster, Wippf-Forsten, Gummb-Bomig Büttinghsn Wiehl; Onderl. Aach-Dorff; lę·ŋ.zəlts Sieg-Fussh; jə- Sieg-Süchterschd. —
2. übertr. -ę·ŋ.z- u. -ęŋks- langer, hagerer, fauler Mensch, e (lang) L. Siegld, Prüm-Steffeln, Schleid-Baasem Udenbreth (-zəlt), Dür-Stdt, Jül-Spiel, Aach-Eschw, Eup, Geilk, Heinsb, MGladb, Kemp, Kref, Grevbr-Hochneuk, Rees (-zəlts).

Auf- längsel: oplę·ŋ.zəl verdünntes Getränk Eup.Ge -längsel: jəlę·ŋ.zəlts Schlagschnur an der Peitsche Sieg-Süchterschd.

Längsel-baum -ō- Sol m.: Baum des Webstuhls, auf den das Gewebte gespannt wird, um Fehler aufzufinden.

längseln -ę·ŋ.z- MGladb-Mülfort schw.: absol. sich dehnen u. strecken, nach dem Schlafe; faul herumschlendern. — Abl.: die Längsel(er)ei, dat Gelängsel(s).

längsen schw.:
1. das Gewebte spannen, um die Fehler aufzufinden Sol. —
2. etwas langsam tun, faulenzen Grevbr-Hochneuk, Aach-Eschw, Jül. — Abl.: die Längserei, dat Gelängs, der Längser (zu 2).

Längsert -ərt, Pl. -tən Gummb-Drabenderhöhe m.: Längsel 1 c.

langst s. langs; längst s. bei lang 2 c.

un-längst: vor kurzem, neulich Saar, Mosfrk, Rip.vor -längsen fōr- Birkf; fȳər-, fr- Rip, SNfrk; fər- Barm; fərla·ŋ.ks Köln-Frechen: vor längerer, einiger Zeit.

Langst: Ort im Kr. Kref. RA.: Et Lennsche Gerech (Kref-Linn), et Längster Fähr (Fähre) on e Hummelweər (Gewitter), die send net te beschrive.

Längst -ę- Saarbr-Sulzb (selten gebrauchtes Wort) f.: Langbaum des Wagens.

Längsten -ę- Gummb-Volmerhsn Sg. t. n.: Längsel 1 c.

Längstert -ę- Monsch-Rohren Höfen (-stər), Sieg-Wellerschd Ruppichteroth, Sg. t. n.: dass.

 

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