Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Lamprei bis landen II (Bd. 5, Sp. 79 bis 86)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lamprei , Pl. -ən Trier-Stdt m.: der Fisch Lamprete, Neunauge, frz. lamproie.

Lampri = Fussleiste s. Lambrie; lampsam = langsam (s. d.).
 
Artikelverweis 
lämschen -ē- Simm-Stdt schw.: wählerisch im Essen sein. — S. klämschen. — Abl.: die Lemscherei, dat Gelemsch, der Lemscher.

lämsen = naschen, schnell atmen s. lämmsen bei Lammel II.
 
Artikelverweis 
Lamster lamstər, Pl. -ərə Waldbr-Wildbg f.: Hure.

Lämpt = Ameise (s. d.); Läm-zeichen = Narbe s. Leim-.

lan I -ǫ:- = lassen (s. d.); lan II -ā:-, –-, –:- = allein (s. d.).
 
Artikelverweis 
Land Rhfrk lant, Dat. Sg. lan, Pl. lęnər; Mosfrk lant, Dat. Sg. la·n. [Trier-Stadt vom Felde lant], Pl. lę·n.ər [Bitb, Prüm lānt, Dat. Sg. lā:n, Pl. lēnər]; Rip lant, Dat. Sg. la·n. la·n.t (u. ohne Schärfung), Pl. lę·n.dər; uErft, uWupp -ā-, –ā:-, -:-]; im mouillierenden Geb. des Rip, Berg, SNfrk laŋk, Dat. Sg. la·ŋ., Pl. lę·ŋ.gdər [OBerg laŋkt; im sndfrk. Trübungsgeb. lǫnt, –ŋk, –ǫunt; Eup laint]; Klev lānt, Dat. Sg. lānt, Pl. lndər; MülhRuhr lǫunt, Dat. Sg. lǫ·u.n, Pl. lęinər; n. Ruhr lant, doch -ā- Duisb, um Görsicker; Demin. lęndχə, –tχə(n), -ŋkχə, –kə, –tə, –tjə n.:
1. ohne Gegensatz.
a. Sg. t. Bodenart; doə ös schleit L., — gout L. (sompig, fett, locker udgl. L.) [duət L. Sumpf Waldbr] Kemp, Allg.; dafür SNfrk, Klevld meist Grund, sonst daneben Bodem. RA.: Je besser et L., öm su grövver der Bur Jül. —
b. Sg. t. ein Stück Feld, Ackerland, Ackerbesitz; e Stöck L. eine Parzelle; do han ech noch en Stöck (Placken, Lappen, Strifen, Ort) L. (ligen); ene Morgen L.; die paar Zibbele L., dat es och jet Rip, Allg.; en Fass L. = 60 Ruten, en half F. L. = 30 Ruten, en Sester L. = 15 Ruten Birkf, Bernk; der Bur hät vill L. (anənen); mi L. schüsst an dem Jann et singt us mein Feld grenzt an das des Johann; dat ös os (unser) L.; et L. leg durchənen (Gemenglage) oder bejenen; ech mott henge dat L. noch baue (pflügen); dem Bur wörd et (ganze) L. verkof (verkauft); loft doch net so övver et L.; ech goəhn (fahre) op (no) et L.; mach, dats de van usem L. kömms; wo send de Üəre (eure Leute)? Antw.: om L. zur Feldarbeit Rip, SNfrk, Allg.; man unterscheidet Acker- (Rhfrk), Brach-, Bösch-, Wise-, Erdäppels-, Koərn-, Haver-, Weiss-, Knollen-, Röben-, Klil.; Pitter hat dat Kor en e Erdäppelsl. (wo vorher Kartoffeln standen) gesät Rip, Allg.; oəpe L. (offen) kleine, nicht umzäunte Parzellen, die mit dem Spaten umgegraben werden Kemp; offen L. bebaut Bernk-Berglicht Wolf, Koch-Ernst; nej (neu) L. gerodetes L. (sonst Rottl.) Klev, Kemp; Onl. unbebautes Feld Klev. RA.: E Stöck L. wie en Wei (Weide, Wiese) schlecht bearbeitet, — ene Grasdresch (-driesch)

[Bd. 5, S. 80]


Heinsb. E Gesit (Gesicht) wie e Morgen L. so breit Prüm-Watzerath, Bitb-Dudeld. Dat L. hot Tugend ist gut zu bearbeiten Bitb-Badem. L. is ei seker (sicheres) Pandj; Kaiser, Köninge mit hön Soldote gohn drövver eweg; se nümmen et doch neit mit Heinsb-Millen. Den hät sovel L. on Sand Ländereien Mörs-Xanten, Schleid-Hellenth, Monsch; se han alles verkäft (-kauft), L. un S., Haus un Hoff, Grond un Boddem Saarl. Beister ge (kein) L. äs gene Här (Herr) Monsch-Witzerath. Men mott et L. betrachten on och de Mest man muss ein Ding von zwei Seiten betrachten; erst denken, dann handeln Mettm, Lennep. Dor es gene Vogel so quoəd (böse), of he lött (lässt) et L. si Soət Geld-Nieukerk. Do geht ener L. messe ein Betrunkener Dür. Wenn dat Längche mär Geərsch (Gerste) dreht! Mahnung zur Sparsamkeit Eup-Raeren. Enen Bur ös neit tefriəne (zufrieden); drittste (scheisst du) op et L., ös et te winnig; dr. de em op de Nas, ös et te vüəl Kemp-SHubert. —
c. grösseres Gartenbeet, meist Ländche, Lännche, Längchen, Pl. Länner, Länn(g)cher; grab mer s'erscht das ewerscht Ländche Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Düppenw Honzr, Trier-Hermeskeil Höfchen, Nahe (Birkf meist Bord), Goar-Trechtinghsn, Simm, Bernk u. Zell (Hunsr-Orte), Altk, Sieg-Birkenf Erkhsn Eischd Leuschd-Stdt, MülhRh-Federath Marialinden, Siegld (Lanner Pl., Gardel., im Gegens. zu Länner 2 d), Waldbr, Gummb; abseits Rheinb-Iversh; s. Synon. bei Bett, Blä, Bläch, Bord, Deich(en), Endchen, Feldchen, Gärtchen, Gartenfeld, — biss-chen, Häus-chen, Höfchen, Hofbett, Musbett, –garten, Örtchen, Pfädchen, Pfand (Pfändchen), Pferch, Rabatt, Rondell, Ründchen, Spiegel, Stück, Teil, Viertel.
d. Sg. t. Hofraum; mach, dats dau vo user L. kemms! Trier-Beschd. —
2. L. im Gegens. zu anderm.
a. zu Wasser; Sg. t.; a L. kommen anlangen, zurecht, zuwege k.: beste widder a L. kunn? heimgekehrt Rip, Allg.; e kömmt u ke L. mih treibt ins Uferlose Mos; et as net a L. mat em ze k. man kann mit ihm nicht zurecht k. Mosfrk, Rhfrk; hei sett an't L. er ist bankerott Mörs. RA.: Do sieht mer neist wie L. un Wasser Rhfrk, Allg. Et geht der nörges doller her as te Water en te L. en in de Winterdag op et Is es kann überall tolles Zeug vorkommen Klev. De löt (lässt) Goddes Wasser üvver G. L. lofe der Gleichgültige Rip, Allg. — Wasser un L. ein Figurensp.; in der Mitte der Figur ist das Verbot, wer dahin tritt, darf nicht abgeschlagen werden; tritt ein Zweiter ins V., so muss der erste weichen; um das V. befindet sich das W., in das niemand treten darf; um das W. befindet sich das L., auf dem Nachlaufen gespielt wird Neuw-Dierd. —
b. zur Stadt; Sg. t.; op et L. sin (wuəhne); op et L. werke Bauer sein; de ös van et L.; op et L. goəhn von der Stadt auf das platte L.; de es te schad op et L., de mott en de Stadt SNfrk, Allg.; et platte L. Rip. —
c. Sg. t. Gegend, Teil eines Reiches, im Gegens. zu den anderen Teilen, z. B.

[Bd. 5, S. 81]


et bergische (bersche), Jüleker, Prümer, Trierer L.; et Nidderl. die Industriegegend des Niederrheins, et Ovverl. das L. südl. einschl. Ahrgeb. u. Westerwald; et Flassl. die Gegend um Erk, Heinsb; et Denkell. das Spelzl. der NEif; et Ländche das ehemalige rrhn. Drachenfelser Geb. bei Bo-Wehlem Röttgen; der Westrand der Ville, auch et Klüttelängkche genannt, wegen der Torfklütten; ne richtige Längkches Tölpel; die ehemalige Grafschaft Blankenheim an der Ahr; et Heckenbacher L. an der Ahr; das Grossherzogtum Luxembg; et Ulleser (Ulles Schlafhaube) Ländche Neckn. für Neuw-NBieber; et gelobte L. für Wittl-Seinsf Steinborn. — Overlongk un Ongerl. Verstecksp. zu zweien Heinsb-Birgelen. — AR.: Wonn et rent (regnet) us dem Prümer L., da r. et met Onverstand Malm. Et schmeckt nicks beəter em Jüleker L. als Botter op en Flamkangk (Fladenkante) SNfrk. Bibbchen, B. of der Bank; B., B., inner der Bank, et ös kei Man am (im) Trerer L., de dat B. fänken kan? das Ei Bernk-NEmmel. —
d. Staat, Reich, im Gegens. zu andern, wie Holland, Russ-, Engeland usf., nach dem Nhd.; ut wat fer e L. kömmp den? Kemp, Allg. Wat fer Läner ginn (gehen)? De Holläner Trier-Schleidw. —
e. Sg. t. Gebiet, im allgemeinen Sinne; Inland, im Gegens. zum Ausland; us L. unser L.; en usem L. Vaterland Rip, Allg.; bei us ze L. Simm; he es widder em L. in der Heimat, aus der Fremde heimgekehrt Rip, Allg.; dat is doch im ganze L. bekannt Rhfrk, Allg.; üt aller Here L. Klev; hie te Laun Mülh-Ruhr, Allg.; Büttelandse ausserhalb Stammende Rees; des Lands verlofen aus dem L. flüchten Bitb-NWeis; en hot et L. quaddeert (quittiert) ist über die Grenze geflüchtet Trier-Mehring. RA.: Jidder L. hät senge besongdere Klang verschiedene Sitten Schleid-Reifferschd. Dat get arm L. on arm Löck (Leute) bei Misswachs Sieg. Arm Leit, arm L.! läuten die Glocken Zell-Pünderich; leit (leicht) Volk, l. L.! MGladb-Holt; nass L., plomp Volk! MülhRh-Herkenr. Der es gen Hangk (Hand) voll, der es en ganz L. v.! zu dem, dessen Geliebte untreu wurde MGladb, Allg. E muss sich e L. v. schumen (schämen) Trier-Mehring. We Gott well strofe on L., hölt e de Lück (Leuten) der Verstangk Monsch. Lever (lieber) L. un Lück verlore, als ne falschen Eid geschwore Köln-Stdt. Der belit (belügt) L. on Leit Merz-Nunk; die dünn mistende Kuh bescheusst L. un Leut Daun-Strohn; L. en Lüj bejen (anənen-)hange (klatsche, quake, prote) durch Hetzen in Streit bringen Klev, Allg. E Man vun meiner Moss (Mass) ziert L. un Stross Trier-Schleidw. De Sonn hat noch kän Bauer aus em L. geschienen Ottw, Verbr. Ehrlich Hand geiht durch et ganze L. Köln-Stdt. Möt der Hot (Hut) en der Hangk kömmpt mer dur et ganze L. MGladb, Allg. Bleif am (im ) L. on nähr deich redlich! Trier. Et deht ken Helligen got a (in ) sengem L.

[Bd. 5, S. 82]


Prüm, Verbr. (s. heilig). Va wit (weit) uter Haund (Hand) kommen de Lü en et L. Ruhr. Fall en et L. Unbedachtsamer Neuw, Sieg. Schlecht gəegt es et erschte Dimmerwedder, wat en't L. schläht Saarl-Niedaltorf. Iwer L. gohn betteln gehen May, Allg.; ovver L. en Saind gohne (lope) hausieren, betteln gehen, herumlaufen Eup; ower L. en S. fochse (laufen) Klev; dem sing Schnute driəht (trägt) enen duər L. un S. er schimpft über einen, wo er nur hinkommt Waldbr-Wildbg; L. on S. auslafe (-laufen) vergebens nach einer Braut suchen Goar-NGondershsn. — Ländches ein Kindersp.; mit einem grossen Drahtnagel macht man einen Kreis in das Erdreich, der je nach der Spielerzahl durch eingeritzte Striche in Länder eingeteilt wird (etwa D = Deutschland, F = Frankreich, R = Russland); der älteste Spieler wirft mit dem Nagel in ein feindliches L.; durch den Treffpunkt zieht er eine neue Grenzlinie, entweder von Kreislinie zu Kr. oder vom Schnittpunkt der Länder durch den Treffpunkt bis zur Kr.; der Besitzer des betroffenen Kr. bestimmt, welches Teilstück dem Treffer zufällt oder welches er selber behalten will; im erstern Falle nennt der Eroberer das L. Kolonie u. schreibt es hinein (K); im zweiten F. wischt er die alte Grenze weg u. verleibt ein. So oft der Spieler fremdes L. trifft, darf er weiterspielen; schliesslich bleibt noch ein schmaler Kreisabschnitt übrig, trifft er dreimal hintereinander da hinein, so hat er gewonnen; gelingt ihm dies nicht, wird er futsch; nun darf ein anderer Mitspieler in sein L. werfen u. den Pechvogel aushungern. Trifft der Nagel während des Spieles ins eigene L. oder ausserhalb des Kreises, so ist der Werfer gleichfalls futsch, dasselbe, wenn der N. nicht stecken bleibt; trifft man den Kreisrand, so darf man dreimal werfen; wer jedesmal den Kr. trifft, wird beim dritten Wurf futsch Merz-Conf.

Aus- land: nach dem Nhd. [Neckbezeichnung für Köln-Nippes durch den Kölner].In -land: nach dem Nhd. RA.: Dem sein Bän stihn no em Enl. er hat X-Beine Neuw-Dierd. En Furz es en Tepesch aus em Enl. en't Ausl. Kobl-Bend.Un -land: Onl.
1. unbebaute Felder Klev; nicht anbaufähiges L. Gummb. —
2. in der Kultur zurückgebliebene Gegend Malm-Bülling.

Land- in der Zs., wie –armenhaus, –beien, –brot, –bürgermeister(ei), –dechant, –frau, –gericht, –gut, –haus, –huhn, –lehrer, –leute, –messer, –partie, –pastor, –plage, –regen, –schaft, –schuhe, –schule, –steuer, –strich, –tag, –volk, –weck, –weg, –wein, –wirt nach dem Nhd.; dazu: PfWB Land-abnehmches -abnēməs; L. sein ein Kindersp., wobei ein spitzes Eisen in den Boden geworfen wird (s. o. Ländches) Wend-Offenb. Land-au landǫ·u.  Monsch, Eup (-dǫ), Aach, Jül, Dür, Bergh, Grevbr, MGladb, Erk, Heinsb, Kref, Kemp, Mörs; lantsdǫu Geld; ladǫ·u. MGladb-Hardt f.:
1. etwas verächtl. Gegend, Landschaft, Bezirk, öde Gegend,

[Bd. 5, S. 83]


Wildnis; en ärm L.; en schleite L.; en fremd L.; he kickt sech de L. an; dat ös hei ävvel ock en L.; wat es dat för en L.? Allg.; övver jen L. stenke goəh untätig, faul herumlaufen. RA.: Hiej (hier) es gen go (gute) L.! sagen die Bauern, wenn der Klingelbeutel in der Kirche an ihnen vorbeikommt u. sie nichts hineinlegen Heinsb-Breberen. —
2. die Stadt L. in der Rheinpfalz. RA.: So fescht wie L. Saarbr-Sulzb. Land-auer m.: Kutsche, nach dem Nhd. Land-bogen Rheinschiff m.: der dem Lande zunächst liegende B. einer festen Brücke. Land-bote lampət Ahrw-Mayschoss m.: der Jungbursche des Maispiels, der die andern zu Versammlungen einläd. Land-brücke -brek Mos f.: Br., an der die Ponte anlegt. Land-däuessen -d·y.əsə Schleid-Hellenth Pl.: verächtl. –bewohner. Land-draht -drt Emmerich m.: met en L. nähje mit weiten Stichen nähen. Land-eck landęk Grevbr-Elfgen n.: ein Ballsp. zwischen zwei Parteien. land-flüchtig -i- Merz Adj.: l. gen (werden) sich aus dem Staube machen. PfWB Land-flüs Klev-Warbeyen n.: ein Unkraut. PfWB Land-frieden (s. S.) Allg. m.: in der Wend. nach dem Nhd.: Dem L. net trauen. Land-gekrach Malm-Bütgenb Nidrum n.: in der Wend.: Dat get en L. von einem Dorfereignis, das Aufsehen erweckt u. einen schlechten Eindruck macht. Land-getau Elbf (veralt.) n.: grosser Frachtplanwagen, wie er vor der Einführung der Eisenbahn über die fernen Landstrassen fuhr. Land-getäuer ebd. m.:
1. Fuhrmann, der mit einem solchen Wagen den Frachtverkehr vermittelte. —
2. übertr. laŋkjəts·u.ər langer Kerl uWupp. Land-gezöge n.:
1. -jəts:jə –getau Köln-Stdt (veralt.); Treidelschiffahrt mit Pferden Sieg-ODollend. —
2. -jəts:χ verächtl. fahrendes Volk, Korbmacher udgl. Bo-NBachem. Land-gezöger Sieg, Bo (veralt.) m.: -getäuer 1. Land-halde -hal Saargeb. f.: Stelle, wo die Kohlen über Land verkauft werden. Land-hase (s. S.) m.:
1. wie nhd. —
2. übertr. Stöər L.ə Neckn. der von Geilk-Stahe; Walbeckse L.ə derer von Geld-Walbeck. Land-herr -hēr Rees m.: -besitzer, –wirt. Land-joch Rheinschiff n.: das dem Lande zunächst liegende J. einer Schiffbrücke. PfWB Land-kamp Rees m.: kleines Ackerstück. PfWB Land-karte (s. S.) Allg. f.: nach dem Nhd. RA.: De het en Arsch, dat mer en L. drop mole (malen) könnt Prüm-Burb. Gelappt wie en L. mit bunten Lappen besetzt Schleid-Hellenth. Die sterft net ehder, bis dat se de L. ganz austodeert hot Bernk. Land-kläuers -ər Mörs-Neuk Pl.: plumpe Arbeitsschuhe eines Bauern. Land-konfekt -kumfęk Köln-Stdt n.: geschmacklos aufgeputztes L.volk. Land-krätzer Sol m.: verächtl. ene ale L. altes, minderwertiges Pferd. Land-kraut -ū- Sieg-Rhönd n.: Unkrautart. Land-krutsche -t Kobl-Kaltenengers f.: Kröte. Land-läufer (s. S.) Trier, Bernk, Bergh, Dür, Eup, Elbf m.:
1. ein Mensch, der nirgends lange aushält, der nicht zu Hause bleibt; ein fechtender Handwerksbursche,

[Bd. 5, S. 84]


der aber das Arbeiten verlernt hat; L.streicher Allg. —
2. –briefträger Eup. PfWB land-läufig Adj.: dat es l. überall bekannt, nach dem Nhd. Verbr. PfWB Land-lügner -līnər Saarbr, Birkf m.: L., der wie Münchhausen aufbindet; do schlick e se widder, so e L.; hat er dich a (auch) so beschlah! PfWB Land-mann (s. S.) m.:
1. Bauer; so bezeichnet sich der B. gern selber, da das Wort B. einen verächtl. Klang angenommen hat. RA.: En got Wies, en g. Feild, en g.ən Garden, en g. Frau, en g. Kouh, do geht de L. op tou (zu) Lennep-Ronsd. —
2. übertr.
a. der Mittelfinger, im F.märchen: Dümmling hät en Kuhw gekocht (gekauft), Fengeling hät sej no Hüs gebrocht, L. hät sej gestocke, Fellefack hät de Worst gemacht, kläne Mann, den hät sej opgeknappt (u. a. Var.) Klev, Rees, Ruhr, Barm, Monsch, May, Koch. PfWB Land-messer (s. S.) Allg. m.: Geometer. RA.: En L. kost en fette Kuh Gummb. Land-pacht (s. S.) Allg. f.: wie nhd. RA.: Möt Märtesdag (Sent Ändres) wird de L. bezahlt (s. die Termine) Allg. PfWB Land-plage -blō Wend-Dörrenb f.: wie nhd.; die sen e richtig L. Land-rat -:- Allg. m.:
1. nach dem Nhd. (auch Landratur). Liner (Lügner), Liner, L.! rufen die Kinder einem der Genossen zu, den sie auf einer Lüge ertappten Merz-Nunk. —
2. übertr.
a. papiere L.! Schimpfw. Dür. —
b. ein Eckensteher, ein Original von 1848 Klev. Land-recht (s. S.) n.: nach dem Nhd., nur in RA.: De Nuət brecht e L. Schleid-Reifferschd. En Enigket (gütliche Vereinbarung) br. e L. ebd. PfWB LothWB Land-schaden (s. S.) m.: ein Sch., der das ganze Land trifft, nur in der RA.: Dat os en L., wenn en Koh un (in) de Bach scheisst Daun-Strohn, Berg. Land-stitzchen -titsχə Grevbr-Weckhv n.: Bachstelze. PfWB ElsWB LothWB Land-strasse (s. S.) Allg. f.:
1. wie nhd. RA.: (hüte) dech für die, die immer op de L. lige! vor Hausierern, Händlern, fahrendem Volk Allg. Hau (halte) dich op Goddes L.! suche nicht durch Irreführen höhere als sachlich gerechtfertigte Gewinne einzuheimsen u. bei jedem Geschäfte auch das Interesse des Käufers zu wahren Aach. Möt dem Buk (Bauch) övver de L. schwemmen Unmögliches tun MGladb. Rubbe, dubbedupp, de L. op, dor stohn ene grüne Wage; dat Perdje was so mager usf. Klev, Emmerich. 1—7, op der L. kummen siewen, do wakelt en Haus, do piepst de Maus; Jungfrau, Fräulein, du bas aus! Abzählr. Trier-Schleidw, — sitzt e M., guckt eraus, wippe, w., wapp, un du bischt ab! Nahe. —
2. übertr. verächtl. aus der Nase hängender Rotzfaden Kref. Land-streicher (s. S.) Verbr. m.:
1. nach dem Nhd. RA.: Den as su krummp wie en L. Bitb-Herforst. —
2. übertr. scherzh. Esel Gummb-Derschlag. PfWB Land-sturm m.:
1. nach dem Nhd. Allg. —
2. übertr. Nökirker L. Neckn. von Grevbr-Hochneuk. Land-tratsche Altk-Kalteich f.: geschwätziges Weib. Land-wehr f.:
1.
a. -wr Landgrenze des alten Aachener Reiches, Graben mit Verhau Aach; bis 1803 bestehende

[Bd. 5, S. 85]


Befestigung zur Landesverteidigung, aus einem Walle mit drauf stehender dichter Hecke u. davorliegendem Graben bestehend uWupp; lamfərt, lantər(t) FlN Barm, Elbf; lǫumpfərt Bezeichnung einer alten Landstrasse Mettm-Haan; lantwər langgestreckter mit Brombeerengestrüpp bewachsener Hügel (FlN) Kemp-Kaldenk. —
b. lambr Stück Land, mit hohen Hecken, Wällen umfriedigt Mörs, Klev (meist FlN); kleiner Fluss, in die grosse Flent mündend Geld. —
c. landər, –tər [Duisb -tərt; Rees-Brünen lanəvərs Pl. (auch eine Apfelsorte)] Wasserweg, aus der Zeit übrig geblieben, wo der Rhein, noch ungehindert durch Dämme, frei daherströmte; so heissen alle derartigen Wasserwege, z. B. die Wasserumgrenzungen des Reeser Bruches, die Ae zwischen dem Aspeler u. dem schmalen Meer u. der aus dem schm. M. zum Millinger M. gehende Wasserweg Landern; de Weg ging ower en L., worower mor en ganz schmal Fondern (Steg) lej Dinsl, Rees. —
2. nach dem Nhd. die militärische L.

Lands-art Rhfrk f.: dar es hei L. so Brauch u. Sitte. Lands-herr Geld, Mörs, Klevld m.: in dem Rätsel über Regentropfen, Hagel, Wind: Drübbelendreij liep (lief) ower de Heij (Heide); dor kome drij L.ə, dij kosse (konnten) Dr. nit kehre; roje, r., wat es dat? (statt Dr. auch Holderdebolder). Et send 26 Lannesh.ə, de goht dür't ganze Land on regiert de g. Welt; se ett kenn Brot, se drenk kinn Win, wat mög dat van Heren sin? das ABC Dinsl-Gahlen. Lands-klee lā:ntsklī: WEif m.: Eifeleler Luzerner, als Heu Ausfuhrartikel. Lands-knecht m.: Name eines veralt. Kartenspieles. Lands-mann (Pl. -leute ) Lands-leute Allg. m.: einer aus demselben Lande; dat es ene L. van mir. Lands-rasse -ras Bitb, Prüm f.: die landübliche Rasse der Schweine, langgestreckt. Lands-weizen -ws WEif m.: alter Eifeler W. Lands-zeitung -dəs- f.: die Trierer L. RA.: Die as mer sou lief wie en L. eine Frau, die alle Neuigkeiten weiss.

Lände lę·n. uWupp, Sol, Barm Sg. t. n.: Gelände. RA.: De Wenn, de dritt (scheisst) op et L. von dem, der stets das Wort ‘wenn u. hätte’ im Munde führt Barm.

PfWB ElsWB LothWB Ge- lände: -lę·n., –:-, –ę·ŋ. Allg. Sg. t. n.: nach dem Nhd. RA.: Prahlt einer mit seinem Reichtum, so antwortet der andere spottend: O, eich bin ach (auch) nit von neischt her; gesiehschte, dat ganz G. lorim (daherum) es mein! dabei schwenkt er seine Hand um sein eigenes Gesäss Saarl-Berus.

PfWB ElsWB landen -and-, –·n.d-, seltener la·n.ə(n) nach dem Nhd. intrans. schw.: nur in den Wend.: Er is wiere bei seim Vadder (derhäm) geland nach seinem Herumtreiben wieder glücklich in der Heimat angekommen Rhfrk, Allg.; der konn net l. gen (gegen) mich nicht gegen mich ankommen Saarbr-Sulzb; die konn l. die können sich helfen, sind wohlhabend; da ka mer l.,

[Bd. 5, S. 86]


wemmer alles gestellt hät; do eəs doch geweəss schlecht beət (mit) l. schlecht hausen; er ist gefährlich im Umgang; do ka mer bet l. Siegld [die nhd. Bed. wird durch an Land kommen wiedergegeben]. — Im Rätsel von der Kaffeebohne: Et geht wat van L. no Branden (nachdem sie gelandet ist, wird sie gebrannt), van Br. no Müəhlhem, van M. no Leipzig, van L. en't Rothus, vam R. en den Rhin OBerg.

an- landen: in der übertr. Wend.: Dar is dem recht geschieht, dar emol angeland is an den Unrechten gekommen ist Hunsr.

länden lę·n.ən, –- Saar, Mos; -end- Simm trans. schw.: etwas l., Gegenstände aus dem Wasser, bes. bei Hochwasser, ans Land ziehen; komm, mer gehn l.; et hot en Dode geländ; lo kenne mer l. das Schiff anlegen Allg. RA.: Dat as en Halm geländ on en Beisch (Strohbausch) treiwe geloss Allg. Dir göt och noch öm Krahne (Moselkrahn) geländ sagt man zu Trierern, die auswärts wohnen; so gross ist deren Sehnsucht nach der Vaterstadt.

Lande-brücke f.: Br., woran die Schiffe anlegen, nach dem Nhd.

Lander = Wasserweg s. bei Landwehr 1 c.

Aus-länder Allg. Sg. u. Pl. (u. -dər) m.:
1. nach dem Nhd [Neckn. für die von Köln-Nippes]. —
2. Krüge, für das Ausland bestimmt Westerw.

PfWB Länderei lęnəręi, lę·n.ərę·i., l-, lę·n.d-, lę·ŋ.(d)ər-, Pl. -ę·i.ə(n) Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg f.: Landbesitz; he hät vill L., — grusse L.ən.

aus-ländig -lę·ŋ.dəχ Monsch, Aach; -la·i.ndəx Eup; -lę·ŋ.ə Wermelsk Adj.: in der Verb.: Der (den) ganzen usl.ən Dag den ganzen lieben Tag über.bei -ländig: nur präd. u. negat.; et as nemes b. in der Nähe, gegenwärtig, zu Hause, zur Hand; en es wedder b. noch noh Bitb-Speicher, Prüm-Mürlenb 1860.

Aus-ländig-heit -lę·n.dĭχēət Aach-Stdt 1833 Sg. t. f.: tiefe Betrübnis.

aus-ländisch Adj.: nach dem Nhd., auch eingelautet utlę·ŋ.k Sol. RA.: He süht esu dörlich (bedauernswert) us we e u. Plänzche Köln-Stdt.

Ländler Sg. t. m.: der kölsche L. ein veralt. Tanz.

PfWB länd-lich lęntleχ (ohne Schärfung) Rip; -a- Meis-Becherb Adj.: en l. Levve; e l. Heis-che; dat es su rech l. he; l. levve nach dem Nhd.

ländsen Koch-Bremm schw.: der Wein ländst schmeckt nach dem Boden.

Landung pontlnĭk Mos (Trier-Ld) Sg. t. f.: Landungsplatz der Ponte.

landen I s. o. bei Land; landen II = Obst nachernten s. linnen III.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: