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Lämpel bis lämpern (Bd. 5, Sp. 76 bis 78)
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Artikelverweis Lämpel (die Gruppe ist Rhfrk u. das Zeitw. lämpe(r)n uMos u. Rip) -ęmb-, –e-, Pl. -ələ Kreuzn m., f.:
1.
a. die breite Grenzzeile zwischen zwei Weinbergen, Grenzpfad. —
b. bequemer Pfad schlechthin. RA.: Uf den L. komme hinter ein Sache kommen. —
c. Bahn beim Kegeln. —
2. Sg. t. zweite Sorte Birnenmost, die entsteht, wenn man den mit Wasser vermengten Trester auspresst Birkf-Idar.

lämpeln -ęmb-, –e- Birkf, Kreuzn, Simm, Goar, Siegld schw.: ein langsames Bewegen bezeichnend, u. zwar
1.
a. langsam rollen, treiben, z. B. die Kegelkugel, der Klicker lämpelt, so dass sie noch eben bei den Kegeln, dem Einsatzkreise anlangen; auch der Werfer hat (dabei) gelämpelt Allg.; sich durch vorsichtiges Schnellen des Klickers allmählich nahe ans Ziel heranarbeiten, was gestattet ist, wenn der Schnellende vorher gerufen hat: l. gilt; die l. an äm (einem) Stick von Spielern (beim Kartensp., Kindersp.), die eine Partie lässig spielen, sei es aus Absicht, sei es wegen Spielmüdigkeit Simm. —
b. es lämpelt

[Bd. 5, S. 77]


sich es glückt so allmählich, es kommt so a. etwas zustande Kreuzn. —
2.
a. langsam sich nähern, l. schlendern, ohne grade Richtung sich langsam bewegen; nachlässig einhergehen Allg. —
b. nachlässig arbeiten Siegld. —
c. Der Fisch lämpelt, wenn er an der Lockspeise der Angel kaum merklich zuckt Birkf-Idar. —
d. es muss noch gelämpelt were bei der Versteigerung noch geboten werden Birkf-Herrst. — Abl.: die Lämpel(er)ei, das Gelämpel.

Lämpel-bier Simm-Laub m.: verächtl. warm gewordenes Bier. Lämpel-brühe -brī Simm f.: verächtl. lauwarmes Getränk. Lämpel-schmier Birkf-Idar n.: verächtl. zweite Sorte Latwerge.

lämpelig Adj.: langsam, nachlässig spielend.

lämpen -ęmp- Koch-Mesenich, Ahrw-Sinzig, Schleid-OReifferschd, Eusk, Sieg-Honnef, Köln, Bergh, Dür, Jül, Eup, Aach, Geilk schw.:
1.
a. schlaff, locker hängen, nicht grade herunterhängen, von Kleidern, Vorhängen usf. Köln-Stdt. —
b. sich l., sich dehnen, sich in die Länge ziehen, vom Stoffe, Seil, Gummi udgl.; de Stoff (dat Doch) lämp sech em Drage; der Krag hät sech gelämp liegt nun nicht glatt an, ist nicht mehr genügend gespannt, wirft Falten; de Hembsmaue fangen an sech ze l.; dat Leər (Leder) lämpt sech Allg. —
2. bummeln, nachlässig gehen Schleid-OReifferschd. — Abl.: die Lämperei, dat Gelämps.

aus- lämpen:
1. trans. etwas a., ausweiten; sich a., vom Gewebe; de Noht hat sech utgelämpt Eup. —
2. intrans. ausfasern, fadenscheinig werden Köln-Stdt. ver -lämpen: -lęmpt verwundet Sieg-Fussh.

lämpern -ęmb- Koch, Kobl, Goar (mosfrk.), May, Aden, Schleid-Dreiborn, Neuw (nicht kurköln.) [-a- Neuw-Engers; -i- May-Stdt] schw.: lämpeln 1 a, 2 a. — Lämperches (spillen) ein Klickersp. May.

ver-lämpert -e- Saarbr-Völkl Part.: naschhaft; e v. Kend.

lämperig -ęmp- Malm-Mürring Adj.: schlaff, faul, träge; e l.ə Kerl.

Lämpes lęmbəs, –ęmp-, Pl. -əsə(n) das Wort holt weit über die anderen Bildungen hinaus, u. zwar Bitb-Fliessem, Wittl, Daun, Koch, Kobl, May, Prüm, Malm, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Köln-Ld, Bergh, Dür, Grevbr; rrhn. Neuw, Altk, Siegld, Sieg, MülhRh, Sol, Düss m.:
1. Sg. t.
a. Bastrinde, in Jauche gelegt, wodurch sie sich lösen lässt, beim Okulieren gebraucht; ziəh (zäh) wie L. was aneinanderhält, bes. von Speisen Sieg-ODollend. —
b. in der Wend.: De L. schwänken sich auffallend benehmen, den Stutzer markieren, sich ordentlich vergnügen Bergh, Grevbr; dech holle mer mot, fer de L. ze schw. als Aufpasser, um ein Zeichen zu geben, d. h. um dich zu verulken Daun-Strohn. —
2. -əs, Pl. -əsə(n)
a. ein (junger) schwerer, langer, plumper, oft dazu fauler, aber gutmütiger Mensch; ein Bursche, der wohl

[Bd. 5, S. 78]


die Kräfte hätte, aber sich nicht zur Arbeit anschicken will, der lieber faul herumschlendert, der langsam, nachlässig arbeitet, geht; ene lange, fule L. Allg. [daneben: Spassmacher, Mutwilliger Sol, Bergh-Glesch; einer, der sich fromm stellt, aber den Schalk im Nacken hat Malm-Vith]. RA.: L., leg dich, Fulich stand op! Eusk. —
b. schwerer Ochse, Stier, Eber (selten gebrauchte Bed.) Prüm-Ihren.

Lämpes-fresser m.: Neckn. derer von Bernk-Rachtig.

lämpessen -əsə(n) allg. schw.: faulenzen, sich müssig herumtreiben. — Abl.: die Lämpəsserei.

lämpessig -əsiχ Adj.:
1. zähe, von der Bastrinde, vom Fleisch Sieg-ODollend. —
2. lang u. faul, bummelig Allg.

lämpig -ęmp- Ahrw-Sinzig Adj.: verzogen, vom Stoff.

Lamperi = Fussleiste s. Lambrie.

Lamperich I = Langbaum zwischen Vorder- u. Hinterwagen s. Langberge bei lang; Lamperich II = Sauerampfer s. Amperich; lämpern s. o. bei Lämpel.

 

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