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Lamör bis Lampenzimmer (Bd. 5, Sp. 72 bis 76)
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Artikelverweis Lamör lamēr  Koch, Kobl Sg. t. n.: Unglück, frz. malheur.

Lamp I = Lamen (s. d.); Lamp II = Lampe (s. d.).
 
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Lamp III lamp, Pl. -bə(n) Merz-Saarhölzb, Altk-Weitef m.: Bauchlappen, –fleisch am geschlachteten Schwein, meist Bauchl. — S. die weiter verbr. Fortbildungen bei Lämpel, lämpeln, Lämpes.

lampig -amp- Sieg-Ittenb Adj.:
1. weich, schlaff, vom Fleisch. —
2. übertr. faul, träge.

Lämp γə- = Glimpf s. Glimp.
 
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NRhWB PfWB ElsWB LothWB Lampe das Wort ist allg. [im WMosfrk freilich herrscht in der Alltagsma. nur Licht, Luchte (Prüm Kerze)], u. zwar lamp [Nahe, Saargeb. auch a > ǫ getrübt; -ā- Saarl-Dilling, Trier-Ld (n. Mos), WWittl, Bitb, Prüm, uErft, uWupp, Sol-Ld, Mörs; -ǫ- im sndfrk. Trübungsgeb.; lǫump(ə) NBerg, MülhRuhr; lampə Oberg ö. Ürd-L., Siegld]; Pl. -bə(n) Rhfrk, Mosfrk, sonst -pə(n), Demin. lęmbχə(n), –mp-, –mpkə f.:
1. wie nhd. [nach den bis 1396 zurückgehenden Urk. ist L. nur die in der Kirche brennende Ampel, das ewige Licht]; vor der Einführung der Petroleumlampe bediente man sich das Rüböllichtes, Licht, Liecht, Lucht genannt [die Stallampe heisst heute im Rip noch nur Leuchte, die Tragl. Latern, das kleine Lämpchen zur Erhellung des Backofens Krade, Krötsche, Hucke, das ewige L. in der Kirche et iwig Licht (auch de i. L.) u. Ampel (Mosfrk); in Wend heisst die Küchenl. nur (Kiche)lichter Pl., die Rüböll. Licht, Standlicht, u. nur die Zimmerl. ist die L., u. so bedeutete überall L. zunächst nur die Petroleumstubenlampe (die aber auch Licht, Luchte genannt wird)]; aber heute ist L. auf jegliche Art übertragen, u. so hat man, je nach dem Raume en Düəre- (Türen-), Flur-, Hausgangs-, Keller-, Küchen-, Nachts-, Stall-, Stuben-, Treppen-, Wand-, Wirtschafts-, Winkelsl.; je nach dem Brennstoff en Trans-, Oligs-, Steinoligs-, Petroleums-, Karbids-, Gasl., en elektrische L.; je nach dem Stoff, aus dem die L. gearbeitet ist, en kuppere, zennene, isere L., en Glasl.; dazu en hangende oder stounde L. (SNfrk, Klevld, sonst Hänge-, Decken-, Stohnl.); dazu Glocken-, Kuppell. mit Kuppel (s. d. W.); Staatsl. Prunkl., Weəverschlämpke kleine Hängelampe ohne Fuss, wie die Weber sie benutzen

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SNfrk; die L. besteht aus Foss, Kugel (Ölbehälter), Brenner met Schruf, Wek (Wieke, s. auch Lemmet(sgarn)), Glas (Zilinder), Klock (Kupp(el)), Scherm Rip, Allg.; de L. röste (ren make, botze); de L. amake (anfangen, anfänken), — klen (huh) schruve, — utmake (-blose); Oalech op de L. schödde (dohn); de L. brennt got (hell, schleit, düster); de L. schwalkt (qualmt, blakt), brennt schef (schief); de L. geht ut (g. schloəpe) SNfrk, Allg. (s. d. W.); de L. geht dorch sie schwalkt Eusk-Dirmerzh, Grevbr-Allr; de L. hät en Wolf Kruste oben am Dochte Schleid-Baasem; met L.ə verkiəhre Licht gebrauchen Schleid-Hellenth. RA.: De L. schint (scheint) wie en Bergmannshucke (-lämpchen) sehr schlecht Lennep-Radevormwald, — brand wie ene Jödd, den op et Sterwen let (liegt) Mörs, — als wenn ene Jüdd am barschte wüər Erk, Heinsb, — wie ne gebarschde J. Heinsb-Porselen, — borrt (brennt), as wenn de Mad ene Weəwer frejet Geld-Leuth. E Für wie en L. kümmerliches Feuer Schleid-Hellenth. Brennt die L. zu hoch, fragt man: Ös den Oss (Ochse) fett? Kemp-Grefr. Putzt man bei L.licht die Fenster, dann sätt (sagt) de L., et es klor; dann sätt der Dag, et es net wohr Kref-Fischeln, SNfrk, Klevld, NBerg, Eusk-Langend. En L. em Ovve han schlecht geheizt haben Schleid-Hellenth. De L. melke beim Schichtwechsel das noch in der L. befindliche Öl mitnehmen, in der Bergmspr. Saargeb. Dem geht de L. (et Lämpche) us er ist hinter Atem, er stirbt bald Rip, Allg. Wetkopp (Weisskopf), steckt de L. an, dat Swartkopp siehn kann! Kinderreim Klev. Dem han se et Lämpche üsgeblost er ist gestorben Aden, May; dem hat der Herrgott de L. ausgeblost May-Kehrig. All min Kinder komme nor Hüs; Moder blost et Lämpke üt! Klev. Bei allem es ene Kneff derbei, sat de Frau, do bles (blies) se de L. met der Nas us Köln-Stdt, Sol, — ene Wet (Wissen), sät de Fr., du bloəset se möt de Kont (Gesäss) de L. ut Geld-Leuth. Donn (tu) jet op de L. on bloss der Oave ut! scherzh. geh zu Bett MGladb. He ös bei de L. gemäckt (gemacht) der rothaarige Mensch Kemp-UWeiden. Es dann genn Oli in de L., dat se so düster brand, sackerejü; es dann genn Fusel (Schnaps) in de Fläss, halt (holt) min för en Penneng of sess (6), sackerejü! Emmerich. — Das Arbeiten bei der L. (von Maria Geburt bis Getrud) ist in Regeln bestimmt. Maria Geburt werden de L.ə geschurt MGladb, Kemp. Gertrud blost (Schnider on Niəherschen) de L. ut SNfrk, Klevld (s. Gertrud). G., Bur sett de Plug drütt; Frau blost de Lamp üt Klev. Die Schneider pflegten erst um Michaelis (29. IX.) die L.arbeit zu beginnen: Michial hängt de Schnider et Leit an et Hiahl Elbf; bis zur Mitte der 70er Jahre des XIX. Jhdts. zogen am ersten Montag im September die Weber in der Steinbeck bei Elbf am Abend mit ihren L. die Strasse auf u. ab; voran trug einer eine auf

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hoher Stange befestigte L.; hin u. wieder setzten sie sich im Kreise op et Hücksken u. sangen ein Lied; dann wurde Einkehr in diesem oder jenem Wirtshause gehalten; am nächsten Abend begann dann die Arbeit bei der L. Zint Viktur hengt de Schrüər (Schneider) de L. an't Uhr Kemp-SHubert. In Kref begann für den Weber et L.əwirke mit Herbstkirmes (L.əmart); et L.əwirke geht jetz neit, et spatt (zwei Fäden setzen sich aufeinander) tösche Kamm on Reid (Ried) eine Sache ist augenblicklich untunlich, es stehen ihr noch Schwierigkeiten entgegen Kref. — Rätsel. E ronn Deppchen un e fett Zeppchen (Suppe) un e wellen Wappes-chen (Docht)? Wittl-Meerf, — e wölle Pittermännche? Wippf-Biesf, MülhRh-Bensbg. E iser Stöhlche, e fett Pöhlche un e wölle Wörmche dren? Grevbr-Garzw. E zinne Mölche (Mulde) on e fett Pöhlche (Pfuhl) on e rauh Wörmche on e wölle Zippzäppche? Sieg-ODollend, — e welle Bömmelchen? Prüm-Olzh, — klor Pöhlche, wölle Wörmchen, hell Flämmchen? Prüm-GrKampenbg En eisen Meldche (Mulde), fett Pehlchen, wellen Mibbes-chen? Daun-Mückeln. En eiserne Bauch, en osige (von Werch) Fodem, en hell Lichtchen? Bitb-Wiersd. E iser Möngke (Mund), e fett Pöllke, e bawolle Därmke? Grevbr-Hoppers. Iser, i. Ruddel met de schwatte Puddel, met der Wöllwösch, rot mol, wat es dat? Düss-Lintorf. E iser Tröllke, e fett Böllke, e wölle Wüərschke, ech gef dech te roe, wat es dat? Heinsb-Süsterseel. En iser Gehöll en en fett Geschmöll en en wölle Wörsske en en iser Störtje? Klev-Keeken. E kuəper Röllke, et fett Pöllke, e wölle, w. Wieschke? MGladb, Geld. E isere Stöhlche (Stuhl), et fett Pöhlche (Pfuhl), ene langen Därm (e wölle Pittermännche) mät (macht) alles wärm? Köln, Berg. En hölteren Hött on enne koperen Pött (Brunnen) en en Türelürelütje bowen drüt; roje, r., wat es dat? Geld-Kevelaer. Ek häbb en isere Perdje, dat hät en wolle Stertje (Sterz); wat es dat? Mörs-Rheinbg. Et ös so klen wie en Buəhn on mäk et ganze Hus schuən? Lichtflamme MGladb. — Sech enen op de L. schüdde sich einen hinter die Binde giessen, einen Schnaps trinken Allg., — geiten (giessen) Sol; de hot ene of der L. ist bezecht Mos, Eif, Neuw. — Volksgl. Drei L.ə teglick (zugleich), en Brütt (Braut) of en Lick (Leiche) Klevld, SNfrk, LRip; dr. L. in einem Rik (Reich) göt en Brut odder en Lik Sol. Ein L.licht darf nicht langsam aussterben, sondern muss ausgelöscht werden; im erstern Falle deutet es auf den Tod eines Familienmitgliedes MGladb-Korschenbr. — Es galt als eine Pflicht der Höflichkeit, die L. klein zu schrauben, wenn abends Besuch ins Zimmer trat. —
2. übertr.
a. meist Demin. Samendolde des Löwenzahnes Rip, Berg, SNfrk, Klevld, Siegld; die Kinder blasen die einzelnen Fäden weg u. sehen dann nach, wieviele noch stehen geblieben sind; ihre Zahl gibt ihnen die Stundenzeit an; je nachdem ist es Zeit, nach

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Hause zu gehen; ech well de L. usblose, ech senn (sehe), wievill Uhr et es Allg.; Pitter, blos de L. us! Bo-Walberbg; Jakob, bl. de L. üt! Mörs; Blage, gott no Bett, Moder blost de L. üt, dann es alles düster; Bl., gott no Bett! Klev-Üdem; Vadder, Modder le sich en det Bedde, Kenner blose de L.ə us! Siegld; man hält einem andern eine Dolde hin u. sagt: bloəs ens! danach: u, pass ens op, du has der liewe Gott de L. utgebloəse oder man zählt die stehen gebliebenen Fäden u. sagt: ech mott ens kike, wievöl Joəhr ech noch leəf! MGladb-Mülfort. —
b. Lämpchen die Blüte der Herbstzeitlose Saarl-Schwalb, Neuw-Isenbg.

Lampen- in der Zs. wie –brett, –bürste, –fuss, –kohle, –kugel, –kuppe(l), –licht, –öl, –olig, –russ, –schein, –schirm, -schwaden, –schwalk, –teller (Unterlage), –wieke (Docht), –zilinder verstehen sich von selbst; dazu: Lampen-baum -ō- uWupp 1870 m.: -geck, –hahl (s. d.). Lampen-blume -blō:m Sieg-Ägid f.: Blütendolde des Löwenzahns. Lampen-bürstchen -bērdχən Merz-Nunk n.:
1. im eigentl. Sinne. —
2. übertr. breit- u. schmalblätteriger Rohrkolben, typha latifolia, angustifolia. Lampen-buch -bō:k Elbf n.: Katechismus, verfasst von Lampe. PfWB Lampen-butzer -bu-, –po-, –py- m.:
1. im eigentl. Sinne Allg. —
2. übertr. breit- u. schmalblätteriger Rohrkolben, typha latifolia, angustifolia. Lampen-feier -fī:r, –vī:r Rheinb-NKastenholz, Eusk-Billig, Grevbr, MGladb f.: die Zeit der Dämmerung am Abend in der Stube, bes. im Spätherbst u. Winter, wenn die Leute am warmen Ofen sitzen u. sich erzählen, ehe man die Lampe anzündet (veralt. Ausdruck, etwa bis 1880). Lampen-füttchen -ø- (-gesäss) Sol-Burschd n.: der blecherne Ölbehälter einer kleinen Öllampe oder Laterne. Lampen-galgen Sol m.: das Gestell, an dem der Schuster seine Lampe aufhängt. Lampen-garn (s. S.) Gummb, Wippf, MülhRh, Rees, Mörs n.: Docht. Adeledche, he küt at (schon) wedder mem Lemmetsgarn (Docht); ech han der't jo gesat, de Lamp, de geht an, un wesste, wat dat deht: dat deht dat Lampegarn; A., he küt at wedder, he k. at w., he es Zaldat! MülhRh-Ensen (s. Adelheid, Lemmetsgarn). Lampen-geck Dür, Jül, Mörs, Klev, Gummb-Berghsn m.:
1. drehbarer Stab, an einem Gewinde an der Stubenwand befestigt; dieser Stab liess sich hin- u. herschieben; an ihm hing die Lampe (veralt.). —
2. übertr.
a. lange L. grosser Bursche, der leichtsinnig, unachtsam ist Jül-Inden. —
b. Neckn. derer von Dür-OZier. Lampen-glas Wend, Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Geld-Veert, Klev-Wissel (früher weiter verbr.) n.: -zilinder. Lampen-haken -h:x Eusk-Dirmerzh m.: -geck. Lampen-hahl (s. S.) Verbr. im Siegld u. im berg. u. nfrk. Teil des Hahlgeb. (s. d.) f., n.: -geck; die Stange hiess Hählleder (-leiter), Lampenbom (-baum) oder -reck. Lampen-hölzchen -hltjə Rees n.: ein Nagel am Söllerbalken, woran die messingene, quadratförmige Schalenlampe hängt. Lampen-kaue

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Saargeb. f.: Bude, wo die Bergmannslampen in Empfang genommen werden. Lampen-knüsel -øz- Lennep, Mettm, Sol m.: verkohltes Ende des L.dochtes. Lampen-kohle (s. S.) Gummb, Düss, Jül f.: dass. Lampen-krötsche -ət MGladb-Hockst f.: die kleine Öllampe, die der Bäcker zur Erhellung des Backofens in diesen hält. Lampen-kruste -kǫ Rees f.: verkohltes Ende des L.dochtes. NRhWB Lampen-mann -man, Pl. -ma·n.dər Düss, Aach m.: Anzünder der Strassenlaternen. Lampen-markt -māt Kref m.: die Herbstkirmes in Kref, im September; bis zum L. machten die Weber mit der Dämmerung Feierabend; von da ab begann das Lampewirken; neue Lampen wurden mit Vorliebe auf diesem L. gekauft. Lampen-ölslampe lambənēlslamp Birkf-Gimbw f.: Petroleumlampe. Lampen-pfote -pū·ə.t SNfrk f.: -fuss. Lampen-pick -e- Geld-Kevelaer f.: Öllämpchen an einem Holzständer. Lampen-pitt -e- Klev f., n.: -docht. Lampen-püser Mörs-Alpen m.: Kerzenlöscher an einer Stange. Lampen-rick -e- Sol, uWupp n.: -geck, –hahl (s. d.). Lampen-scherbe -ęrəf Erk-Körrenz, Grevbr-Hochneuk, Düss-Stdt n.: scherzh. noch ungetauftes Kind, bes. Mädchen. lampen-schön -:- Dür-Stdt, Aach-Stdt Adj.: dat es l. schön durch die Täuschung des Lichtes. Lampen-schwadem (s. S.) Birkf, Rip m.:
1. –schwalk. —
2. übertr. lange L. sehr langer, dünner Kerl Köln-Stdt. Lampen-schwärzel -- Erk-Elmpt m.: -russ. Lampen-steck Kref m.: -halter, an den der Weber seine Taulamp (Tau = Webstuhl) hing. Lampen-stock Sieg-Fussh, Gummb-Berghsn m.: Gestell in der Schreinerwerkstatt, an dem die Lampe hängt, zum Auf- u. Niederstellen eingerichtet, mit Feder zum Festhalten. Lampen-wisch -ē- Eusk-Zülpich m.:
1. –butzer. —
2. übertr. breit- u. schmalblätteriger Rohrkolben, typha latifolia, angustifolia. Lampen-zimmer Köln-Worring n.: im Reigenld.: Anna sass im L., L., L. usf.

 

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