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Lamme bis lammen II (Bd. 5, Sp. 68 bis 71)
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Artikelverweis Lamme lam, Pl. -mə Klev f.: Holzstück, je an den beiden Enden der Ackerwalze; der

[Bd. 5, S. 69]


Wellbom besteht aus dem Bom, den twe L.ə, den twe Penn, die die L.ə halten, twe Repe (Reifen), langen Hölzern, durch die die twe L.ə verbunden sind.

Lämme = schlechtes Messer s. Lammel II.
 
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Lammel I la·m.ələ Mayf Pl. t.: eiserne Blättchen, die beim Spalten des Schiefers zwischen die eisernen Keile u. den Spalt gestellt werden, frz. lamelle.
 
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Lammel II, Lämmel, Lämmer das Wort reicht an der Nahe von Birkf, Wend über Ottw zur gesamten Saar bis Saarbg-Nennig Weiten Trassem Tawern Portz, Trier-Mettnich Waldrach, setzt dann in Bernk-Maring (-ę-) Allenb, Koch-Wollwerath u. in WBitb an der Sauer (Bollend Ernzen) wieder ein u. tritt am weitern WRande wieder in Prüm-Heckhuschd Irrhsn Leidenborn Lützkampen u. Malm-Hinterhsn (-ā-), in Eup-Lonzen Raeren Walhorn, Aach-Bardenbg, Kref-Fischeln auf [ganz vereinzelt steht lęm u. lęmęs in Rees-Haldern], u. zwar laməl Birkf, Wend, Saarbr, Ottw; -ę-, –e- Saarl, Merz, Saarbg, Prüm-Irrhsn Lützkampen; -ę- u. -i- Trier-Waldrach [-- Merz-Bergen Haustdt Merching; -ē- Saarbg-Tawern; laməs Wend; -ā- Ottw, Trier-Mettnich; -ę- Saarl-Gresaub; -- Trier-Krettnich]; lęmər Saarbr-Sulzb, Bitb-Bollend (-ē-) Ernzen Nussbaum, Eup-Lonzen Raeren Walhorn; lęmələr Aach-Bardenbg; Pl. -ələ, –əln; –ərn, –ərə m.:
1.
a. Messerklinge, bes. wenn die Kl. ohne Griff ist, frz. lamelle, lame, lat. lamella; mei Messer hat zwei L.n; er hat de L. gebroch Allg. —
b. verächtl. altes, stumpfes, im Heft wackelndes Messer Allg.; s. Krudde-, Schuhl.
c. lę·m.ər n. halbmondförmiges, scharfes, eisernes Werkzeug beim Noppen, um die Unreinigkeiten im Tuche loszukratzen Aach-Stdt. —
2. übertr. verächtl. Zunge; den hot en gouden L. eine scharfe Z. Saarl, Merz, Saarbg.

lämmeln -ę- schw.:
1. die Zunge bewegen Merz-Bergen. —
2. mer han gutt gelämmelt tüchtig gegessen Saarbr-Heusw.

lämmsen -ę-:
1. naschen Merz-Honzr. —
2. schnell atmen, mit herausgestreckter Zunge, vom Hunde u. Menschen Ottw-Wiebelsk, Saarbg-NZerf, Trier-Geisf; -ē- Trier-Raschd. — Abl.: die Lämmserei, dat Gelämms.
 
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Lammel III das Wort ist in drei getrennt liegenden Geb. (in NWSaarbg, Trier-Schleidw, Bitb, in Aach, in Altk, Waldbr) verbr., je nach Geb. in verschiedener Bed.; la·m.əl, Pl. -əln, –ələ m.:
1.
a. Strassenkot, wie er Schuhen u. am Saume von Hosen u. dgl. anhaftet; dau hos en L. un denger Bocks Saarbg-Cahren Wellen Nennig, Bitb-NWeis Wiersd Hütting [abgenutzter Schuh, Pantoffel Saarbg-Nennig]. —
b. altes Tuch, Fetzen Aach. —
2. persönl.
a. schmutziges Weib oder Mann Trier-Schleidw; unordentliches, schlampiges Mädchen, liederliches Weib, Umhertreiberin Altk-Bachenbg NErb NFischb

[Bd. 5, S. 70]


Wissen (u. -ę-) Herdrf, Waldbr-Rosb, Bitb-Hütting, Aach-Merkst Herzogenr. —
b. -ę-, stive L. steifer, ungelenker Mensch Wippf-OReudenb; gleichgültiger M. ohne Tatkraft Altk-Wissen. —
c. -ā- langer, ungelenker, träger Mensch Saarbr.

Lammel-stück la·m.əldek (u. -bets) Trier-Thomm; -əlts- Trier-Kenn; lę·m.əl- Saarbg-Freudenbg (hierhin wohl auch la·m.ər- Saarbr-Göttelborn; -ę- Merz, Saarbg, Trier, Bernk, Zell-Burg; -ā- Trier-Fell Mehring; -- Bitb-Mettend, Wittl-Monzel) n. (f.): Lummerstück.

lammelig Adj.:
1.
a. schlaff hängend Aach, Altk-Bachenbg Wissen (-ę-). —
b. wollig, weich, zart Bernk-Bischofsdhron. —
c. l. Brutt dicke Schnitte Brot Bitb-Outschd. —
2. unordentlich, schlampig, von Weibern Verbr. wie L. 2 a.

lammeln -a- verbreitet wie L. schw.:
1.
a. zu L. 1. a Verbr. wie dies, die Kleider beschmutzen, mehr bel.
b. zu L. 1 b.
α. -ā- hin- u. herziehen, –zupfen; der Säugling lamelt an der Brust; an der Schahl (Brusttuch) l. en risse Aach-Stdt. —
β. -a- bummeln, langsam gehen, zögern, faul, träge sein Jül-Linnich Roerd, Aach-Merkst, Kemp-Grefr; -ā- Aach-Stdt, Geilk-Gangelt; -ę- langsam sprechen Schleid-Sötenich. —
c. zu L. 2 a, sich umhertreiben, auch (sich) heröml. Verbr. wie L. 2 a; die zwei l. mötenanner zwei Personen verschiedenen Geschlechtes pflegen unerlaubten Umgang. —
2. -a-, einem eine l., einen prügeln, ohrfeigen (eigentl. mit einem Lappen); glich lammel ich dich eng; du kris se gelammelt Aach-Merkst; -ǫ- Heinsb-Laffeld. — Abl.: die Lammel(er)ei [etwas, was sich hin- u. herziehen lässt, z. B. ein Stück Fleisch, dessen Fasern sich leicht auseinanderziehen lassen; kraftloses Tun Aach-Stdt), dat Gelammels [en Gelämmel halen geschlechtl. miteinander verkehren Altk-NFischb].

auf- lammeln:
1. et lammelt op der Dreck dreht sich um die Räder, beim Pflügen Saarbg-Wellen, Bitb-NWeis Wiersd. —
2. sich einen a., auf den Hals laden Bitb-Speicher. be -lammeln: die Hose b., den Saum mit Schmutz besudeln Verbr. wie l. 1 a.nach -lammeln: nlęməln hinterhertrotten Siegld.

Lammelze -əltsə, Pl. -tsən Altk-Wissen Betzd f.: unordentliches Weib, Herumtreiberin.

lammelzig -əltsiχ Adj.:
1. -a- beschmutzt Bitb-Wiersd. —
2. -ā- unanständig, liederlich, l. Gescher Bitb-Geichl.

lammen -a- Koch-Ernst schw.: de lammt sen Klärer drop schlappt seine Kleider drauf.

Lammer -a-, Pl. -ərə Altk-Gieleroth f.: liederliches Weib, Umhertreiberin.

Lammerich -a- Sg. t. m.:
1. ein Junge, der sich die Kleider zerreisst Neuw-Rüschd. —
2. leichtsinniger, unordentlicher Bursche Koch-Landkern.

[Bd. 5, S. 71]



3. le·m.ăliχ nicht recht gescheiter Mensch Bitb-Seimerich.

lammerichen -ərəjə Koch-Greimersbg schw.: wild, toll umherrennen.

lammerig Neuw-Altwied Datzeroth Meinborn Rüschd; -ę- u. lęməliχ Gummb-Berghsn Adj.:
1. schlaff herunterhängend. —
2. unordentlich, schlampig, schlapp, langweilig, vom Menschen.

lammern Verbr. wie lammerig schw.:
1. schlaff herunterhängen, im Gefüge lose werden. —
2.
a. langsam, gemütlich gehen; müssig gehen, faulenzen; mit zerrissenen, über den Boden schleifenden Kleidern gehen; (an)gelammert kommen. — Römlammern Barm. —
b. -ę- mit schlechtem, unzureichendem Gerät arbeiten Altk-Flammersf. — Abl.: die Lammer(er)ei, dat Gelammer(sch). — Zs. Lammerfritz, –hannes, –jann, –kasten, –sack, –täsch, -der (-tier), -zibbel.

Lammer-sack lāmərzāk Bitb-NWeis m.: Narr, Flappes.

lammen I = ein Lamm zur Welt bringen s. bei Lamm; lammen II = draufschlappen s. bei Lammel III.

 

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