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Lambert II bis lameln (Bd. 5, Sp. 63 bis 64)
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Artikelverweis Lambert II der Name ist in den kath. Geb. häufig, u. zwar lambərt, –ēərt  u. lambərtəs, –ēə-  [lambęt  MGladb; lamrt Mörs-Neuk; lambr Heinsb-Millen]; Kurzf. Mosfrk brdəs; sonst bərtəs, –ēə-, –t-; bęrt Eup; bart Mörs; bəts MülhRh-Ensen; lęm Mörs-Neuk; lamə Eup m.:
1. der hl. L. u. sein Tag. — Bauernregeln: Wenn et Lamberdesdag got Wedder os, kunn all Krummen un Lammen beim Korsäen mot Daun-Tettschd. Em (um) Lambertsdag musst et Kor am (im) Buədem sen, wenn et well am nächste Johr jet gen Prüm-Dahnen. Die Hundstage liegen drei Tage vor u. drei Tage nach L. (17. IX.) Prüm-Waxw. In Lambertsbg (Kr. Prüm) ist am 17. IX. Jahrmarkt mit Gesindemarkt. —
2.
a. männl. Vorn. Neckverse: Lambertes, L., wat hat di Moder gekocht? E (döchteg) Döppe Erze (Erbsen) en enge afgeknagde (fette) Knoch! Monsch, Aach-Walh Brenig Stolbg. L., der Puttes (Schwartemagen) hat e Louch (Loch) e! Aach-Stdt. L., L., halt de Hongk (Hund) fas, dat e mech net bitt (beisst); bitt e mech, we geht et dech, dusend Daler kos et dech! MGladb. Lambert en der Kule (Grube) met de dicke Mule, L. soət (sass) on schlep (schlief), L. kreəg de Puətekromp (Podagra)! Kemp-Waldniel. Lamberdes, L., dat wor en gode Man; Äppel on Grombere (Kartoffeln) schelle mir, en ganze Gode drenke mir! Koch-Laub. — Jonge, J., J., wenn der L. könnt! Tanzreim zum Schottisch Aach. — RA.: Schnaftich (paftich), Lambertes! Ausruf gegenüber einem andern: da liegst du nach dem Falle; der Hieb sass Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, MGladb-Mülfort; schlap, seit L., do schlog he en Lus duət! MGladb. De löt (lässt) sech wis mache (weise m., betören), use Herrgott hesch (hiesse) L. Bo-Küdinghv. —
b. übertr.
α. lambrdəs lang aufgeschossener Mensch Neuw-Datzeroth. —
β. bartjə euphemist. Teufel; s. Bart II. —
γ. brdəs scherzh. die grosse Domglocke in Trier; de B. brummt diese Glocke läutet Trier-Stdt.

Lambertus-brumm brdəs- Trier-Stdt f.: scherzh. die grosse Domglocke. Lambertus-knopf lambrtsknǫp Ahrw-Hepping m.: Wiesenknopf, sanguisorba offic. Lambertus-markt -mārt [lamə- Eup] m.: am L.tage abgehaltener Jahrmarkt, so in Prüm-Lambertsbg, Eup. Lambertus-mass lambēərtəsm·ə.t Eup n.:
1. gutes, gehäufeltes M (das L. war ein altes Luxemburger, Lütticher M., 1 Klafter oder Korde Holz = 7 Fuss lang, 3½ F. hoch u. breit = 58¾ Lamberti-Kubikfuss). —
2. übertr. scherzh. hoher Zylinderhut. Lambertus-nuss lambərtəsnos (s. S.) Schleid-Roderath, Altk-Hamm,

[Bd. 5, S. 64]


Geilk-Gangelt, Geld-Aldekerk f.: dicke Sorte Haselnüsse, in Gärten stehend; doch s. lampersch N.

Lämbes = langer, schlaffer Mensch s. Lämpes; Lambett = Waschkanne s. Lampett; Lambrasch = Umstände, viel Arbeit s. Ambaras.
 
Artikelverweis 
Lambrie das Wort ist an der Saar bis einschl. Merz, an der Nahe, in Birkf, Simm, Goar, in Trier-Stdt, uMos von Bernk an, May, Westerw, Siegld, im Rip, Düss-Ld, Neuss, Mörs allg., u. zwar lamb(ə)rī, –rī:; im Rip -p(ə)rī:  Sg. t. f.: Fussleiste, –sockel der Wand, frz. lambris (m.).

Lämde = Lähmung s. bei lahm; Lamei = Galmei s. Kälmes.

lameln -ā- = hin- u. herziehen, schlendern s. lammeln bei Lammel III.

 

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